Endlich ist der Eisbär weg - Thomas Fricke


Das Buch welches ich euch heute vorstellen möchte, ist ein lyrisches Werk, welches mir der Autor freundlicherweise zur Rezension überlassen hat. Mein Großer hat nur den Kopf geschüttelt, aber meinen Zwerg kann ich damit am Abend immer überzeugen. Nachdem ich das Buch nun unter die Lupe genommen habe, möchte ich euch nun auch meine Erfahrungen damit mitteilen.

Quelle: Bod.de
===Buchdaten===
Autor: Thomas Fricke
Titel: Endlich ist der Eisbär weg
Verlag: BoD
Erschienen: 4. Auflage 2012
ISBN-10: 3842319487
ISBN-13: 97838423194876
Seiten: 108
Kosten: 7,95€

===Leseinformationen===
Genre: Lyrik
Niveau: leicht
Leserschaft: Kinder / Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Thomas Fricke, geboren 1961, lebt in Leipzig. Nach dem Studium der Germanistik und der Geschichte in Jena von 1984 bis 1989 und anschließendem Forschungsstudium arbeitete er als Journalist, Historiker, Sozialarbeiter und Kundenberater. Thomas Fricke veröffentlichte einige seiner humorvollen Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften. Mit „Endlich ist der Eisbär weg!“ liegen diese Texte und viele weitere nun als Buch vor. (Quelle: Amazon.de)

===Optischer Eindruck===
Optisch finde ich es beruhigend, entspannend und es lädt zum Träumen ein, denn ein Sonnenuntergang, Palmen und ein Flieger heißt Urlaub. Allerdings hätte ich bei dem Titel schon einen Eisbären zum Beispiel unter Palmen vermutet.

===Zitierter Klappentext===
Ein Elefant in Liebesnöten, ein singender toter Waschbär aus der Oberlausitz, ein Tonnenfahrer, ein weissagender Raumfahrer, Städtebau in der Antarktis, eine Konferenz bei Teich TV - dieses humorvolle Buch ist reich an skurrilen und komischen Typen und Begebenheiten. Thomas Fricke schreibt sowohl heitere als auch satirische Gedichte und Kurzgeschichten. Der vorliegende Band enthält fünfundneunzig witzige, fast ausnahmslos gereimte Gedichte. Hinzu kommen vier schräge Kurzgeschichten, die von einer Kindheitserinnerung über fantastische Geschichten bis hin zu einer Märchenparodie reichen. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.fricke-th.de/2.html

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Das Buch beinhaltet zahlreiche Reime, Gedichte und kleine Kurzgeschichten, die der Autor hauptsächlich aus Veröffentlichungen in Zeitungen übernommen hat, und endlich gesammelt in einem Buch veröffentlicht. Es sind Werke, die lustige Titel wie „Der Dichter und das Sparschwein“ oder „Wie ich einmal ein Huhn in meine Pflege nahm“.

===Sarahs meine Meinung===
Gedichtbände sind etwas Feines. Einerseits kann ich mich dabei entspannen und mein Zwerg liebt es, wenn ich ihm am Abend oder auf dem Wickeltisch eine Geschichte erzähle, etwas Reime oder ihm ein Lied vorsinge. Inspirationen sind da natürlich mehr als willkommen.

Das Buch ist eine Sammlung aus Gedichten, die der Autor schon in Zeitschriften veröffentlicht hat und dementsprechend erwartet man eine gewisse Qualität. Ich habe angefangen zu lesen, und mein erster Gedanke hat mich doch etwas erschreckt. Schon damals in meiner Grundschulzeit war Bibi Blockberg eine Kultfigur und ihre Hexenreime konnten wir mitsprechen. Selbstverständlich haben wir Mädchen auch öfters Hexen gespielt und gereimt was unser Wortschatz hergab. Genau an diese Reime erinnert mich dieses Buch.

In der Regel setzt der Autor auf Paar-Reime. Damit es nicht ganz so simpel ist, setzt er auf alle drei Arten. Dem normalen Paar-Reim (aabb), dem Kreuzreim (abab) und dem umarmenden Reim (abba). Mit seiner Wahl trifft er zumindest den Nerv der jungen Leser, denn Kinder lieben Reime. Inhaltlich sind sie zudem witzig, sodass auch mein Mann hier und da mal einen Lacher von sich gegeben hat, wenn ich meinem Zwerg ein neues Gedicht vorgelesen habe. Es lässt sich leicht lesen, es ergibt alles einen Sinn und lädt die Kinder zum Nachmachen ein.

Dann ist da allerdings auch die zweite Seite, die fast alles besitzt. Und das ist die Qualität inhaltlich, aber auch sprachlich. Um euch zwei Beispiele zu nennen, werde ich einfach mal mit Zitaten arbeiten. Das nachfolgende Beispiel ist ein Zitat von S. 9 und heißt Hund und Sau.

Es trafen sich einst Hund und Sau,
Und wurden sofort Mann und Frau,
Sie zeugten noch zur selben Stunde,
Wohl an die sieben Schweinehunde.

Es ist ein einfaches Gedicht, das logisch ist, und auch auf seine Art und Weise witzig, aber sind wir einmal ehrlich es regt nicht zum Nachdenken an und ist vom Niveau her in diesem Fall schon sehr trivial. Es gibt zwar auch anspruchsvollere Versuche, aber 90% der lyrischen Ergüsse sind trivial. Teilweise sind sie sogar so einfach gehalten, dass sogar mein Sohn auf solche Dinge gekommen wäre. Man merkt jedoch, dass der Autor eigentlich ein sehr gehobenes Sprachniveau hat, denn kaum einer würde „Wohl an“ sagen. In meinen Augen wirkt es dadurch an einigen Stellen holprig.

Beispiel S. 30

Geht der Uhu auf dienstliche Reise,
Nimmt er mit die Herren Maus und Meise
Sowie eine Tüte Weichkrokant,
Denn es braucht der Uhu Proviant.

Man sieht, es ist total holprig. Einige andere Worte, den Satz etwas umgestellt, und es wäre viel runder. Geht der Uhu auf eine Reise, nimmt er mit die Maus und Meise, sowie eine Tüte Weichkrokant, denn ein Uhu braucht Proviant. Dies ist zumindest meine Meinung, auch wenn hier das Versmaß stimmt. Allerdings hat mich dieser Punkt im Deutschunterricht nie groß interessiert, sodass ich als Laie spreche.

Ich habe nun in den letzten Jahren einige lyrische Werke gelesen. Werke von alten Dichtern, aber auch von Neulingen, wie Barbara Schilling oder Anke Höhl-Kayser. Dieses Werk lässt sich damit nicht vergleichen, denn diese Autoren regen zum Nachdenken an, während Thomas mehr darauf Wert legt zu unterhalten. Und das tut es in der Tat, ob es nun gefällt oder nicht. Zumindest verliert er bei seinen Reimen nie den Sinn aus den Augen, und trifft passende Aussagen. Auch wenn sie mir persönlich zu schlicht sind.

Die Kurzgeschichten bieten viel Fantasie, haben eine Aussage und lassen sich vor allen Dinge angenehm lesen. Hier wird deutlich das der Autor in meinen Augen eher in diesem Bereich Talent hat, denn wie gesagt die Reime sind von keinem hohen Niveau. Allerdings sind es Geschichten, die ich nicht unbedingt meinen Kindern vorlesen würde. Und ich hoffe, dass die Fisch-Geschichte nicht auf einer Kindheitserinnerung basiert, denn Kiemen zu kleben oder in den Reißwolf stecken, ist doch recht grausam.

Nichtsdestotrotz ist es ein Buch das mich persönlich nicht zu 100% überzeugen kann. Es ist witzig, aber meiner Meinung nach sollte auch heitere Lyrik etwas mehr Tiefgang besitzen und nicht so trivial sein. Das können auch die interessanten Geschichten nicht rumreißen.

===Abschließendes Fazit===
Netter Versuch mit trivialer Lektüre.

Pro: Geschichten
Contra: triviale Gedichte
Empfehlung: Jein, 3 Stern


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