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Kate Pepper: Fünf Tage im Sommer

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Quelle: Buch.de
Von Kate Pepper habe ich schon einige Werke gelesen, sodass ich nun auch den letzten Roman, den ich von ihr im Regal stehen hatte, lesen musste. Bis dato habe ich ihre Werke gelesen, aber als nichts Besonderes empfunden. Meine Hoffnung steckte in diesem Buch, dass sie mich wenigstens einmal wirklich überzeugen konnte. Also habe ich mich an einen Abend, wo mein Mann arbeiten musste, ans Lesen gemacht. Es klappte leider nicht, und warum möchte ich euch nun verraten.

===Buchdaten===
Autor: Kate Pepper
Titel: 5 Tage im Sommer
Verlag: rororo
Erschienen: 2005
ISBN-10: 3499237776
ISBN-13: 9783499237775
Seiten: 320
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Psycho-Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 1 Tag

===Autor/in===
Sie wurde in Frankreich geboren. Sie wuchs in Massachusetts und New York auf, wo sie sich mit verschiedenen Jobs über Wasser hielt. Heute lebt sie mit ihrem Mann, einem Filmproduzenten, und ihren zwei Kindern als Schriftstellerin in New York und gibt in ihrer Freizeit Kurse in kreativem Schreiben. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Drei rote Tropfen im Wasser, wahrscheinlich Blut. Naja es hat etwas, aber wirklich gefallen tut es mir nicht. Allerdings passt die Auswahl zu den anderen Werken der Autorin, wo auch immer ein graues Bild mit etwas Blut angedeutet wird.

===Zitierter Klappentext===
Fünf Tage Zeit, bis der Täter wieder zuschlägt Auf dem Parkplatz eines Supermarktes verschwindet eine junge Mutter. Als ihr Ehemann eine Vermisstenanzeige aufgeben will, nimmt ihn die Polizei nicht ernst. Nur John Geary, ein Ex-FBI-Agent, ist alarmiert. Vor genau sieben Jahren wurde eine andere Frau entführt. Fünf Tage danach verschwand ihr siebenjähriger Sohn. Und tauchte nie wieder auf. Im Gegensatz zu seiner Mutter. Doch die hat seitdem kein einziges Wort gesprochen. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Tage-im-Sommer-Kate-Pepper/dp/3499237776/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1343300724&sr=1-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Emily genießt mit ihren drei Kids den letzten Ferientag bei ihrer Mutter. Bevor es nach Hause geht, möchte sie den Kühlschrank noch auffüllen, denn nach dem Tod ihres Vaters weiß sie, dass ihre Mutter etwas zerstreut ist. Kurzer Hand macht sich Emily auf den Weg zum Supermarkt, während ihre Mutter auf die Kleinen aufpasst. Doch der Einkauf wird nicht so harmlos, wie sie es sonst gewöhnt ist. Ein unheimlicher Mann hält sich immer in ihrer Nähe auf, sodass sie mehr als froh ist, endlich den Einkauf im Wagen verstaut zu haben und sie telefoniert noch schnell mit ihrem Mann. Als dieser abends einen Anruf bekommt, ahnt er noch nichts böses, doch seine verängstigte Schwiegermutter bittet ihn um Hilfe. Der Grund: Emily ist nicht nach Hause gekommen. Sofort setzt er sich ins Auto und setzt sich dort mit der Polizei, die nicht an eine Entführung glaubt in Verbindung. Der zuständige Ermittler hält ihn jedoch immer wieder hin, bis zufällig John Geary, ein Ex-FBI-Agent, einige Worte mitbekommt, und seine Schlüsse zieht. Er bietet seine Hilfe an und entdeckt dabei einen Serienmörder, der schon zahlreiche Frauen am 3.9 im Abstand von 7 Jahren entführt hat. 5 Tage später verschwand immer ein Sohn und die Frau wurde kurz darauf gefunden. Vom Sohn allerdings gab es immer nur ein abgeschnittenes Körperglied. John und einer anderen Polizistin ist klar, dass dieser Mann hier zugeschlagen hat. Einige Hinweise, eine frühere Entführte und ein Cop, der nicht ermitteln mag, kämpfen gegen die Zeit.

===Sarahs meine Meinung===
Kate Pepper ist eine Autorin, die mir inzwischen als Mutter-Schocker bekannt ist. In den anderen Werken, die ich von ihr gelesen habe setzt sie stets auf Ängste von Müttern. So wird zum Beispiel ein Baby aus dem Bauch entführt. Da diese Art und Weise wohl gut ankommt, hat sie es auch in diesem Buch angewandt.

Dabei spielt sie mit einer Angst, die man so gar nicht bewusst wahrnimmt. Wie oft war ich schon einkaufen, während mein Mann zum Beispiel auf meinen Sohn aufgepasst hat. Es muss grausam sein bei einer so alltäglichen Sache entführt zu werden, nicht zu wissen wie es den Kindern geht, nicht zu wissen warum und sich vor allen Dingen nicht zu wissen, ob man überleben wird. Aufgebaut wird dieses Szenario auf eine typisch amerikanische Familie. Der Vater verdient das Geld, die Mutter ist selbstbewusst und liebenswert, die beiden Brüder sind rivalisierend, lieben sich aber von Herzen und das kleine Nesthäkchen wird von allen verwöhnt. Eine nette Bilderbuchfamilie, die sich logisch präsentiert, jedoch nicht zu 100% beleuchtet wird. Somit bleibt sie blass, aber zahlreiche Familien können sich mit ihr identifizieren. Für meinen Geschmack hätte sie die Familie jedoch etwas intensiver beschreiben können, statt auf unwichtige Sachen, wie der Ohrenentzündung der Tochter lang und breit herumzureiten.

Trotz der recht blassen Charaktere habe ich gut ins Buch gefunden, und muss sagen, dass ich mit der Familie mitgefiebert habe, denn als Mutter fühlt man bei einer solchen Geschichte mit. Ob man möchte oder nicht. Die innere Verbundenheit von Müttern nutzt sie dabei aus, um ihre Leser zu fesseln und zu Mitgefühl zu bewegen, ohne dabei auf eine Gefühlsduselei zu setzen. Zeitgleich möchte man natürlich wissen, wer der Täter ist, was seine Beweggründe sind und ob Emily überleben wird. Eine gute Ausgangsposition für einen Psychothriller, wie ihn Kate Pepper vorgesehen hat. Allerdings begeht sie in meinen Augen so manchen unverzeihlichen Fehler, der das Buch unglaubwürdig, unausgereift und am Ende sogar schlecht erscheinen lässt.

Es beginnt schon bei den Ermittlungen. Die Tatsache, dass erst nach 24 Stunden die Fahndung eingeleitet wird, ist allseits bekannt und das Familienangehörige nicht locker lassen, ebenfalls. In diesem Fall ist John Geary nur wegen seinem Buch vor Ort, hört lediglich Supermarkt und verschwunden, und erinnert sich sofort an. Zufall und in Ordnung, aber das dann nach all den Jahren mit diesen Einwurf ein Serienmörder entdeckt wird, ist so unwahrscheinlich. Die Zusammenhänge hätte jeder Rechner oder eben ein John Geary doch schon vorher erkennen müssen. Wenn ich schon die Fakten und Daten kenne, dann sehe ich es auch ohne neuen Fall. Aber okay... Zwei Fährten sorgen für zeitweilige Spannung, die sich jedoch durch nervige Reporter, die Krankheit der Tochter, blöde Zufälle und trottelige Aktionen der Großmutter immer wieder im Sande verlieren oder einfach nerven. Trotzdem ist es noch akzeptabel, auch wenn es sich teilweise dadurch in die Länge gezogen anfühlt. So ist zum Beispiel klar, dass der Täter einen der beiden Söhne entführen will, aber alle Personen, die die Kinder abholen sollen, schaffen es nicht. Jeder Polizist würde reagieren und die Kinder notfalls selbst an einen geheimen Platz oder zu Freunden der Familie bringen lassen. Statt die Kinder wirklich aufzuklären und mit ihnen darüber zu reden, schließlich sind sie in Gefahr, wird es so gut wie verschwiegen, um die Kinder nicht zu ängstigen. Im gewissen Rahmen sicherlich nicht verkehrt, aber manchmal muss man schocken, einschüchtern und ängstigen, damit Kinder den Ernst der Lage begreifen. Es sind Situationen, Aufreger, die mich bei einem Film und Buch immer zur Weißglut treiben. Denken die Leute nicht mal nach, die das Schreiben, wie sie selbst oder andere wirklich reagieren würden? Wären wir in einer solchen Situation und mein Großer würde sich weigern woanders hinzugehen, weil er lieber mithelfen möchte und die Mutter nicht im Stichlassen will, ich würde ihm den Ernst der Lage begreiflich machen, ihn fragen, ob er oder sein Bruder wegen deswegen sterben soll, ob er nicht das machen will, was seine Mutter jetzt von ihm wollen würde, ihm die anderen Beispiele vor Augen führen und notfalls ihn ins Auto setzen, Kindersicherung rein und wegfahren. Stattdessen werden die Söhne hier mit ihrer alten Großmutter, die leicht vergesslich und absolut naiv ist, alleingelassen.

Irgendwann ist dann endlich Tag 4 erreicht und man hofft jetzt auf richtige Spannung. Stattdessen wird ein neuer Verdächtiger geliefert, es passiert was passieren muss, nur eben einen Tag zu früh. Allerdings geht dann alles in Blitzgeschwindigkeit und schon ist es aufgelöst. Der Täter ist plötzlich eine Person mit der man nicht gerechnet hätte, allerdings total an den Haaren herbeigezogen wirkt. Die Hintergrundgeschichte erklärt einiges, lässt es jedoch nach einem Notausgang erscheinen. Vieles bleibt ungeklärt und rätselhaft. In meinen Augen ein mehr als dürftiger Schluss. Ich persönlich frage mich, ob die Autorin überhaupt gelesen hat, was sie am Ende verfasst hat, denn die letzten 50 Seiten sind einfach nur dilettantisch. Hätte sie nicht einen gewissen illustrativen, lebendigen und weiblichen Stil, der sich angenehm flüssig lesen lässt, und Bestseller-Autoren von Laien unterscheidet, dann hätte ich sie von der inhaltlichen Seite als Laie bezeichnet.

Eine gute Idee alleine reicht eben nicht aus. Zumindest der Schluss sollte stimmen. Nicht mal die Spannung kann hier überzeugen, denn bis auf ein paar kurze psychisch-ängstigende Szenen kann man es als Einschlaflektüre bezeichnen.

Damit hat sich meine Meinung gefestigt. In meinen Augen ist Kate Pepper eine durchschnittliche Autorin, die gute Ideen hat, ihr das Talent fehlt, diese umzusetzen. Auch wenn ich ihren Stil mag, werde ich mir kein weiteres Buch von ihr antun.

===Abschließendes Fazit===
Schwächster Kate Pepper, den ich je gelesen habe.

Pro: Idee, Stil
Contra: inhaltliche Umsetzung, Spannung, Schluss
Empfehlung: 2 und definitiv nein



~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.




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