R. L. Sine: Ich kann fliegen

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Jack ist ein Junge wie jeder andere auch, nur dass er einen Freund-Feind hat, der immer alles besser macht als er. Versucht Jack eine Katze zu retten, um seiner heimliche Liebe zu imponieren, muss er von Wilson gerettet werden. Kauft er Mia etwas tolles zum Geburtstag, dann hat Wilson das ultimative Geschenk, dass er sich hätte nie leisten können. Doch dann entdeckt er ein Buch, welches ihm erklärt, wie er es schaffen kann, dass er dem größten Traum der Menschheit etwas näher kommt. Ein kleines, aber übelschmeckendes Rezept ausprobieren und schon kann er für immer fliegen. Nur leider hat Wilson ihn entdeckt und probiert es ebenfalls aus. Nun ist Jack wieder nicht einzigartig und zu allem Pech will Wilson allen zeigen was sie können. Die Konsequenzen sind bahnbrechend, denn Freiheit und Kindheit sind ab jetzt tabu. Veranstaltungen, Wettkämpfe gegen Wilson und vieles mehr sind nun Programm. Mit einem Mal erkennt Jack, dass es besser ist normal zu sein, und ergreift seine Chance.

===Sarahs meine Meinung===
Gänsehaut habe ich schon in meiner Jugend verschlungen und immer wenn ich inzwischen auf der Suche nach einer leichten Lektüre bin, greife ich gerne auf gute Kinderbücher zurück. Zumal mein Sohn mit seinen 9Jahren so manche Kinderbücher hat.

Dieses Buch habe ich im Alter von 12 Jahren zum ersten Mal gelesen und war begeistert. Doch viele Bücher sehe ich mit Mutter-Augen inzwischen anders. Bei diesem Fall ist meine Meinung jedoch gleich geblieben.

Die Idee hinter dem Buch ist einmal aufzuzeigen, dass es wichtig ist, immer normal zu bleiben, denn anders zu sein, kann anfangs schön sein, auf die Dauer aber auch ein Fluch werden. Zudem hat sich Stine die Thematik „Fliegen“, den Traum eines jeden Kindes zu eigen gemacht. Diese Kombination ist interessant und passt zu einem Grusel-Buch.

Für eine gelungene Umsetzung bedarf es jedoch nicht nur einer guten Idee, sondern auch erstklassiger Protagonisten. Dieser Punkt ist sofort erfüllt, denn für jeden Leser gibt es eine Figur mit der er sich identifizieren kann. Für Mädchen ist nicht nur Mia da, und für die Jungs gibt es die Auswahl zwischen Angeber und dem Otto-Normalo. So unterschiedlich wie die Figuren, sind auch ihre Charakterzüge, die schon von Anfang an dafür sorgen, dass Wilson auf mich eher unsympathisch wirkte. Aber genau dadurch wirken die Persönlichkeiten auch so lebendig, authentisch und logisch. Zudem hat es sich Stine zu Nutzen gemacht, diese Grundlage konsequent weiterzuentwickeln. Trotz Veränderungen ist der Kern der alte.

Die gute Umsetzung der Protagonisten ist jedoch nur so gelungen, weil der Stil dafür sorgt, dass alles stimmig ist. Er ist lebendig, kindgerecht, witzig, einfach, flüssig und sorgt mit kurzen, präzisen Sätzen nicht unnötig für Verwirrung. Junge Leser verstehen den Text ohne Probleme und können sich durch die zahlreichen Details alles besonders gut vor ihrem inneren Auge vorstellen. Es ist in meinen Augen ein Stil, der die Fantasie beflügelt.

Inhaltlich ist es Stine gelungen ein lehrreiches Buch zu erschaffen. Er baut eine gewisse Spannung auf, die zwar nicht gruselig ist, jedoch Kinder fesselt. Es zeigt den Kindern, dass Fliegen nicht nur positiv sein muss, sondern es auch Konsequenzen hätte, die sie vielleicht nicht so gut fänden. Zudem sorgt Stine dafür zu zeigen, dass auch der zweite Platz ein guter Platz ist. Im Mittelpunkt zu stehen, fordert neue Erfolge, damit die anderen sich nicht abwenden, und dies kann sehr anstrengend sein. Der Lehrgehalt ist in meinen Augen für Kinder zwischen 8 und 12 sehr wertvoll, sodass das Buch auch ideal für Schulen geeignet ist. Auch wenn die Altersempfehlung erst ab 10 Jahren ist, bin ich der Meinung, dass man das Buch auch schon früher gemeinsam lesen kann oder das Kind es auch allein lesen kann, wenn es mit Fragen zu Eltern oder Lehrern kommen kann.

Diese Punkte überzeugen mich, sodass ich der Meinung bin, dass die Umsetzung erstklassig gelungen ist. Gänsehaut kam heute wie damals nicht auf, und gruselig fand ich diesen Band nun wirklich nicht, aber das Buch macht trotzdem Spaß. Unterstützt wird das Leseerlebnis auch durch die kurzen Kapitel, sodass man immer wieder Pausen einlegen kann.

Auch mein Sohn fand das Buch absolut spannend und danach hat er mehrere Tage mit mir übers Fliegen und eben den Wunsch besser zu sein für Anerkennung geredet. Er hat das Buch innerhalb von einer Woche verschlungen. Das zeigt, dass es wirklich gut ist.

Es ist das erste Mal, dass ich an einem Stine Buch seit langer Zeit nichts, aber auch rein gar nichts auszusetzen habe.



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Kommentare:

  1. Ich liebe auch die Gänsehaut Bücher und wenn ich eins in die Hand bekomme, lese ich sie auch noch mit 33 Jahren!

    Sehr schöne Rezi, gefällt mir!

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  2. Super Rezi!
    Ja das stimmt, Mutteraugen beurteilen Bücher oft ganz anders als Kinder- oder Jugendaugen ;-)

    Mir geht es bei vielen Büchern so die ich heute lese, dass ich mir denk, das Buch ist super, aber meine Kinder bekommen das nicht so bald in die Finger *g*

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