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Kate Green - Nachtengel


===Buchdaten===
Autor: Kate Green
Titel:  Nachtengel
Broschiert: 297 Seiten
Verlag: Goldmann Wilhelm GmbH (Februar 1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442095611
ISBN-13: 978-3442095612
Kosten: 0,01€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Die Autorin ist Hochschullehrerin, hat zwei Kinder und hat erfolgreich verschiedene Gedichtbände und den Roman Mondsplitter veröffentlicht.

===Optischer Eindruck===
Ein Sonnenuntergang, das offene Meer und eine Frau in einem Boot, das passt und stimmt perfekt auf das Buch ein.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Als Maggie erfährt, dass die Leiche der verschollenen Lora, ihrer besten Freundin gefunden wurde, macht sie sich auf den Weg zu ihren alten Freunden, um einen Gedenkgottesdienst mit ihnen abzuhalten. Dort angekommen wird sie mit ihrer Collegezeit und dem Sommer 1969/70 konfrontiert. Damals hat sie zusammen mit Lora, ihrem Bruder und einigen Freunden in einen Haus gewohnt. Sie haben gefeiert, mit Drogen experimentiert, viel Sex gehabt und sogar Magie ausprobiert. Als die ersten zwei Leute starben, nahmen sie noch eine Überdosis an. Als die dritte Person stirbt und Jesse spurlos verschwindet, packen die anderen ihre Sachen und hauen ab, denn sie glauben ein Fluch laste auf dem alten Haus. Wie es nun aussieht, hat der Fluch sie eingeholt, denn Lora hat etwas aus der Hexen-Zeit gefunden. Lora beginnt zu recherchieren und so mancher gerät in Verdacht.

===Sarahs Meinung===
Das Buch habe ich mir damals ertauscht. Auf welchen Portal weiß ich gar nicht mehr. Mich sprach der Klappentext so sehr an, dass ich es einfach lesen wollte. Da es jedoch so schön dünn war und ich mir interessante Bücher gerne aufspare, habe ich es bis jetzt aufgehoben. Allerdings hatte ich ein Buch über Voodoo angefangen, und ich hasse dieses Thema, ich geb ihm zwar immer eine Chance, aber dieses war wieder einfach nur grausam. Deswegen schnappte ich mir dieses Buch.

Tja, und wie ich schnell merkte, es dreht sich auch um Voodoo. Ich habe eben immer Glück. Da der Klappentext jedoch so vielversprechend war musste ich weiterlesen und am Ende war ich enttäuscht. Warum, dass ich will ich euch erklären.

Es fängt schon mit einem fatalen Fehler des Klappentextes an. Ich zitiere mal die Stelle: Loras Bruder beschuldigt Maggies Mann, Lora ermordet zu haben.(Zitat Klappentext). Wie aber schon recht früh deutlich wird, ist Maggies Mann vor einigen Jahren verstorben und der Bruder Rob verdächtig eigentlich Loras Ehemann, Dennis. Ein Fehler, der in meinen Augen ein No Go ist und enttäuschend ist.

Weiter geht es mit der Umsetzung. Schon der Einstieg ist eine Katastrophe, wie ich finde. Das Buch spielt in den 80er Jahren und die Vorgeschichte 69/70. Während Mann die Figuren und die Situation im Jetzt kennenlernt, werden immer kurze und nicht klar gekennzeichnete Rückenblenden eingebaut, um die Figuren besser kennenzulernen und eben auch die damalige Situation. Das Problem ist, dass die Rückblenden wirr und eben nicht deutlich sind. Die Figuren werden dadurch zwar gut und umfassend beschrieben, aber durch die Sprünge wird man aus der Geschichte gerissen. Es ist zwar schön, vieles erst zu einem gewissen Zeitpunkt zu erfahren, um eine kleine Spannung aufzubauen, aber ganz ehrlich: Dem Buch hätte es auch nicht geschadet, wenn es an einem Stück erzählt worden wäre.

Neben den Einstieg ist auch das Voodoo Thema ein Knackpunkt. Wie oben erwähnt, es ist nicht mein Thema. Ich mag es einfach nicht, aber sicherlich wird es auch hier ein Buch geben, dass mich überzeugt. Statt die Flower Power Zeit und Drogen allein auszureizen, was vollkommen ausgereicht hätte, wird zu viel auf Voodoo gesetzt. Man wohnt Ritualen bei und alle paar Seiten wird auf eine mysteriöse Shadow Box eingegangen. Für alle die es nicht wissen, es ist eine Box, wo Fotos und ein Erinnerungsstück eingefügt wird. Dieses kann mit einem Fluch belegt werden, wenn ich es richtig verstanden habe, und das sollte in dieser Geschichte der Fall sein. Obwohl später schon klar wird, dass das Buch in andere Richtungen geht, kann sich die Autorin nicht von dem Fluch und dieser Shadow Box trennen. Irgendwann kam bei mir der Punkt, wo ich schon aggressiv wurde, wenn ich beim Umblättern das Wort, welches Großgeschrieben natürlich sofort ins Auge sticht, sah. Zumal jedes Mal, wenn es erwähnt wurde, die Box, der Fluch oder der Inhalt beschrieben wurde. Irgendwann konnte man es nicht mehr hören.

Die Spannung kam nicht unbedingt zu kurz und viele Verwirrungen, Wendungen und neue Hinweise sorgten für ein Mitraten. Auf den letzten 100 Seiten, also nach 2/3 hatte ich den Fall jedoch zumindest vom Täter her gelöst. Und genau diese Spannung liebe ich eigentlich. Nur wurde sie eben von den Voodoo- und Drogenausführungen und Rückblenden immer wieder unterbrochen. Genauso haben ihr die Wechsel der Perspektive  eher geschadet. Gerade begleitet man Maggie und es passiert gerade was spannendes, und plötzlich ist man in der Vergangenheit, oder begleitet plötzlich Jesse bei einem ihrer Rituale. Das tut der Spannung nicht gut.

Trotzdem ist das Buch nett zu lesen. Was eben an der Grundidee liegt und an dem recht illustrativen Stil. Aber das Thema hätte in meinen Augen besser umgesetzt werden können. Zumal ich zum Ende hin sogar, sobald das Wort Shadow Box erschien, die Passage übersprungen habe. Bei einem guten Buch macht man das nicht.

===Abschließendes Fazit===  


Pro: Idee, Figuren, Spannung, Schluss
Contra: Wiederholungen, Rückblenden, Voodoo
Empfehlung: 2 Sterne nein

Kommentare

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