Direkt zum Hauptbereich

Jan Terlouw - Kriegswinter


===Buchdaten===
Autor: Jan Terlouw
Titel: Kriegswinter
Gebundene Ausgabe: 204 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 1 (Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825178250
ISBN-13: 978-3825178253
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Kosten: 14,90€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Jugendbuch
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Kids ab 13 Jahren
Lesedauer: 1 Tag

===Autor/in===
Jan Cornelis Terlouw (* 15. November 1931 in Kamperveen) ist ein niederländischer Physiker, Politiker der Democraten 66 (D66) und Buch-Autor.(Quelle: Wikipedia)

===Optischer Eindruck===
Ein Junge in grauen Tönen mit einem Paket in der Hand passt schon in diese Zeit, allerdings finde ich es persönlich besser, wenn ein Buch mit diesem Thema schon ein aufrüttelnderes Cover hat.

===Zitierter Klappentext===
Holland im letzten Winter des 2. Weltkriegs. In einem kleinen Dorf in der Nähe der deutschen Grenze wird der16-jährige Michiel unfreiwillig in den Widerstand gegen die deutschen Besatzer verwickelt. Als er einen streng vertraulichen Brief überbringen soll, wird ihm klar, dass er sich genau überlegen muss, wem er vertrauen kann. Denn die Situation ist so bedrohlich, dass jede unbesonnene Handlung den Tod bringen kann.
Ein lebensgefährliches Versteckspiel beginnt, in dem Michiel auf Hilfe angewiesen ist und versteht, dass er nicht einmal den engsten Bekannten trauen kann.
Jan Terlouws Roman über die Verwicklungen eines Jugendlichen im Widerstand ist mehr als nur ein atemberaubendes Zeugnis der letzten Kriegsmonate: Es schildert die dramatische Situation eines Jungen, der mit Verrat, Enttäuschung und Tod konfrontiert wird (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.



===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Holland im Winter 1944. Ein kleines Dorf in der nähe der deutschen Grenze ist die Heimat von Michiel. Als der Krieg begann, fand er ihn noch faszinierend, cool und hoffte, er möge nie enden. Doch schon nach wenigen Tagen wurde ihm klar, dass Krieg gar nicht so schön ist. Als Sohn des Bürgermeisters hat er noch einen recht guten Stand, leidet nie großen Hunger und seine Familie kann sogar ohne Probleme immer wieder Leute aufnehmen, und sie mit Essen versorgen, bevor sie am nächsten Tag weiterziehen. Mit seinen 16 Jahren ist Michiel nicht auf den Kopf gefallen und weiß, wie schwer es andere haben. Als ihm sein Freund ein Geheimnis verrät, und ihn bittet, einen Brief auszuliefern, falls bei der Widerstandsaktion etwas schief läuft, sagt er sofort zu. Es läuft schief, und auch danach klappt einfach nichts mehr. Erst schafft er es nicht den Brief wie versprochen am nächsten Tag auszuliefern, weil er immer auf einen Dorfbewohner trifft, der angeblich mit den Deutschen sympathisiert, dann schafft er es zum Hof, nur um zu erfahren, dass der Empfänger verhaftet wurde und zu allem Überfluss muss er ihn lesen, falls etwas wichtiges drin steht. So lernt er Jack, einen englischen Piloten kennen, den sein Freund im Wald versteckt gehalten hat. Er und seine Schwester kümmern sich um den verletzten Mann. Dies läuft sogar sehr gut, doch wenige Tage später wird ein Deutscher ermordet im Wald aufgefunden. Die Deutschen wollen Rache und da sich niemand als schuldig bekennt, bringen sie einfach willkürlich mehrere Menschen um. Darunter ist auch Michiels Vater, der Bürgermeister. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, kämpfen sie nun für die Armen, Juden und Unterdrückten. So bringen sie zwei Juden aus der Stadt, was jedoch wieder zur Folge hat, dass er verraten wird. Immer noch hält er den Dorfbewohner, den niemand mag, für den Schuldigen, bis er die Wahrheit erkennt, die fast weitere Menschenleben kostet.

===Sarahs Meinung===
Durch meine Mutter, die 1938 geboren wurde, habe ich mich von klein an für dieses historische Ereignis namens Zweiter Weltkrieg interessiert. Als Kind habe ich schon zahlreiche Bücher gelesen, wie „Damals war es Friedrich“, und auch jetzt lese ich diese Bücher immer wieder gerne. Ich bin der Meinung, man darf dieses Thema nicht unter den Tisch kehren und schon gar nicht vergessen. Ruhen lassen okay, aber nie vergessen. Trotzdem zeigt sich, dass viele neue Bücher mit diesem Thema, einfach nichts zu sagen haben, langweilig sind oder einfach nur mit wenigen Informationen noch etwas Geld verdienen wollen. So wie zum Beispiel „Der Mann, der ins KZ einbrach“. Dementsprechend musste ich mich bewerben, als das Buch bei „Blogdein Buch“ angeboten wurde. Trotz vieler Bewerber hatte ich Glück.

In den Niederlanden ist das Buch ein absoluter Erfolg und wurde sogar schon verfilmt. Da es sich bei diesem Buch um eine ganz interessante Perspektive handelt, war ich natürlich sehr neugierig. Häufig werden Judenschicksale aufgegriffen, wo sich die Figuren versteckt haben oder im KZ waren. Hier geht es um einen Jungen, der unfreiwillig zum Widerstand kommt und wirklich alles versucht Leuten zu helfen. Hierbei sei angemerkt, dass es sich um authentische Begebenheiten handelt, die der Autor selbst erlebt, oder zumindest miterlebt hat. Ob er, Bruder, Freund oder Nachbar Michiel darstellt, wird leider nicht gesagt, was ich schon mal sehr schade finde. Ein Vorwort hätte dem Buch nicht geschadet.

Mit Michiel kann man sich sofort identifizieren. Er ist der typische Junge aus dieser Zeit. Zu schnell erwachsen geworden, trotzdem hilfsbereit, verantwortungsbewußt, aufmerksam und leicht verplant. Das es sich um einen Jugendlichen handelt, wird jedoch immer wieder gesagt und durch Sätze, die mit „Tja“ beginnen, wird dies auch gerne vom Autoren im Stil eingebaut. Während er selbst sehr lebendig und charaktervoll beschrieben wird, sind die Familie und auch relevante Nachbarn sehr blass. Sie werden am Rande eingeworfen, aber einige Personen hätten in meinen Augen einer besseren Beschreibung oder Einführung bedurft. Hier spart der Autor am falschen Ende, denn in meinen Augen kann so keine authentische Situation dargestellt werden.

Genauso ist es mit dem Krieg selbst. Die ersten Tage und Michiels Gedanken werden kurz erwähnt, aber junge Leser haben doch gar keine Ahnung. Man hätte Michiel vorher und die ersten Tage des Krieges begleiten müssen, um den Leser die wichtigen anfänglichen Informationen greifbarerer zu schildern. Wer Hitler ist, warum er das macht, wie es angefangen hat. In anderen Kinderbüchern wird alles zumindest kurz genannt. Wie zum Beispiel: „Alles begann 1939, als Hitler in Polen einmarschiert ist...“. In meinen Augen wird durch das Weglassen der Ausgangssituation vielen Lesern gar nicht klar, wie riskant, brutal und krank die damalige Zeit war.

Ich hatte hier die Hoffnung, dass das Buch wirklich im Verlauf einfach mehr Farbe zeigt. Es werden Lager erwähnt, Flüchtlingszüge und Rettungsaktionen, aber auch hier wird die ganze Situation recht einfach dargestellt. Um euch mal ein Beispiel zu nennen. Das Essen ist knapp, viele untergetauchte Menschen haben keine Essensmarken, deswegen überfallen wir das Büro für Essenzuteilung. Was das genau ist, und warum diese Einteilung gemacht wird, warum manche keine bekommen. All das wird gar nicht erklärt. Ganz nach dem Motto: Kinder kennen es, wenn nicht, fragen sie die Eltern oder nehmen es hin. Mag sein, dass ich zu viele Bücher gelesen habe, aber auch ein Jugendbuch muss mehr aufklären. Es sind kleine Einwürfe, wie zum Beispiel, dass ein alter Mann, der fast 80 Jahre alt ist, rund 100km gehen muss, um für seine Tochter und die Enkel noch ein paar Kartoffeln zu holen, die das Buch dann noch etwas authentischer gestalten. Aber es sind Ausnahmen.

Damit will ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist. Es ist sehr interessant zu erleben, wie ein Junge wirklich gutes tut, Menschen rettet und vieles mehr. Man überlegt die ganze Zeit mit, wer der Verräter in seinem Kreise ist. Gerade am Anfang ist jeder verdächtig. Außerdem fragt man sich, wie man selbst reagiert hätte. Angefangen konnte ich es deswegen schon nicht aus der Hand legen. Trotzdem war ich aber eben enttäuscht. Ohne den Autor beleidigen zu wollen. Es kam mir wie eine fiktive 08 15 Geschichte vor. Wie schon gesagt, ein paar Worte zur Einleitung hätten dem schon etwas abhelfen können, aber auch 100 Seiten mehr, hätten nicht geschadet, denn mit diesen Seiten hätten die Emotionen einfach besser festgehalten werden können. Ich habe das Buch aus der Hand gelegt und war wirklich enttäuscht. Einfach weil ich auch am Ende nicht wusste, wie biographisch nun die Erlebnisse waren, weil ich mir die Schlussworte zum Zweiten Weltkrieg am Anfang gewünscht hätte, denn dort wird alles grob erklärt, und zu guter Letzt, weil das Buch die damalige Zeit in meinen Augen zu blass einfängt. Es kratzt ganz sachte an der Oberfläche und bei diesem Thema sollte das einfach nicht der Fall sein.

Ich weiß, dass es ein Jugendbuch ist, aber Anne Frank ist auch eins und das ist authentisch. Auch hier kann man es gut in der Schule lesen, einige Punkte diskutieren, aber es ist und bleibt eine schwache Wahl. Wir haben in der Schule „Damals war es Friedrich“ gelesen, und in meinen Augen sollten Schüler mindestens ein solches Buch gelesen haben, aber hier sollten Lehrer lieber die Finger von lassen. Warum es in den Niederlanden so erfolgreich ist? Ich kann es nicht nachvollziehen.

===Abschließendes Fazit===


Pro: Michiel, leichter Stil
Contra: 90% zu blass
Empfehlung:2 Sterne, Nein


Kommentare

Beliebteste Artikel des Monat

Nikon Coolpix L27 im Test

Vor einiger Zeit habe ich euch die Nikon Coolpix S6400 vorgestellt. Anfangs war ich von dieser Kamera begeistert. Endlich wieder eine SD-Karte, Touchscreen und schnelle Bilder. Auch die Qualität konnte am Anfang überzeugen. Doch die Zeit zeigt, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt. Insbesondere der Akku ist ein großer Störfaktor. Regelmäßig geht die Kamera ohne Vorwarnung aus, weil der Akku trotz halbvoller Anzeige, plötzlich leer ist. Viele Bilder werden unscharf, weil sich doch leider nicht alles so fokussieren lässt, wie man es sich wünscht. Meist benötigt man 2-3 Bilder, damit wirklich ein gutes dabei ist. Erst im Alltag, wenn man eben mal schnell ein Bild machen möchte, merkt man dies. Der Frustfaktor in der letzten Zeit war enorm, sodass eine Vielzahl der Fotos und Videos über die iPhone 4s Kamera gemacht wurden. Dementsprechend bin ich froh, dass ich euch nun eine neue Kamera vorstellen kann. Es handelt sich ebenfalls um eine Nikon Coolpix, und zwar die L27. Sie ist sei F…

Mary Kay Cosmetic - Meine Erfahrungen

Kennt ihr Mary Kay? Ich muss zugeben, dass ich davon schon mal was gehört hatte, aber ich bin nicht so der Fan von Produkten, die man auf Partys kaufen kann. Tupperware okay, aber bei Kosmetik, muss nicht sein. Nennt mich da ruhig altmodisch. Durch Zufall habe ich dann eine Kosmetikerin vor Ort kennengelernt, die für ein Vorher-Nachher-Shooting inklusive einem Foto Personen gesucht hat. Ich bin kein Schminkprofi und dachte mir, warum nicht einfach mal hin und ein paar Tipps abgucken, vielleicht eine kleine Beratung bekommen. Genutzt wurden nur Produkte aus dem Hause Mary Kay, und das Ergebnis konnte sich in der Tat sehen lassen. Ich habe mich echt einmal hübsch gefühlt, und so habe ich den Katalog samt Beratungstermin für die Produkte mit nach Hause genommen.

BERATUNG /  MARY KAY PARTY Ob ihr euch nun allene beraten lasst, oder gleich eine kleine Party veranstaltet, ist euch überlassen. Ich habe mich erst einmal alleine beraten lassen, und im Anschluss noch ein Party veranstaltet. Dort …

Storio Max 7 Zoll Tablet im Test

Ganz ehrlich, ich kann nicht nachvollziehen warum Unternehmen so mit Kinderwünschen, und Geldbeuteln von uns Eltern spielen. Es gab ja schon zu meiner Zeit oft Spielzeug, wo meine Eltern gesagt haben, das ist raus geworfenes Geld, aber so langsam begreife ich erst, warum. Wir durfte über ein Testprogramm den Storio Max 7 Zoll testen, und es tut mir leid, aber auch dieses VTech Produkt kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen, damit es bei euren Kindern unterm Weihnachtsbaum liegt, dafür müsste es stabiler laufen.

PREIS 140€
GELDGIER, PECH ODER WO LIEGT DAS PROBLEM Bevor ich auf den Storio eingehe, möchte ich auf andere technische Geräte kurz eingehen. Man nehme die früheren GameBoys, den Nintendo DS oder ähnliche Produkte. Wenig Lernspiele, aber Fehlerquote, Pleiten, Pech und Pannen minimal. Selbst beim Clempad, wo wir schon dachten durch den ständigen Reboot gar nicht so toll, hat ein Kind mehr Spaß. Wir hatten 2014 schon den Storio 3S für meinen Sohn, der ebenfalls wenig Probleme hatt…