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John Saul - Das Gott-Projekt

===Buchdaten===
Autor: John Saul
Titel: Das Gott-Projekt
Verlag: Heyne Verlag (1. Januar 1984)
ISBN-10: 3453440676
ISBN-13: 978-3453440678
Seiten: 347
Kosten: 0,01
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Medizin Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
John Saul wurde 1942 in Pasadena, USA, geboren. Nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, widmete er sich seinem Kindheitstraum. Er fing an zu schreiben und zählt inzwischen zu den bekanntesten Horror-Autoren.

===Optischer Eindruck===
Ich habe einen Sammelband. Das Cover dort ist ein Totenkopf, in dessen einem Auge ein Licht brennt. Schwarz bildet sich ein Kind ab. Gruselig und perfekt für ein Horror-Buch

===Zitierter Klappentext===
Etwas merkwürdiges passiert mit den Kindern in Eastbury, Massachusetts. Plötzlich findet man scheinbar gesunde Babies tot in ihren Bettchen. Eine kalte Furcht ergreift die Herzen aller Eltern in der Stadt, denn etwas Unerklärliches holt sich ein Kind nach dem anderen. Sally Montgomery hat gerade ihre kleine Tochter verloren. Lucy and Jim Corliss, finden nach einem erbitterten Scheidungskrieg wieder zusammen, als ihr kleiner Sohn plötzlich verschwindet. Voller Panik wartet die ganze Bevölkerung von Eastbury auf das nächste Opfer und jeder stellt sich die Frage nach dem Grund des Terrors. Doch keiner ahnt etwas von dem Gott-Projekt.. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
In Eastbury ist die Sterberate bei Kindern extrem hoch. Doch niemand bemerkt dies, bis Sallys Tochter an SIDS stirbt. Mitten im Schlaf verstorben, obwohl sie kerngesund war. Während alle sich damit abfinden, versucht Sally herauszufinden, was ihrer Tochter wirklich. Zeitgleich wird der beste Freund ihres Sohnes entführt. Niemand glaubt jedoch an eine Entführung, da er schon vor einiger Zeit abgehauen war, weil er lieber bei seinem Vater Jim leben wollte. Während sich Lucy und Sally anfreunden, finden sie nach und nach etwas heraus. Ihre Söhne, aber auch die verstorbene Julie waren kerngesund. Wunden heilen enorm schnell – binnen Minuten. Zeitgleich werden die Daten ihrer Kinder an eine Organisation übermittelt, die sich CHILD getauft hat. Das macht die Mütter neugierig, zumal sie ebenfalls herausgefunden haben, dass sie alle von ihrem Frauenarzt keine Pille, sondern die Spirale bekommen haben. Während die Frauen versuchen zu beweisen, dass da etwas nicht stimmt, muss Lucys Sohn ums Überleben kämpfen. Er wurde in ein Internat gebracht, wo Kinder regelmäßig untersucht werden und irgendwann spurlos verschwinden. Als er herausfindet, was mit solchen Kindern passiert, plant er seine Flucht und bringt damit eine Lawine ins Rollen.

===Sarahs Meinung===
Das vorliegende Buch stammt aus einer Heyne-Jubiläums Sammlung. Insgesamt bestand diese aus drei vollständigen Romanen. Nachdem mir der erste Roman nicht wirklich gefallen hat, der zweite Roman nach 20 Seiten abgebrochen wurde, lagen meine Hoffnungen an diesem Exemplar, da diese Geschichte auch der Grund für meine Ertauschung bei einer Buchbörse war.

Schon die ersten Seiten haben mich sehr berührt. Wer selbst ein 14 Monate altes Baby zu Hause hat, der hat sich erst vor einiger Zeit mit dem Thema Kindstod auseinander gesetzt. Ich selbst bin bezüglich dieses Themas noch etwas sensibler, da ein befreundetes Kind von der Frühchenstation am Kindstod verstorben war. Dementsprechend war ich sofort an das Buch gefesselt. Der unnatürliche Tod von Kindern berührt, und ich habe mich sofort mit der Protagonistin identifiziert, weil ich sicher ähnlich reagiert hätte.

Doch leider wendet sich die Thematik, denn nicht das Baby bzw. weitere Babies sind im Fokus des Buches, sondern hauptsächlich zwei große Jungen, die mir mehr als unsympathisch waren. Der Sohn von Lucy ist ein Rüpel, der für jeden Mist zu haben ist, und bei Sallys Sohn wird sogar angedeutet, dass er seine Schwester umgebracht hat. Da dieser Verdacht durch einen Test sogar bestätigt wird, mag man ihn von Anfang an nicht. In diesem Fall hilft nicht mal der Hinweis, dass die Tochter wahrscheinlich sogar eher an dem anderen Hintergrund gestorben ist.

Trotzdem diese beiden Figuren so unsympathisch sind, möchte man wissen wie das Buch weitergeht. Man liest und liest und ist sogar stellenweise gefesselt. Besonders die Beschreibungen am so genannten Internat sind besonders heftig.Zwischendurch werden diese Schilderungen von hysterischen Streitereien unterbrochen, denn jede Frau streitet sich mit ihrem männlichen Gegenstück. Und genau mit diesem hysterischen Einbauten verliert der Autor zumindest mich als Leser. Trotzdem liest man weiter, um herauszufinden, was mit den Kindern passiert. Je weiter ich vorankam, desto mehr fragte ich mich, wer den Klappentext verfasst hat, denn irgendwann wird klar, dass es sich nur um Kinder aus Easybury handelt, sondern aus den gesamten USA betrifft. Zudem sterben nicht alle, einige werden entführt und umgebracht. Was anfangs wirklich als klasse Thriller angefangen hat, wird spätestens mit dem Internat zu medizinlastig. Ich persönlich wusste nicht, dass es sich um einen Medizin-Thriller handelte und dementsprechend fand ich den Wandel nicht gerade ansprechend.

Mit all diesen Sachen kann ich mich anfreunden, weil die traurige Grundstimmung, die bei Werken, wo Kinder betroffen sind, immer entsteht. Das schlimmste ist jedoch der Schluss und hier muss ich sagen, wurde ich absolut enttäuscht. Einige wird es sicherlich interessieren, deswegen werde ich ab hier mit Spoiler arbeiten..

SPOILER
Im Grunde stellt sich heraus, dass es keine echten Kinder sind, sondern manipulierte Wesen, die fürs Militär von Bedeutung wären, einfach weil sie nicht verwundbar sind. Sie können zum Beispiel über Stromzäune klettern und empfinden es nur als ein Kitzeln. Säure, ein brennendes Auto oder gar ein tiefer Schnitt ins Gehirn – alles heilt sich von selbst. Viele der Kinder werden auf Grund dieser großen Heilkraft nur zehn Jahre alt, weil ihr Körper dann ausgelaugt ist. Die beiden Hauptfiguren hingegen werden älter und niemand weiß warum. Weil Lucy und Jim bei einem Unfall sterben, kommt ihr Sohn zu Sallys Familie. Anfangs funktioniert es super. Die Kinder verstehen sich, CHILD wird eingestellt und die Kinder werden eh bald das Zeitliche segnen. Nur die Kinder sterben nicht, und werden immer brutaler und abartiger, sodass Sally an dem Punkt ist, ihren eignen Sohn umzubringen. Sie holt sich Unterstützung beim Kinderarzt, der ihr immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Auch er sieht keinen Ausweg mehr und gibt ihnen Gift. Die Kinder injizieren es sich, aber nur um ihren Eltern zu zeigen, wir sind unbesiegbar, denn der Arzt ist auf ihrer Seite. Und genau das ist der Knackpunkt, warum er das ist, obwohl die Kinder Monster sind, wird nicht klar. Genauso wird nicht klar, warum die Kinder immer beschützt wurden, als sie für normal gehalten wurden, später jedoch als Monster betrachtet werden.
SPOILER END
Es ist ein anderes Ende als man erwartet und eigentlich mag ich überraschende Ausgänge, aber dieser wirkt irgendwo krankhaft realistisch. Am Ende fragt man sich, wie man selbst reagiert hätte und man bekommt es mit der Angst zu tun, was auch gut ist, aber man fühlt sich allein gelassen und es entsteht das Gefühl mitten in der Geschichte allein gelassen worden zu sein, dass eigentlich noch etwas hätte kommen müssen.

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