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Lillian Crott - Erzähl es niemanden!

===Buchdaten===
Autor: Lillian Crott Berthung
Titel: Erzhäl es niemanden
Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 4 (16. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832196404
ISBN-13: 978-3832196400
Seiten: 280
Kosten: 19,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Biographie
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 3 Tage

===Autor/in===
Erzählt wird das Buch von Mutter und Tochter. Daher werde ich mal auf beide eingehen.

Randi Crott, geboren 1951 in Wuppertal, ist Journalistin und arbeitet für Radio und Fernsehen. Neben der Moderation von WDR-Sendungen wie Mittagsmagazin, Montalk, Funkhausgespräche, West.art-Talk, West.art Literatur im Römer, Aktuelle Stunde, ARD-Radionacht der Hörbücher und 3 nach 9 ist sie Autorin verschiedener Filme.

Lillian Crott Berthung, geboren 1922 im nordnorwegischen Harstad. Seit 1947 lebt sie in Deutschland, wo sie auch als Übersetzerin und Dolmetscherin gearbeitet hat. 1989 veröffentlichte sie den Gedichtband ›Det var en gang et lite sted‹. Für die Tageszeitung Harstad Tidende schreibt sie Erzählungen.

(Quelle: Dumont-Verlag)

===Optischer Eindruck===
Das Cover finde ich sehr schön gewählt. Es handelt sich nämlich um ein echtes Schwarz-Weiß-Foto der Eltern. Genau so muss eine Biographie für mich sein.

===Zitierter Klappentext===
Dass sie jüdische Wurzeln hat, erfährt Randi Crott erst, als sie erwachsen ist. Und genau wie ihre Mutter 1942 soll auch sie jetzt über zwei Jahrzehnte nach dem Krieg mit niemandem darüber sprechen. Bis zum Tode des Vaters bleibt seine Geschichte verborgen. Weggepackt in alten Briefen und Dokumenten.
Mit großer Leidenschaft rekonstruiert die Autorin den Lebensweg ihrer Eltern. Er reicht von der Verfolgung der Juden in Deutschland über die deutsche Besatzung in Norwegen bis hin zu den Problemen der Vergangenheitsbewältigung nach dem Krieg. Randi Crott hat sich in einem bewegenden Buch auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie gemacht. Ohne Hitler hätte es mich nicht gegeben. Welches Gefühl ist für so einen Fall reserviert?
Ich bin auf der Welt, weil meine norwegische Mutter sich in einen deutschen Besatzungssoldaten verliebt hat. Aber es gibt noch eine andere Wahrheit, die mir lange genug verschwiegen wurde. RANDI CROTT(Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Randi Crott ist eine erwachsene Frau, als sie die ganze Wahrheit über die Liebe ihrer Eltern erfährt. Es ist eine Wahrheit über die jahrelang geschwiegen wurde, und auch noch Jahre ins Land ziehen, bevor sie in diesem Buch veröffentlicht werden. Lillian lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Norwegen, als der zweite Weltkrieg auch in Norwegen Einzug erhält. Ihr Bruder wird eingezogen, ihr Freund muss ebenfalls an die Front und als die Deutschen einmarschieren, wird es nicht besser. Die kleine Stadt wird bombardiert und trotzdem muss man mit der deutschen Besatzung klarkommen. Als ihr Vater aus Höflichkeit zwei deutsche Soldaten zu sich einlädt, kann er nicht ahnen, dass damit das Schicksal seiner Tochter besiegelt ist. Einer von ihnen ist nämlich Helmut Crott. Er verliebt sich sofort in Lillian und auch sie ist ihm nicht abgeneigt. Anfangs versucht sie sich noch dagegen zu wehren, doch irgendwann lässt sie ihren Gefühlen freien Lauf. Der Grund für diese Änderung ist ein dunkles Geheimnis in Helmuts Leben. Ein Geheimnis, dass Lillian niemanden verraten kann, um sein Leben nicht zu gefährden. Helmuts Mutter ist nämlich Jüdin und wird sogar nach Theresienstadt deportiert. Er wird als Mischling nur verschont, weil er in der Stube sitzt und so seine Briefe verschwinden lassen kann, in denen er sich zu seinen Eltern äußern muss. Sie kann es nicht mal ihren Eltern erzählen, als diese hinter ihre Liebe kommen, und sie sogar dafür verachten. Trotzdem hält Lillian an der Liebe fest, sie zieht von zu Hause aus und flieht sogar nach dem Krieg nach Deutschland, um bei ihm sein können. Aus dieser Liebe entsteht Randi, die, wie gesagt, erst spät erfährt, wie es um ihre Wurzeln wirklich bestellt ist.

===Sarahs Meinung===
Durch meine Mutter, die 1938 geboren wurde, habe ich mich von klein an für dieses historische Ereignis namens Zweiter Weltkrieg interessiert. Als Kind habe ich schon zahlreiche Bücher gelesen, wie „Damals war es Friedrich“, und auch jetzt lese ich diese Bücher immer wieder gerne. Ich bin der Meinung, man darf dieses Thema nicht unter den Tisch kehren und schon gar nicht vergessen. Ruhen lassen okay, aber nie vergessen. Trotzdem zeigt sich, dass viele neue Bücher mit diesem Thema, einfach nichts zu sagen haben, langweilig sind oder einfach nur mit wenigen Informationen noch etwas Geld verdienen wollen. So wie zum Beispiel „Der Mann, der ins KZ einbrach“. Eine Liebesgeschichte in diesen Wirren, finde ich immer schön und so musste ich dieses Buch lesen.

Das Buch ist jedoch ganz anders als ich erwartet habe. Anfang des Jahres habe ich „Jora und Knopotschka“ gelesen. Es war eine so anrührende Geschichte, die mich nicht nur zu tief berührt hat, sondern auch noch so liebevoll geschrieben war, dass man sofort den Schmerz spüren konnte. Genau das habe ich bei diesem Buch auch erwartet. Doch es ist wie gesagt komplett anders. In dieser Lektüre wird nicht gradlinig eine Geschichte erzählt, sondern sie setzt sich aus Fakten, Erinnerungen und Briefen zusammen. Es ist eine interessante und sehr anspruchsvolle Mischung, denn auch wenn die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, hat man das Gefühl ein Sachbuch zu lesen. Obwohl ich schon so viele Werke über den Zweiten Weltkrieg gelesen habe, kannte ich nur Situationen rund um Deutschland, Holland, England, Polen oder ähnliche Länder. Über Norwegen wusste ich in diesem Bezug nur wenig, und so geht es vielen Leuten. Deswegen geht dieses Buch sehr detailliert auf Angriffe, wichtige Situationen oder ähnliches ein. Dazu benutzt sie Auszüge aus zahlreichen Sachbüchern, die deutlich gekennzeichnet sind, dem Buch jedoch auch den Sachbuch-Touch verleihen. Ich finde es sehr interessant, aber gerade am Anfang geht hier die Liebesgeschichte doch ziemlich weit unter. Dies finde ich jedoch nicht weiter schlimm, denn wenn ich ein solches Buch lese, möchte ich auch etwas lernen und neues erfahren.

Allerdings gibt es einen Punkt, der mich bei dieser Umsetzung sehr störte. Es handelt sich hierbei um den roten Faden. Sprünge sind sicherlich nicht verkehrt, aber ich muss sagen, dass es schon extrem ist. Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart finde ich nicht weiter schlimm. Hätte man zum Beispiel nur Sprünge zwischen 1942, also damals, und 2010, also heute, wäre ich wunschlos glücklich gewesen. Doch hier springt die Geschichte beliebig in der Zeit. Mal befindet man sich im Juni 1942, dann 2010, dann 1939 und plötzlich ist es 1918. Es sind extreme Sprünge, die nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich sind. Man muss im Grunde den Text lesen und alle Informationen die neu hinzukommen wie ein Puzzle zusammensetzen. Dies finde ich recht anstrengend, aber ich muss auch sagen, dass man so einfach konzentrierter liest.

Die Geschichte selbst, ich rede nun von der wirklichen Liebesgeschichte in Kombination mit den Familien, ist etwas Besonderes. Man liest von Juden, die sich versteckt oder das KZ überlebt haben, von Leuten, die den Juden geholfen haben oder ähnliches. Jedoch eine Geschichte von einer sozusagen arischen Frau, die sich mit einem Mischlings-Soldaten einlässt, ist für mich neu und bietet eben ganz andere Einblicke in die damalige Zeit. Sie berührt das Herz, allerdings auf einer leicht sachlichen Basis. In dem Punkt kann ich sagen, dass mich das Buch überzeugt hat. Nichtsdestotrotz hätte ich es persönlich besser gefunden, wenn die Geschichte anders geschrieben worden wäre. Erst Lillians Weg bis zum Kennenlernen, dann Helmuts Weg bis zum Kennenlernen und dann eben der Gemeinsame. Hier hätten die Fakten ebenfalls eingebaut werden können, genauso wie die grausamen Begebenheiten rund um Helmuts Mutter. Aber jeder Autor sollte es schließlich so schreiben, wie er es möchte.

Ein Punkt sticht ebenfalls positiv hervor, und zwar ist das Buch komplett mit Fotos unterlegt. Orte, Personen und Situationen sind mit Bildern untermalt. Fotografien gehören für mich in jede gute Biographie. Diese sind zwar schwarz-weiß, recht klein und eben auf normales Seitenpapier gedruckt, aber immerhin können sie so an der passenden Stelle platziert werden. Allerdings gibt es auch hier einen Tropfen Wehmut. An einigen Stellen wird zum Beispiel von einem Foto geredet, wie zum Beispiel das Passbild von Helmut als er 18 war. Erzählt wird es, aber gezeigt leider nicht. Dabei ist der Leser doch neugierig. Das sind jedoch nur Kleinigkeiten.

Alles in allem ist es ein sehr anspruchsvolles Buch, dass neue Einblicke in ein bewegendes Thema gibt. Es ist ein Stück deutscher und norwegischer Geschichte, dass nicht vergessen werden sollte. Wer Fakten mit einem Hauch von zarter, unschuldiger Liebe vertragen kann, der sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen.

===Abschließendes Fazit===


Pro: umsetzung, Fotos, Geschichte, Fakten
Contra: viele Sprünge
Empfehlung: Ja, 4 Sterne


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