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Der kleine Hobbnix - A. R. R. R. Roberts

==Pflichtlektüre in Berlins Hauptschulen...?==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor dem Lesen===

Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Bevor mir nun jemand den Kopf wegen der '''Überschrift''' abreißt, ich habe sie nur gewählt, weil die Sprache mich an viele Kids aus Berlin erinnert. Schaut man sich Taff an ist „Alter, Krass, Disch und Co“ Standard. Ist aber nur ein kleiner Witz. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, habe ich das Buch bei einem Weihnachtswichteln im Jahre 2010 geschenkt bekommen, und da nun der Hobbit anlief, wollte ich nicht nur den Film sehen, das Buch lesen, sondern auch die Parodie endlich anfangen. Gesagt, getan.. Meine Meinung in endkrasser Ehrlichkeit nur für euch.

'''Buchdaten'''
Autor: A. R. R. R. Roberts
Titel: Der kleine Hobbnix
Taschenbuch: 270 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. Juni 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453879473
ISBN-13: 978-3453879478
Originaltitel: The Soddit.
Kosten: ab 2€ gebraucht
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Fantasy-Parodie
Niveau: trivial
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage

'''Autor/in'''
Adam Roberts ist eine der vielversprechendsten Stimmen in der neueren britischen Sci-Fi. Geboren wurde er 1965. Nach der Schule studierte er Englische Literatur in Aberdeen und Cambridge und arbeitet derzeit als Dozent an der University of London. Er ist bekannt für seine Parodien über bekannte Fantasy-Romane, wie „Der kleine Hobbit“.


'''Optischer Eindruck'''
Das Cover trifft genau meinen Geschmack. Ich liebe Comic-Zeichnungen, die zudem so schön farbenfroh gestaltet sind. Im Laden hätte ich das Buch sofort mit zur Kasse genommen. Es ist lustig und macht auch Lust das Buch zu lesen.

'''Zitierter Klappentext'''
Mit "Der kleine Hobbit" begann das größte Fantasy-Epos aller Zeiten: "Der Herr der Ringe". Doch wie der nun vorliegende Text beweist, hat uns J.R.R. Tolkien offenbar einige wesentliche Informationen vorenthalten: Denn schon einmal hat sich ein sagenhaftes Wesen auf die Suche nach dem Ring der Macht begeben – der Hobbnix Bingo Beutelsack, der eigentlich ein geruhsames Leben in seinem Erdloch führen wollte, bis eines Tages ein etwas verwirrter Zauberer an seine Tür klopfte … (Quelle: Klappentext) (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Der Hobbnix, unter sich nur liebevoll der Hoppler genannt, ist ein kleines Wesen mit verkrüppelten Arthritis-Füßen. Auch Bingo Beutelgrabscher gehört zu dieser Gattung. Tief unter der Erde ist sein verschimmeltes Reich voll Würmer, denn so schreibt es die Verordnung vor. Partyräume oder Weinkeller an die Oberfläche, damit sie besser überfallen werden können, Hobbnixe hingegen unter die Erde, um die Leiden zu verstärken. Doch wir schweifen ab. Bingo, also genauer gesagt Bingo Dietrich Beutelgrabscher, ist dementsprechend mehr als nur genervt, als seine wohlverdiente Ruhe gestört wird. Ganzalt, der schwerhörige Zauberer bittet um Einlass. Genauergesagt hat er ihn kurzerhand für ein Abenteuer eingeplant. Abenteuer? Bingo würde ihn am Liebsten vor die Türe werfen, doch diese wurde von Zwergen aus der Angel gerissen. Pralin, Qwalin, Milli, Vanilli, Mori, Ohri, Nasi, Bohri, Klön, Bifi, Bofi und Thothorin, der stotternde Zwergenkönig sind auf den Weg zum Einzigen Berg, wo der Drache Schmauch lebt. Sie wollen seinen Schatz stehlen, und brauchen dafür aber Bingo. Nach ganz viel Zureden, Alkohol und vielleicht auch einiger Drogen willigt Bingo ein, um nicht von den Zwergen getötet zu werden. Denn diese können ein nein nicht akzeptieren. Es ist ein Entschluss, den der wehleidige Bingo Beutelgrabscher schon nach wenigen Metern bereut. Unterwegs lauern zahlreiche Gefahren. Trolle in Frauenkleidung, Feige Elfen, ein philosophierender Schmollum oder bayrische Bierbrauer. Das nicht alle ihre Freunde sind, dürfte klar sein, obwohl er eigentlich den philosophierenden Schmollum echt cool findet, denn der löst seine Rätsel nicht und geschenkt ihm sogar ein Dingda mit TM. Ein Dingsda mit TM, dass im Schicksal ihrer Truppe die entscheidende Rolle spielt. Von Ganzalt brauchen sie schließen keine Hilfe zu erwarten, denn der hustet oder schläft vor sich hin. Doch der scheintote Ganzalt muss unbedingt dabei sein, wenn sie das „Gold“ finden, sagen die Zwerge. Bingo fängt jedoch an zu zweifeln, und zwar genau, als sie den Einzigen Berg und somit den allseits gefürchteten Drachen Schmauch erreichen. Bleibt nur zu hoffen, dass das krasse Dingsda mit TM auch seinen Zweck erfüllt und das Schicksal nicht abändert.

'''Sarahs Meinung'''
Parodien gehören heute einfach dazu. Viele große literarische Werke oder Filme mussten daran schon glauben. Man nehme nur „Scream“. Doch auch Tolkien bleibt nicht verschont. All das, was er in seiner poetischen Sprache über den Hobbit Bilbo Beutlin erzählt hat, wird mit dieser Parodie endlich richtig gestellt.

Schon das Cover stimmt perfekt auf die Parodie ein, und ein Blick auf die Karte von Obermittelerde, die gleich zu Beginn des Buches zu sehen ist, sorgt für so manchen Lacher. „Brechtal“, „Oben ohne“, „Unten ohne“ „Ein einziger Baum“, „Noch zwei Bäume“, „Ballermann“ oder gar „Ähm, Tja, Also“. Lustiger geht es bei den Bezeichnungen der Karte gar nicht. Nutzt dies schon einmal, eure Lachmuskulatur aufzuwärmen, denn so wie es begonnen hat, geht es auch weiter. Naja, zumindest am Anfang. Da wären zum Beispiel die Zwerge, die an die Assi-Jugend erinnert. Ihr wisst nicht was ich mein... Gut.. „ Hey, wenn du dann net da sein tust, bist du krasser Todfeind von uns Zwerge und wir jagen disch und machen disch kalt, du Abschaum hey!“(Zitat S. 38) oder auch die französischen Trolle in Frauenkleidung sorgen für anfängliche Freudentränen in den Augen. Doch leider werden die Begeisterungsschübe immer schwächer und man muss schon mit sich kämpfen, wenn man die Mundwinkel nach oben bekommen möchte. Das liegt nicht daran, dass der Autor kein Talent hat oder seine Pointen und Anspielungen schon zu Beginn verschießt. Es liegt viel mehr daran, dass es zum einen immer mehr wird, und zum anderen, dass es zumindest mich einfach nur noch genervt hat. Aber es ist nicht nur die ständige Assi-Sprache, der man überdrüssig wird. Im Buch lässt sich fast keine Seite lesen, ohne dass man von den Worten erschlagen wird.Übrigens ist sprachtechnisch alles vertreten, was Rang und Namen hat. Assi-Sprache, Barzi-Dialekt, französische Anhauchungen oder rappige Texte. Fehlt nur noch der Chinaman und obligatorische Nix verstehen Mensch, und alles wäre vollständig. Schauen okay, aber lesen ist in diesem Fall sehr anstrengend. Im Grunde ist es auch die ständige Wiederholung in so manch anderen Bereichen. Ganzalts Taubheit ist nur ein kleines Beispiel. Auch die Rätsel bei Schollum sind unterstes Niveau und waren auch der Punkt, wo ich zum ersten Mal nicht gelacht, sondern eher den Kopf geschüttelt habe, denn eins der Rätsel ist der Zungenbrecher Fischers Fritze...All das was mich die ersten 100 Seiten wirklich noch amüsiert hat, empfand ich später als negativ.

Die Geschichte selbst folgt linear dem Vorbild vom „kleinen Hobbit“. Ich selbst habe gerade erst „Der Hobbit“ gelesen und ich kann euch nicht empfehlen, die Werke direkt hintereinander zu lesen. Oft mache ich dies gern, um direkter und besser vergleichen zu können. Doch der sehr ähnliche Inhalt kombiniert mit den negativen Gedanken zum Ende hin, wirken sich nicht unbedingt positiv auf die Leselust aus. Glücklicherweise bin ich in diesem Punkt sehr ausdauernd. Andere Leser hätten sicherlich abgebrochen. Dementsprechend war ich auch nicht enttäuscht, als das Buch mich am Schluss gar nicht mehr überzeugen konnte. Man kann im Grunde sagen, dass die Parodie ihren Höhepunkt am Anfang erlebt hat, wo es die Leser noch mitreißen konnte.

Trotzdem ist das Buch nicht schlecht. Es ist eine schöne Parodie, die sicherlich um Längen besser gewesen wäre, wenn auf andere Jokes, Pointen und weniger Assi-Sprache gesetzt worden wäre. Auch hätte in meinen Augen gerne die Werbung auf den letzten, sagen wir 20 Seiten, ja auch ich kann übertreiben, weggelassen werden dürfen. Zu viel Werbung stinkt.

Alles in allem ist es ein nettes Buch, dass besonders am Anfang die Lachmuskulatur bis zum Muskelkater vorantreibt, Taschentücherberge entstehen lässt und große Freude bereitet. Dass es aber der Mitte nachlässt, muss man einfach hinnehmen. Manchmal ist weniger mehr. Übrigens fände ich es lustig, wenn ein solches Werk mal in Schulen durchgenommen werden würde, wo diese Sprache an der Tagesordnung steht, denn dann würden die Kids vielleicht auch merken, wie assi oder anstrengend das ist. Andere würden so vielleicht generell mal ein Buch lesen. Nur mal als Tipp für lesende Lehrer.
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