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John Cheever - Willkommen in Falconer

===Buchdaten===
Autor: John Cheever
Titel: Willkommen in Falconer
Gebundene Ausgabe: 223 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1 (22. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832180699
ISBN-13: 978-3832180690
Originaltitel: Falconer
Kosten: 19,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Drama
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1 Tag


===Autor/in===
John Cheever wurde 1912 in Quincy geboren und verstarb 1982. Er gilt als einer der Innovation der amerikanischen Erzählkunst. Seine Romane sind ein unverkennbarer Mix Parodie, Satire und treuherzigen Bericht. Insbesondere lag sein Augenmerk auf der Ostküstenelite. In Deutschland sind nur wenige seiner Werke bekannt bzw. veröffentlicht worden. Das vorliegende Werk wird von vielen Kritikern als eine versteckte Biografie anerkannt.

===Optischer Eindruck===
Das schwarz-weiße Cover stellt ein altes Gefängnis in den fünfziger, sechziger Jahren dar. Es gefällt mir sehr gut und in diesem Fall hat es sogar den Ausschlag gegeben, dass ich das Buch lesen wollte. Es passt einfach zum Inhalt und hätte meinen Augen nicht besser gewählt werden können.

===Zitierter Klappentext===
Ezekiel Farragut erlebt die Hölle auf Erden: Der drogensüchtige Universitätsdozent kommt ins Gefängnis Falconer, nachdem er mit einem Schürhaken seinen Bruder erschlagen hat. Wer aber von ihnen war Kain? Wer Abel? In der brutalen, trostlosen Gefängniswelt erlebt Farragut unerwartet eine intensive Liebe zu einem Mitgefangenen. Er lässt seine Ehe und Kindheit Revue passieren und erkennt, wie umfassend seine Unfreiheit ist und schon immer war. Bald hat er nur noch einen Gedanken: Flucht. Falconer ist der Roman eines Süchtigen, der die Drogenabhängigkeit und die Schranken der Strafanstalt hinter sich lässt. Ein bewegendes Buch, drastisch, ironisch und doch von lebenskluger Heiterkeit. John Cheever, der einige Jahre im Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing unterrichtete, zeichnet in Willkommen in Falconer das facettenreiche, ungeschönte Porträt eines Menschen, der den Wert seines Lebens erst zu schätzen weiß, als er es zu verlieren droht.(Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Willkommen-Falconer-John-Cheever/dp/3832180699/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&qid=1356946070&sr=8-1-spell

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Ezekiel Farragut, der von allen Farragut gennant wird, wurde verurteilt weil er seinen Bruder im Drogenrausch mit dem Schülerhaken erschlagen hat. Er selbst behauptet unschuldig zu sein, denn an diesem Abend war sein Bruder ebenfalls betrunken, und ist deswegen bei dem Angriff schlecht ausgewichen, gestürzt und unglücklich mit dem Kopf aufgeschlagen. Zumal ein Streit vorausging, erwartete er eine milde Strafe. Das Gericht sieht das anders und verurteilt ihn. Nicht zu Tode, aber zu einer hohen Haftstrafe. Er kommt in das Gefängnis Falconer in den Block F. Es ist ein halbwegs ruhiger Block und er findet auch schnell Anschluss. Als drogensüchtige Universitätsdozent ist diese Welt jedoch ein regelrechter Schock für ihn. Streunende Katzen, die im Gefängnis Alltag sind, werden zu Brei geschlagen, während ihrer Freunde das Blut der getöteten Katzen trinken; ein kleines Vergehen reicht aus um seine Methadondosis nicht zu erhalten und auch die Übergriffe von anderen Gefangenen zeigen ihm, das freie Menschen ihre Freiheit nicht zu schätzen wissen. Er versucht sich zu erhängen und wird sogar vom stellvertretenden Gefängnisdirektor brutal zusammengeschlagen. Die Zeit im Gefängnis bietet ihm jeoch auch viel Gelegenheit über all die Dinge in der Vergangenheit nachzudenken. So lässt er seine gescheiterte Ehe, bei der seine Frau ihn mit anderen Frauen betrügt, und seine Kindheit Revue passieren. Ihm wird klar, dass er nie wirklich frei war. Erst als er eine Liebesbeziehung mit einem anderen Gefangenen anfängt, fühlt er sich zum ersten Mal wirklich frei und glücklich.

===Sarahs Meinung===
Das Thema „Gefängnis“ ist ein sehr interessantes und beliebtes Thema. Für Außenstehende ist der Alltag in einem Gefängnis zwar durch zahlreiche TV Sendungen, Dokumentationen oder Berichte anschaulicher, aber trotzdem unverständlich. Vielleicht interessieren sich deswegen so viele Menschen für das Leben hinter Gittern. Auch ich finde dieses Thema faszinierend, sodass mich das Buch sofort angesprochen hatte. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mir manchmal nicht sicher war, was ich von diesem Buch halten soll. Von der Grundidee dachte ich, dass es sich um eine Biografie handeln müsse. Da solche Sachen jedoch immer im Klappentext erwähnt werden, ging ich davon aus, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelte. Ich muss zugeben, dass genau dieser Reiz, nicht zu wissen welches schon mal dieses Buch nun eigentlich ist, die Lust auf das Buch selbst noch steigerte.

In dem Buch selbst gibt es ein Nachwort von dem Übersetzer, welches ich jedoch vorab gelesen habe. Dies kann ich wirklich jedem empfehlen, denn man erfährt einiges über das Buch. So habe ich auch erfahren, dass dieses Buch schon einmal ins Deutsche übersetzt wurde, allerdings so schlecht, dass es floppte. Der neue Übersetzer fand jedoch, dass der amerikanische Klassiker genügend Potenzial bietet, sofern man das Original vernünftig übersetzt. Ebenfalls erwähnt dieser Übersetzer, dass es sich um eine indirekte Biografie des eigentlichen Autors handelt. Dieser war nämlich in seiner Ehe sehr unglücklich, hatte Probleme mit Drogen und Alkohol, und heimliche Fantasien Homosexueller Art. Sind Informationen, die ich persönlich lieber in ein Vorwort gepackt hätte. Kommen wir nun endlich zum eigentlichen Inhalt des Buches.

Der Einstieg in die fiktive Geschichte beginnt mit der Fahrt nach Falconer. Warum Farragut ins Gefängnis musste, weiß der Leser zwar durch die Klappentext, die genauen Hintergründe gibt es jedoch erst im Verlauf der Geschichte. So ist diesem Gefängnis kommt recht blass und für mich auch fremd. Dadurch versucht der Autor seine Leser zum einen zu fesseln, indem er vieles erst später aufklärt, und zum anderen zeigt er den wahren Farragut, denn im Gefängnis muss auch dieser sich neu kennen lernen. Nach und nach lernt der Leser den neuen, aber auch den alten Menschen kennen. Er ist leicht gestrickt, aber nicht unbedingt eine Figur mit der man sich identifizieren kann. Für mich ist er eine intelligente Persönlichkeit, die jedoch die Realität nicht akzeptieren kann, und nur unter Drogen das Gefühl hat zu leben. Die Gründe hierfür liegen in seiner Ehe, aber auch in seiner Kindheit. Mit immer neuen Einwürfen voller Einführungen setzt sich das Bild zusammen. In meinen Augen ist es ein Bild von einem Menschen der alles andere als stark ist. Seine Frau betrügt ihn ständig und er nimmt es einfach. Auf sein Vater hat ihn nie wirklich gewollt geschweige denn geliebt. Kein Wunder, dass aus ihm ein solcher Mensch geworden ist. Während diese Erlebnisse der tiefgründig, bewegend und schockierend sind treffen sie auf ein brutales Gefängnisleben.

Der Gefängnisalltag wird auf poetische, berührende, dramatische und trotzdem brutal, ehrliche Art geschildert. Es sind nur Happen, die dem Leser hingeworfen werden. Man sollte also keinen detaillierten Tagesablauf erwarten, sondern nur Erlebnisse, die für Falconer und für Farragut normal waren. Wie zum Beispiel die Ermordung der Katzen. Es sind brutale Beschreibungen, die jeden Menschen, der auch nur etwas Tierliebe in sich hat, das Herz schwer machen. Aber auch die anderen Schilderungen, wie zum Beispiel die kurze Zeit, wenn sich das Methadon verspätet oder ähnliches. Diese Beschreibungen sind so realistisch, dass man es mit der Angst zu tun bekommt. Zumal es in einer Zeit spielt, die für viele Leser zu einer unbekannten Vergangenheit gehört, da sie viel später geboren wurden.

Trotzdem merkt man deutlich, dass es sich um die eigenen Gefühle, Gedanken und Wünsche des Autors handelt. Das hätte man sowohl mit als auch ohne die Kenntnis des Nachwortes erkannt. Es ist jedoch auch beängstigend, was für Fantasien Cheever einbaut. Deswegen ist es wichtig, dass genau wird, um auch zu erkennen, welche Dinge Cheever aus seinen eigenen Wünschen eingebaut hat. Vieles ist so versteckt, dass man es gar nicht merkt.

Auf der einen Seite interessant, aber ich empfand es stellenweise auch unter der Gürtellinie, wie zum Beispiel die grausame Ermordung der Katzen. Aber auch die „Verharmlosung“ von Drogen finde ich nicht unbedingt gut. Zudem habe ich persönlich einfach mehr Gefängnisalltag erwartet. Man merkt hier, dass der Autor, zwar selbst mal in einem Gefängnis gearbeitet, aber eben nicht den Alltag als Wärter oder Gefangener wirklich erlebt hat. Nichtsdestotrotz ist es ein wertvolles Buch. Ob diese Übersetzung allerdings besser, als die erste kann ich nicht sagen. Mir gefällt zwar hier der direkte und knappe Stil, aber mir fehlt leider der Vergleich. Alles in allem ist es ein nettes Buch, dass man Lesen kann, aber in meinen Augen kein Klassiker, den man unbedingt kennen muss. Auf Grund seines Inhalts und Stils jedoch ein Buch, dass man gut und gerne im Deutsch Unterricht behandeln kann. Es bietet viel Diskussionsmaterial und dürfte mit einigen Passagen auch die fast einschlafenden Schüler wecken und interessieren.

===Abschließendes Fazit===


Pro: Sprache, Idee
Contra: kein wirklicher Gefängnisalltag, manchmal sehr eklig
Empfehlung: Ja 4 Sterne



~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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