Art Buchwald - Ein Geschenk für den Boß

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor dem Lesen===

Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Obwohl das Buch schon recht alt ist, verspricht es seichte Unterhaltung, die in Richtung „Der Pate“ geht. Eigentlich wollte ich es mir aufheben, aber da ich für eine Lese-Challenge ein Buch in den Farben des HSV lesen musste, habe ich mich hierfür entschieden. Es hat zwar neben schwarz, blau und weiß auch noch etwas Buntes, aber die Farben dominieren.

'''Buchdaten'''
Autor: Art Buchwald
Titel: Ein Geschenk für den Boß
Originaltitel: -
Verlag: Bertelsmann
Erschienen: 1961
ASIN: B002BL5BWS
Seiten: 316

Kosten: 0,01@ geraucht
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Erzählung
Niveau: leicht
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage


'''Autor/in'''

Arthur „Art“ Buchwald (* 20. Oktober 1925 in Mount Vernon, New York, USA; † 17. Januar 2007 in Washington D.C.) war ein US-amerikanischer Publizist und Humorist.

'''Optischer Eindruck'''
Es ist eine italienische Stadt zu sehen und eine Frau. Es passt also zum Inhalt und ist recht hübsch anzusehen. Sicherlich nicht unbedingt modern, aber das Buch hat auch schon seine Jahre auf dem Buckel.

'''Zitierter Klappentext'''
ohne Schutzumschlag, Leineneinband am Buchrücken etwas ausgeblichen
Was kann man einem Gangsterboss schenken, wenn er mal kurz ausser Landes muss? Eine Frau zum Beispiel. Jedenfalls meinen die Boys von Frank Bartlett, dass das für ihren Boss genau das richtige Geschenk wäre.
Aber Bartlett ist so verärgert, weil man ihn in sein Geburtsland Italien zurückschafft, dass er von der attraktiven Karen kaum Notiz nimmt. Vielleicht ist er ja der Ansicht, dass man sich Frauen selbst aussucht. Zu Überheblichkeit hat er jedenfalls keinen Grund, denn nun geht es ihm, mit Verlaub gesagt, immer dreckiger. Nicht nur, dass man ihn (einen Mann mit seinen "Fähigkeiten"!) in ein finsteres La Coma deportiert, das sein Geburtsort sein soll, man nimmt ihm auch die Hoffnung, dass er jemals wieder ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zurück darf. Schliesslich erlebt er noch die Schmach, dass ihn Siziliens Gangsterboss Mondello gegen hohes Lösegeld entführt, und als er sein arg ramponiertes Konto beim Zigaretteenschmuggel aufbessern will, wird er erwischt und ist erledigt. Doch immer noch ist Karen um ihn, und sie ist sich inzwischen klar darüber, dass sie Bartlett liebt, und möchte ihm natürlich auch helfen. Aber Pete, ein Reporter, der eigens aus Amerika mitgekommen ist, um die weiteren Unternehmungen Bartletts zu verfolgen, stiftet neue Verwirrung, denn dieser Pete liebt Karen...
Eine interessante Geschichte also. Und man verrät nicht viel, wenn man sagt, dass sie mit einem Happy-End ausgeht. Sicher ist nur, dass der Leser an ihr bis zur letzten Zeile sein Vergnügen haben wird.(Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Bartlett gehört zu den Größen in den USA, die sich auf Schmiergeschäfte spezialisiert haben. Doch nun soll er ausgewiesen werden. Er hat die Wahl nach Italien, seinem Geburtsland, zu gehen oder ins Gefängnis. Sein gieriger Anwalt rät ihm das Land vorläufig zu verlassen, bis er in Revision gehen kann. Begleitet wird Bartlett von seinem treuen Diener William, dem Zeitungsreporter Peter und einer Frau namens Karen. Auf Karen hätte er gut verzichten können, denn sie ist so gar nicht sein Geschmack, aber seine Jungs haben sie ihm nun mal geschenkt und da muss er es akzeptieren. Doch statt eines entspannten Italien-Aufenthaltes erwartet ihn nur Ärger. Er muss in seinen Geburtsort, wird von der Mafia erpresst und sogar entführt. Zu allem Überfluss muss er nun auch noch herausfinden, dass sein Anwalt die Konten geplündert hat. Schlimmer kann es nicht mehr kommen. In Bartletts Fall schon. Er verliebt sich zum ersten Mal und seine Gefühle werden erwidert, doch weiß er, dass er diese Frau nie heiraten kann, wenn er sie nicht ins Unglück stürzen will. Schließlich muss er in Italien eine neue Existenz aufbauen und das einzige was er kann, ist eben Schmuggeln, Betrügen und Spielen.

'''Sarahs Meinung'''
Gerade alte Bücher haben ihren Reiz. Ich gebe zu, dass viele sehr langweilig sind und besonders durch einen negativen Stil hervorstechen. Glücklicherweise gibt es aber auch Bücher, die eine seichte Unterhaltung abseits von roher Gewalt, Blut, Sex und Co bieten. Genau solche Werke mag ich ab und an gerne. „Ein Geschenk für den Boß“ ist ein solches Exemplar.

Der Inhalt klang vielversprechend, die Umsetzung des Klappentextes war jedoch ein Graus. Langweiliger kann man ein Buch gar nicht beschreiben. Im Grunde hatte ich das Gefühl einen Inhaltsangabe von mir zu lesen. Ich weiß nämlich auch nie, wie ich es spannend verpacken soll.

Der Stil im Buch selbst ist jedoch ansprechend. Er ist zeitlos, schlicht, lebendig und erzählend. Statt massiger Details wird auf wenige, dafür wichtige gesetzt, sodass man nicht mit unwichtigen Details verwirrt wird.

Die Figuren sind sehr lebendig und authentisch gestaltet. Geschrieben wird aus der Ich-Perspektive von Peter, der den Gangsterboss Bartlett begleitet. Alle Figuren sind so beschrieben, dass man sie trotz negativer Eigenschaften ins Herz schließen muss. Mit Bartlett ist dem Autoren ein wirklich sympathischer Boss gelungen. Das trifft auf alle männlichen Figuren zu. Diese haben Charakter und sind sehr gut gelungen. Lediglich bei Karen, der weiblichen Hauptfigur hatte ich das Gefühl, dass ich keine wirkliche Bindung aufbauen konnte. Sie regt sich auf, ist in der nächsten Minute glücklich, möchte dann plötzlich nur noch italienisch reden, und die Gründe sind einfach nicht deutlich.

Trotz der schwächelnden, fremden Karen kommt die Geschichte schnell in Fahrt. Damit meine ich keine Action oder übertriebene Spannung, sondern es ist vom ersten Augenblick unterhaltsam. Die Seiten fliegen nur so an einem vorbei. Sicherlich passiert nicht wirklich etwas spannendes. Zwar geschehen Erpressungen und auch eine Entführung, aber diese werden eher humorvoll beschrieben. Und genau das macht den Reiz des Buches aus. Man muss sich nicht groß konzentrieren, sich nicht viel merken und kann einfach nur genießen.

'''Abschließendes Fazit'''


Pro: Stil, männliche Figuren, seichte Unterhaltung
Contra: Karen ist ehr blass
Empfehlung: Ja 4 Sterne



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© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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1 Kommentar:

  1. Schönes farbenfrohes Cover. Extra lesen hättest Du es nicht müssen, zeigen hätte auch gereicht. :-) Aber so ist der SuB wieder geschrumpft, auch gut.

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