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Lesley Pearse - Echo glücklicher Tage


===Buchdaten===
Autor: Lesley Pearse
Titel: Echo glücklicher Tage

Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (16. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340416640X
ISBN-13: 978-3404166404
Originaltitel: Gypsy

Kosten: 8,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Historisch
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer:
2 Tage


===Autor/in===
Lesley Pearse wurde in Rochester, Kent, geboren und lebt mit ihrer Familie in Bristol. Ihre Romane belegen in England regelmäßig die ersten Plätze der Bestsellerlisten. Neben dem Schreiben engagiert sie sich intensiv für die Bedürfnisse von Frauen und Kindern und ist Präsidentin für den Bereich Bath und West Wiltshire des Britischen Kinderschutzbundes. (Quelle: Bastei Lübbe)

===Optischer Eindruck===
Berge, ein See und das im rötlichen Licht des Sonnenuntergangs – in meinen Augen ein idyllisches Bild, das perfekt passt und mich auf das Buch neugierig gemacht hat.

===Zitierter Klappentext===
Liverpool 1893. Durch tragische Umstände zu Waisen geworden, sind die junge Beth und ihr Bruder Sam plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Wie so viele ihrer Landsleute setzen sie alle Hoffnungen in das ferne, Glück verheißende Amerika und wagen die Passage. Schnell finden sie zwei treue Gefährten, und besonders der charmante Theo lässt Beths Herz höher schlagen. Doch in New York erwartet die Freunde ein erbarmungsloser Überlebenskampf. Erst Gerüchte über große Goldfunde in Alaska geben ihnen neue Hoffnung - und sie machen sich erneut auf die Reise … (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Echo-glücklicher-Tage-Lesley-Pearse/dp/340416640X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1354296975&sr=8-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Liverpool 1893: Beth ist 15 und ihr Bruder Sam 16, als ihr Vater urplötzlich Selbstmord begeht. Zehn Monate später ist auch ihre Mutter unter der Erde. Sie hat die Geburt des Babys nicht überlebt. Am Sterbebett weiht sie die Kinder in die Hintergründe des Selbstmordes ihres Vaters ein. Sie hatte eine Affäre und wurde schwanger, er wollte ihr nicht im Weg stehen. Obwohl sie das Kind eigentlich am Liebsten weggeben würden, behalten sie es, und Leben lieber an der Armutsgrenze. Ein Feuer sorgt für zusätzliche Schwierigkeiten. Doch sie haben Glück und dürfen bei der Chefin von Beth einziehen. Mit der Zeit gewinnt diese die kleine Molly so lieb, dass sie den beiden vorschlägt, diese zu adoptieren. Für Beth und Sam ist damit der Weg in die USA frei. Schweren Herzens machen sich die beiden auf den Weg nach New York. Unterwegs Freunde Sie sich mit Jack, einem armen Arbeiter, an. Zeitgleich lernt Beth den reichen Mann Theo kennen. In New York angekommen finden sie dank Jack einen Job in einer Bar. Sam arbeitet als Barkeeper und Beth verdient ihr Geld als Musikerin. Mit ihrer Geige verzaubert sie die Menschen in der Kneipe. Obwohl sie nicht viel Geld verdienen, haben sie ihren Spaß. Am Anfang trifft sich im Beth regelmäßig mit Jack, doch als Theo wieder in ihr Leben tritt, merkt sie, dass Jack einfach ein armer Schlucker ist. Die Dinger überschlagen sich, als Beth entführt wird, um ihrem Chef eins auszuwischen. Jack und die anderen können sie zwar retten, müssen jedoch überstürzt die Stadt verlassen. Auch in der nächsten Stadt ist ihnen das Glück nicht hold. Anfangs hätte es nicht besser laufen können, denn Beth findet erneut einen Job als Geigerin eine Freundin in ihrer neuen Hausmutter und auch ihr Bruder und Jack sind mit ihrem Job glücklich. Doch als Theo, der als Pokerspieler sein Geld verdient, falsch spielt, eskaliert die Situation und fern der eingreift, tötet versehentlich den anderen. Erneut müssen sie die Stadt verlassen und ihr Weg führt sie diesmal nach Kanada. Auch hier leben sie wieder am Existenzminimum. Beth, die inzwischen von Theo schwanger ist, verliert dadurch ihr Baby. Doch statt Theo ist wieder mal nur Jack für sie da. Als sie vom Goldrausch in Alaska hören, beschließen die vier Kanada mit den schlechten Erlebnissen hinter sich zu lassen, und ihr Glück in Alaska zu versuchen. Doch auch hier kommen sie nicht zur Ruhe. Theo betrügt sie, Molly verstirbt an einer Lungenentzündung und Sam ertrinkt in einem wilden Fluss. Für Beth bricht eine Welt zusammen und erneut muss sie versuchen Schicksalsschläge zu überwinden.

===Sarahs Meinung===
Lesley Pearse ist eine Autoren von der ich schon ein Buch gelesen habe. Dieses hat mir damals ausgesprochen gut gefallen. Dementsprechend habe ich mich sehr gefreut, als mir meine Mutter auch dieses Exemplar überlassen hat. Voller Vorfreude habe ich mich ans Lesen gemacht, denn in meiner Erinnerung war das andere Buch leicht und trotzdem bewegend gewesen. Genau das, was sich in diesem Moment gebraucht habe.

Auch diesmal erwartet den Leser kein triviales Buch. Während d die Lektüre „Das helle Licht der Sehnsucht“ sich mit der Problematik von Heimkindern der fünfziger sechziger Jahre in England und Australien auseinandergesetzt hat, geht es diesmal auch übers Meer, aber nach Amerika. Dort greift die Autoren die Problematik der Einwanderer von damals auf. Viele von ihnen hatten den Traum vom großen Glück in Amerika. Die Realität zeigte ich jedoch, das auch dort nicht alles Gold, was glänzt. Hierbei setzt die Autoren auf zwei Jugendliche. Während Sam eher der abenteuerliche Typen ist, wird einem Beth eher als selbstbewusste Träumerin dargestellt. Beide Protagonisten waren mir von Anfang an sympathisch. Sie werden klar und deutlich dargestellt und ihre Handlungen, Emotionen und Gedanken sind sofort nachvollziehbar. Aus diesem Grund kann ich den gewählten Einstieg der Autoren wieder sehr gut. Das lag auch daran, dass ich es der faszinierend fand, dass England Ende des 19. Jahrhunderts so detailliert geschildert zukommen. Nicht nur die Figuren oder das Land selber sondern auch die ganzen Schauplätze, Situationen und Lebensumstände wurden in meinen Augen sehr authentisch umgesetzt. Es entsteht ein klares Bild, das sich ideal als Kopfkino umsetzt.

Schade fand ich hier, dass die Autoren leider einen sehr langen Einstieg ausgewählt hat. Im Klappentext wird von der Reise nach Alaska berichtet so dass ich mich eigentlich schon drauf eingestellt hatte, diese recht zügig mitzuerleben. Stattdessen wird der Leser erst ab Seite 100 überhaupt auf die Fahrt nach Amerika mitgenommen. Alaska selbst folgt erst viel später. Nichts desto trotz ist das Buch nicht langweilig, sondern kann durch anschauliche und spannende Erlebnisse immer wieder brillieren. Obwohl man weiß, wie die Geschichte verlaufen wird, ist es schön die unterschiedlichen Charaktere während ihrer Entwicklung zu verfolgen. Zudem sind die Schicksalsschläge, die die Freunde erleben, in meinen Augen passend ausgewählt. Es wird ein harter Kampf ums Überleben, den Wunsch nach Liebe, einer Familie und Reichtum. Dabei wird aufgezeigt, dass jeder es auf seine Art und Weise probiert. Theo zum Beispiel versucht sein Glück mit illegalen Glücksspiel, während seine Freunde versuchen auf legale Art und Weise ihr Glück zu finden. Die schwere Arbeitsmarktlage, die Slums, sowie die leicht käuflichen Mädchen gehören genauso dazu, wie Schlägereien, lustige und romantische Abende.

Trotzdem freute ich mich, als das Buch endlich an den Punkt kam, wo die Reise nach Alaska begann. Bis hierhin wiederholt sich das Buch leider doch recht doll. Es sind zwar nur Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Begeisterung für die Auftritte von Beth oder das falsche Spiel von Theo, aber mit der Zeit wünscht man sich schon etwas Abwechslung. In Alaska kommt diese zwar auch nur bedingt, denn auch hier muss einen Job gefunden werden, aber es ist zumindest ein Anfang. Genau genommen ist es der Anfang vom Ende, denn nach und nach verschwinden alle wichtigen Charaktere, die meinem Buch kennen gelernt hat. Im Grunde könnte man hier schon aufhören, den jeder geübte Leser weiß sofort, wie das Buch enden wird. Obwohl hier keine überraschende Wendung eingebaut wird, ausgenommen von dem Versuch noch eine letzte Spannung aufzubauen, ist es der Autoren trotzdem gelungen einen authentischen Schluss zu verfassen. Hier muss ich sagen, dass ich zumindest einmal den Kopf geschüttelt habe. Der Grund dafür liegt im Verhalten von Beth, denn sie macht wieder einen Fehler, den sie schon in Kanada bereut hat. Dass damit das Buch auch noch ändert, finde ich zwar nicht schlecht, aber erregt zumindest bei mir ein Kopf schütteln.

Generell ist diese Geschichte nicht nur authentisch, sondern auch etwas fürs Herz. Am braucht jedoch keine Angst haben, dass die Geschichte kitschig oder auf Mitleid aus ist. Es ist eine schöne, bewegende Geschichte, die eine Zeit darstellt, an die sich kaum einer noch erinnern kann. Die es in meinen Augen sehr gut recherchiert und könnte sogar teilweise als Biografie durchgehen, wenn man nicht wüsste das es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Für mich beinhaltet diese Lektüre alles, was ein gutes Buch ausmacht. Abenteuer, Herzschmerz, Romantik, Spannung, Gefahr und Authentizität. Aus diesem Grund kann ich das Buch auch jeden empfehlen, selbst wenn vieles durch die Klappentext verraten wird, und sich viele Punkte leider Gottes wiederholen. Schließlich konnte ich es nur schwer aus der Hand legen. Trotzdem hätte das Buch gut und gerne 150-200 Seiten kürzer sein dürfen....

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