Herrgottschrofen / Marc Ritter

Irgendwie meinen es die Verlage in letzter Zeit sehr gut mit mir, denn auch dieses kam plötzlich bei mir ins Haus geflattert. Obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, war ich schon neugierig. Allerdings waren die ersten Gedanken von meinem Mann auch die meinen: Das wird schwer werden, bei all dem ausländisch. Im Ernst, bei einem bayrischen Titel und einem bayrischen Schauplatz, darf man viel bayrische erwarten. Vieles verstehe ich durch meine früheren Urlaube, aber doch nicht alles..
Quelle: Marcritter.de

'''Buchdaten'''
Autor: Marc Ritter
Titel: Herrgottschrofen
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (12. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492301096
ISBN-13: 978-3492301091
Kosten: 9,99€
Serie: Hartinger

'''Leseinformationen'''
Genre: Krimi
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 3 Tage


'''Autor/in'''
Marc Ritter, geboren 1967 in München, wuchs in Garmisch-Partenkirchen auf, wo er nach dem Abitur Zivildienst machte und für eine Garmisch-Partenkirchner Lokalzeitung über Politik, Sport und Nachtleben berichtete. Zum Studium von Germanistik, Politikwissenschaften und Werbepsychologie sowie einer Marketingausbildung kehrte er nach München zurück. Ritter arbeitete als Manager für große deutsche und amerikanische Print- und Online-Medien und ist seit mehreren Jahren als Unternehmensberater tätig. Er wohnt mit seiner Familie in München. (Quelle: Amazon)

'''Optischer Eindruck'''
Das Cover ist typisch bayrisch. Lederhose, rot-weiß-kariertes Hemd und in der Brille spiegelt sich ein Fotograf. Es sieht echt schön aus, gerade wegen dem Brillen-Highlight.

'''Zitierter Klappentext'''
»Kreizkruzifix, Depp, schau, dass d’weiterkommst!«, schallt es dem Hartinger entgegen, als er beim Joggen in der Nähe des Felsens Herrgottschrofen unvermutet auf eine Baustelle stößt. Hier soll ein Tunnel gebaut werden, erklärt ihm der Baggerführer. Nur dumm, dass der findige Journalist gleich einen Knochen im Baggerloch entdeckt, der ziemlich menschlich wirkt. Schon bald steht fest: Das Boandl gehört zum Skelett einer Frau, die offenbar keines natürlichen Todes starb … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Herrgottschrofen-Kriminalroman-Marc-Ritter/dp/3492301096/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1363962334&sr=1-1

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

'''Sarahs Meinung'''
Bayrische Krimis sind schon so eine Sache. Ich liebe Bayern und habe auch keine Probleme mit dem Dialekt, aber zu lesen ist doch etwas anderes, als ab und an mal in den Urlaub zu fahren. Hier kommt es stets auf die Umsetzung an, ob mich das Buch anspricht oder nicht. Bei diesem Buch kommt jedoch hinzu, dass es sich um einen zweiten Teil einer Krimi-Reihe handelt, wo mir der erste Band leider völlig fremd ist. Das macht die ganze Sache in meinen Augen noch eine Spur komplizierter. Aber ich liebe Herausforderungen und dementsprechend habe ich mich ans Lesen gemacht.

Mit viel Witz, Ironie und Spannung ist ihm ein vielschichtiger Kriminalroman gelungen, der viele unterschiedliche Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Gewerbe und Presse aufgreift. Es entsteht ein gutes Bild über die verschiedenen Persönlichkeiten, und so ist für jeden Geschmack etwas dabei. Allerdings entsteht hierbei eher das Gefühl eine Politik-Satire, als einen Kriminalroman zu lesen. Schließlich steht hier im Vordergrund zwar augenscheinlich der Mord, aber bei einer näheren Betrachtung überwiegen Intrigen, Freundschaften und Bestechungen. Man hat das Gefühl eine Folge Dallas zu sehen. Die Spannung kommt aber, wie auch bei dieser Sendung nicht zu kurz. Nach und nach wird sie aufgebaut und jeder Leser wird wohl versuchen auf seine Art und Weise zwischen den Zeilen zu ermitteln. Es gibt viele falsche Fährten und verschiedene Möglichkeiten, sodass zumindest hier, die Lösung nicht auf den Silbertablett präsentiert wird. Zumindest für alles zu einem sehr unerwarteten Ende. Die Auflösung ist logisch und konsequent, und darauf kommt es an.

Unterbrochen wird der Lesefluss in meinen Augen jedoch von den bayrischen Eigenarten, die bei einem solchen regionalen Krimi leider normal sind. Obwohl ich genügend bayrischer Werke gelesen habe, empfand ich es hier stellenweise recht anstrengend. Das kann allerdings auch daran liegen, dass sie mir hier deutlicher aufgefallen sind, weil ich eh schon mit dem Politik-Anteil zu kämpfen hatte. Damit hat der Autor leider auf ein Gebiet gesetzt, dass mich so gänzlich kalt lässt. Auch ihm ist es nicht gelungen diese Aspekte ansprechend zu gestalten, und da fällt leider auch jede bayrische Stolperfalle auf.

Es ist an sich ein schöner Krimi, der jedoch einfach zu sehr in die politische Gegend tendiert, sodass es leider eine Frage des Geschmacks ist. Da es sonst ein sehr gut überlegter Krimi ist, der authentische Figuren beinhaltet und einen wirklich überraschenden Schluss aufweisen kann, bewerte ich es einmal abseits meiner Abneigung gegenüber Politik-Krimis.


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