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Ich lebe, lebe, lebe - Alison McGhee

'''Buchdaten'''
Quelle: DTV
Autor: Alison McGhee
Titel: Ich lebe, lebe, lebe
Taschenbuch: 160 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342324934X
ISBN-13: 978-3423249348
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: All rivers flow to the sea
Kosten: 12,90€
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Drama
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Kids ab 14
Lesedauer: 1 Tag


'''Autor/in'''
Alison McGhee ist Autorin etlicher hochgerühmter und ausgezeichneter Romane für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Ihre Bücher finden sich regelmäßig auf der New York Times-Bestsellerliste. Alison McGhee lebt mit ihrer Familie in Minneapolis, Minnesota. (Quelle: Amazon)

'''Optischer Eindruck'''
Ein Mädchen, dass auf einem Stein hockt, welcher von Wasser umgeben ist. Völlig verängstigt. Das trifft eigentlich sehr schön den Inhalt, und passt zu dem Buch. Ja, es ist ein Cover, dass mich sehr neugierig gemacht hat.

'''Zitierter Klappentext'''
Sie hatten einen schrecklichen Unfall, Rose und ihre große Schwester Ivy. Jetzt liegt Ivy im Koma, und Rose verbringt jeden Nachmittag an ihrem Bett im Pflegeheim. Immer und immer wieder erlebt Rose den Zusammenprall ihres Autos mit einem Lieferwagen in einer vereisten Kurve, den Moment, der sie aus der Zeit katapultiert hat. Nur der Freund der Familie, William T., schafft es, an Rose heranzukommen. Und noch jemand ist da, der auf sie aufpasst: Tom. Lange sträubt sich Rose, sich ihre Gefühle für Tom einzugestehen, bis zu dem Moment, wo sie über ihre Verzweiflung und Einsamkeit mit ihm sprechen kann. Sie begreift, dass sie Ivy loslassen muss, um ins Leben zurückkehren zu können. (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Ich-lebe-Roman-ebook/dp/B009EVL4S8/ref=tmm_kin_title_0

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Rose und ihre Schwester Ivy hatten einen sehr schlimmen Autounfall. Ihr Auto wurde an einem kalten Tag im März von einem Lieferwagen erfasst. Schuld daran: Eine vereiste Kurve. Es ist ein Unfall, den niemand so schnell vergisst. Besonders Rose nicht. Sie hat überlebt, sie allein, denn der komatöse Zustand ihrer Schwester kann man nicht als überleben bezeichnen. Jeden Tag besucht sie ihre Schwester im Pflegeheim und verschanzt sich hinter dem Unfall. Sie kann ihn einfach nicht vergessen und würde am liebsten die Welt anhalten. Ihre Gefühle hat sie nicht mehr im Griff, und um wenigstens etwas lebendiges zu fühlen, stürzt sie sich von einer Affäre zur nächsten. Doch auch das hilft ihr nicht wirklich. Sie muss lernen die Situation zu verarbeiten, mit ihr zu leben und zu akzeptieren, dass das Leben weiter geht. Ein schwerer Weg, bei dem ihr ihr Nachbar William T. und ihr Mitschüler Tom helfen.

'''Sarahs Meinung'''
Als Kind habe ich regelmäßig Bücher aus dem Hause dtv gelesen und empfand sie immer als wertvoll, lehrreich und schön geschrieben. Genau aus diesem Grund wollte ich das Buch lesen. Schon der Klappentext machte nämlich sehr neugierig. Autounfälle bei jugendlichen passieren immer. Sei es wegen Alkohol oder weil sie die Situation anders einschätzen bzw. sich überschätzen. Eine vereiste Straße birgt immer Gefahr. Für Anfänger, aber auch für Profis. In Kombination mit dem Gefühl: Ich habe überlebt, aber du bist gestorben, bietet es eine Menge Potential.

Erzählt wird die Geschichte rund um Liebe, Trauer und Verlustbewältigung bei Jugendlichen aus Sicht von Rose. Obwohl ich generell schon kein Fan von Ich-Persepktiven bin, war ich hier jedoch regelrecht schockiert. Normalerweise brauche ich deutlich länger eine Figur kennenzulernen. Hier war es jedoch noch eine Spur schwerer. Die Ich-Perspektive wird hier häufig von der Autorin verlassen, und dann wird der Leser direkt mit Du angesprochen. Es ist schwerer sind am Anfang in die Situation einzufinden, weil ich sie nicht kenne. Die Autorin jedoch immer sagt: Du weiß, du fühlst... Nein, weiß ich nicht und fühle ich auch nicht. Wenn ihr versteht was ich meine. Erschwert wird es zusätzlich durch die Tatsache, dass der Stil sehr unpersönlich, abgehackt und alles andere als emotional wirkt. Teilweise wirkt er sogar sehr sachlich. An anderen Stellen wirkt der Stil jedoch sehr flüssig, lebendig und authentisch. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn er konsequent in dieser Art gewesen wäre.

Du stehst morgens auf. Du gehst ins Bad. Du machst Toast, bestreichst ihn mit Butter und isst ihn. Du kochst Kaffee, stellst dich unten an die Treppe und rufst deiner Mutter zu: „Kaffee ist fertig!“ Dein Nachbar William T. Jones fährt in seinem Truck vorbei und winkt. Du winkst zurück. (Zitat S.8)

Wie ihr vielleicht hier erkennt, ist hier die Du-Perspektive, die alles andere als Emotionen oder eine Verbindung zur Figur ermöglicht. Zudem wiederholen sich ständig Satzfragmente wie „Ivy und ich hatten einen Unfall...(Zitat S. 9)sicherlich ist es so, wie die Gefühlslage, denn erlebt man etwas traumatisches, dann stellt man sich auch immer die gleichen Fragen, aber irgendwo nervt es schon.

Rose als Charakter ist ein Mädchen, dass man einfach nur ins Herz schließen kann. Vergleicht man es mit dem Cover ist sie ein stehendes Gewässer, und hat doch nur den Wunsch endlich wieder zu fließen, den Staudamm, der sie davon abhält zu durchbrechen. Sie ist durchweg sympathisch, aber sie bleibt mir persönlich irgendwo fremd, weil sie Autorin eben zu oft in die Du-Perspektive wechselt. Zwar konnte ich ihre Gefühle und Ängste verstehen, aber auf der anderen Seite war ich eben nur eine Außenstehende, und das ist bei der Ich-Perspektive sonst nur selten der Fall, schließlich soll man sich durch diese Wahl mit der Figur besser identifizieren oder sich zumindest sehr gut in sie hineinversetzen können. Bei einem solchen Thema hätte ich persönlich mit 100 Seiten besser leben können, um einfach die Rose vor dem Unfall als Vergleich erleben zu können.

Inhaltlich habe ich auch etwas anderes erwartet. Ausgegangen bin ich von einer Schilderung des Unfalls, der emotionalen Situation und dem Weg hinaus, ausgegangen. Sicherlich kommt es auf eine gewisse Art und Weise vor, aber es ist alles so bruchstückhaft. Es ist so, wie man sich nach 20 Jahren an eine Situation erinnert. Viele kleine Details, aber völlig zusammengewürfelt. Einen roten Faden kann man lange suchen. Einerseits kann man das auf die Zerrissenheit und die Ängste nach dem Unfall schieben, aber mir persönlich ist es einfach zu sprunghaft, da oft noch nicht mal ein Wechsel erkennbar ist. Dadurch entstand die dramatische, emotionale Stimmung nicht so, wie es hätte möglich sein können. Auch der Schluss wirkte eher abgehackt. Sie kommt aus ihrem Tief heraus und man möchte die neue, alte Rose kennenlernen und wird stattdessen mit seinem Wunsch allein gelassen, denn das Buch endet.

All die Argumente, die mich gestört haben, kann man auch positiv auslegen. Wer selbst mal etwas erlebt hat, dass so einschlagend ist, der wird wissen, dass es keinen roten Faden gibt, man immer das gleiche denkt und vieles wirr wirkt. Dementsprechend will ich dies auch nicht unbedingt schlecht reden. Man muss diese Art von Umsetzung einfach mögen.

Ich persönlich war jedoch eher enttäuscht. Aus diesem Grund habe ich meine Nichte gebeten, die in diese Altersklasse fällt, das Buch zu lesen. Sie hat es ebenfalls in einem Zug gelesen und ihre Meinung war meiner sehr ähnlich. Auch sie empfand den Stil alles andere als perfekt gewählt, fand sich stellenweise nicht angesprochen und hatte zudem Schwierigkeiten mit der Figur, da ihr das vorherige und nachherige Bild fehlte.


Alles in allem ist es ein Buch, dass gerade Jugendliche gerne lesen werden, die selbst gerade Trost benötigen, weil sie eine traurige Situation durchleben müssen. Die Emotionen werden jedoch für Außenstehende nicht so greifbar, wie man es sich wünschen würde. Der Stil-Mix sorgt für eine Distanz, die nie ganz gebrochen werden kann. Ob sich das Buch nun für die Schule lohnt, ist eine Frage, die ich lange überlegt habe, denn normalerweise empfehle ich solche Werke gerne für den Deutsch-Unterricht. Zwar lernt man hier viele Techniken und ein wichtiges Thema kennen, aber da mich die Umsetzung nicht überzeugen konnte, werde ich es Lehrern auch nicht ans Herz legen. Es ist ein netter Versuch, ein wichtiges Thema aufzugreifen, aber in meinen Augen ist es der Autorin nicht gelungen. Allerdings mag man entweder die Stil-Wahl oder nicht.


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