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Kuckucksei-Syndrom / Peter Pitsch

Diesmal habe ich es mir mit einem Überraschungsbuch gemütlich gemacht. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn gestern kam spontan ein Buch von einem Autoren, für den ich schon einmal rezensiert habe. Seine Werke gefallen mir immer so gut, dass ich ohne lange zu warten angefangen habe. Genau das Richtige, um vor dem Kamin zu sitzen und den Eisregen draußen zu verdrängen. Warum, das werdet ihr nun erfahren.

'''Buchdaten'''
Autor: Peter Pitsch
Titel: Kuckucksei-Syndrom
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Brighton Verlag; Auflage: 1., Auflage (März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3942200465
ISBN-13: 978-3942200462
Kosten: 9,90€
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Satire
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 1 Tag


'''Autor/in'''
Peter Pitsch, 1963 in Herford geboren, lebte unter anderem in Berlin, Amsterdam, Rom, Kopenhagen und Nykøbing (Süd-Dänemark). Bereits als Jugendlicher verfasste er Gedichte und Kurzgeschichten. Während eines langjährigen Italien-Aufenthalts sammelte er Erfahrungen als Filmschauspieler. Er spielte in 12 Filmen und mehreren Werbespots mit und verkörperte „Den Tod" in einem Theaterstück. Er arbeitete mit Film-Regisseuren wie Dario Argento, Lamberto Bava und Mauro Bolognini. Danach schlug er die Laufbahn eines Schriftstellers und Künstlers ein. Heute lebt er in Skandinavien und widmet sich sowohl dem literarischen Schreiben als auch dem Design von Bucheinbänden und der digitalen Kunst.
Anfang der Neunziger veröffentlichte er sein erstes Buch, diverse Publikationen folgten. Darüber hinaus fanden seine Rezensionen, Gedichte und Prosatexte Aufnahme in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. 2008 gelang ihm der Durchbruch mit dem satirischen Roman „Kuckucksei-Syndrom". Seither erschienen der zeitgenössische Lyrikband „Übelungen", der autobiografische Roman „Ins Ungewisse Sein" sowie der Thriller „W.E.L.T". Mit dem Bildband „Sixtysix – Digital Art" legte er 2011 eine neue Variante seines künstlerischen Schaffens vor. Ein Gedichtband mit dem Titel „Anwesenheit" und zwei Kinderbücher sind seit 2012 erhältlich. In diesem Jahr erscheinen das Kunstbuch „Sixty Seven", die Erzählung „Endlos endlich" und ein weiteres Kinderbuch. (Brighton Verlag)
Weitere Informationen: www.peter-pitsch-schriftsteller.com

'''Optischer Eindruck'''
Militär-Look und ein süßes Ei mit Militär-Mütze. Mir hat es ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und damit kann ich für mich sagen, dass das Cover passt und gefällt.

'''Zitierter Klappentext'''
Oberfeldwebel a. D. Hannes Bürstensteif könnte mit seinem Leben eigentlich zufrieden sein. Disziplin und Charakterstärke haben sein Leben bestimmt, und wenngleich ihm diese Zweckdienlichkeit nicht gerade eine Quelle der Freude erschlossen hat, so schuf er sich damit seine eigene kleine Welt, die in geregelten und überschaubaren Bahnen ablief. Mit einem harmlosen Maulwurfshügel beginnt es: Seine heile Welt bekommt die ersten Risse, der suspekte Nachbar mischt sich laufend ein, und die profunde Angst vor Mutter Bürstensteif, die ihn weiterhin gnadenlos bevormundet, entzieht seiner Hoffnung auf Liebe jede Grundlage. Als Mutter plötzlich entführt wird, fängt Bürstensteif an, sein Dasein in Frage zu stellen und deckt ein Geheimnis auf, das sein Leben für immer verändern wird … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Oberfeldwebel a. D. Hannes Bürstensteif steht mit beiden Beinen im Leben und könnte eigentlich glücklich sein. Disziplin und Charakterstärke haben seinen Weg gepflastert und ihm zu dem Mann gemacht, der er ist. Ganz oben in der Hierarchie seiner kleinen Welt steht seine Mutter, Hildegard, die trotz ihrer 91 Jährchen auf dem Buckel noch äußerst resolut ist und ihren Sohn noch gerne bevormundet. Man könnte schon sagen, ihm mit Liebe das Leben zur Hölle macht. Für sie ist Spaß, Freude und alles andere nur eine böse Versuchung, die sie von ihm abwenden muss. Doch diese scheinbar heile Welt, die er so liebt, schließlich kennt er es nicht anders, beginnt dank eines Maulwurfshügel in sich zusammenzubrechen, und so kommt es, wie es kommen muss. Als seine Mutter entführt wird, beginnt er nicht nur mit der Suche, sondern macht sich zum ersten Mal Gedanken, was sein Leben betrifft, und muss leider feststellen, dass manche Geheimnisse lieber nicht ans Tageslicht kommen sollten. Welches, und wie es ausgeht, lest selbt.

'''Sarahs Meinung'''
Peter Pitsch ist ein Autor, der einen eigenen Humor und eine eigene Auffassung von Spannung hat. Mit beidem trifft er den Nerv vieler Leser. Sicherlich kein Autor für die breite Masse, aber wer ihn kennt und gute Literatur zu schätzen weiß, wird auch seine Werke lieben. Zumindest ist es mir bis dato so ergangen.

In diesem Buch setzt Peter Pitsch auf Satire pur, denn anders kann man das, wie der Autor das Verhalten von Oberfeldwebel Bürstensteif, der seinem Namen übrigens alle Ehre macht, nicht nennen. So wie Hannes Bürstensteif ein ausdrucksstarker Charakter ist, muss man sich auch die anderen Figuren vorstellen. Sie sind alle sehr extrem geschildert, aber genau das sorgt für so manche Lachträne in den Augen. Es ist eine gelungene Verkörperung von Extremen, die doch so wunderbar harmonieren.

Obwohl es eher um den Unterhaltungsfaktor in diesem Buch geht, darf man den Realitätsbezug nicht außer Augen lassen. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, dass für andere ein solches Verhalten Alltag ist? Dementsprechend ist diese Umsetzung auch psychologisch gesehen erstklassig und geschickt umgesetzt. Peter Pitsch nimmt die unterwürfige Verhaltensweise und die Dominanz der Mutter genau unter die Lupe. Warum, wieso, weshalb, sind Fragen, die er geschickt, ehrlich und humorvoll umsetzt. Es ist schön zu sehen, wie ein solcher Mensch anfängt sich positiv zu entwickeln und aus seinem disziplinierten, einsamen und dominierten Alltag kämpft.

Alleine schon durch diese Mischung ist das Buch etwas Besonderes, und man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. Doch auch die Spannung kommt auf seichten Schritten nicht zu kurz, denn die Geheimnisse haben es in sich und lassen sich wie ein Puzzle schon beim Lesen zusammenfügen, sodass die Auflösung nur eine gelungene Zusammenfassung für den aufmerksamen Leser ist.

Inhaltlich kann das Buch vollends überzeugen, und so ist es auch diesmal in Punkto Stil. Peter Pitsch ist bekannt dafür, dass er mit Worten spielt und dabei eine Sprache entstehen lässt, die ausschmückend, treffend und lebendig ist.

Hier ein kurzes Zitat: Hildegard Bürstensteif hegte nicht den geringsten Zweifel, dass ein verachtenswerter Unhold sie gekidnappt hätte, um einerseits Bargeld zu erpressen und andererseits sein Opfer sexuell gefügig zu machen. Letzteres mit Hilfe von Hypnose oder durch Verabreichung harter Drogen, denn nur so ließ sich erklären, weshalb der Hergang des abscheulichen Verbrechens aus ihrer Erinnerung getilgt war.(Zitat von http://www.suchbuch.de/leseproben/satire/das_kuckucksei_syndrom/1601)

In meinen Augen ist Peter Pitsch wieder ein Meisterwerk an sprachlicher Brillanz gelungen, dass dank seiner satirischen und psychologischen Anhauchung nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern so manche Lachträne ins Auge zaubern wird.

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