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Das Lied der weißen Wölfin / Claire Bouvier

'''Buchdaten'''
Autor: Claire Bouvier
Titel: Das Lied der weißen Wölfin
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (22. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404166736
ISBN-13: 978-3404166732
Kosten: 8,99€
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Historischer Roman
Niveau: leicht
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage


'''Autor/in'''
Claire Bouvier wurde 1970 als Tochter einer Deutschen und eines Kanadiers in Kanada geboren. Im Alter von 9 Jahren siedelten ihre Eltern nach Deutschland um. Die Wurzeln ihrer Familie inspirierten sie zu den historischen Kanada-Romanen. „Im Land des Roten Ahorns“ wurde ein erfolgreicher Debüt-Roman.

'''Optischer Eindruck'''
Rosa Hintergrund und eine schöne kanadische Landschaft können Überzeugen. Ich hätte mir persönlich hier noch einen Wolf gewünscht, aber auch so spricht es mich an. Im Laden hätte ich es mir sicherlich genauer angesehen.

'''Zitierter Klappentext'''
Kanada, 1882. Nach dem Tod ihres Bruders beschließt Marie Blumfeld, nach Kanada auszuwandern, um einen Reverend zu heiraten. Als der Treck, mit dem Marie ihre neue Heimat Selkirk erreichen soll, überfallen wird, bleibt Marie schwer verletzt zurück. Cree-Indianer, die in der Prärie nahe des Saskatchewan River leben, pflegen sie gesund. Besonders Onawah, die Heilerin des Stammes, kümmert sich aufopferungsvoll um die Deutsche und bringt ihr die Kultur des Stammes nahe. Als Marie schließlich bei ihrem Verlobten eintrifft, sorgt ihre Begeisterung für die Indianer für reichlich Zündstoff in ihrer jungen Beziehung. Denn Reverend Plummer kann ist den Cree alles andere als freundlich gesinnt. Und dann ist da auch noch der Pelzhändler Philipp Carter, den Marie einfach nicht aus ihren Gedanken verbannen kann ...(Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Das-Lied-weißen-Wölfin-Kanada-Roman/dp/3404166736/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1360662771&sr=8-1

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Marie Blumenfeld ist auf dem Weg zu ihrem neuen Mann. Von Deutschland geht es direkt nach Kanada, wo Reverend Plummer, ihr zukünftiger Mann, auf sie wartet. Es ist eine Entscheidung, die ihr alles andere als leicht gefallen ist. Doch in Deutschland hält sie einfach nichts. Ihre Mutter hat die Totgeburt ihres Bruders nie verkraftet und starb einige Zeit später. Ihr Vater, selbst ein Pfarrer, konnte keine Liebe empfinden und so war ihr großer Bruder ihr einziger Halt. Als dieser jedoch auf tragische Weise stirbt, um sie zu retten, bricht sie zusammen. Sie verliert ihren Job als Lehrerin und so muss sie diese einzige Chance ergreifen. Ohne zu wissen, wie ihr zukünftiger aussieht oder ist, reist sie zu ihm. In Kanada angekommen reist sie zusammen mit vielen anderen Frauen auf einem Track, der sie zu ihren Männern bringen soll. Ein Überfall, den nur sie überlebt, verändert abermals ihr Leben. Die Cree-Indianer retten sie und pflegen sie gesund. Pelzhändler nehmen sie kurze Zeit später mit und dort lernt sie auch Carter kennen. Er ist ein total sympathischer Pelzhändler, der ihr nur schwer aus dem Kopf geht. Zumal ihr Zukünftiger alles andere als das ist, was sie sich erhofft hatte. Er kümmert sich nicht um sie, ist nur für seine Schäfchen da, und sie muss bei seiner Tante leben, die noch um ihre geliebte Schwester trauert. Das Schlimmste ist jedoch, dass niemand ihre Sympathie für die Cree-Indianer versteht. Besonders schlimm wird es, als sie ihre Aussteuer als Lehrerin verdienen darf. Die Eltern sind gegen die Cree-Geschichten und es geht sogar so weit, dass sie vom Bürgermeister bedroht wird. Reverend Plummer ist ihr keine große Hilfe, denn er steckt mit dem Bürgermeister unter einer Decke. Lediglich das Lehrerehepaar und Carter, der überraschenderweise zurückgekehrt ist, stehen zu ihr. Als sie herausfindet, dass die Cree umgebracht und vertrieben werden sollen, weiß sie, dass sie mit der Vergangenheit und ihrem zukünftigen Mann abschließen muss, um die Indianer retten zu können.

'''Sarahs Meinung'''
Claire Bouvier ist eine Autorin, die mir schon von „Im Land des roten Ahorns“ bekannt war. Leider hatte mich die Umsetzung damals nicht so überzeugt. Es waren nur Kleinigkeiten, die sich jedoch summiert hatten. Am Ende bekam ihr Debüt nur zwei Sterne und die Hoffnung, dass das nächste Buch diese Fehler nicht macht.

Der Einstieg in das Buch beginnt mitten auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Mann. Einerseits ein guter Einstieg, da es an einer eigentlich spannenden Stelle beginnt, aber auf der anderen Seite fühlte ich mich einfach in die Geschichte hinein katapultiert. Letzteres dominiert und sorgt für einen schweren Einstieg. Das liegt daran, dass man Marie als Hauptfigur eher schleppend kennenlernt. Die Autorin setzt in diesem Fall auf Rückblenden, die Marie in Form von Tagebucheinträgen einwirft. Da es sich um Hintergrundinformationen rund um ihre Ausreise aus Deutschland und eben ihre persönliche Entwicklung betrifft, fehlt halt immer ein kleiner Punkt. Erst zum Ende wird ihre Vergangenheit wirklich aufgeklärt und dann ist das Verständnis für die Protagonistin endlich komplett. Sicherlich wird so ein Grad an Bindung und Spannung aufgebaut, mir fehlte jedoch immer der letzte Funke zum Verständnis und das störte mich persönlich sehr. Trotzdem ist Marie eine beeindruckende Persönlichkeit, die selbstbewusst durchs Leben geht. Sie ist sofort sympathisch. So wie sie sehr authentisch dargestellt wurde, sind auch die anderen Figuren unglaublich realistisch umgesetzt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Allerdings muss ich sagen, dass auch hier wieder nicht alle Punkte, also Handlungen, wirklich nachvollziehbar sind. So wird immer angedeutet, dass Reverend Plummer ein kleines Geheimnis hat, warum er sich ihr nicht nähert. Doch es wird nie geklärt, ob er ehrlich gesagt homosexuell ist, oder andere Gründe hat, warum er sich nicht um eine schöne Braut kümmert. Diese kleinen Schwächen sind im Vergleich zum Debüt deutlich geringer ausgefallen.

Stattdessen merkt man, dass die Autorin ihr Augenmerk wieder mehr auf die Handlung selbst gerichtet hat. In diesem Fall geht sie auf die Diskriminierung von Minderheiten, wie eben den Indianern ein. Zudem greift sie dem Fortschritt und die Entwicklung, wie zum Beispiel mit der Eisenbahn auf. Hier wird sehr auf Realität geachtet und das gefällt mir sehr gut. Es werden einfach andere Blickwinkel auf die Behandlung der Indianer ermöglicht, und auch die Käufe der Frauen aus Deutschland sind sehr schön eingeflochten.

Kombiniert wird der historische Anteil wie gewohnt bei solchen Büchern mit einem Hauch Romantik. Wie schon im Debüt wird sich hier wieder strikt an einen Standard roten Faden gehalten, der leider, leider zu vorhersehbar ist. Zumal dieses Detail auch im Klappentext schon angesprochen wurde. Gerade hier hätte ich mir doch mal etwas unvorhergesehenes gewünscht.

Nichtsdestotrotz habe ich mich an keiner Stelle im Buch gelangweilt und fühlte mich stets gut unterhalten. Ich konnte diese Geschichte sogar nur schwer aus der Hand legen und muss zugeben, dass mich der Schluss sogar überrascht und mir dadurch besonders gefallen hat. Hier dürft ihr euch auf etwas ungewöhnliches freuen. Es lohnt sich, und genau aus diesem Grund bekommt das Buch auch vier Sterne von mir.


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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