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Ein sicheres Haus / Nicci French

Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Nicci French ist ein solches Autorenduo. Auch wenn mich nicht immer alles umhaut, so kann das Gesamtwerk meist überzeugen. Aus diesem Grund habe ich mir auch das Buch bei der Tauschbörse ertauscht. Es handelt sich um einen Roman mit zwei kompletten Geschichten. Die erste davon habe ich nun gelesen, und möchte sie euch vorstellen.

'''Buchdaten'''
Autor: Nicci French
Titel: Ein sicheres Haus
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann (4. Februar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442435528
ISBN-13: 978-3442435524
Kosten: 0,01€ gebraucht
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Psychothriller
Niveau: leicht
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage



'''Autor/in'''
Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Sie leben mit ihren Kindern im Süden Englands (Quelle: Amazon)

Weitere Werke:

# Der falsche Freund
# In seiner Hand

'''Optischer Eindruck'''
Optisch gefällt mir: sehr gut. Das ist ein altes verwittert das Haus zu, welches im Vordergrund mit Ranken, Büschen und Sträuchern zugewuchert es ist. Dadurch entsteht eine düstere Stimmung, die perfekt zu einem Thriller passt.

'''Zitierter Klappentext'''
Das idyllisch gelegene Haus in Essex erscheint Samantha ideal, um wieder Ordnung in ihr Leben zu bringen. Doch das ländliche Glück erweist sich als trügerisch als ein furchtbarer Mord geschieht: Im benachbarten Stamford wurde das wohlhabende Ehepaar Mackenzie getötet. Nur die neunzehnjährige Tochter Fiona hat überlebt, und Samantha nimmt das Mädchen bei sich auf. Aber eines Tages ist auch Fiona tot. Samantha hat einen Verdacht, doch bevor sie etwas unternehmen kann, wird ihre eigene Tochter entführt. (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Ein-sicheres-Haus-Nicci-French/dp/3442435528/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1359971127&sr=8-1

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Sam ist eine junge Mutter, die als Ärztin recht erfolgreich ist. Spezialisiert hat sie sich auf posttraumatische Erlebnisse. In ihrem Privatleben ist alles etwas chaotisch, und so fackelt sie nicht lange, als sie das Angebot bekommt, auf dem Land eine Stelle anzunehmen. Ohne Danny, ihren Freund zu fragen, kauft sie ein Haus und nimmt den Job an. Doch schon nach ihrer Ankunft wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Die Polizei steht vor ihrer Tür und bittet sie um Hilfe. Eine Sache der Unmöglichkeit, denn schließlich hat sie andere Dinge im Kopf. Danny ist da, sie hat eine kleine Tochter und ein Buch schreibt sich zudem nicht von allein. Doch letzten Endes siegt der Wunsch zu helfen. Sie nimmt Finn bei sich auf. Ihre Eltern wurden bestialisch umgebracht und sie hat mit ganz viel Glück überlebt. Nun soll sie sich einfach in einem sicheren Haus erholen und wer ist dafür besser geeignet, als eben eine Ärztin, die sich auf diesem Gebiet auskennt und zudem noch ein einsames Haus bewohnt. Am Anfang zieht sich das junge Mädchen zurück, und auch Danny verschwindet, denn er kann mit dieser Entscheidung wieder einmal nichts anfangen, doch dann fängt sich das Mädchen und taut richtig auf. Sie freundet sich mit Elsie, der Tochter von Sam, an und fühlt sich auch sonst wie zu Hause. Währenddessen freundet sich Sam mit dem behandelnden Arzt von Finn an. Sie unternehmen Segeltouren und unterhalten sich sehr viel. Die Situation ändert sich, als Danny mit ihr über Finn reden will. Sie hört ihm nicht zu, und als sie einige Tage später nach Hause kommt, sind Danny und Finn verschwunden. Ein Brief deutet an, dass die beiden sich lieben und abgehauen sind. Offene Fragen, Zweifel und pure Wut löst dieses Verhalten aus, und wird noch schlimmer, als sie erfahren muss, dass die beiden wenige Zeit später Selbstmord begangen haben. Sam jedoch kann nicht glauben, dass der lebensfrohe Danny, der sie sogar heiraten wollte, sie nicht nur verlässt, sondern sich sogar das Leben nimmt. Sie fängt selbst an gewisse Dinge zu hinterfragen, zählt gewisse Aspekte zusammen, und findet so heraus, dass die beiden umgebracht wurden. Und zwar von Finns behandelnden Arzt. Dieser war als Alleinerbe eingesetzt worden und wollte somit an das Geld des armen Mädchens. Nun scheint alles geklärt, doch Sam stört an dieser Auflösung etwas gewaltig. Als ihr bewusst wird, dass Michael Daley niemals alleine hätte alles bewerkstelligen können, gerät sie, aber auch ihre Tochter in tödliche Gefahr, denn dieses Geheimnis darf niemand entdecken.

'''Sarahs Meinung'''
Nicci French ist ein Autorenduo, welches eigentlich für erstklassige Psychothriller bekannt ist. Ich selbst habe mit „In seiner Hand“ und später „Der falsche Freund“ schon einige Erfahrungen und war bis jetzt nie enttäuscht. Dementsprechend haben mich die Bewertungen bei Amazon auch nicht abgeschreckt. Bekanntlich sind Geschmäcker verschieden und dementsprechend war meine Hoffnung groß, dass mich auch der Doppelband überzeugen könne. Die erste Geschichte im Doppelband „Ein sicheres Haus“ hat mich wirklich lange nachdenken lassen, bevor ich es bewertet habe.

Die Grundidee bietet sehr viel Potential. Ein Mädchen überlebt nur knapp und der Mörder der Eltern ist noch auf freien Fuß. Das hier sicherlich noch einige Spannung aufgebaut wird, dürfte jeden klar sein. Gerade bei Nicci French hatte ich keinerlei Zweifel, dass dieses Potential auch ausgereizt wird. Doch leider irrt sich auch die liebe Sarah ab und an.

Der Einstieg in das Buch ist noch recht vielversprechend. Eine Haushälterin betritt das Haus, findet eine offene Haustür und Leichen vor, und kann dem Mädchen dank ihrer schnellen Reaktion das Leben retten. In diesen ersten Minuten entsteht eine gruselige Stimmung, die besonders durch den gewohnt detaillierten Stil hervorgerufen wird.

Mit der Tür fing es an. Die Tür war geöffnet. Sonst stand die Haustür nie offen, nicht einmal bei der wunderbaren Hitze im vorigen Sommer, die sie so an zu Hause erinnert hatte; aber da war sie, leicht nach innen geöffnet, und das an einem so kalten Morgen, daß die in der Luft hängende Feuchtigkeit Mrs. Ferrer in die pockennarbigen Wangen stach. Sie drückte ihre behandschuhte Hand gegen das weißlackierte Türblatt und prüfte nach, was ihre Augen ihr sagten. »Mrs. Mackenzie?« Stille.(Zitat S. 7)

Wie ihr seht ist der Stil, kurz und doch schafft er alles einzufangen, was für die Geschichte, den Schauplatz und die Situation von Bedeutung ist. Doch leider bleibt es nicht so.

Mit der Einführung von Sam wird die Geschichte immer schlechter. Anfangs sind es nur die blassen Darstellungen dieser Hauptfigur. Ich konnte keinerlei Verbindung zu ihr aufbauen. Emotionen werden total lasch beschrieben, und ihre Handlungen sind für mich nicht nachvollziehbar. Als Beispiel ist ihre Beziehung zu Danny perfekt. Sie liebt ihn, vermisst ihn, ist er jedoch in ihrer Nähe, wird es ihr zu viel, sie bindet ihn in keinerlei Entscheidungspflicht mit ein, erwartet aber, dass er alles freudig akzeptiert. Von einer Person, die Ärztin für Psychiatrie ist, erwartet man doch, dass sie etwas anders handelt. Oder auch später schafft sie es nicht auf offener See ihren Mund zu halten, als sie mit Michael segeln geht, sondern sagt ihm, dass sie weiß, dass er der Mörder ist. Dafür probiert sie ständig ihrer Tochter irgendwelche Psycho-Spiele beizubringen, um zum Beispiel ihr Gedächtnis zu verbessern. Weder als Mutter, noch als Ärztin war sie für mich logisch. Manchmal ist es jedoch schwer sich in die menschliche Psyche hineinzuversetzen und gerade Ärzte sind nicht immer logisch. Dementsprechend habe ich es als akzeptabel eingestuft.

Wäre der Rest stimmig, dann hätte mich dies weniger gestört, denn leider weiß ich aus Erfahrung, dass auch Nicci French nicht immer die Figuren perfekt trifft. Doch leider bleibt es nicht dabei. Der größte Fehler besteht darin, dass einfach nichts passiert. Sam arbeitet an ihrem Buch, arbeitet mit ihrer Tochter, unternimmt einiges mit Finn, trifft sich mit Michael oder Danny. Zwischendurch wird die Haushälterin, die Finn gefunden hat, ermordet, doch auch das geschieht nur am Rande. Es zieht sich so extrem hin, dass es einfach nur extrem nervig ist. Bei einem Psychothriller sollte von Anfang an die Spannung aufgebaut werden und sich nicht wie eine Familiengeschichte lesen. Als dann auch noch Michael als Täter überführt wird, hofft man auf einen großen Showdown. Er hat doch überlebt, dunkle Geheimnisse kommen zum Vorschein oder gar eine dramatische Wendung. Zumal Michael als Täter einfach deplatziert wirkt. So als hätte das Autorenduo einfach noch etwas einwerfen müssen, um ihren gedachten Schluss auch zu erreichen. Spätestens an diesem Punkt weiß man, worauf das Buch hinausläuft, aber trotzdem hofft man, dass sich hier nun endlich die fehlende Spannung aufbauen wird. Es ist definitiv eine Hauch packender, aber es ist zu gering. Es werden Ansätze gewählt, sofort wieder fallen gelassen und das Warum bleibt ungeklärt. Zum Beispiel die Entführung von Elsie wird grundlos eingeworfen, um Spannung zu erzeugen und dann genauso schnell fallengelassen. Zudem wird die Geschichte gar nicht richtig geklärt. Was nun aus dem Zweit-Täter wird, wird nie gänzlich geklärt, sondern bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Es ist selten, dass mich ein Schluss wirklich so enttäuscht. Ich habe sogar die letzten 10 Seiten ein zweites Mal gelesen, weil ich dachte, dass ich einen entscheidenden Hinweis bei all der Belanglosigkeit überlesen habe.

Am Ende des Buches fühlt man sich nicht nur alleingelassen, sondern auch leicht verarscht. Tut mir leid, dass ich es so ausdrücke, aber das war meine erste Empfindung, als ich diese Geschichte habe Revue passieren lassen. Man ist einfach nur total enttäuscht. Die blasse Protagonistin, das herbeizaubern eines Täters, ein blamabler Schluss, aber auch die Polizeiarbeit wurde so umgesetzt, dass man das Gefühl hatte, dass jemand schreibt, der keine Ahnung von diesem Genre hatte. Viele Fragen, die sich der Leser sofort stellt, wenn er gewisse Passagen, wie den Selbstmord erreicht, werden von der Polizei gar nicht aufgegriffen. So zum Beispiel hat sich das Paar ins Auto gesetzt und dieses mit einem Lappen angezündet. Im Auto selbst haben sich erschossen. Wozu zündet man jedoch ein Auto an, wenn man sich eh erschießen möchte. Es sind nur solche Fragen, die nur Sam entdeckt, in Frage stellt und wo nur sie die Lösung finden kann. Die Polizei macht Fehler, aber so viele und so extreme, das ist schon mehr als übertrieben.

Alles in allem hatte man nie das Gefühl einen Thriller zu lesen. Ich konnte nach dem Lesen die negativen Bewertungen wirklich verstehen, und war nur noch am Überlegen, ob ein oder doch zwei Sterne, denn die Grundidee gefiel mir ja ausgesprochen gut. Abgesehen von den ersten Seiten kann das Buch jedoch nicht punkten und bei dem verzapften Mist, vergebe ich guten Gewissens einen Stern.

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