Stadt, Land -- Schluss / Judith O'Reilly


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Diesmal bin ich komplett unschuldig an dem Buch, dass ich euch nun vorstellen möchte. Meine Mutter, die sich selbst immer ein Landleben gewünscht hat, liebt solche Geschichten, und dementsprechend hat sie sich das Buch gekauft, und mir nachdem sie es gelesen hat, geschenkt. Eigentlich fand ich die Idee recht lustig, sodass ich mich nun ans Lesen gemacht habe.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Judith O’Reilly
Titel: Stadt, Land, Schluss
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 4 (8. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596178770
ISBN-13: 978-3596178773
Originaltitel: Wife in the North
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Biographischer Alltagsbericht
Niveau: trivial
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 7 Tage

'''o0o Optik o0o'''
Ein helles Cover mit einer alten Tapete und hübschen Blumen gefällt mir sehr gut. In der Kombination mit dreckigen Gummistiefeln und High-Heels ein gelungenes Cover, dass auch mich angesprochen hätte. Es ist ein typisch, weibliches Cover, welches Kitsch verspricht.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''
Eine Frau zieht ans Ende der Welt
Judith O'Reilly liebt ihr Leben in London über alles. Nur eines liegt ihr noch mehr am Herzen: das Glück ihrer Familie. Deshalb folgt sie dem Traum ihres Mannes und zieht, hochschwanger mit dem dritten Kind, in ein Cottage in Northumberland - und lernt High Heels und Karriere durch Schafescheren und Gummistiefel zu ersetzen.
»Mein Mann war derjenige, der unbedingt auf dem Land leben wollte. Als ich meinen jüngsten Sohn fragte, was er davon hält, sagte er mit großen ängstlichen Augen: Ein Bär könnte mich fressen! Da gibt es keine Bären , beruhigte ich ihn, schaute aus dem Fenster in die Dunkelheit und hörte das Brummen « (Quelle: Klappentext)

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen. Das nachfolgende Zitat habe ich ausgewählt, weil es im Grunde darstellt, wie Judith denkt, fühlt und wie das gesamte Buch gestaltet ist.

ZITAT S. 180
Ich bin weggegangen und habe alle zu Hause zurückgelassen. Für eine Woche, und ich bin vom schlechten Gewissen geplagt und nervös bei dem Gedanken, allein Urlaub zu machen. Allerdings ist mein Gewissen nicht so schlecht, dass ich nicht doch den Flieger nach Los Angeles genommen hätte. Ich war schon so lange nicht mehr mit mir allein, dass ich gar nicht weiß, ob ich es noch kann. Und wenn ich nun unausstehlich bin?

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Judith ist 42, erfolgreich, eine Powerfrau, glücklich verheiratet und Mutter von einem zweijährigen und vierjährigen Sohn. Aktuell ist sie mit einer Tochter schwanger, als ihr Mann sich immer mehr wünscht von London weg in den Norden zu ziehen. Dort haben sie ein Ferienhaus und er möchte es als dauerhaften Wohnsitz. Um ihren Mann glücklich zu machen, stimmt sie zu. Doch es gefällt ihr alles gar nicht. Dreck, keine Freunde und eigentlich will sie wieder zurück nach London. Vom23. August 2005 bis zum 31. Dezember 2007 schreibt Judith ihre Eindrücke des Landlebens in einem Blog- agebuch auf. Diese Einträge wurden zusammengefasst in diesem Buch veröffentlicht.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Stadt, Land, Schluss“ warum nicht. Das dachte ich mir, als meine Mutter es mir geschenkt hat. Ab und an braucht der lesende Mensch mal seichte Unterhaltung und warum nicht etwas alltägliches, wie das Landleben. Ein solcher Umzug bietet schließlich jede Menge Unterhaltung, Pannen und Ärgernisse. Durch ein anderes Werk, wusste ich, wie ein solches Blog-Buch umgesetzt werden kann. Ich muss zwar zugeben, dass ich es erst auf den zweiten Blick entdeckt hatte, aber dafür hat mich die Idee von den Eingewöhnungsproblemen gepackt.

Meine Erwartungen an das Buch waren gar nicht so groß.Ich wollte einfach unterhalten werden, aber das hat die Autorin nicht geschafft. Da bei einem solchen Buch keine Spannung oder Romantik aufkommt, muss der Humor wirklich vortrefflich sein. Zumindest möchte ich mich unterhalten fühlen. Sicherlich hat die Autorin ihren ganz speziellen Humor und mit diesem schafft sie das eine oder andere Schmunzeln zu erzeugen, aber bei einem Werk von 350 Seiten, sind 10 Schmunzler in meingen Augen dürftig.

Obwohl ich weiß, dass es sich um eine Umsetzung des Blog-Tagebuches handelte, hatte ich den Wunsch oder besser gesagt die Hoffnung, dass sie es als kleine Geschichte tarnt. Stattdessen wirft sie in der Tat mit Blog-Tagebuch-Einträgen um sich. Dadurch entsteht keine Geschichte und kein roter Faden, sondern man bekommt eine völlig merkwürdige Aneinanderreihung von Gedanken und Alltag-Erlebnissen präsentiert. Manchmal sind riesigen Sprünge in den Gedanken und Lücken in den Tagen. Manchmal ist das ja nicht schlimm, aber es gibt Passagen, wo man sich fragt, was in der Zwischenzeit passiert ist, was aus einer anderen Situation geworden ist und ähnliches.

Man mogelt sich durch die Seiten und irgendwann kommt man nach 100 Seiten zur Erkenntnis, dass man eigentlich gar nichts über die Schreiberin weiß. Äußerlich ist sie mir genauso fremd, wie die Namen ihrer Kinder. Zum Beispiel nennt sie ihre Söhne immer, der zweijährige und der vierjährige. Der Name ihrer Tochter ist an eine Freundin angelehnt und in freudiger Erwartung möchte man ihn lesen, aber vielleicht hatte meine Brille auch bei diesem Wort einen Schmutzfleck oder einen Schlieren, sodass ich ihn übersehen habe. Stattdessen durfte ich mir anhören, wer alles ihre Scheide gesehen hat, wie man sich als werdende Mutter fühlt und wie schwer doch alles ist. Ich bin selbst Mama und kann nicht bestätigen, dass ich auch nur eine Minute Zeit hatte über meine Frisur oder meine Scheide nachzudenken. Da hätte sie doch lieber Namen nutzen sollen, als solche flachen Dinge einzubauen, um witzig zu sein. Manchmal ist es ohne Namen wirklich schwer zu wissen, von wem sie redet. Irgendwann habe ich es aufgegeben mir zu merken, wer welche Person ist oder sein könnte.

Normalerweise lese ich gerne solche leichten Werke und kann sie auch oft nicht aus der Hand legen, aber hier war es egal. Egal wo man das Buch unterbrochen hat, man fand sofort wieder rein, auch wenn man gar nicht wusste, wo man pausiert hat. Ja, manchmal muss ich die letzten 10 Zeilen lesen, um wieder richtig drin zu sein.Hier war das egal, denn die Tagebucheinträge waren ja oft ohne Zusammenhang und dementsprechend war es nicht so tragisch. Hat einen Vorteil, weil man wirklich mal auf Klo lesen kann oder wenn die Kinder beschäftigt sind, aber der Nachteil ist, dass man die Lust an dem Buch verliert.

Das Hauptproblem ist in meinen Augen, dass in ihrem Auswandererleben, wie ich es spaßhaft nenne, nicht viel passiert, und da kann auch nicht der Versuch von Humor helfen. Es gibt eine Menge an Dingen, die passieren können, aber hier passiert nichts. Das Kind kommt in der Großstadt, oft flüchtet die Dame des Hauses vor der Situation und es ist einfach langweilig. In meinen Augen als Blog vielleicht ganz nett, aber mehr auch nicht.


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Rache kennt kein Gebot / Julie Parsons


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.


Spannung ist schon etwas feines, und da ich sehr viele Krimis und Thriller in meinem Buchregal habe, wollte ich dieses um ein Buch verringern. „Rache kennt kein Gebot“ habe ich mir damals bei einem Tauschspiel oder zumindest auf einer Tauschbörse ertauscht. Inzwischen steht es schon zwei Jahre in meinem Regal, und wartete darauf gelesen zu werden. Ob sich das warten gelohnt hat, verrate ich euch nun.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Julie Parson
Titel: Rache kennt kein Gebot
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (1. Juli 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426621517
ISBN-13: 978-3426621516
Originaltitel: Eager to Please
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Thriller
Niveau: Durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 5 Tage


'''o0o Informationen zum Autoren o0o'''
Julie Parsons, 1951 als Tochter irischer Eltern in Neuseeland geboren, lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Dublin. (Quelle: amazon.de)

'''o0o Wie schön ist das Cover o0o'''
Etwas mehr als das halbe Gesicht einer Frau, die recht traurig ausschaut, passt eigentlich, aber mir persönlich ist das Cover einfach zu düster. Andere Ausgaben, sind mit Blumen versehen und wirken viel lebendiger und schöner.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''
Zwölf Jahre Gefängnis für einen Mord, den sie nicht begangen hat, zwölf Jahre, in denen ohnmächtige Wut und abgrundtiefer Hass zu eiskaltem Kalkül gefrieren: Mit einem ausgeklügelten Racheplan setzt eine Frau zu einer Hetzjagd auf den Mörder ihres Mannes an, ihren ehemaligen Geliebten, der sie seinerzeit ans Messer geliefert hat. »Rasantes Tempo, harte Schnitte, brillante Spannungsbögen - Bestsellerautorin Julie Parsons serviert ihren dritten Psychoschocker: "à la Hitchcock".« Focus »...ein verteufelt trickreicher, spannender Psychothriller« Cinema (Quelle: Klappentext)

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Rachel hat 12 Jahre ihres Lebens verloren, und mit ihnen ihre Tochter Amy und ihren Mann Martin. Und alles nur, weil sie ihn mit seinem Stiefbruder Daniel betrogen hat, und ihm Amy untergejubelt hat. Denn als er dies durch Zufall herausfindet, betrinkt er sich wieder und Rachel kann sich nur mit einer Waffe verteidigen. In ihrer Not ruft sie Daniel zur Hilfe, damit dieser ihre Version bestätigt. Doch statt ihr zu helfe, erschießt er Martin eiskalt, fesselt Rachel ans Heizungsrohr, erzählt ihr, was sie sagen soll und verschwindet. Die Polizei findet jedoch heraus, dass diese Geschichte nicht wasserdicht ist, und als sie die Wahrheit erzählt, glaubt ihr niemand, denn warum sollte Daniel ihn umbringen. Sie wird zu lebenslänglich verurteilt, denn ihr Mann ist ein Polizist gewesen. Ihre Tochter kommt zu Pflegeeltern und sie muss sich im Gefängnis einleben. Am Anfang kämpft sie noch, doch dann entwickelt sie einen Racheplan, den sie 12 Jahre später in die Tat umsetzen kann, denn da kommt sie auf Bewährung heraus. Sie schleicht sich langsam in das Leben von Daniel und seiner Familie ein, und setzt alles daran, ihn so aus den Weg zu räumen, wie er es damals bei ihr gemacht hat. Zeitgleich wird die Leiche von Judith, einer ehemaligen Mitgefangenen von Rachel entdeckt, und jeder ahnt, was dahintersteckt, aber niemand kann es beweisen, oder doch!?

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

Zitat S. 50 Zehn Tage war es nun er, dass man sie entlassen hatte, und noch immer wachte sie jeden Morgen um halb acht auf. Sie horchte, wartete und versuchte die Geräusche einzuordnen, die durch die Stockwerte dieses alten Hauses zu ihr heraufdrangen.


'''o0o Wie gefällt das Buch o0o'''
Ich habe mir das Buch damals ertauscht, weil ich solche Psychothriller liebe, und die Idee, dass eine Frau von ihrem Geliebten übers Ohr gehauen wird, und für ihn ins Gefängnis muss, empfand ich als gelungene Idee, die ich unbedingt lesen musste. Allerdings konnte mich die Umsetzung des Buches nicht wirklich packen bzw. überzeugen.

Es fängt schon mit dem gewählten Einstieg an. Der Leser erfährt im Klappentext von der Affäre und dem Mord, aber was genau schief gelaufen ist, darauf muss der Leser recht lange warten. Die Autorin hat den Einstiegspunkt so gewählt, dass Rachel schon im Gefängnis ist, kurz vor der Freilassung steht, und nun mittels einiger Rückblenden versucht die Zeit im Gefängnis und ihrer Verurteilung zu erzählen. So soll der Leser ihre Wut und die Rachegelüste besser nachvollziehen können. Hilfreich wäre es jedoch gewesen im Prolog die Hintergründe des Mordes zu erfahren, und nicht erst nach rund 100 Seiten. Zwar war ich durch diese Auswahl gefesselt, denn man möchte schließlich wissen, was nun damals wirklich passiert ist, aber es ist eine genervte Neugierde.

Das liegt aber nicht nur an dieser Wahl, sondern auch an der Tatsache, dass gerade am Anfang sehr häufig gesprungen wird. Manchmal weiß man gar nicht, wo man sich befindet. Es geht nicht nur von der Gegenwart in die Vergangenheit, sondern auch zu ganz anderen Orten, wo man zum Beispiel einen Jack oder den Bewährungshelfer kennenlernt, und man manchmal gar nicht weiß, wer die Person ist, oder was dieser Handlungsstrang mit dieser Geschichte zu tun hat. Wäre es später etwas gradliniger, dann wäre es nicht schlimm, aber immer wieder springt die Autorin auf den anderen Strang auf, und versucht so zwei verpfuschte Schicksale, die sich im Knast kennengelernt haben, parallel zu bearbeiten. In meinen Augen wir damit beiden Geschichten die Spannung genommen. Thriller ohne Spannung ist schon mal nicht so doll.

Nun könnte man wenigstens sagen, dass die Geschichte an sich gut umgesetzt ist, sowohl rund um Judith, als auch Rachel, aber beide Figuren wirken durch die eher schwache Einführung recht blass. Das mag aber daran liegen, dass die prägendste Zeit, die im Gefängnis, gar nicht wirklich lange aufgegriffen wird.Dabei verändert eine solche Zeit den Menschen.

Zudem setzt die Autorin, wie man vielleicht oben bei der Leseprobe erkennen kann, zu sehr auf unwichtige Details. Das man einen alten Rhythmus nicht so schnell aus dem Blut bekommt, ist selbstverständlich und muss nicht unbedingt erwähnt werden. Hauptsächlich wird dies jedoch bei den Emotionen und Gedanken von Rachel deutlich. Emotionale Vielfalt finde ich nie verkehrt, aber es muss die richtige Umsetzung sein, und hier wirken die Details alle so langatmig, als hätte die Autorin sie falsch beschrieben oder ihr Augenmerk auf die unwesentlichen gesetzt. Oft kam ich in Versuchung einfach mal ein paar Seiten zu überschlagen, was ich am Ende zwar nicht getan habe, aber diese Versuchung war oft vorhanden.

Zum Schluss hin wird das Buch minimal besser, weil es endlich zur Ausübung der angekündigten Rache kommt. Diese mag sicherlich spannender und angenehmer zu lesen sein, aber in meinen Augen ist sie nicht die perfekte Lösung, sondern zeigt, dass der Autorin die Seiten ausgegangen sind, oder sie einfach keine andere Möglichkeit hatte. Es ist schwer zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten. An sich ist die Umsetzung am Ende logisch und auch nicht verkehrt. Aus Sicht einer Mutter betrachtet, ist es eine kleine Geste, dass man dem Kind seine Freiheit schenkt, die Vorbelastung nimmt und einfach mal was richtig macht. Auf der anderen Seite wünscht man sich eine andere Rache, die zwar auf das gleiche hinausläuft, aber irgendwo härter ist. Im Grunde kann man sagen, entweder man mag die Lösung, oder wie in meinem Fall, man ist nicht zu 100% überzeugt.

Alles in allem habe ich mich fünf Tage durch dieses Buch gekämpft und das ist für meine Leseverhältnisse sehr lange. Mich konnte es nicht überzeugen, aber wirklich schlecht war es auch nicht. Daher bekommt das Buch von mir eine mittlere Wertung mit drei Sternen. 


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Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer / Johannes Gillhoff

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.


Heute habe ich mal ein Buch, bei dem ich gar nicht so genau weiß, in welche Kategorie ich das Buch einstufen soll. Es handelt sich um ein altes Auswandererbuch und war damals ein Bestseller, aber heute könnte man es weder als historisch noch Belletristik einstufen. Das Buch habe ich von einer befreundeten Autorin, die es bei ihrer Mutter, entdeckt hat, geschenkt bekommen. Nachdem ich lange Zeit nicht wusste, ob ich es lesen will, habe ich mich nun endlich daran gewagt, und möchte es euch nun vorstellen.

'''Allgemeine Buchdaten'''
Autor: Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer
Titel: Johannes Gillhoff
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423251859
ISBN-13: 978-3423251853
Preis: 9,95€

'''Leseinformationen'''
Genre: Historisch
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage


'''Informationen zum Autor'''
Johannes Heinrich Carl Christian Gillhoff, wie der Autor komplett heißt, wurde am 24.5.1861 in Glaisin geboren. Er absolvierte die Präparandenanstalt bis 1876 und arbeitete danach als Lehrer, wie sein Vater schon. Neben seiner Tätigkeit reiste er gerne, war als Volkskundler unterwegs und sammelte zahlreiche Redewendungen und Sprichwörter. Irgendwann kam jedoch der Punkt, wo er sich der Literatur widmete und ein sehr erfolgreicher Schriftsteller wurde. 1930 verstarb er im Parchim.

'''Wie schön ist das Cover'''
Ich habe die alte Variante des Buches und das Cover ist unglaublich liebevoll gezeichnet. Eine Farm mit Kühen, Schafen, Schweinen und vielen anderen Tieren. Passender hätte man es nicht gestalten können.

'''Zitierter Klappentext'''
Jürnjakob Swehn, der Sohn eines Tagelöhners aus Mecklenburg, wandert 1868 nach Amerika aus. Er findet Arbeit auf einer Farm in Iowa, er heiratet, wird Pächter eines kleinen Anwesens, doch sein Ziel ist ein eigenes Stück Land … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Der Tagelöhner Jürnjakob Swehn ist 19 Jahre alt, als er genug von Mecklenburg hat und im Jahr 1868 nach Amerika auswandert. In zahlreichen Briefen, die er hauptsächlich im Winter schreibt, erzählt er seinem früheren Lehrer, dem Vater von Gillhoff, seine Erlebnisse. Auf diese Weise geht es um seine Überfahrt, die ersten harten Jahre auf verschiedenen, fremden Farmen und die Suche nach dem eigenen Farmland. Als er dieses findet, gehen seine Berichte um die harte Arbeit, die Familiengründung, Land und Leute, aber auch um die Schule.

Unterteilt ist das Buch in folgende Kapitel:

Vorwort des Autors
1. Kapitel - Die Überfahrt
2. Kapitel - Ein langer Monat
3. Kapitel - Auf eigener Farm
4. Kapitel - Indianergeschichten und Kinderbriefe
5. Kapitel - Auf der Weltausstellung in Chicago
6. Kapitel - Am Sterbebett der Mutter
7. Kapitel - Von Kirchen und Pastoren
8. Kapitel - Beim Maispahlen
9. Kapitel – Das Exam. Von einer jungen Lehrerin und von alten Erinnerungen
10. Kapitel - Allerlei Lesefrüchte
11. Kapitel - Jürnjakob, das ist Heimweh!
12. Kapitel - Leg den Brief zu Matthäi 5!

'''Sarahs Meinung'''
Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer ist nicht unbedingt die Art von Lektüre, die von den heutigen Lesern bevorzugt wird. Die Tatsache beruht zum Teil auf seinem recht hohen Alter, meine Ausgabe stammt aus dem Jahre 1978, aber auch an der platten Sprachwahl, die nicht unbedingt jedem liegt.

Um euch einmal vorab zu zeigen, was ich damit überhaupt meine, setze ich hier auf ein kleines Zitat von Seite 15:
Morgens zwei Uhr dampften wir die Elbe hinunter. Ich schlief oben, und die Ochsen brüllten unten. Kurz vor zwölf kamen wir auf die Nordsee. So was hab ich in meinem Leben nicht gesehen. Lieber Freund, ich kann dir mitteilen, dass die Nordsee viel Wasser in sich hat. Da ist genug für den Hornkatener Sand, und die Bockuper kann auch noch was abkriegen, dazu die Lüneburger Heide. Und dann ist das doch bloß, als wenn du einen Tropfen aus eurem großen Waschtuppen voll rausgenommen hast, Siehe, das ist alles noch von der Sündflut nachgeblieben.“

Wie man sieht ist Gillhoff kein klassischer Roman gelungen, sondern eigentlich ein zeitloser Klassiker, der uns das Ende des 19. Jahrhunderts und die Welle der Auswanderer näher bringt. Dabei setzt er auf einen Protagonisten, der eigentlich keiner ist, denn die Briefe, die in diesem Buch veröffentlicht wurden, sind biographisch. Sie stammen von einem Schüler seines Vaters und der Auto hat diese einfach gebündelt und als Buch herausgebracht. Mit diesem Wissen ist das Buch noch eine Spur realistischer. Jürnjakob kann mit seinem naiven, bäuerlichen Charme und seiner platten, einfachen Sprache einen Reiz entstehen lassen, den nicht mal Kathy Reichs mit ihrer allseits beliebten Figur Tempe zu versprühen mag. Warum ich diese Autorin wähle, weil ich viele ihrer Werke sehr schätze, und sie eine absolut beliebte Autorin ist. Ich hätte auch eine andere Autorin mit einer beliebten Figur wählen können. Ähnlich wie bei Forrest Gump macht dieser naive Reiz das Buch so unglaublich lesenswert. Der harte Weg von Deutschland nach Amerika ist so lebendig und doch simpel dargestellt. Man weiß gar nicht, ob es besser gewesen wäre, wenn man die Briefe als Vorlage gewählt hätte, um darauf eine eigene Geschichte zu verfassen. Die Frage ob ein Detail fehlt stellt sich bei diesen Briefen gar nicht, denn man verspürt den Drang nach dieser Fragestellung nicht im Geringsten. Schließlich weiß der Schreiber mit den wenigen Worten alles zu sagen. Es ist so authentisch zu sehen, wie hart das Leben damals auf fremden Farmen war, und wie wunderschön die Mehrarbeit auf einer Farm das Leben gestalten kann.

Wer Fan von Siedlergeschichten ist, wird diese Art von Beschreibung lieben. Die Entwicklung vom deutschen Auswanderer, zum kleinen, glücklichen Farmer ist in jeder Minute lesenswert. Besonders überzeugend ist die Mischung aus einem alten Deutsch, Platt und englisch. Dadurch wirkt es authentischer und passt noch besser zusammen. Würde man nicht selbst so reden? Wie oft ging die Mutter meines früheren Freundes plötzlich in ihre Heimatsprache, polnisch, über ohne dies zu merken, und genauso plötzlich redete sie deutsch. Es ist so liebenswert.

Für mich hat das Buch alles. Spannung, Momente des Lachens, traurige Situationen und das alles so zeitlos verpackt, dass es mich auch heute noch begeistert. Für mich klare fünf Sterne.


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Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



Die verlorene Jägerin II - Buffy / Christopher Golden

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor dem Lesen===


Buffy, ich persönlich habe einige Folgen gesehen, aber als Fan würde ich mich nicht bchen und hat eben auch drei Bücher von Buffy. Da ich gerade für eine Challenge ein Buch mit Vampiren brauchte, habe ich mich entschlossen, mir eins dieser Werke zu Gemüte zu führen. Leider hat mein Mann nicht drauf geachtet und das Werk besteht aus vier Teilen. Er hat jedoch nur den zweiten Band. Wie es mir gefallen hat, ich versuche objektiv zu sein ;)

'''Buchdaten'''
Autor: Christopher Golden
Titel: Die verlorene Jängerin 2
Verlag: Egmont Vgs (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802528778
ISBN-13: 978-3802528774
Kosten: 0,01€
Serie: Buffy

'''Leseinformationen'''
Genre: Fantasy
Niveau: leicht
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage


'''Autor/in'''
Christopher Golden ist preisgekrönter Bestsellerautor und bekannt für Romane wie Wildwood Road, The Boys Are Back in Town, Of Saints and Shadows, und die Body of Evidence-Thrillerserie, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Abgesehen von seinen eigenen Projekten ist er Co-Autor zahlreicher Romane und Comics, deren Geschichten in der TV-Welt von Buffy the Vampire Slayer und Angel angesiedelt sind. Seine Bücher wurden in mehr als vierzehn Sprachen übersetzt. Golden lebt mit seiner Familie in Massachusetts.

Zusammen mit Thomas E. Sniegoski bildet er darüber hinaus ein äußerst bewährtes Autorenteam. Gemeinsam schrieben sie für ihre erwachsene Leserschaft die Dark-Fantasyserie The Menagerie und für die jungen Leser die Fantasyserie OutCast. Für beide Serien erwarb Universal Pictures kürzlich die Filmrechte sowie auch derzeit die gemeinsame Comicserie The Sisterhood bei InterMedia als Spielfilm in Vorbereitung ist. (Quelle: Feder-und-Schwert.com

'''Optischer Eindruck'''
Es ist eben Buffy in einer netten Pose abgelichtet.Diesmal ist auch Willow in einer netten Poste dabei. Wer Buffy mag, wird also auch das Cover lieben.

'''Zitierter Klappentext'''
Seit Menschengedenken treiben sie ihr Unwesen im Verborgenen - Vampire, Dämonen, unheilvolle Mächte. Doch in jeder Generation gibt es eine Jägerin, deren Aufgabe es ist, diese Höllenbrut zu bekämpfen. Aber warum musste dieser Job ausgerechnet Buffy zufallen, einer jungen, hübschen und - auf den ersten Blick - ganz normale Schülerin Und so ist Buffy alles andere als glücklich über ihre 'Bestimmung' - und das nicht erst, seit bei einer ihrer Jagden die High School ihrer Heimatstadt in Flammen aufging … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Buffy ist gefangen. Fünf Jahre lang wurde sie von den Vampiren in einem kleinen Gefängnis festgehalten. Regelmäßiges Essen und mal ein paar Worte, aber mehr ist nicht drin. Sie soll leben, das merkt sie, aber warum versteht sie nicht. So trainiert sie täglich, und wartet auf den Tag, an dem sie fliehen kann. Doch eine andere Jägerin, die ihr nach fünf Jahren präsentiert wird, ist davor ihren Plan zu ruinieren, denn sie macht schnell klar: Eine muss sterben. Buffy überlebt und nutzt das Chaos aus um zu fliehen. Doch draußen hat sich alles verändert. Die Straßen sind menschenleer und die Lokale sind auf Vampire ausgelegt. Buffy muss einen Weg finden, um die Vergangenheit bereisen zu können, um die Zukunft zu ändern.

'''Was passierte vorher'''
Buffy versucht als Jägerin, aber auch als Studentin zu bestehen. Ohne Hilfe will sie alles schaffen, und stößt dabei ihre Freunde gerne vor den Kopf. Als eine neue Vampierspezies nach Sunnydale kommt, die von einem Fledermausgott angeführt wird, kommt es zu einem Streit zwischen Willow und Buffy. Die Folge ist ein Fehler bei dem Giles in die Hände des Feindes gerät. Als Buffy versucht ihren Fehler auszubügeln und einen Blick in die Zukunft werfen will, gerät sie an die Frau des Fledermausgottes. Sie will sich Buffys Körper aneignen und Buffys Seele gelangt in die Zukunft.

'''Sarahs Meinung'''
Insgesamt besteht diese kleine Reihe aus vier Bänden. Das vorliegende Buch ist der zweite Teil. Mein Mann hat dies leider nicht sofort erkannt, und nur den zweiten Band gekauft. Da die Bücher zu diesem Zeitpunkt teilweise 20€ kosteten, blieb es auch dabei. Aus diesem Grund habe ich mich über Rezensionen schlau gemacht, worum es in den anderen Werken geht. Bei einem solchen Buch ist ein Quereinstieg alles andere als angenehm. Ich habe es probiert und das Buch erst einmal wieder zur Seite gelegt, bis ich wusste, wie Buffy in die Zukunft kam.
Fans der Reihe werden natürlich den ersten Teil gelesen haben, und somit ist der Einstieg dann natürlich ein Selbstgänger.

Buffy selbst ist eine Figur, die schon durch die Fernsehserie geprägt ist. Sie ist toll umgesetzt und man erkennt auch ohne den Namen, dass es sich um Buffy handelt. Sportlich, selbstbewusst, kampfbereit und trotzdem weiblich.

Allerdings war dies auch das Einzige, was mich an Buffy erinnert hat. Die Idee, dass die Menschheit von Vampiren übernommen wird, ist sicherlich nicht verkehrt. Allerdings muss ich zugeben, dass mir die sonst so präsente Spannung in diesem Band fehlte. Dafür kann die Geschichte jedoch nichts, denn eigentlich ist es eine komplette Geschichte, die eben an einer spannenden Stelle unterbrochen wird, und erst im nächsten Band weitergeführt wird. Bei einer TV-Serie üblich, aber im Buch wirkt es leider schlecht. Die Spannung wird unterbrochen und liest man die Werke einzeln, dann fehlt gerade am Anfang die Spannung. Es gibt keine Einleitung oder Wiederholung, sonder man wird einfach in dieses Buch hineingeworfen. Die meisten Leseratten bewerten in diesem Fall das gesamte Werk, da ich es jedoch nicht habe, und es bei dieser Bewertung um das reine Buch geht, werde ich mich auch daran orientieren. Und ich empfand den Solo-Einstieg in den zweiten Band sehr langatmig und in meinen Augen dümpelte es dahin. Selbst der erste Kampf zwischen den Jägerinnen wirkte irgendwie blass.

Erst als Buffy die neue Welt erkundet, beginnt sich langsam Spannung aufzubauen. Bei einem Buch das aber nur rund 120 Seiten hat, ist schon rund die Hälfte passiert. Nun kann man das andere auch nicht als wirklich spannend betrachten. Im Grunde wird viel mit recht oberflächlich beschriebenen Persönlichkeiten gekämpft. Hier liegt es aber auch wieder daran, dass sich die Autoren nicht die Mühe machen, sie für fremde Leser einzuführen, sondern voraussetzen, dass die Leser die Serie kennen. Ja, ich kenne die wichtigsten Figuren, aber nein, ich habe keine Ahnung wer Buffy das Herz gebrochen hat oder ähnliches. Zwar wird alles grob erklärt, aber grob ist eben grob. Ich als Nicht-Fan hatte so meine Probleme alles zu verstehen, die Verbindungen zu erkennen oder ähnliches. Hier ein kleines Zitat von S. 53:

Oh mein Gott“, hauchte sie. „Parker.“ Das letzte Mal, als sie ihn getroffen hatte, war er ein Erstsemestler am College gewesen. Er hatte sie verführt und dann ausgenutzt. Später hatte er so getan, als hätte er sich völlig korrekt verhalten.

Man erfährt zwar grob wer er ist, aber äußerlich bleibt alles sehr blass. Im Grunde erfährt man lediglich die Haarfarbe. Mir ist das persönlich einfach zu dürftig.

Und so ist es leider bei den anderen Figuren. Aber auch bei Szenen. Bücher die auf Serien basieren richten sich ja nun einmal leider an Fans, und da ist es ja so, dass Orte, Figuren und alles drum herum kennt. Dementsprechend fällt es mir auch schwerer das Buch zu bewerten. Ein Buch setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen. In dem Fall Spannung, Stil, Figuren, Einstieg, Schluss. Um Sie mal im Groben zu benennen. Der Stil ist sicherlich nicht verkehrt. Er lässt sich leicht lesen und ist auf das Wichtigste beschränkt. Keine unnötigen Details, modern und angepasst an die mehr jugendlichen Leser, die sich damals für die Serie begeistert haben. Der Einstieg kann nur im Gesamtpaket überzeugen, aber nicht als einzelner, und so ist es auch mit dem Schluss gehalten. Es bricht an einer total spannenden, packenden Szene ab und man fragt sich, wie es weitergeht, aber eben mitten in der Geschichte. Ich persönlich mag auch dies nicht. Ein Schluss, der so ausgelegt ist, dass eine Fortsetzung kommen kann, aber in sich abgeschlossen ist, okay, aber nicht so. In meinen Augen wurde hier nur versucht Geld zu schinden, weil man die vier Teile auch gut und gerne als ein Werk hätte verkaufen können. Die Figuren hatte ich anfangs schon erwähnt, und so ist es halt eher ein Buch, dass in meinen Augen weniger überzeugen kann. Auch mein Mann, der wirklich jede Folge mitsprechen kann, und ein eingefleischter Fan ist, kann diesem Buch nichts abgewöhnen. Er hat noch andere Werke von Buffy und gibt selbst zu, dass es eins der eher langweiligeren und schlechteren Werke ist. Nicht nur, weil eben der erste, dritte und vierte Band fehlt. Da es jedoch kaum Menschen gibt, die bei einem solchen Paket wirklich mittendrin anfangen, werde ich es neutraler bewerten, und gebe dem Buch drei Sterne. Mir ist es aber trotzdem zu blass gehalten und da die Einstiegs und Ausgangspunkte nicht perfekt gewählt wurden, nehme ich die goldene Mitte.


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Johannes Busch - Ein Botschafter Jesu Christi / Wilhelm Busch

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.


In meinem Buchregal gibt es eine Abteilung, um die ich einen großen Bogen mache. Von einer guten Freundin habe ich zahlreiche Bücher geschenkt bekommen. Und nachdem ich nun schon alle halbwegs vielversprechenden gelesen habe, gibt es nun recht viele, die überhaupt nicht nach meinem Geschmack sind. Ich weiß, eigentlich, sollte ich sie verkaufen, aber wie oft habe ice Chance“, musste ich es lesen. 


'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Wilhelm Busch
Titel: Johannes Busch - Ein Botschafter Jesu Christi
Verlag: Wuppertal Aussaat-Verl., (1957)
Sprache: Deutsch
ASIN: B0026YJATU
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Biographie
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage


'''o0o Autor/in o0o'''
Wilhelm Busch, 1897-1966, Pfarrer, fand als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Im Dritten Reich erlitt er als Angehöriger der Bekennenden Kirche Verfolgung und Verhaftung. Nach Kriegsende erreichte Wilhelm Busch als Evangelist mit seiner Botschaft von Jesus Christus zahlreiche Menschen. (Quelle: Amazon.de)

'''o0o Optik o0o'''
Meine Ausgabe ist optisch nicht unbedingt ein Highlight. Es ist ein Foto von Johannes Busch abgebildet und mit dem rosa und weißen Hintergrund eher langweilig. Das hat auch mein Sohn so empfunden und es doch gleich für mich zerrissen

'''o0o Inhalt o0o'''
- das Erbe seiner Väter
- das Haus in der Gartenstraße
- im Zeichen des Bruderrates
- der Pennäler
- der Student
- als Lehrvikar in Bielefeld
- Wideystraße 4 in Witten
- der Westbund meldet sich
- Kirchenkampf in Witten
- der Bundeswart
- in Uniform
- von vorne anfangen
- auf vollen Touren
- mancherlei Dienste
- Frau Grete
- das Leben geht weiter
- es geschah auf einer nächtlichen Straße
- wenn dann zuletzt ich angelanget bin
In diesen Kapitel lässt Wilhelm Busch das Leben seines Bruders Johannes Revue passieren. Untermalt mit zahlreichen Fotos entsteht so eine außergewöhnliche Biographie.

'''o0o Leseprobe o0o'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen. Das Zitat findet ihr unter „Meine Meinung“, damit man deutlich erkennen kann, warum ich es nutze.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Wilhelm Busch und sein Bruder Johannes sind nicht nur Christen ein Begriff. Sie sind faszinierende Persönlichkeiten. Was liegt als Näher als eine Biographie über einen der Brüder, verfasst vom Anderen? Nach dem Tode von Johannes hat Wilhelm dies umgesetzt und wir kommen nun in den Genuss seinen Bruder so zu sehen, wie er ihn über all die Jahre gesehen hat.

Als ich nach der Trauerfeier vom Grabe meines lieben Bruders Johannes wegging, sah ich hinter einem Gebüsch einen jungen Mann hemmungslos weinen. Das schien mir der ergreifendste Nachruf zu sein.Dieses Zitat stammt von S. 7 und zeigt, wie hoch er seinen Bruder geschätzt hat, dass er nur ein solches Weinen als wirklich guten Nachruf ansieht. Es ist aber auch ein Beleg für den einfachen, aussagekräftigen Stil, der das gesamte Buch zu einem leichten Lesevergnügen macht. Mit klaren Worten zeigt er die wichtigsten und prägendsten Momente seines Bruders auf. Er ermöglicht ein familiäres Kennenlernen, wie es nur ein liebender Verwandter vermag. Als Leser hat man so das Gefühl ihn selbst gekannt zu haben, und ihn noch ein Stück besser kennenzulernen. Untermalt wird das Werk von zahlreichen Fotos, die Johannes samt Familie, Wilhelm und an den wichtigsten Schauplätzen zeigt. Vom Krieg, dem Vaterwerden, der Liebe bis zu seinem unerschütterlichen Glauben lernt man ihn kennen.

Letzteres ist ein Aspekt, der so manchen Leser besonders reizt. Ich persönlich bin weniger der Fan von religiösen Büchern und auch wenn ich die Persönlichkeiten kenne, muss ich darüber nicht unbedingt lesen. Bei dieser Biographie ist es jedoch so, dass man zwar viele Anspielungen auf Gott, Religion und Glauben findet, das Augenmerk jedoch mehr auf dem Leben selbst liegt. Da Johannes Busch ein gläubiger Mensch war, lässt es sich nicht gänzlich vermeiden, aber es ist geschickt verpackt, sodass man sich auch dann nicht langweilig oder in die Ecke gedrängt fühlt, wenn man anders oder gar nicht glaubt.

Ein kleines Beispiel von S. 47 Gott hat es als wohlbedacht und alles, alles recht gemacht! Gebt unserem Gott die Ehre!Diese Worte fallen Johannes ein, als er nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus erwacht, während der Fahrer noch vor Ort verstorben ist.

Ich habe das Buch nun gelesen, und bereut habe ich es nicht wirklich, aber es ist trotzdem kein Buch, was ich gelesen haben muss. Aus diesem Grund kann ich das Buch nur jemanden empfehlen, der sich wirklich für die Brüder und ihre Ansichten interessiert. Auf jeden Fall bringt es sein Bruder auf den Punkt und biographisch ist alles vertreten, was ich mir persönlich immer wünsche. Daher gibt es von mir auch volle fünf Sterne.


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