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Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer / Johannes Gillhoff

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.


Heute habe ich mal ein Buch, bei dem ich gar nicht so genau weiß, in welche Kategorie ich das Buch einstufen soll. Es handelt sich um ein altes Auswandererbuch und war damals ein Bestseller, aber heute könnte man es weder als historisch noch Belletristik einstufen. Das Buch habe ich von einer befreundeten Autorin, die es bei ihrer Mutter, entdeckt hat, geschenkt bekommen. Nachdem ich lange Zeit nicht wusste, ob ich es lesen will, habe ich mich nun endlich daran gewagt, und möchte es euch nun vorstellen.

'''Allgemeine Buchdaten'''
Autor: Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer
Titel: Johannes Gillhoff
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423251859
ISBN-13: 978-3423251853
Preis: 9,95€

'''Leseinformationen'''
Genre: Historisch
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage


'''Informationen zum Autor'''
Johannes Heinrich Carl Christian Gillhoff, wie der Autor komplett heißt, wurde am 24.5.1861 in Glaisin geboren. Er absolvierte die Präparandenanstalt bis 1876 und arbeitete danach als Lehrer, wie sein Vater schon. Neben seiner Tätigkeit reiste er gerne, war als Volkskundler unterwegs und sammelte zahlreiche Redewendungen und Sprichwörter. Irgendwann kam jedoch der Punkt, wo er sich der Literatur widmete und ein sehr erfolgreicher Schriftsteller wurde. 1930 verstarb er im Parchim.

'''Wie schön ist das Cover'''
Ich habe die alte Variante des Buches und das Cover ist unglaublich liebevoll gezeichnet. Eine Farm mit Kühen, Schafen, Schweinen und vielen anderen Tieren. Passender hätte man es nicht gestalten können.

'''Zitierter Klappentext'''
Jürnjakob Swehn, der Sohn eines Tagelöhners aus Mecklenburg, wandert 1868 nach Amerika aus. Er findet Arbeit auf einer Farm in Iowa, er heiratet, wird Pächter eines kleinen Anwesens, doch sein Ziel ist ein eigenes Stück Land … (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Der Tagelöhner Jürnjakob Swehn ist 19 Jahre alt, als er genug von Mecklenburg hat und im Jahr 1868 nach Amerika auswandert. In zahlreichen Briefen, die er hauptsächlich im Winter schreibt, erzählt er seinem früheren Lehrer, dem Vater von Gillhoff, seine Erlebnisse. Auf diese Weise geht es um seine Überfahrt, die ersten harten Jahre auf verschiedenen, fremden Farmen und die Suche nach dem eigenen Farmland. Als er dieses findet, gehen seine Berichte um die harte Arbeit, die Familiengründung, Land und Leute, aber auch um die Schule.

Unterteilt ist das Buch in folgende Kapitel:

Vorwort des Autors
1. Kapitel - Die Überfahrt
2. Kapitel - Ein langer Monat
3. Kapitel - Auf eigener Farm
4. Kapitel - Indianergeschichten und Kinderbriefe
5. Kapitel - Auf der Weltausstellung in Chicago
6. Kapitel - Am Sterbebett der Mutter
7. Kapitel - Von Kirchen und Pastoren
8. Kapitel - Beim Maispahlen
9. Kapitel – Das Exam. Von einer jungen Lehrerin und von alten Erinnerungen
10. Kapitel - Allerlei Lesefrüchte
11. Kapitel - Jürnjakob, das ist Heimweh!
12. Kapitel - Leg den Brief zu Matthäi 5!

'''Sarahs Meinung'''
Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer ist nicht unbedingt die Art von Lektüre, die von den heutigen Lesern bevorzugt wird. Die Tatsache beruht zum Teil auf seinem recht hohen Alter, meine Ausgabe stammt aus dem Jahre 1978, aber auch an der platten Sprachwahl, die nicht unbedingt jedem liegt.

Um euch einmal vorab zu zeigen, was ich damit überhaupt meine, setze ich hier auf ein kleines Zitat von Seite 15:
Morgens zwei Uhr dampften wir die Elbe hinunter. Ich schlief oben, und die Ochsen brüllten unten. Kurz vor zwölf kamen wir auf die Nordsee. So was hab ich in meinem Leben nicht gesehen. Lieber Freund, ich kann dir mitteilen, dass die Nordsee viel Wasser in sich hat. Da ist genug für den Hornkatener Sand, und die Bockuper kann auch noch was abkriegen, dazu die Lüneburger Heide. Und dann ist das doch bloß, als wenn du einen Tropfen aus eurem großen Waschtuppen voll rausgenommen hast, Siehe, das ist alles noch von der Sündflut nachgeblieben.“

Wie man sieht ist Gillhoff kein klassischer Roman gelungen, sondern eigentlich ein zeitloser Klassiker, der uns das Ende des 19. Jahrhunderts und die Welle der Auswanderer näher bringt. Dabei setzt er auf einen Protagonisten, der eigentlich keiner ist, denn die Briefe, die in diesem Buch veröffentlicht wurden, sind biographisch. Sie stammen von einem Schüler seines Vaters und der Auto hat diese einfach gebündelt und als Buch herausgebracht. Mit diesem Wissen ist das Buch noch eine Spur realistischer. Jürnjakob kann mit seinem naiven, bäuerlichen Charme und seiner platten, einfachen Sprache einen Reiz entstehen lassen, den nicht mal Kathy Reichs mit ihrer allseits beliebten Figur Tempe zu versprühen mag. Warum ich diese Autorin wähle, weil ich viele ihrer Werke sehr schätze, und sie eine absolut beliebte Autorin ist. Ich hätte auch eine andere Autorin mit einer beliebten Figur wählen können. Ähnlich wie bei Forrest Gump macht dieser naive Reiz das Buch so unglaublich lesenswert. Der harte Weg von Deutschland nach Amerika ist so lebendig und doch simpel dargestellt. Man weiß gar nicht, ob es besser gewesen wäre, wenn man die Briefe als Vorlage gewählt hätte, um darauf eine eigene Geschichte zu verfassen. Die Frage ob ein Detail fehlt stellt sich bei diesen Briefen gar nicht, denn man verspürt den Drang nach dieser Fragestellung nicht im Geringsten. Schließlich weiß der Schreiber mit den wenigen Worten alles zu sagen. Es ist so authentisch zu sehen, wie hart das Leben damals auf fremden Farmen war, und wie wunderschön die Mehrarbeit auf einer Farm das Leben gestalten kann.

Wer Fan von Siedlergeschichten ist, wird diese Art von Beschreibung lieben. Die Entwicklung vom deutschen Auswanderer, zum kleinen, glücklichen Farmer ist in jeder Minute lesenswert. Besonders überzeugend ist die Mischung aus einem alten Deutsch, Platt und englisch. Dadurch wirkt es authentischer und passt noch besser zusammen. Würde man nicht selbst so reden? Wie oft ging die Mutter meines früheren Freundes plötzlich in ihre Heimatsprache, polnisch, über ohne dies zu merken, und genauso plötzlich redete sie deutsch. Es ist so liebenswert.

Für mich hat das Buch alles. Spannung, Momente des Lachens, traurige Situationen und das alles so zeitlos verpackt, dass es mich auch heute noch begeistert. Für mich klare fünf Sterne.


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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