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Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof / Bastian Bielendorfer

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Meine Mutter hat manchmal einen recht komischen Buchgeschmack, und da ich ihre gelesenen Bücher bekomme, habe ich immer das Pech ebenfalls in diesen Genuss zu kommen. Biographien sind sehr oft darunter und werden eigentlich gerne gelesen, sofern es nicht irgendwelche komischen Varianten sind, wie zum Beispiel Lehrer oder Putzfrauen reden über ihren Alltag. In diesem Fall ist es ein Schüler. Ein netter, junger Mann möchte seine Erlebnisse mit zwei Eltern, die Lehrer an seinen Schulen waren, zum Besten geben. Während einige toll fanden, gab es viele, die das Buch in der Luft zerfetzt haben. Meine Lust war jedenfalls im Keller, aber es muss ja bei mir gelesen werden. Und da mir für eine Challenge noch ein Buch aus dem Jahr 2011 fehlte, kam dieses natürlich dran.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Bastian Bielendorfer
Titel: Lehrerkind
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 19 (1. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492272967
ISBN-13: 978-3492272964
Preis: 1€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Biographie
Niveau: trivial
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Informationen zum Autoren o0o'''
Bastian Bielendorfer wurde 1984 geboren. Seine Eltern sind beide Lehrer. Nach seinem Abitur fing er an zu studieren, brach jedoch ab. Nun ist er angehender Psychologe und lebt in Köln. Warum nun im Klappentext steht, dass er Lehrer wird und in seinen Informationen etwas von Psychologe steht, müsst ihr ihn selbst fragen.

'''o0o Wie schön ist das Cover o0o'''
Der liebe Bastian grinst frech in die Kamera. Etwas spießig und ich hätte mir hier eher ein Schulfoto von der Einschulung oder so gewünscht, aber warum nicht. Manchmal ist langweilig besser, und viele Leser wollen ja den lieben Bastian von heute sehen.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''
Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind - und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.(Quelle: Klappentext)

'''o0o Leseprobe o0o'''
http://www.amazon.de/Lehrerkind-Lebenslänglich-Pausenhof-Bastian-Bielendorfer/dp/3492272967/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1368440661&sr=8-1&keywords=Lehrerkind

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

Wem das zu blöd ist, hier ein kurzes Zitat, welches meine spätere Meinung untermalen soll. Ich greife Klischee und trivialer Stil mit diesem Zitat auf.

Neben ihm saßen Lisa und Lotte Fennermann, die Shining-Zwillinge. Zwei bemerkenswert gruselige Geschwister, immer gleich gekleidet, kaum zu einer abweichenden Aussage in der Lage, alles, was die eine sagte, schallte wie ein Echo im Grand Canyon noch einmal von der anderen hinterher. Ihre Eltern waren Zeugen Jehovas, was im Nachhinein ihre Teilnahme an meiner Geburtstagsfeier noch eigenartiger macht, vielleicht war es eine Art verdeckte Mission, um festzustellen, wie Atheisten so leben.“(ZITAT SEITE 59)

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Bastian wird 1984 geboren. Schon seine Geburt ist geprägt von seinen Eltern, denn der diensthabende Arzt war ein ehemaliger Schüler seines Vaters, der damals seinen Vater mit einer Arbeit zur Weißglut gebracht hat. Was damals schon geprägt war, verläuft auch mit zunehmenden Alter nicht anders. Die Grundschulzeit wird von seiner Mutter, die dort Lehrerin ist dominiert. Auch wenn sie es lustig findet, dass er sich gegenüber einem anderen Mitschüler wehrt, ist es natürlich für sie als Lehrerin eher eine Niederlage. Zumal das betroffene Kind auch noch tagelang ausfällt. Zu Hause ist es nicht besser. Jeder Wochentag ist verplant und sogar kindliche Briefe werden benotet. Wobei eine 4 für einen Jungen schon sehr aufbauend ist, wenn sie von einem Deutschlehrer stammt. Auf dem Gymnasium wird Bastian nicht mehr von der Mutter, sondern seinem eifrigen Herrn Papa verfolgt. Misserfolge in der ersten Liebe, bei Sportveranstaltungen und in der Schule sind selbstverständlich. Als Sohn zweier Eltern ist eben jeden Tag Elternsprechtag.

'''o0o Wie gefällt das Buch o0o'''
Ich bin kein Lehrerkind und kann dementsprechend nicht diesen Blickwinkel bewerten, aber das geht vielen Leuten so, und Bastian versucht es auf seine Art und Weise eben allen unwissenden zu vermitteln. Allerdings muss die Umsetzung auch stimmen, und das tut sie für meinen Geschmack nicht.

Bastian, der dem Jahrgang meiner Schulzeit entspricht, versetzt mich von Anfang an in meine Kindheit zurück. Man fühlt sich an eigene Erinnerungen erinnert, die man längst verdrängt hat. Wie schlimm war noch die eigene Schultüte? Man wünschte sich einen Gameboy oder ein schönes Buch, und bekam stattdessen viele Stifte, die man schon haufenweise hatte, x-mal die gleiche Süßigkeit und am Ende war man trotzdem glücklich. Wurde man nicht von jemanden gehänselt, den man selbst dann stolz wie ein Pfau geärgert hat. Schlechte Noten, Reinfälle, Streits mit Freunden das Buch weckt mit seinen kleinen Anekdoten zahlreiche Erinnerungen, und das ist in meinen Augen auch der einzig positive Aspekt des Buches.

Damit möchte ich nicht sagen, dass das Buch grundsätzlich schlecht ist, sondern wirklich eine Frage des Geschmacks. Der triviale Stil zum Beispiel lässt sich ausgezeichnet lesen, und sorgt zumindest bei mir für einen zügigen Lesefluss. Wäre nicht die eher blasse Schriftfarbe gewesen, die mir persönlich Probleme bereitet, ich hätte das Buch an einem Tag durchgelesen. Einfach weil man nicht viel nachdenken muss. Zwar benutzt Bastian Ausdrücke, die eben wirklich nichts für einen Otto-Normal-Verbraucher sind, und die ich mit meinem Fachabi schon nachschlagen müsste, aber fairerweise erklärt er sofort nach dessen Nennung im idiotensicheren Deutsch, was diese bedeuten.


Was jedoch in meinen Augen eher übertrieben ist, dass Bastian wirklich jedes Klischee aufgreift. Ihm ist kein Klischee zu wider. Zeugen Jehovas oder böse Sportlehrer, alles ist vertreten, was einem in der Schulzeit begegnen könnte. An sich sind es ja genau diese Erlebnisse, die wohl jeder mehr oder weniger von uns erlebt hat. Allerdings betrachtet er alle Anekdoten aus dem Blickwinkel: Meine Eltern sind Lehrer. Dadurch wirkt es oftmals übertrieben künstlich. Das liegt aber auch daran, dass er alles versucht ins lächerliche zu ziehen und mit teilweise flachen und gähnend langweiligen Gags aufzupeppen. Ist es sein ernst, dass er zum Beispiel so gar nichts kann. Er ist im sportlichen eine Niete, zeichnen schafft sein Gehirn nicht, weil es falsche Informationen an die Hand weitergibt, sodass statt eines Vogels ein Hund herauskommt, oder war es anders herum. Auf jeden Fall kann er angeblich nichts, und doch hat er das Abitur geschafft. So ganz passen kann das nicht, und aus diesem Grund trifft bei den gelesenen Geschichten folgender Spruch ins Schwarze: Aus den Augen aus denn Sinn. Ernst nehmen kann man die Mehrheit dieser übertriebenen Erzählungen aus seiner verkorksten Kindheit, an der 

Sicherlich wird bei einem normalen Kind nicht unbedingt die Schule mit nach Hause genommen, und die Eltern erfahren nicht immer alles, aber trotzdem haben auch wir Normalos genügend Probleme.

Neben all den Geschichten, gibt es kleine, handschriftliche Zettel, die verschiedene Lehrkörper charakterisieren. Diese Charakterisierungen treffen auf eine Vielzahl von Lehrern zu und man wird auch hier lächeln, wobei es eher auf Grund der Tatsache passiert, dass man gar nicht weiß, was der Autor damit bezwecken will. Es ist weder satirisch, noch wirklich auf einen bestimmten Lehrer bezogen. Ich habe all die Beschreibungen nur überflogen, nachdem ich mich durch die erste gekämpft hatte.

Im Grunde basiert das Buch auf viel Seitenhieben. Gegen sich selbst, die Eltern und die Umwelt. Durch die übertrieben Umsetzung, im Grunde müsste er nämlich ein dicker Zwerg sein, den man zehn Meilen gegen den Wind riecht, der fünf linke Hände hat, Bausteingläser als Augen und einen IQ von 10, ist das Buch eher ermüdend und nervig, als wirklich unterhaltsam. Ich persönlich hätte mir statt der Lehrercharakterisierungen einfach ein paar auflockernde Bilder gewünscht, die mir auch bei einer solchen Biographie immer fehlen.

Alles in allem Okay, aber mehr eben auch nicht. Bis auf einige Aspekte hätte es die Schulzeit von Hinz und Kunz sein können.

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