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Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt / Emmy Abrahamson

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.



Sommerzeit ist bei mir Lesezeit. Diesmal war ich auf der Suche nach einem leichten Jugendbuch, und das habe ich auch gefunden, und möchte euch nun vorstellen. Vorab aber erst einmal ein paar allgemeine Fakten.



'''o0o Allgemeine Daten o0o'''

Autor: Emmy Abrahamson

Titel: Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt

Taschenbuch: 220 Seiten


Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3423625481

ISBN-13: 978-3423625487

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Originaltitel: Min pappa är snäll och min mamma är utlänning

Preis: 12,95€

Genre: Jugendbuch

Lesedauer: 2 Tage



'''o0o Autor/in o0o'''

Emmy Abrahamson wuchs u.a. in Moskau auf, sie studierte in London und Manchester und arbeitete als Schauspielerin in Amsterdam und Wien. Heute lebt sie in Südschweden. (Quelle:Amazon.de)




'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''

Warum um Himmels willen können die Mitglieder ihrer Familie nicht so sein wie alle anderen? Alicja wäre doch am liebsten eine ganz durchschnittliche 15-Jährige. Geht aber nicht, weil Alicjas Mutter Polin ist. Das sagt eigentlich schon alles – wenn man mit polnischen Müttern vertraut ist: Mit absoluter Treffgenauigkeit und pfeilgerade schaffen sie es, zu jeder Gelegenheit das zu tun, was ihren pubertierenden Töchtern wahlweise Scham, Zorn oder blanke Verzweiflung ins Antlitz treibt. Das fängt beim Essen an und hört bei Alicjas Freunden noch lange nicht auf. In alles mischt sich die Mutter ein. Als Alicja nach einem ihrer neuerlichen Verkupplungsversuche einen Tobsuchtsanfall erleidet und mit Tellern und Koteletts um sich schmeißt - der krönende Höhepunkt einer total verrückten Hochzeit übrigens - , geht ihr ein Licht auf: Nur wer sich wirklich liebt, kann sich so maßlos auf die Nerven gehen.(Quelle: Klappentext)



'''o0o Leseprobe o0o'''




Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.



'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''

Alicja ist 15 Jahre alt und die Sommerferien liegen vor ihr. Während ihre beiden Freundinnen einen Ferienjob haben, muss sie sich mit ihrer Mutter herumärgern, denn wer eine polnische Mutter hat, der hat 10 Ferienjobs auf einmal. Abgesehen davon, dass ihre Mutter, ihr eh keinen Ferienjob erlaubt hat. Im Grunde will ihre Mutter nur jedem und allem helfen, und so muss sich Alicja nicht nur von jedem sagen lassen, wie sie ihre Pickel mit Urin zu behandeln hat, sondern muss auch noch helfen eine Verwandte und ihre Tochter aufzunehmen, die vor dem prügelnden männlichen Haushaltsmitglied nach Schweden fliehen. So muss Alicja mit ihnen zum Papsbesuch, zur Jobsuche und vieles mehr. Dabei läuft sie immer wieder dem Schwarm ihrer besten Freundin über den Weg. Sie selbst mag Ola eigentlich gar nicht, und versteht nicht, warum sie immer rot wird. Damit hat sie jedoch noch nicht genug zu tun. Mit ihrer Mutter geht es nach Polen, um dort die Kleidung ihrer Flüchtlinge zu holen, und auf dem Rückweg kommen noch ein paar Handwerker mit, die sich Küche, Bad und Garten annehmen sollen, während ihr Paps in den USA ist. Das die Handwerker kein Talent haben und ständig für Stromausfälle sorgen ist nur das kleinste Problem, denn die Tochter der Untermieterin hat sich nämlich in Ola verliebt und schenkt ihm nicht nur tote Tiere. Pech ist nur, dass sie immer Alicjas Sachen trägt und jeder die beiden verwechselt, obwohl mindestens 40kg Unterschied deutlich sichtbar sind. Das Ola sie nun von der Polizei verhaften lässt, schlägt dem Fass doch den Boden aus. Sie sagt ihm gehörig die Meinung und erst als ihr Ola aus der Patsche hilft, merkt sie, dass sie ihm verzeihen kann, und ihn sogar liebt. Doch geht man mit dem Schwarm der besten Freundin. Das Chaos hört nicht auf, und nimmt seinen Lauf, als alle auf der dritten Hochzeit ihrer Untermieterin auftauchen.



'''o0o Meine Meinung o0o'''

Es gibt Bücher, die schon vom Titel sehr überzeugend klingen, und das war bei diesem Buch definitiv der Fall. Nach einer langen Beziehung mit einem Polen, finde ich auch heute noch den Familienzusammenhalt toll und war natürlich neugierig, wie schwer man es denn als Tochter haben soll.



Der Einstieg in das Buch ist glücklich gewählt. Als Leser lernt man Alicja, ihre Familie und ihre Freundinnen auf wenigen Seiten kennen. Einige Hintergründe sind nicht ganz klar und fehlten mir persönlich für ein rundes Bild. Zum Beispiel, wie sie nach Schweden gekommen sind. Aber es sind nur kleine Aspekte, denn sonst sind die einzelnen Charaktere lebendig und vielfältig gestaltet. Gerade als junger Leser wird man sich schnell mit Alicja identifizieren können, denn welcher Jugendliche hat sich noch nicht von seinen Eltern blamiert gefühlt.



Zeitgleich fällt jedoch der erste Mini-Kritikpunkt des Buches auf. Alicja hat Regeln, die sie für sich als Kind einer polnischen Mutter aufgestellt hat. Die Regeln im Buch beginnen jedoch im 200er Bereich. Es zeigt, wie viele sie schon in all den Jahren gesammelt hat, aber man möchte sie doch als Leser auch wissen, und so hätte ich es persönlich besser gefunden, wenn sie mal eine 10er Regel, mal eine 200er Regel und dann wieder eine 50er Regel aufgegriffen hätte. Ihr versteht sicherlich was ich meine. Es ist jedoch nur eine kleine Anmerkung, die wahrscheinlich kaum einen anderen Leser außer mir stören wird.



Inhaltlich setzt die Autorin auf Klischees. Ich glaube, sie lässt kaum ein Klischee aus, das man im Bezug auf Polen kennt. Klauen, uralte Haushaltstricks, die Familie erzählt sich alles und vieles mehr. Dadurch entstehen eine Menge peinliche Situationen und eine wirklich lustige Geschichte, die für so manchen Lacher sorgt, aber natürlich auch zum Träumen einlädt, denn welches Mädchen träumt nicht, wenn es eine tolle Liebesgeschichte liest? Durch den lockeren, jugendlichen Stil lässt sich alles unglaublich fix und flüssig lesen.



Allerdings sind es auch diese Klischees, die mich unglaublich stören. Zum Beispiel kocht Alicjas Mutter alles, was sie in die Finger bekommt und dann auch noch viel zu lang. Sie kocht sogar verschimmelten Käse. In den drei Jahren habe ich nie verschimmeltes Essen vorgesetzt bekommen oder auch nur im Kühlschrank entdeckt. So wie bei diesem Beispiel, ist es in 90% der Fällen. Nichtsdestotrotz sind es diese übertrieben Umsetzungen, die einem zum Schmunzeln bringen. Ich persönlich hätte jedoch ein Nachwort oder ähnliches gewünscht, denn es gibt sicherlich jüngere Leser, die ganz ehrlich diese Anekdoten ernst nehmen.



Zudem hätte die Autorin bei einigen anderen Bereichen in meinen Augen etwas mehr nachdenken müssen. Zum Beispiel nehmen sie Flüchtlinge ohne Aufenthaltsgenehmigung auf. Diese fliehen vor dem schlagenden Vater / Ehemann, und das erste was die eher durchgeknallte Mutter hier in Angriff nimmt? Sie sucht sich einen neuen Ehemann. Scheidung ist hier aber ein Fremdwort und so heiraten sie noch innerhalb der Sommerferien, die übrigens in Schweden ca. 2 Monate sind.



Leider ist auch nicht alles übersetzt. Gerne werden polnische Worte, Sätze und ähnliches eingebunden. Viele Begriffe sind mir auch ohne Übersetzung bekannt gewesen, aber leider wurde nicht alles wirklich übersetzt und das fand ich schade, denn dann hätte man auch darauf verzichten können.



Alles in allem ist es ein Buch, dass man nicht unbedingt ernst nehmen sollte, allerdings auch einen Wahrheitskern hat in Bezug auf peinliche Eltern. Es ist schön zu lesen und lustig. Darauf kommt es an. Allerdings fand ich als Teenager ein authentisches Buch immer sehr gut, sodass ich hier einen kleinen Punkt abziehe.



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