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Der Patient / John Katzenbach

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ahhhh.. Das war das erste Wort, dass mir in den Sinn kam, als ich das Buch damals bei einem Weihnachtswichteln in unseren Buchpaketen fand. Auf der einen Seite hatte ich schon viel von dem Autoren gehört und wollte auch etwas von ihm lesen, aber soooo viele Seiten. Die liebe Sarah ist doch eher der Typ, der gerne so 300-500 Seiten liest. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Bücher werden nicht künstlich in die Länge gezogen, finden einen raschen Einstieg und falls sie öde sind, muss ich mich nicht durch so viele Seiten quälen. Ist das Buch jedoch genial, dann freue ich mich natürlich über jede Seite extra. ;) Auf Grund beider Faktoren wanderte das Buch in mein Regal, und ich hätte es wahrscheinlich auch noch nicht gelesen, wenn ich nicht bei einer SUB-Abbau-Challenge mitgemacht hätte. Denn dort wurden mir 12 Bücher ausgesucht, die ich lesen muss. Wie gemein doch die Welt sein kann, oder!?


'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: John Katzenbach
Titel: Der Patient
Taschenbuch: 670 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426629844
ISBN-13: 978-3426629840
Originaltitel: The Analyst
Preis: 10,99€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Autor/in o0o'''
John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den "Miami Herald" und die "Miami News". Bei Droemer Knaur sind inzwischen zahlreiche Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller "Das Opfer", "Das Rätsel", "Die Anstalt", "Der Patient" und "Der Professor". Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts. Weitere Informationen unter www.john-katzenbach.de(Quelle: Amazon.de)

'''o0o Optik o0o'''
Ein Skalpell, ein Foto und Blut. Ich persönlich hätte einen Brief mit Blut passender gefunden, aber obwohl ich persönlich das Cover nicht unbedingt zum Buch passend finde, gefällt es mir gut.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''
Am Abend seines 53. Geburtstages verwandelt sich das Leben des New Yorker Psychiaters Dr. Frederick Starks in einen Alptraum. Im Wartezimmer seiner Praxis liegt ein Brief mit der Überschrift »Willkommen am ersten Tag Ihres Todes!« - unterzeichnet von einem »Rumpelstilzchen«. Starks hält das zunächst für einen üblen Scherz, doch er wird auf grausame Weise eines Besseren belehrt. Der Unbekannte zwingt ihn zu einem teuflischen Spiel: 15 Tage lässt er seinem Opfer, um herauszufinden, wer »Rumpelstilzchen« in Wahrheit ist. Sonst wird er, einen nach dem anderen, Starks Familie umbringen - es sei denn, der Psychiater gibt auf und opfert sein eigenes Leben. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt … (Quelle: Klappentext)

'''o0o Leseprobe o0o'''
http://www.amazon.de/Der-Patient-John-Katzenbach/dp/3426629844/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1371804691&sr=8-1&keywords=Der+Patient

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Dr. Frederick Starks ist Psychoanalytiker und seit einigen Jahren Witwer. Eigentlich ist er mit sich und seinem Leben zufrieden. Doch das ändert sich, als er an seinem 53. Geburtstag einen mysteriösen Brief in seiner Praxis vorfindet. Geschrieben von einem Rumpelstilzchen, der ihn wie im Märchen auffordert herauszufinden, wie sein echter Name ist. Die Alternative ist jedoch nicht so rosig, denn wenn er es nicht schafft, soll sich Dr. Starks umbringen. Tut er dies nicht, dann wird ein Familienmitglied für ihn sterben. Insgesamt hat er 15 Tage Zeit. Obwohl Ricky, wie Frederick von allen genannt wird, weder mit seiner Verwandtschaft viel am Hut hat, noch an den Inhalt des Briefes glaubt, ruft er bei seinen 52 Verwandten an, um zu erkennen, dass der Verfasser es absolut ernst meint. Ricky hat die Wahl, Rumpelstilzchen finden, sich umbringen oder ein junges Mädchen ins offene Messer laufen lassen. Die Erkenntnis, dass Rumpelstilzchen mit allen Wassern gewaschen ist, offenbart ihm, dass er sich beeilen oder in der Tat umbringen muss. Bei all seinen Patienten ist es jedoch gar nicht so leicht herauszufinden, wessen Leben er angeblich ruiniert haben soll. Zudem wird ihm seine Recherche mit zusätzlichen Steinen erschwert. Ein Anwalt hängt ihm eine Klage an, eine Frau beschuldigt ihn sie sexuelle genötigt zu haben, einer seiner Patienten wird umgebracht, seine Konten leer geräumt und seine Wohnung geflutet. Er ahnt, dass ihm die Zeit wegläuft und so heckt er einen riskanten Plan aus. Er täuscht seinen Selbstmord vor, und beginnt als Toter mit seinen Ermittlungen. Dabei stößt er auf ein trauriges Schicksal und ein dunkles Geheimnis. Ihm wird klar, dass er handeln muss, um wirklich frei zu sein, und das fordert Blut.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
John Katzenbach ist ein bekannter Autor, der für seine Thriller bekannt ist. Auch ich habe eine Menge von ihm gehört und wollte immer ein Buch von ihm lesen, und dementsprechend erfreut war ich, als ich dieses Buch durch ein Wichteln in den Händen hielt. Ich habe es mit sehr gemischten Gefühlen gelesen, und es zählt zu den Werken, wo es mir schwer fällt, ein Buch zu bewerten. Der Grund sind die beiden Teile, in die das Buch mit seinen 35 Kapiteln unterteilt ist.

Katzenbach hat sich einer interessanten und spannenden Idee bedient. Bei der Masse an Personen, die sich therapeutische Hilfe suchen, ist es eine spannende Frage, wie zum Beispiel Verwandte reagieren, wenn der betroffenen Person nicht geholfen wird. Fehlschläge sind immer möglich. Genau diese Idee macht sich der Autor zu nutzen und konstruiert ein gutes Gerüst. Zumindest für meinen Geschmack war der zum Selbstmord auffordernde Brief ein idealer Einstieg. Allerdings verliert sich John Katzenbach danach in seiner Geschichte. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich Probleme hatte mich mit der Figur von Ricky anzufreunden. Ricky ist im Grunde ein Charakter, der sich einerseits als Helfer ansieht, aber im Grunde wenig leistet. Eine schwache Persönlichkeit, die sich jedoch im Laufe des Buches zu einer ansprechenden Persönlichkeit entwickelt. Jedoch konnte ich anfänglich mit ihm wenig anfangen. Er ist ein Einzelgänger, hat keinen Kontakt zu Verwandten und im Grunde vom Leben keine Ahnung. Er weiß noch nicht einmal wie man einen PC bedient. Nun könnte man ihn als alternden Analytiker, der sich stets in seiner Praxis versteckt bezeichnen, und als Leser muss man nicht jede Hauptfigur lieben, aber durch die seitenlangen gedanklichen Monologe bekommt man zwar einen guten Eindruck von ihm, aber sie ziehen sich doch arg in die Länge. Im ersten Teil des Buches ist dies sehr extrem gehalten, und obwohl er versucht herauszubekommen, wer sich hinter Rumpelstilzchen verbirgt, kommt abgesehen von dem Katz und Maus Spiel, sowie dem Brief keine wirkliche Spannung auf.

ZITAT Seite 14
Herzlichen Glückwunsch zum 53. Geburtstag, Herr Doktor.
Willkommen am ersten Tag Ihres Todes.
Er schnappte nach Luft.
Von der abgestandenen Atmosphäre in der Wohnung wurde im plötzlich flau, und er griff nach der Wand, um Halt zu finden.

Die Zeit läuft dem Autoren davon, und dank immer neuer total idiotischer Steine, war ich zumindest für meinen Teil eher genervt. Lediglich die Neugierde und die Hoffnung nach einem guten Schluss haben mich diesen ersten Teil wirklich vollständig lesen lassen. Nach seinem inszenierten Tod erlebt das Buch in meinen Augen eine überraschende Wende. Dr. Starks entwickelt sich mit seinem Tod zu einem Rächer, selbstbewussten und ja manchmal sogar zu einem sympathisch wirkenden Menschen, obwohl er nun anfängt Grenzen zu überschreiten und sich auf die geheime Suche nach Rumpelstilzchen zu machen. Obwohl er keine Ahnung vom Leben hat, gelingt es ihm dank Google binnen weniger Tage zwei völlig falsche Identitäten zu erlangen. Eine klaut er sich selbst, die andere lässt er sich zusammen schustern. Der Protagonist wird zu einem Abklatsch von Rumpelstilzchen. Schließlich hat dieser auch all die Tricks drauf. Denkt man einmal genauer nach, dann wirkt alles sehr unrealistisch, eigentlich ein Punkt, der mich persönlich eher bei einem Thriller stört, in diesem Fall aber eigentlich irgendwie nicht. Das liegt aber hauptsächlich an der aufgebauten Spannung, die im zweiten Teil rapide ansteigt, denn Zusammenhänge werden aufgedeckt, und die eine oder andere Leiche taucht auf. Dadurch fallen die langatmigen Passagen, wie zum Beispiel Wohnungssuche mit all ihren Details gar nicht auf. Zumal man auch hier oder da eine kleine Ungereimtheit findet. Zum Beispiel wollen seine Vermieterinnen nur Studenten, und er behauptet mit 53 noch einmal zu studieren. Auch danach sorgt er für eine haarsträubende Geschichte, wo jede normale Frau, ihn nicht bei sich hätte einziehen lassen. Er hält sich mit Minijobs über Wasser, aber kann locker mal wegfahren, und sich um die Suche nach Rumpelstilzchen kümmern. Dabei hat man in den USA sonst immer so wenig frei. Es sind Kleinigkeiten, die jedoch der Spannung nichts anhaben können.

So kommt man Stück für Stück dem eigentlichen Rumpelstilzchen und seinem Geheimnis auf die Schliche. Und danach wird es recht rasant. Er verfolgt einen Plan, der für den Leser trotz zahlreicher Informationen, wie seine Einkaufsliste von Anfang an eher unklar ist. An manchen Stellen gibt es jedoch auch hier Schilderungen, die ich persönlich nicht nachvollziehen konnte. Zum Beispiel kennt er nun das Geheimnis um die Adoption und muss vor Rumpelstilzchen und Co. fliehen. Sein Fluchtweg ist ihm jedoch zu heiß, statt sich zu verstecken und zu beobachten, macht er ein riskantes Fahrmanöver, täuscht, fährt in die falsche Richtung, und nach Stunden dann in die richtige Richtung. In meinen Augen genauso gefährlich, und hier hätte es sicherlich bessere Möglichkeiten gegeben. Aber so sind einmal die Gedankengänge von Katzenbach, wie man schon vorher im Buch gemerkt hat.

Irgendwann wird dann alles zu einem Bild zusammengefügt, vorhandene Fragen wurden geklärt und dem Leser wird klar, dass nun ein Showdown kommen muss, wo sich der Autor wieder mal eher eine dürfte Lösung hat einfallen lassen. Das Nachtsichtgerät hätte Katzenbach gerne weglassen können. Mehr möchte ich nicht ins Detail gehen, denn ihr wollt es ja sicherlich noch lesen. Wie es sich gehört, passiert eine Menge und das Buch lässt keine offenen wichtigen Fragen zurück. Allerdings ist der Ausgang schon etwas schwach, denn Kleinigkeiten sind lassen Fragen aufkommen, wie zum Beispiel: Warum geht er nicht dahin, wo er sich so wohl gefühlt hat, sondern bricht auch dort alles ab? Trotz kleiner Macken hat mir jedoch der zweite Teil deutlich besser gefallen.

Wie soll ich jedoch ein solches Buch bewerten. Es gab Stellen, die mir sehr gut gefallen haben, ich habe mich unterhalten gefühlt und empfand vieles als spannend. Allerdings gab es auch Monologe, Fragen, unlogische Stellen und Kopfschüttler. Aus diesem Grund wähle ich die goldene Mitte. Es ist eine solide Arbeit, aber ich wüsste nach diesem Buch nicht, ob ich ein weiteres Werk von ihm lesen wollen würde.


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