Direkt zum Hauptbereich

Die Erben / Karin Dietl-Wichmann

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ihr erinnert euch sicher, dass ich an keinem Buch vorbeigehen kann, das eigentlich entsorgt werden soll. Bei uns werfen unsere Nachbarn gerne mal ein paar alte Bücher weg, und wenn ich die Kiste beim Altpapier entdecke, dann schaue ich sie stets durch. Diesmal habe ich mir ein sehr neues Buch geschnappt, und erst zu Hause näher angeschaut, und ganz ehrlich, dass Buch ist eigentlich nicht mein Genre. Familien-Drama wie bei Dallas. Ich war schon kurz davon mich zu erschießen, aber habe mich dann ans Lesen gemacht, denn mir war nach trivialer Unterhaltung und warum nicht ein solches Buch.


'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Karin Dietl-Wichmann
Titel: Die Erben
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Diana Taschenbuch (5. März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453265122
ISBN-13: 978-3453265127
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Familien-Drama
Niveau: trivial
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Informationen zum Autoren o0o'''
Karin Dietl-Wichmann ist die Tochter eines Verlegers und Schriftstellers. Geboren wurde sie in Leipzig. Beruflich hat sie als Chefredakteurin unter anderem für Cosmopolitan und Bunte ihre Erfahrungen gesammelt. Zudem war sie für die PR von u.a. Clint Eastwood zuständig, entwickelte einige TV-Shows und schrieb verschiedene Drehbücher. Zur Zeit lebt sie in München, und wird es ihr dort zu trist, dann zieht es sie auf eine kleine Insel im Südchinesischen Meer.

'''o0o Wie schön ist das Cover o0o'''
Abgebildet ist bei mir ein schönes Haus, aber ich persönlich bin nicht so der Fan von Häusern. Im Laden hätte ich mir das Buch nicht angeschaut und so habe ich es auch nur mitgenommen, weil es eins der neueren Bücher im Stapel war.

'''o0o Zitierter Klappentext o0o'''
Paul und Hannah Ebner haben nach dem 2. Weltkrieg ein Imperium aus Immobilien, Druckereien und Tuchfabriken geschaffen. Nur die Nachfolge ist nicht gesichert – und hinter den Kulissen bahnt sich ein schmutziger Machtkampf zwischen den drei Söhnen an. Denn es geht nicht nur um Geld, sondern um Einfluss und die Erbfolge, um Glanz und Glamour in Deutschlands High Society. Da gelingt Johannes Ebner, Mamas Liebling, ein genialer Coup: Er heiratet die wunderschöne Clarissa, die ganz genau weiß, was sie will.
Mit ihr an seiner Seite plant Johannes, das Imperium zu erobern. Denn der Tag, an dem das bestgehütete Testament Deutschlands eröffnet wird, kann nicht mehr weit sein …

Noble Absichten und niedere Instinkte: eine Familiensaga, wie sie das Leben schrieb. (Quelle: Klappentext)

'''o0o Leseprobe o0o'''

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt. Wer ein kurzes Zitat möchte, findet dies in meiner Meinung.

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Paul und Hannah Ebner sind seid Jahren verheiratet, aber wirklich geliebt haben sie sich nie. Nach dem 2. Weltkrieg haben sie aus dem Wenigen was sie besaßen ein riesiges Imperium geschaffen. Immobilien, Druckereien und Tuchfabriken gehören dazu. Inzwischen sind sie alt, und die Nachfolge muss geklärt werden, bevor Paul, der einfach nur der Alte genannt wird, stirbt. Drei Jungen und eine Tochter stehen zur Auswahl, und der Kampf um das Erbe sorgt besonders bei den Jungs für einen schmutzigen Machtkampf. Es geht schließlich um Macht, Erfolg, Geld und Einfluss in der High Society von Deutschland. Während Johannes Ebner, der Liebling der Mutter, eine bezaubernde Frau namens Clarissa heiratet, versuchen es die anderen Kinder auf ihre Art und Weise. Doch dann kommt alles anders, und das Testament sorgt für Wut auf vielen Seiten.

'''o0o Wie gefällt das Buch o0o'''
Ich persönlich bin nicht so der Fan von Familien-Dramen und schon gar nicht, wenn sie in Deutschland spielen und sich anhören wie Dallas. Ab und an mal schauen, ja, aber lesen muss ich es theoretisch nicht. Hätte ich das Buch nicht zufällig gefunden oder es mir vorher durchgelesen, dann hätte ich es wahrscheinlich nie mit nach Hause genommen. Da ich aber jedem Buch in meinem Haus eine Chance gebe, wollte ich es auch hier machen.

Meine Voreingenommenheit wurde noch vor dem Lesen auf Null gesetzt, denn meine vorliegende Ausgabe, wurde mit einem Vorwort begonnen. Ein Verleger zählte diese Geschichte zu den schönsten und unterhaltsamsten deutschen Geschichten, und wenn man ein solches Werk in eine solche extra Reihe aufnimmt, dann muss an diesem Buch auch etwas sein.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem Prolog, der sogar bei einem Skeptiker wie mir, die Neugierde weckt. Wie in einer Seifenoper wird von der ersten Seite an auf Dramen gesetzt. Sei es der Tod eines Hypochonders oder die Freude, die ihre Tochter dabei verspürt. In Kombination mit dem trivialen, umschreibenden Stil, der ein gutes Kopfkino entstehen lässt, kann man sich treiben lassen, und genießen.

Auf dem ganzen Weg fühlte Franziska eine Leichtigkeit, die nicht zu dem Anlass passte. Selbst der üppige Strauß weißer Lilien, den sie im Arm hielt, wirkte nicht wie ein Trauerbouquet, sondern eher wie ein Brautstrauß. Verstohlen sah sie zur Seite, wo mit ernstem Gesicht die Schwester ihrer Mutter schritt. Franziska schämte sich, dass sie nicht weinen konnte.
Vor drei Tagen war ihre Mutter gestorben. Magenkrebs – die Krankheit hatte sie von innen aufgefressen.
Immer hatte ihre Mutter mit dem Entsetzen und der Besorgnis der Familie gespielt. Hatte die Todkranke gemimt, als es noch keine Krankheit gab.“(ZITAT S. 7 PROLOG)

Doch nach dem fast überzeugenden Einstieg, der in den USA sicherlich so manchen Dramen-Fan sogar vor den Fernseher gezogen hätte, wäre es kein Buch, verstrickt sich die Autorin in ein Gewirr von Persönlichkeiten. Mit jedem Kapitel wechselt sie die Perspektive und auch wenn der Leser mit einem Hinweis, wie „Der Alte“ sofort weiß, aus welchem Blickwinkel man nun die aktuelle Situation beleuchtet, ist es doch verwirrend. Man stelle sich eine große Familie vor, bei der jeder seine eigene Geschichte, Leichen und Beziehungen hat, jedoch kein Außenstehender einen Überblick hat. Auch wenn die Autorin mit kleinen Andeutungen versucht ein rundes Bild zu gestalten, sind die Figuren von Anfang an sehr blass gestaltet. Es entsteht das Gefühl, dass sie eine Art Drehbuch geschrieben hat, wo sich der Regisseur ein Bild macht und dieses dann für die Rolle festhält. Wenn man dann zahlreiche solcher Persönlichkeiten präsentiert bekommt, ist es schwer sie einzuordnen, sich vorzustellen und im Grunde dem Buch zu folgen. Mit den Seiten wird dies zwar angenehmer, denn Verbindungen und Zusammenhänge werden deutlicher, aber die Figuren waren für meinen Geschmack einfach zu blass. Eine klare Erzählung aus einer festgelegten Perspektive hätte zumindest einen Charakter so dargestellt, dass man sich hätte besser hineinversetzen können. So blieb ich während des Lesens immer ein Außenstehender.

Inhaltlich darf man keine zu großen Wünsche haben. Man schalte einfach das Gehirn aus, und lasse sich mit klischeehafter Dramatik berieseln. Im Grunde sind es Ereignisse, wie aus jeder kitschigen Seifenoper. Intrigen, Liebe, Hass und Machtspiele. Jeder versucht jeden auszuspielen, dem anderen eine Falle zu stellen, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Dabei werden viele altbekannte Tricks, wie eine notwendige Hochzeit aufgegriffen. Obwohl ich mich gerne, zumindest ab und an berieseln lasse, und früher auch gerne solche Serien gesehen habe, muss ich sagen, dass es mir in geschriebener Form weniger gefallen hat. In meinen Augen war es einfach langweilig, was aber auch daran liegt, dass der gewisse Pepp, wie zum Beispiel bei Dallas oder Denver Clan, was für mich vergleichbar wäre, eben fehlt. Ein deutsches Imperium ist eben nicht so reizvoll, wie eins in den USA.

Das am Ende alles anders kommt, als sich die Beteiligten erhoffen, ist natürlich klar. Dementsprechend hätte man aus dem Schluss zumindest eine Menge herausholen können. Stattdessen setzt die Autorin hier auf einen sehr vorhersehbaren Ausgang, dessen einzige Wendung, das rückgängig machen dieses Ausgangs ist. Klingt wahrscheinlich verwirrend. Damit möchte ich sagen, dass sie versucht eine Lösung zu finden, die noch mehr Intrigen für einen weiteren Teil beinhalten würde, dann aber am Ende merkt, dass diese Lösung von Anfang an vorhersehbar war, und das kaum einen Leser gefällt. Also widerruft sie mittels weniger Sätze, was sie vorher aufgebaut hat, und das enttäuscht, zumindest mich, noch mehr.

Worin der Reiz eines solchen Werkes liegt, konnte mir auch mit diesem Buch nicht vermittelt werden. Am Ende war es für mich eins der vielen Werke, die ich mir hätte getrost schenken können. Warum es dementsprechend in diese „gelobte“ Reihe aufgenommen wurde, kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Es ist eher gegenteilig. Für mich hätte diese Umsetzung eher in einen mehrteiligen Groschenroman aufgeteilt werden können. Schließlich wurde mein Exemplar am Ende für 1,95€ im Supermarkt auf dem Grabbeltisch verkauft, wie der Aufkleber erahnen lässt. Für mich wäre auch das zu hoch gewesen, aber gerade ältere Generationen lesen sehr häufig solche Werke. Falls jemand weiß warum, ich bin immer offen.

Sicherlich ist das Buch nicht verkehrt, aber mich konnte es weder vom Inhalt, noch von der Umsetzung mit den vielen Perspektiven, den Standard-Intrigen und dem vorhersehbaren Schluss überzeugen. Wer es wirklich trivial mag, möge es sich ansehen, aber ich kann das Buch eigentlich niemandem ans Herz legen. Dementsprechend fällt auch meine Bewertung aus.


Alle ausgewiesenen Hersteller-Namen / Logos - Warenzeichen / Marken-Namen / auf den Bildern, sowie zitierte Sätze des Artikels / Buches gehören ihren jeweiligen Eigentümern - auch können Verpackungen / Cover rechtlich geschützt sein
Die Nennung / Aufzählung und Bilder dienen lediglich der Produktbeschreibung!

Kommentare

Beliebteste Artikel des Monat

Mary Kay Cosmetic - Meine Erfahrungen

Kennt ihr Mary Kay? Ich muss zugeben, dass ich davon schon mal was gehört hatte, aber ich bin nicht so der Fan von Produkten, die man auf Partys kaufen kann. Tupperware okay, aber bei Kosmetik, muss nicht sein. Nennt mich da ruhig altmodisch. Durch Zufall habe ich dann eine Kosmetikerin vor Ort kennengelernt, die für ein Vorher-Nachher-Shooting inklusive einem Foto Personen gesucht hat. Ich bin kein Schminkprofi und dachte mir, warum nicht einfach mal hin und ein paar Tipps abgucken, vielleicht eine kleine Beratung bekommen. Genutzt wurden nur Produkte aus dem Hause Mary Kay, und das Ergebnis konnte sich in der Tat sehen lassen. Ich habe mich echt einmal hübsch gefühlt, und so habe ich den Katalog samt Beratungstermin für die Produkte mit nach Hause genommen.

BERATUNG /  MARY KAY PARTY Ob ihr euch nun allene beraten lasst, oder gleich eine kleine Party veranstaltet, ist euch überlassen. Ich habe mich erst einmal alleine beraten lassen, und im Anschluss noch ein Party veranstaltet. Dort …

Nikon Coolpix L27 im Test

Vor einiger Zeit habe ich euch die Nikon Coolpix S6400 vorgestellt. Anfangs war ich von dieser Kamera begeistert. Endlich wieder eine SD-Karte, Touchscreen und schnelle Bilder. Auch die Qualität konnte am Anfang überzeugen. Doch die Zeit zeigt, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt. Insbesondere der Akku ist ein großer Störfaktor. Regelmäßig geht die Kamera ohne Vorwarnung aus, weil der Akku trotz halbvoller Anzeige, plötzlich leer ist. Viele Bilder werden unscharf, weil sich doch leider nicht alles so fokussieren lässt, wie man es sich wünscht. Meist benötigt man 2-3 Bilder, damit wirklich ein gutes dabei ist. Erst im Alltag, wenn man eben mal schnell ein Bild machen möchte, merkt man dies. Der Frustfaktor in der letzten Zeit war enorm, sodass eine Vielzahl der Fotos und Videos über die iPhone 4s Kamera gemacht wurden. Dementsprechend bin ich froh, dass ich euch nun eine neue Kamera vorstellen kann. Es handelt sich ebenfalls um eine Nikon Coolpix, und zwar die L27. Sie ist sei F…

Storio Max 7 Zoll Tablet im Test

Ganz ehrlich, ich kann nicht nachvollziehen warum Unternehmen so mit Kinderwünschen, und Geldbeuteln von uns Eltern spielen. Es gab ja schon zu meiner Zeit oft Spielzeug, wo meine Eltern gesagt haben, das ist raus geworfenes Geld, aber so langsam begreife ich erst, warum. Wir durfte über ein Testprogramm den Storio Max 7 Zoll testen, und es tut mir leid, aber auch dieses VTech Produkt kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen, damit es bei euren Kindern unterm Weihnachtsbaum liegt, dafür müsste es stabiler laufen.

PREIS 140€
GELDGIER, PECH ODER WO LIEGT DAS PROBLEM Bevor ich auf den Storio eingehe, möchte ich auf andere technische Geräte kurz eingehen. Man nehme die früheren GameBoys, den Nintendo DS oder ähnliche Produkte. Wenig Lernspiele, aber Fehlerquote, Pleiten, Pech und Pannen minimal. Selbst beim Clempad, wo wir schon dachten durch den ständigen Reboot gar nicht so toll, hat ein Kind mehr Spaß. Wir hatten 2014 schon den Storio 3S für meinen Sohn, der ebenfalls wenig Probleme hatt…