Liebesschmarrn und Erdbeerblues - Roman / Angelika Schwarzhuber


Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.
Buchdaten

Autor: Angelika Schwarzhuber, Titel: Liebesschmarrn und Erdbeerblues,
Taschenbuch: 352 Seiten, Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Juli 2012)
ISBN-10: 3442379555, ISBN-13: 978-3442379552, Kosten: 9,99€
Serie: -
Leseinformationen

Genre: Liebesroman
Niveau: leicht
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage
Autor/in

Angelika Schwarzhuber lebt mit Kindern und Kater in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet als freiberufliche Drehbuchautorin für verschiedene Produktionsfirmen, sowie als Autorin/Redakteurin im Bereich Werbe- und Imagefilm. „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ ist der Debütroman der bayerischen Autorin. Derzeit schreibt sie ihr nächstes Buch. (Angaben vom Buch)
Optischer Eindruck

Im Laden hätte ich mir das Buch sofort angeschaut. Hellblau, weiß und dazu noch pink... Genau meine Farben. Leicht kitschig, aber keinesfalls übertrieben.
Zitierter Klappentext
Michi ist ihr Traummann – bis er »Ich liebe dich« zu ihr sagt. Genauer: »I hob mi fei sakrisch in di valiabt«. Lene rennt kopflos davon und kommt zu dem Schluss: Auf Bayerisch gibt es Liebe nicht! Diese Theorie schlägt nicht nur im niederbayerischen Passau hohe Wellen und beschert Lene mehrere Männer, die ihr das Gegenteil beweisen wollen. Da ist Karl Huber, der Sprachwissenschaftler, der die bayerische Kultur durch diesen »Schmarrn« gefährdet sieht. Ernesto, der Spanier, der so schön »Te quiero« sagen kann. Und immer noch oder schon wieder Michi, der zu ihr zurückwill. Doch was will Lene? (Quelle: Klappentext)
Leseprobe

http://www.amazon.de/Liebesschmarrn-Erdbeerblues-Roman-Angelika-Schwarzhuber/dp/3442379555/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1348737135&sr=8-3
Sarahs eigene Inhaltsangabe

Lene geht auf die 30 zu, lebt noch auf dem Hof ihres Vaters, und mit Männern hat sie sonst eigentlich nur Pech. Mit Michi, dem Anwalt, scheint jedoch alles perfekt zu laufen. Er sieht gut aus, ist im Bett eine Granate und dazu noch erfolgreich. Lene könnte sich sogar eine Zukunft mit ihm vorstellen. Zumindest bis er ihr sagt, dass er sie liebt. Eigentlich könnte es perfekt sein, hätte er nicht „ I hob mi fei sakrisch in di valiabt“ gesagt. Liebe auf Bayrisch, das geht für Lene mal so gar nicht. Sie packt ihre Sachen und haut ab. Beim Versöhnungsgespräch das Gleiche. Lene ist klar, dass sie so etwas nicht will. Gibt es denn für „Ich liebe dich“ keine hübscheren Worte, keine umschreibenden Worte, sondern ein klares Ding, wie „I love you“ oder „Ti Amo“. Aus einer hitzigen Diskussion mit ihrer Freundin Claudia, macht diese kurzer Hand einen Aufruf in der Zeitung, wo beide arbeiten. Zahlreiche Leserbriefe und ein wütender Michi sind das Ergebnis. Ihr Chef ist jedoch so begeistert, dass sie ein Buch darüber verfassen soll, und damit beginnt der Ärger. Bei einer Radiosendung soll sie mit Karl Huber diskutieren, und dies artet in eine Feindschaft aus, die sich Leben so nie erträumt hätte. Egal wo sie auch auftaucht, immer hat sie das Glück auf Karl oder Michi zu treffen. Beide sind für sie aktuell das letzte, denn Karl beleidigt sie nur, und Michi, der sich sofort mit seiner Sekretärin getröstet hat, will sie trotzdem ins Bett bekommen. Auch ihr Chef findet ihre Kurven begehrenswert und sagt ihr direkt, dass er mit ihr schlafen will. Selbst Ernesto, der heiße Spanier, den sie auf einer Feier getroffen hat, wird immer offensiver. Ja sogar eine Frau hat sich nun in sie verliebt. Doch Lene will davon nichts wissen. Sie kann sich einfach nicht entscheiden, bis ihr plötzlich klar wird, warum sie diese Frage überhaupt ins Leben gerufen hat, und was ihr Herz wirklich will.
Sarahs meine Meinung

Wie die meisten Frauen brauch ich ab und an etwas Weibliches in der Hand. Damit sind schön kitschige Liebesromane für die jüngere Generation gemeint. Als ich das Buch bei „Blog dein Buch“ entdeckt habe, musste ich mich bewerben und das Glück war mir diesmal holt. Eigentlich wollte ich das Buch noch tauschen, da ich nach der ersten Euphorie Angst bekam, dass mir der bayrische Dialekt auf die Nerven gehen würde. Hören und Reden ja. Schließlich war ich früher jeden Sommer in Bayern, sodass ich den Dialekt ohne Probleme versteh, aber lesen, ist schon eine Nummer härter. Zum Glück konnte ich nicht tauschen, denn das Buch fand ich einfach genial, wenn man eben gerne mal seichte Unterhaltung bevorzugt.Lene ist mit ihren fast 30 Jahren eine Protagonistin mit der ich mich nicht nur alterstechnisch perfekt identifizieren konnte, sondern die durch ihre chaotische und weibliche Art und Weise super sympathisch wirkt. Sie ist aus dem Leben gegriffen und es macht großen Spaß ihren alltäglichen Erlebnissen mit der Männerwelt zu folgen. Ihr Erlebnis mit Michi wird so manchen Leser zum Kopfschütteln bringen. Ist es doch ziemlich albern wegen eines Dialektes, der nicht auf schöne Art und Weise ein klares „Ich liebe dich“ vermitteln kann, die Flucht zu ergreifen. Das sich hinter jedoch etwas mehr verbirgt ahnt der Leser schon nach wenigen Seiten, sodass der Schluss keine große Überraschung werden dürfte. Ich selbst empfand die Frage nicht nur als Erheiterung, sondern auch theoretisch korrekt. Denn sind wir mal ehrlich, ein klares „Ich liebe dich“ gibt es in der Tat nicht. Wobei die anderen Umschreibungen, wie „Ich liebe dich bis zum Mond und zurück“ ja auch im Hochdeutschen Anklang finden, was eher außen vor gelassen wird.
Damit sich die Geschichte nicht in langweiligen Theorien und Streitigkeiten verläuft, setzt die Autorin auf zahlreiche Verwicklungen, viele interessante Herzensbrecher und eine große Portion Humor. Während die Liebesgeschichte im Buch selbst wie aus einem Hollywoodstreifen und trotzdem nicht kitschig wirkt, ist der Humor auf seine Art und Weise angenehm, und keineswegs übertrieben. In Kombination mit der bayrischen Sprache eine Köstlichkeit, bei der die Seiten nur so an einem vorbeifliegen. Dafür sorgt vor hauptsächlich der moderne, lebendige und einfallsreiche Stil. Wie viele wissen, hasse ich persönlich die Ich-Perspektive, da ich meist schwer den Einstieg finde. Bei diesem Buch hat es die Autorin geschafft, dass ich nicht mal bemerkt habe, dass sie diese Perspektive gewählt hat. Erst gegen Ende des Buches fiel es mir auf. In dem Punkt kann ich sagen, dass der Stil bzw. die Umsetzung seitens Autorin beeindruckend ist. Auch thematisch geht es nicht unbedingt nur um das Problem „Liebe“ auf Bayrisch. Im Grunde versucht das Buch zu vermitteln, dass wenn einem die Worte fehlen oder nicht über die Lippen kommen, das meist mehr dahinter steckt. So kann es zum Beispiel sein, dass man gar nicht wirklich verliebt ist, Angst hat oder aus anderen Gründen unglücklich / unzufrieden ist.
Alles in allem ist das Buch trotzdem sehr unterhaltsam, angenehm zu lesen, und ja, auch kitschig. In meinen Augen jedoch auf angenehme Art und Weise. Angefangen habe ich das Buch nur schwer aus der Hand legen können. Es hat so großen Spaß gemacht, dass ich nur hoffen kann, das der zweite Roman der Autorin nicht zu lange auf sich warten lässt.Brillante Unterhaltung, die nicht übertrieben umgesetzt wurde – Mir ist das fünf Sterne wert.
Abschließendes Fazit

Pro: Stil, Figuren, Perspektive, Thema, Romantik
Contra: nichts gefunden
Empfehlung: ja, 5 Sterne
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