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Knack PS4 im Test


Für viele Liebhaber von Konsolen war der 29.11.2013 ein denkwürdiger Tag. Der Grund liegt auf der Hand. Nach vielen Jahren ist nun endlich die Playstation 4 auf dem Markt erschienen. Online sind die Vorbestellungen so groß gewesen, dass viele erst im Januar ihr Exemplar erhalten und auch vor den Geschäften waren Menschentrauben und der Wettlauf zur Game-Abteilung gigantisch. Wir haben das Glück ein Exemplar ergattert zu haben, wenn auch nur, weil jemand damit Gewinn erzielen wollte. In unserem Besitz wollten wir natürlich auch gleich sehen, was sie grafisch wirklich drauf hat. Bei all den mehr oder weniger interessanten Release-Titeln, haben wir uns für „Knack“ entschieden, und das Spiel möchte ich euch nun einmal vorstellen, denn entgegen vieler Testmagazine, die weniger begeistert sind, kann uns das Spiel überzeugen.



'''SPIEL-INFOS'''
Name: Knack
Entwickler: Sony
Publisher: Sony
USK: 6
Erschienen: 29.11.2013
Solospielzeit: 12 Stunden
Speicherpunkte: automatisch

'''FÜR EUCH GETESTET'''
Für viele Spieler ist Mark Cerny ein großer Name. Er ist unter anderen an Titeln wie Sonic, Ratchet & Clank oder Jak and Daxter beteiligt gewesen. Genau in diesem Bereich lässt sich auch sein neuester Clou namens Knack, ausgesprochen Näck, einordnen.

In dem neuesten Abenteuer aus dem Hause Sony schlüpft der Spieler in die Rolle von Knack. Knack ist kein Mensch, sondern ein Wesen, welches aus Artefakten besteht. Er ist die neueste Erfindung des Professors und soll bei dem Problem mit den Kobolden helfen. Seit einiger Zeit sind die Kobolde nicht nur angriffslustig, sondern verfügen überraschenderweise plötzlich über Panzer, Flugzeuge und andere Dinge, mit denen sie die Menschen angreifen. Nachdem er sein Können und seinen rasanten Wachstum durch die Aufnahme von neuen Relikten unter Beweis gestellt hat, macht er sich zusammen mit einem Team aus Forschern und Abenteurern auf den Weg ins Kobold-Gebiet, um den Ursprung der Waffen herauszufinden. Dabei stehen ihm jedoch nicht nur die Kobolde im Weg, sondern auch ein Teammitglied, welches ganz andere Pläne mit Knack hat.

Ähnlich wie bei den oben genannten Spielen, betritt der Spieler eine Welt im Zeichentrick-Stil, die unglaublich ruhig, farbenfroh und detailliert ist. Auf einem Beamer nicht ganz so beeindruckend, wie auf dem Fernseher bei Media Markt, jedoch ist es ein sichtbarer Sprung zur PS3, denn diesmal ist auch in er Tiefe viel mehr Detail und Ruhe. Generell ist die Grafik sehr hübsch anzusehen. Zwar kann eine Zeichentrick nicht so eine Lebendigkeit vermitteln, wie zum Beispiel Killzone es schafft, aber es ist sehr schön anzusehen und das nicht aus Sicht von Kinderaugen. Auch der Sound ist sehr liebevoll gestaltet. Dezente Hintergrundmusik, realistische Soundeffekte und vor allen Dingen eine sehr gute Synchronisation, die sich zum Beispiel mit verschiedenen Stimmen bei Knack auszeichnet.



Spieltechnisch dürft ihr euch auf viele Stunden Spielspaß freuen. Jeder Abschnitt ist in einem Hauptlevel mit verschiedenen Unterleveln unterteilt, sodass ihr insgesamt auf eine Solospielzeit von rund 12 Stunden kommt. Generell habt ihr die Auswahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden, wobei euch manche Gegner im normalen Schwierigkeitsgrad jedoch schon mit einem Schlag zum Checkpoint zurückversetzen. Diese sind zwar bis auf einige wenige fair gesetzt, aber wer möchte schon sterben. Wer also nicht geübt ist oder ein unverfängliches Spielvergnügen mit weniger Frustmomenten erleben möchte, sollte sich anfänglich an den leichten Schwierigkeitsgrad halten. Wie ihr daran schon erkennt, lauft ihr auch hier durch verschiedene Level, die immer eine klare Wegführung besitzen. Unterwegs warten die unterschiedlichsten Gegner auf euch. Von kleinen Vögeln, die eine Windboe auf euch schießen über Roboter, die aus den eigenen Reihen kommen, bis zu Kobolden in unterschiedlichen Ausführungen. Während manche Gegner nur mit einer Keule auf euch los gehen, haben andere einen Boomerang, einen Laser oder eine giftige Substanz als Munition. Damit es nicht unfair ist, hat Knack auch nach dem Tutorial die Möglichkeit unterwegs Artefakte zu sammeln, und sich somit in einen Riesen zu verwandeln. Dadurch wird er nicht nur stärker, sondern erhält auch viel mehr Lebensenergie, die ihr an dieser Stelle auch stets nötig habt. Zusätzlich können Sonnenkristalle eingesammelt werden, die eure drei Kugeln auffüllen und zusätzliche Attacken, wie einen Wirbelsturm, ermöglichen. Im Verlauf bekommt Knack auch die Möglichkeit andere Dinge aufzunehmen. Zum Beispiel kann er Holz aufsammeln und sich so vergrößern. Diese Variante dient auch als lebendige Fackel.

So kämpft ihr euch durch zahlreiche Level und eliminiert so manchen Gegner. Kombos, Zeitlupe und eine gewisse Taktik sind manchmal nötig, aber in der Regel kommt die gute Haudrauf-Technik perfekt zum Einsatz. Durch die Story und vielen schönen Zwischensequenzen, die sogar uns zum Lachen gebracht haben, wird es nie langweilig. Zwar ist die Story nach einiger Zeit vorhersehbar, aber das ist bei solchen Spielen nicht weiter schlimm. Uns ist zumindest zu keiner Zeit langweilig geworden.


Dafür haben jedoch nicht nur die Kämpfe, sondern auch die Sammelmöglichkeiten gesorgt. Unterwegs sind verschiedene Geheimtüren versteckt. Hinter manchen befinden sich nur Sonnenkristalle oder Artefakte, aber hinter manchen Türen gibt es Teile für verschiedene Ausrüstungsmöglichkeiten. Zum Beispiel gibt es einen Artefakt-Finder oder einen Geheimtürfinder. Meist sind 3-7 Teile notwendig und diese findet ihr im Verlauf des Spiels, sofern ihr nicht ein Teil übersehen habt, was leider schnell passieren kann, auch wenn man es selbst nicht für möglich hält. Zum Ende hin findet man auch verschiedene Kristalle oder Gesteine, die jedoch 20 oder mehr Teile benötigen und Knack in einen Super-Knack verwandeln. Zum Beispiel könnt ihr euch mit einer Sorte in einen Vampir-Knack ändern, was natürlich nicht verkehrt ist. Um jedoch alles erreichen zu können, muss man schon mehrfach spielen. Zumal manche Türen gesehen werden, aber der Schritt in diese Richtung eine Zwischensequenz auslöst und den Spieler an einen anderen Ort bringt. Wir selbst hatten am Ende lediglich drei solcher Ausrüstungsgegenstände vollständig. Diese können im New Game Plus gleich genutzt werden, aber leider kann man hier nicht sagen, wir probieren einen anderen Schwierigkeitsgrad, sondern muss wieder in leicht, normal oder schwer weiterspielen.

Da das Spiel auch für Kinder gedacht ist, gibt es neben dem Einzelspiel auch einen Koopmodus, der sich hauptsächlich an Eltern mit ihren Kindern richtet und eine vereinfachte Form des Spiels darstellt. Für große Spieler ist der Koop-Modus daher nicht unbedingt empfehlenswert. Kinder kommen jedoch auf ihre Kosten. Während einer in die Rolle von Knack schlüpft, bekommt der Mitspieler einen Hilfsroboter zugewiesen, der Knack im Spiel heilen kann, aber abgesehen davon läuft die zweite Person im Grunde nur mit, und schrumpft bei jeden Treffer, den Knack erleidet mit. Rätselaufgaben, die zu zweit bewältigt werden können sucht man vergebens. Genauso wie die Tatsache, dass dieser Hilfsroboter ansonsten im Spiel nicht wirklich vorhanden. Hier hätte sich ein Schwierigkeitsgrad für Kinder angeboten, wo auch im Solospiel ein Roboter zur Seite stellt, der durch die KI eigenständig heilt.

Nichtsdestotrotz ist den Entwicklern ein unglaublich süßes Spiel gelungen, welches mit den beliebten Spielen, wie zum Beispiel Ratchet & Clank mithalten kann. Es steckt zwar nicht voll von den tollen Möglichkeiten, die die PS4 zu bieten hat, aber es macht Spaß und ist hübsch anzusehen. Unsere Erwartungen für ein solch gezeichnetes Abenteuer wurden somit erfüllt. Wer jedoch die ganzen grafischen Möglichkeiten der PS4 erleben will, der sollte zu einem anderen Spiel greifen, und nicht zu einem kindgerechten Design.



PRO

  • super schöne, ruhige Grafik
  • lustige und schöne Story
  • einzigartige Hauptfigur
  • viele verschiedene Gegnertypen
  • 12 Stunden Solospielzeit - mehr als man anfänglich vermutet
  • Gute Sprachausgabe

CONTRA
  • Deutlicher Sprung bei den Schwierigkeitsgraden
  • Verbesserungsmöglichkeiten leider zu breitflächig versteckt
  • Level recht linear
  • New Game Plus leider nur im gleichen Schwierigkeitsgrad





GP: 9/10
ST: 9/10
GF: 9/10
SD: 9/10
MP: 8/10


88%

Kommentare

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