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Und weg bist du / Kate Kea Myers


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Ich liebe Jugendbücher und insbesondere Jugend-Thriller. Sie sind in der Regel spannend, auf gewisse Weise leicht und somit kann ich sie herrlich zum Abschalten lesen. Jetzt wo ich durch die Schwangerschaft die Anordnung zum Schonen bekommen habe, war ich sehr froh, als ich von Blog dein Buch die Zusage bekommen habe, dass ich aus all den Bewerbern ausgewählt wurde. Schon das Cover hatte mich sofort angesprochen, aber in Kombination mit dem Klappentext, wo ein verschwundener Jack die Rolle spielt, musste ich es natürlich lesen.

Quelle: Carlsen Verlag

Die Autorin machte mich neugierig und dementsprechend habe ich mich auch sofort ans Lesen gemacht, als das Buch bei mir ankam. Angefangen, konnte ich persönlich nicht mehr aufhören, obwohl es einige Aspekte gibt, die ich einfach haarsträubend empfand. Was mir nun gefallen hat, und was wiederum eher negativ aufgestoßen ist, werde ich euch gleich erklären.

'''o0o Worum geht es o0o'''
Jocelyn ist 17 Jahre alt und hat gerade ihren Zwillingsbruder Jack durch einen Autounfall verloren. Sie kann es nicht fassen, denn er war immer ihr Fels in der Brandung. All die Jahre, wo ihre Mutter sie vernachlässigt hat oder sie in Pflegefamilien gelebt haben, war er da, und nun soll alles vorbei sein. Um sich abzulenken, nimmt Jocelyn das Angebot mit Freunden zum Zelten zu fahren an. Doch als sie an dem Tag von der Schule kommt, erklärt ihre Pflegemutter ihr, dass ein Brief auf sie wartet und dieser bringt Jocelyn mehr als durcheinander. Er stammt von Jason Dezember. Ihr Bruder hat diesen Namen stets als Pseudonym verwendet, wenn er in ihrer früheren Pflegefamilie mit ihr und Noah Rätsel-Spiele gespielt hat. Ihr ist klar, dass ihr Bruder noch lebt und seinen Tod vorgetäuscht hat. Sie nutzt den eigentlichen Ausflug und fährt auf eigene Faust nach Watertown, wo Hazel sie damals mit vielen anderen Kindern betreut hat. Das Haus ist abgebrannt, aber sie hofft auf einen Hinweis, sofern Noah, der beste Freund von Jack nichts näheres weiß. Obwohl sie Angst vor einem Wiedersehen hat, denn am letzten Tag in dieser gemeinsamen Pflegefamilie, ist etwas schreckliches passiert, weswegen Noah sie nie wieder sehen wollte. Angekommen, merkt sie jedoch schnell, dass sie nicht nur verfolgt wird, sondern jemand die Suche verhindern will, indem er ihr Auto klaut. Sie muss sich also an Noah wenden, und dieser ist anfänglich nicht gerade begeistert. Doch am nächsten Tag tut er alles, um ihr zu helfen, und das liegt nicht nur daran, dass sie gerade jemand umbringen wollte. Zusammen fangen sie an zu suchen, und stoßen im abgebrannten Pflegehaus auf eine Metallbox, wo ein Rätsel von Jason Dezember auf sie wartet. Mit diesem Rätsel beginnt eine Schnitzeljagd, die sie bis nach Kanada führt. Doch jemand versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie Jack finden. Er schreckt auch nicht vor einer Bombe zurück oder vor einem nächtlichen Einbruch. Noah und Jocelyn ist klar, sie müssen sich beeilen, wenn sie das Geheimnis um Jacks verschwinden lösen wollen.

'''o0o Leseprobe o0o'''
Wer nun neugierig geworden ist und wem das Zitat zur Beschreibung der Spannung in meiner Meinung nicht reichen sollte, kann hier die ersten Seiten lesen.

http://www.carlsen.de/sites/default/files/produkt/leseprobe/LP_9783551311832-und-weg-bist-du.pdf

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Debüt-Romane sind bekannt für ihre Stärken, aber auch für ihre kleineren Schwächen. Da der Carlsen-Verlag jedoch für gute Werke bekannt ist, war ich mir sicher, ein erstklassiges Werk von Kate Kae erwarten zu dürfen. Das Buch beginnt mit zu einem Zeitpunkt, den der Lese schon durch den Klappentext kennt. Gut gewählt, denn auch wenn mir die Hauptfigur noch recht fremd war, wurde ich nicht durch eine lange Vorgeschichte erschlagen. Stattdessen durfte ich mich über zahlreiche Rückblenden freuen. Diese sind durch eine kursive Schrift deutlich gekennzeichnet, schaffen jedoch gerade am Anfang mehr Verwirrung. Sie gaben nur wenige Informationen Preis und immer nur Szenen, die sehr mittig wirkten, sodass viele Fragen entstanden. Der Leser möchte natürlich wissen, was damals passierte, als Jocelyn plötzlich abhauen musste, was mit ihrem Bruder passiert ist, und warum sie vor allen Dingen überhaupt in einer Pflegefamilie leben mussten. Diese Fragen sorgen eigentlich schon für einen spannenden Thriller.

ZITAT S. 16 Durch die Wucht wurde mein Nacken zusam- mengestaucht und ich schrie auf, doch er brachte mich zum Verstummen, indem er seine Hände um meinen Hals schloss und zudrückte. Ich wehrte mich, aber er hatte Arme wie ein Orang-Utan, so dass meine Schläge ihn nicht er- reichten, und meinen Tritten wich er mühelos aus.


Die Spannung, die von Anfang an präsent ist, lässt auch anfänglich nicht nach. Nicht nur die Suche selbst hat einen gewissen Reiz. Alle Rätsel sind auch für den Leser als Rätsel integriert und so habe ich so manche Minute damit verbracht, vielleicht selbst auf die Lösung zu kommen. Bei einigen ist es nicht schwer, bei anderen ist es unmöglich gewesen. Doch nicht nur die Rätsel und ihre immer neuen Schauplätze halten das Buch auf Trab. Schließlich ist da noch eine Person, die die Suche behindert. Wer möchte Jocelyn umbringen und warum? Selbst als das Warum im Verlauf der Handlung aufgeklärt wird und auch das Motiv deutlich wird, kommt keine Ruhe auf, denn überall taucht dieser Mann auf. Er würgt, er verfolgt und legt sogar Bomben.

Während die Autorin keine Ruhe aufkommen lässt, sind die Charaktere jedoch irgendwo flach gestaltet. Es ist trotz vieler Rückblenden nur schwer eine Bindung aufzubauen. Man merkt deutlich, dass die Autorin es durch die Kindheit und Erlebnisse versuchen möchte, aber es geht nicht. Obwohl mich das eigentlich bei vielen Werken stört, ist es hier nicht weiter schlimm. Im Grunde fällt es durch das Tempo nur bei Kleinigkeiten auf und geht gerne unter.

Neben all der Spannung versucht die Autorin auch eine Liebesgeschichte einfließen zu lassen. Und genau hier fällt die flache Personendarstellung am Meisten auf. Obwohl ich mich über die Liebesgeschichte gefreut habe, wirkte sie immer sehr künstlich und das hätte die Autorin mit einer besseren Beschreibung auch besser umsetzen können.

Bis zu diesem Punkt habe ich das Buch wirklich verschlungen. Es sind nur Kleinigkeiten. Fehler die in einem Debüt noch verziehen werden, denn nur so kann ein Autor in meinen Augen lernen und sich verbessern. Denn die Idee der Geschichte ist eigentlich einfach nur klasse. Kinder aus Pflegefamilien gehen ihren Weg und einer gerät aus Ehrlichkeit in Bedrängnis, weil er Computerkriminalität nicht unterstützen möchte. Die Jugend von heute liebt Computer und programmierende Kids einzubauen, ist dementsprechend sehr modern.

Zum Ende hin verstrickt sich die Autorin jedoch zu sehr. Man hat das Gefühl, dass sie einfach nicht weiß, wie sie gewisse Situationen realistisch lösen kann. Durch diese Verstrickungen muss sie am Ende aber auch eine Erklärung haben, und dadurch verliert sie die Realität, die bei ihrem Thriller sonst im Vordergrund stand aus den Augen. Leider fallen dadurch weitere haarsträubende Aspekte auf. Vorher hat sie die Leser auf so gute Fährten gelockt. Ich habe so manche Theorie entwickelt. Manche waren der echten Lösung sehr nah, aber eben nur fast. Und da sind eben diese Kleinigkeiten wirklich nicht aufgefallen, aber am Ende, kommen sie mit einem Knall. Vielleicht hätte die Autorin lieber 100 Seiten mehr nutzen sollen, und auf eine realistischere Endszene setzen sollen. Um euch einige Kleinigkeiten, die schon recht früh aufgezeigt werden zu nennen... Zum Beispiel setzt sie auf Telekinese, die jedoch nur in dieser Stadt zum Vorschein kommt. Dabei hätte der Überlebenswille eine Kraft hervorrufen können, die als Lösung realistischer gewesen wäre. Als weiteres Beispiel fand ich am Ende die Bomben für ein Jugendbuch doch etwas übertrieben, zumal der Bombenleger und Killer, ja im Grunde etwas von dieser Person wollte. Letzteres ist im Vergleich zur Telekinese jedoch nur ein Staubkorn. Am Schlimmsten empfand ich jedoch die Auflösung in Bezug auf Jack. Eigentlich ein guter Ansatz, der jedoch so haarsträubend vermittelt wird, binnen weniger Sekunden erledigt und abgearbeitet ist, und im Anschluss folgt nur noch ein Szenario, was auf Happy End in allen Bereichen getrimmt ist, aber noch einmal herausgezögert wird.

Alles in allem ist es jedoch ein solides Debüt, dass auf weitere Werke hoffen lässt. Trotz mancher Schnelligkeit und leider stellenweise unrealistischer Einbauten weiß die Autorin zu fesseln und interessante Themen aufzugreifen. Etwas realistischer und sie könnte sich zu meiner Lieblingsautorin meistern.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren, Klappentext o0o'''
Autor: Kate Kae Myers
Titel: Und weg bist du
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Carlsen (25. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551311838
ISBN-13: 978-3551311832
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Originaltitel: Vanishing Game
Preis: € 14,99 hier bestellbar
Genre: Thriller
Lesedauer: 1 Tag

Kate Kae Myers ist Übersetzerin für Gebärdensprache und arbeitet mit gehörlosen Schülern an einer öffentlichen Highschool. Sie leitet außerdem den Club für Kreatives Schreiben an ihrer Schule. UND WEG BIST DU ist ihr erster Roman. (Quelle: Amazon.de)


'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Stil, Rätsel, Einstieg, Spannung
Contra: Telekinese, Schluss
Empfehlung: Ja
Sterne: 4



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