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Das Haus der zärtlichen Hände / Kathy Hepinstall

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Im Moment bin ich häufig in dem einen oder anderen Wartezimmer anzutreffen. Da habe ich viel Zeit zum Lesen. „Das Haus der zärtlichen Hände“ habe ich gerade ausgelesen und möchte ich euch nun vorstellen. Es war ein Buch, auf das ich mich trotz vieler Kritiken bei Amazon sehr gefreut habe, als ich es mir damals bei einer Buchtauschaktion ertauscht habe. Nur manchmal muss auch ich feststellen, dass mein Geschmack sich nicht immer von der Masse unterschiedet....

'''o0o Worum geht es o0o'''
Charlotte ist ein 23 jähriges junges Mädchen, welches recht früh ihre Mutter verloren hat. Obwohl ihr Bruder an dem Feuer Schuld ist, macht sie sich mehr Vorwürfe, denn sie hat damals in ihrem Zimmer um die Liebe getrauert, statt die Schreie ihrer Mutter zu hören. Als sie kurze Zeit später von drei Soldaten vergewaltigt wird, beschließt sie nie wieder ein Wort zu reden. Dadurch wird sie zur Außenseiter im gesamten Dorf. An ihrem Geburtstag bekommt sie von einer früheren Freundin 4 Dollar geschenkt, damit sie ins Haus der zärtlichen Hände gehen kann. Das Haus wir von Mr. Olmen geleitet, der seine Frau aus dem Haus geekelt hat, und nun hofft mit einem solchen Haus seine Frau zurück zu gewinnen. In sein Haus kommen Frauen, die von ihren Männern nicht mehr gewürdigt werden, und die hier einfach in den Arm genommen werden, Küsse fordern können. Alles außer Sex selbst ist möglich. Charlotte entschließt sich das Angebot anzunehmen, denn vor der Sache, fand sie Küsse unglaublich schön. Im Haus trifft sie auf Justin, der eine große Schuld mit sich herumträgt, und sogar schon versucht hat sich zu erhängen. Sie möchte unbedingt ihn, ohne zu ahnen, dass sie sich kennen. Justin nutzt die Möglichkeit seine Schuld zu minimieren, denn er war einer der Männer, die sie früher vergewaltigt haben. Zeitgleich verliebt sich die Tochter von Mr. Olmen in Justin, und der Sohn, in die Frau des Sheriffs. Schnell wird klar, dass diese Konstellation eskalieren muss.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Das Haus der magischen Hände“ ist ein Roman über die Liebe und ihre Möglichkeiten Einfluss auf die Menschen zu nehmen.

Eigentlich ein schöner Ansatz, der durch den Hintergrund Amerika und der zweite Weltkrieg noch eine Spur authentischer wirkt. Allerdings kann die Umsetzung nur schwer punkten.

Schon der Einstieg in die Geschichte ist alles andere als einfach. Eine Hauptfigur, die kein Wort spricht und sich dadurch freiwillig zu einer Außenseiterin abstempelt, ist nicht alltäglich. Trotzdem ist es nicht schwer eine Bindung zu ihr aufzubauen, denn ihre Gedanken werden anschaulich dargestellt. Doch statt ihrer Perspektive zu folgen, wechselt die Autorin regelmäßig. Mal begleitet der Leser Justin, der voll mit Schuldgefühlen ist, dann wieder Mr. Olmen oder seine Tochter. Dadurch sind zwar viele Perspektiven vorhanden, um die Geschehnisse zu einem kompletten Bild zusammenzufügen, aber eine wirkliche Bindung zum Geschehen bleibt aus. Irgendwie sind alle Figuren, auf ihre Art und Weise blass. Erst zum Schluss bekommen sie einen kleinen Schliff und fragwürdige Momente, werden aufgeklärt. Man hat das Gefühl, dass die Autorin einfach zu viele Aspekte einfließen lassen möchte, statt sich, wie der Klappentext verspricht, auf Charlotte und Justin zu konzentrieren. Zudem hat jede Figur eine Macke, die aber zusammenbetrachtet übertrieben wirkt. Charlotte redet nicht, ihr Bruder zündelt gerne und Mr Olems Tochter putzt sogar Bäume. Ihr seht, weniger ist mehr.

Gleiches gilt für den Stil, denn auch hier wird vieles, leider auch überflüssiges Beschrieben. Ich hatte oft das Gefühl, dass alles künstlich in die Länge gezogen wird, weil vorher viel angedeutet wird, und im Anschluss alles noch einmal richtig detailliert beschrieben wird, statt es einfach aufzulösen.

Nun gut, manchmal sind solche verzwickten Geschichten, genau das was Leser brauchen. Manchmal regen sie zum Nachdenken an, und können durch einen eindrucksvollen Schluss punkten. In diesem Fall ist der Schluss jedoch das haarsträubendste an dem Buch. Es sieht nach einem Versuch alle einzelnen Handlungsstränge doch noch zu einem zu verbinden. Sicherlich kein verkehrter Ansatz, doch was früher langgezogen wirkte ist hier einfach zu rasant. Es bleiben zwar keine Fragen offen, aber es wirkt so künstlich und man fragt sich, ob sie keine anderen Ideen hat. Zum Beispiel brennt in diesem Buch ständig etwas.

Der Ansatz ist nicht verkehrt, aber in meinen Augen fehlt dem Buch das gewisse Etwas. Bis zum Schluss konnte es mich nicht fesseln, und auch wenn der Hintergrund nicht schlecht ist, muss auch die Umsetzung überzeugen können. Dementsprechend fällt auch meine Bewertung eher negativ aus.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren, Klappentext o0o'''
Autor: Kathy Hepinstall
Titel: Das Haus der zärtlichen Hände
Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
Verlag: Schneekluth (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3795117364
ISBN-13: 978-3795117368
Preis: € 0,01
Genre: Liebe
Lesedauer: 1 Tag

Die Autorin wurde in Odessa, Texas, geboren und lebt aktuell in Austin, Texas. Sie hat mehrere Romane verasst. Leider konnte ich nicht mehr über sie finden.



'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee
Contra: Wiederholungen, Schluss, viele Perspektiven, zahlreiche Ticks
Empfehlung: Nein
Sterne: 1



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