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Gnade vor Recht / John T. Lescroart


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Heute möchte ich euch das Buch „Gnade vor Recht“ vorstellen. Es handelt sich um einen Justiz-Thriller aus der Reihe um Dismas Hardy. Das Buch liegt schon seit 2008 auf meinem Stapel und zählt zum Ur-Alt-Sub. Erst hatte ich das Gefühl mich auf ein gutes Buch zu freuen, und später entwickelte sich eine Abneigung, die ich nicht erkären konnte. Obwohl ich noch nie etwas von dem Autoren gelesen hatte, war mir, als hätte ich schon eins gelesen und ihn nicht gemocht. Da ich aber einige Challenges auf meinem Buchblog bestreite und endlich den Alt-Sub los werden möchte, habe ich mich vor Weihnachten an das Buch gewagt. Seid gespannt, was das Buch so alles vermag.

'''o0o Worum geht es o0o'''
Sal ist ein liebenswürdiger alter Mann, der nicht mehr lange zu leben hat. Alzheimer und ein inoperabler Gehirntumor machen ihm den Alltag schwer. Immer häufiger lebt er in der Vergangenheit und ist froh, dass ihm sein Sohn Graham in dieser schweren Zeit hilft. Zu Graham hatte er schon immer eine besondere Verbindung, denn er ist genauso sportlich gewesen wie er selbst. Zwar riss der Kontakt durch die Trennung der Eltern ab, aber inzwischen sind sie sich näher gekommen, und können auch die Frage nach dem „Warum“ ansprechen. Doch hier macht Sal dicht. Er kann und will Graham nicht die wahren Gründe nennen, sondern sie lieber mit ins Grab nehmen. Letzteres soll zudem nicht lange dauern. Auf der einen Seite bittet Sal seinen Sohn ihn das Leben zu nehmen, wenn die Krankheit zu sehr fortschreitet, und auf der anderen Seite wird er wenige Tage später in der Tag tot aufgefunden. Als er nicht wie gewöhnlich seinen Fischstand öffnet, macht sich sein Richter-Freund Mario sorgen und findet ihn in seiner Wohnung. Für die Polizei ist klar, dass Graham seinen Vater ermordet hat, denn er verstrickt sich immer wieder in kleinere Lügen, und zudem findet die Polizei 50.000$, sowie Sals wertvolle Baseball-Karten in seinem Besitz. Niemand glaubt ihm, dass er das Geld bekommen hat, um es einer gewissen Joan zukommen zu lassen, die jedoch niemand kennt. Dismas Hardy übernimmt seinen Fall, obwohl er darauf nicht wirklich Lust hat. Doch irgendeine Stimme sagt ihm, dass Graham seinem Vater weder Sterbehilfe geleistet, noch ihn umgebracht hat. Mit der Zeit glaubt das auch die ermittelnde Polizistin Sarah, die sich in Graham verliebt hat. Zusammen mit Dismas fängt sie an Nachforschungen anzustellen, die ihm bei der Gerichtsverhandlung helfen sollen, denn der Staatsanwalt hat mit Graham noch eine alte Rechnung offen und setzt alles daran ihn vor Gericht fertig zu machen. Während jedoch Graham um seinen Ruf kämpft, ahnt niemand, dass der wahre Täter ganz dicht vor ihrer Nase sitzt.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
John T. Lescroart ist ein Autor, der schon zahlreiche Werke veröffentlicht hat, und recht erfolgreich damit ist. Obwohl ich selbst zwei Werke von ihm im Regal habe, hat es insgesamt 5 Jahre gedauert, bis ich mich wegen meiner unerklärlichen Abneigung dazu durchringen konnte. Die ersten 100 Seiten bestätigten meine anfänglichen Zweifel und haben für einen gewissen Zwiespalt gesorgt.

Auf der einen Seite setzt der Autor auf ein Thema, dass weltweit wichtig ist, und bei dem die Meinungen, wie im Buch stark auseinander gehen. Darf man einen Menschen umbringen oder ihm bei seinem Ableben helfen, wenn dieser unheilbar krank ist und sein Leben durch Schmerzen oder ähnliches unerträglich geworden ist? Wie würde man selbst reagieren, wenn die eigenen Eltern oder der eigene Partner in dieser Situation ist, und würde man selbst nicht glücklich sein, wenn man so leiden müsste? Es ist eine interessante Thematik, die zumindest meinen Geschmack getroffen hat. Zudem machte mich die Frage neugierig, ob Graham wirklich hinter der Tat steckte, denn Graham und Sal sind zwei Protagonisten, die man sofort ins Herz schließt. Eine fesselnde Basis war somit gewährleistet.

Auf der anderen Seite schaffte es der Autor aber nicht diese Spannung zu nutzen. In meinen Augen schwächelte das Buch auf den ersten 100 Seiten extrem. Als Quereinsteiger in die Dismas Reihe hatte ich arge Schwierigkeiten mit den festen Charakteren eine Verbindung herzustellen. Gerade auf den ersten Seiten prasselten viele Namen auf mich ein, Charaktere waren schon durch vorherige Fälle geformt und miteinander verbunden, und dadurch fällt es Quereinsteigern schwer, alles sofort zu erfassen. Zudem setzt der Autor gerade in dieser Phase sein Augenmerk darauf. Wie es sich für eine solche Thematik gehört, werden die Gefühle und Gedanken der Figuren zur Sterbehilfe in den Vordergrund gestellt. Sicherlich wichtig, aber die Geschichte selbst kommt dadurch weniger in Fahrt. Hätte mich die Idee an sich nicht begeistert und wären die Kritiken zu dem Buch nicht so ansprechend gewesen, ich hätte an dieser Stelle abgebrochen.

Nach gut 100 Seiten wird das Buch endlich spannender, die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen, und der Autor versucht neue Blickwinkel zu ermöglichen, die auch andere Täter aufzeigen. Leider ist John T. Lescroart hier ein entscheidender Fehler unterlaufen. Ich für meinen Teil wusste schon deutlich früher, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Zwar waren die Details nicht bekannt, aber der Täter schon. Nicht allen Lesern wird das sofort klar sein, aber man merkt deutlich, dass der Autor dies unbewusst eingebaut hat, sonst hätte er sich später nicht die Mühe gemacht, alternative Täter zu präsentieren. Dadurch ist natürlich ein gewisser Reiz frühzeitig verschwunden, auch wenn das Motiv und der Tathergang nicht unbedeutend sind. Ich persönlich hatte mir jedoch mehr erhofft. Zumal die Ermittlungen durch private Gefühle oder Probleme immer wieder unterbrochen werden. Für mich waren es Probleme, die ich einfach nicht nachvollziehen bzw. verstanden habe und dadurch fühlte ich mich eher genervt, wenn es für Dismas nach Hause ging. An manchen Tagen entstand das Gefühl, auf eine zerrüttete Ehe, samt wütender Ehefrau zu treffen, und dann waren Tage dabei, wo diese Ehefrau ein Verständnis an den Tag legte, als wäre sie eine andere Person. Sicherlich liegt es an der fortgeschrittenen Serie, aber ich fühlte mich wie im Affenhaus. Abgesehen davon, waren die Tage am Gericht und auch die spätere Auflösung sind hingegen wirklich sehr gut gelungen und haben mich teilweise an Werke von meinem Lieblingsautoren Grisham erinnert. Ich würde sogar sagen, dass der Schluss das Highlight des Buches ist, und allein aus diesem Grund hat sich das Lesen in meinen Augen schon gelohnt.

Alles in allem ist der Schluss mit seiner vorherigen Gerichtsverhandlung, die mich von dem Buch und dem Talent des Autors überzeugt haben. Aus diesem Grund freue ich mich sogar auf einen anderen, späteren Teil der Reihe, nämlich „Der Schwur“.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren, Klappentext o0o'''
Autor: John T. Lescroart
Titel: Gnade vor Recht
Verlag: Heyne (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453160967
ISBN-13: 978-3453160965
Preis: € 1,00 gebraucht
Genre: Justiz-Thriller
Lesedauer: 7 Tage

John T. Lescroart wurde 1948 in Texas geboren, wo er auch seine Kindheit verbracht. Danach verschlug es in für sein Studium nach Berkeley und später nach Europa, wo er sich als Songwriter, Gitarrist und Sänger versuchte. Trotz über 500 selbstverfasster Songtexte, schaffte er nie einen Hit. Im Alter von 30 Jahren widmete er sich dann seinem größten Traum, der Schriftstellerei und gewann mit seinem ersten Werk „Sunburn“, welche über seine Zeit in Europa berichtet, einen Preis. Es sollte zwar noch etwas dauern, aber nach einer Hirnhautentzündung und einem 11 tägigen Kampf ums Überleben schaffte endlich den Durchbruch. Mit seiner Figur Dismas Hardy hat er zahlreiche Fans gewonnen. Heute lebt er mit seinen Kindern und seiner Frau in Davis.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Thematik, Gerichtsverhandlung, Schluss
Contra: Einstieg, Familienszenen
Empfehlung: Ja
Sterne: 4





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