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Blutsbande - Wie aus einer arabischen Großfamilie in Deutschland der berüchtigte ,,Miri-Clan" wurde. Eine Insiderin berichtet / Beate Krafft-Schöning

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Normalerweise lese ich eigentlich keine Sachbücher. Wenn es um das echte Leben geht, dann bevorzuge ich gute Biographien. Nichtsdestotrotz gibt es Bücher, die mich trotzdem reizen. „Blutsbande“ war ein solcher Titel. Ich muss zugeben, dass ich in diesem Fall, alle negativen Kritiken einmal außen vor gelassen habe, und das Buch einfach trotzdem auf meine Leseliste gesetzt habe. Nun habe ich es mehr oder weniger gelesen und kann euch nur sagen, gebt das Geld für das Buch lieber für andere Dinge aus. Es selbst der Deutschen Bahn zu schenken erscheint mir sinnvoller.*zwinker*. Nein, im Ernst, ein interessantes Thema, welches leider alles andere als perfekt umgesetzt wurde, ist in meinen Augen rausgeworfenes Geld.

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Wer auch nur etwas die Zeitungen, Nachrichten oder ähnliches verfolgt hat, der hat mit Sicherheit schon etwas von arabisch-libanesische Großfamilien gehört, die der Mafia gleich kommen. Egal ob Drogen, Waffen oder Schutzgelderpressung, ja sogar Auftragsmorde. Sie haben ihre Finger in sehr vielen dubiosen Geschäften und gelten als gefährlich. Manche Mitglieder fangen schon im zarten Alter von sieben Jahren an sich mit der Familienbande zu identifizieren und die ersten Arbeiten zu übernehmen. Während die Öffentlichkeit nur einen Teil durch die Prozesse zu sehen bekommt, hat die Autorin einen Blick hinter die Kulisse gewagt oder besser gesagt gestattet bekommen. Angst herrscht sobald der Name „Miri Clan“ fällt und aus diesem Grund musste es die Autorin wagen. Ihr Fazit zu dem Blick hinter die Kulisse hat sie in diesem Buch festgehalten,

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Es waren die Hintergründe, die Einblicke in diese gefährliche Welt, die mich gereizt haben, denn auch ich habe schon so manche gerichtliche Verhandlung über die Medien verfolgt. Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch erwartet habe, aber mit Sicherheit war es keine solche Umsetzung. Irgendwie hatte ich die Hoffnung Einblicke zu bekommen, die wie von einer Aussteigerin stammen, die die Wahrheit aufdecken, nichts beschönigen.

Schon der Klappentext hätte mich oder jeden anderen Leser eines besseren belehren müssen, denn dort sagt die Autorin selbst, dass sie mit ihrem Buch die Fehler, die wir im Umgang begangen haben und begehen, aufdecken. Es sind Worte, die zeigen in welche Richtung das Buch geht.

Anfang 2011. Bremen. Über zwei Jahre Recherche zu den Miris und kein Ende in Sicht. (Zitat S. 15)

Mit diesen Worten beginnt der offizielle Bericht oder auch das eigentliche Buch zu den Miris. Es soll zeigen, wie viel Zeit die Autorin schon investiert hat, wie viel recherchiert wurde, und wie breit gefächert das Thema ist, denn fängt man an einem Ende an, gibt es zwei neue Bereiche die sich plötzlich auftun. So ist es nun einmal bei Sachbüchern. Und das dies keine lehre Phrase ist, merkt man an den detaillierte Beschreibungen und Fakten, die sie dem Leser präsentieren kann.

Mezaj tritt seit seiner frühesten Jugend polizeilich in Erscheinung. Mehr als 80 Ermittlungsverfahren listet man bei der Polizei auf (Stand 2011), darunter Raub, bewaffneter Überfall, Körperverletzung, Diebstahl, BtM-Vergehen, Handel mit Drogen. Mehrere Jugendhaftstrafen verbüßte er bereits im Alter bis 21 Jahren. (ZITAT S. 21)

Doch schnell wird leider bei diesen Schilderungen auch der Stil deutlich. Obwohl man nicht vergessen darf, dass es sich um ein sachliches Buch handelt, hatte ich oft das Gefühl, das Werk eines Autors zu lesen, der zum Beispiel ohne Lektorat in einem kleinen Selbstverlag sein Glück versucht. Leider nicht im positiven Sinne, denn oft erinnerte es mich eher an die Bewertung, stets bemüht und mit guten Ansatz, der leider noch viel Arbeit / Übung bedarf. Es hätte auf jeden Fall Möglichkeiten gegeben, das Buch interessanter zu schreiben.

Das liegt aber definitiv nicht nur am Anfänger-Stil, sondern eben auch an der Umsetzung. Meines Erachtens wird schon nach wenigen Seiten deutlich, dass die Autorin vieles beschönigt. Ganz pauschal zählt sie zwar viel Fakten auf, lässt aber stellenweise das Gefühl entstehen, dass wir Schuld sind und mit einem anderen Verständnis eine andere Reaktion erreichen würden. Um es einmal übertrieben darzustellen: Hätte mich Lehrer xy in der Schule nicht schief angesehen und hätte Schüler yz nicht überraschend hallo gesagt, dann wäre ich nie auf die Idee gekommen Drogen zu verkaufen. Ihr versteht was ich meine, es wird einfach sehr viel beschönigt und um Verständnis gebeten. Durch diese Umsetzung entsteht leider die Vermutung, dass entweder wirklich nur Einblicke gewährt wurden, die dieses Bild entstehen lassen, denn warum wird einer Autorin dieser Einblick gewährt vor den sich Polizisten und andere erfahrene Leute fürchten, oder die Einblicke waren so erschütternd, das der Autorin klar geworden ist, wie gefährlich eine objektive Meinung gewesen wäre.

Wie ihr heraushört, bin ich von dem Buch leider so gar nicht angetan und war wirklich froh, als ich die letzten Zeilen hinter mich gebracht habe. Hätte ich es nicht zur Rezension erhalten, ich hätte mich wahrscheinlich auch um meine Meinung gedrückt, denn ehrlich gesagt, habe ich bei einem solchen Thema doch etwas Bedenken, ein Buch nicht in den Himmel zu loben. Aber da ich stets ehrlich bewerte, und meine Meinung hoffentlich verständlich vermitteln konnte, dürfte sich wohl niemand dieser Familie auf den Schlips getreten fühlen.

Geschmäcker sind verschieden und ich fühlte mich nicht ausreichend informiert, daher gibt es einen Stern.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Beate Krafft-Schöning
Titel: Blutsbande
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Riva (8. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833145
ISBN-13: 978-3868833140
Preis: € 19,99
Genre: Sachbuch / Politik
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Beate Kraft-Sch öning, geboren 1965, studierte Französisch in Brüssel und war zunächst viele Jahre in Belgien für ein deutsches Industrieunternehmen tätig. Mitte der 1990er-Jahre wurde sie nach einem Volontariat Redakteurin bei einem deutschen Printmedium. Infolge einer längeren Recherche gründete sie 1999/2000 die Initiative NetKids zum Jugendschutz im Internet. Ihre unkonventionelle und drastische Form, sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet zu thematisieren, insbesondere im Fernsehen, wurde bundesweit bekannt. Seit 2008 recherchiert sie zu den »Miris« in Bremen, zu denen sie über die Jahre ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. (Quelle: Amazon)

'''Zitierter Klappentext'''
Arabisch-libanesische »Clans« sorgen bundesweit immer wieder für Schlagzeilen. In Berlin, Bremen und Essen scheinen ganze Großfamilien mafiaähnlich organisiert dick im Geschäft zu sein. Ob Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressung oder Auftragsmord – die Aktenführung der Polizei beginnt bei so manchem »Clan-Mitglied« bereits im zarten Alter von sieben Jahren. Spektakuläre Prozesse lassen die Öffentlichkeit erahnen, welche Machenschaften sich innerhalb der als geschlossene Gesellschaft wahrgenommenen Familienbande abspielen mögen. Niemandem gelang bisher der Blick hinter die Kulissen. Zu groß ist die Angst vor dem »Clan«. So wagt selbst die Polizei oftmals nur mit schwerem Gerät und in großer Mannstärke gegen dessen Mitglieder vorzugehen.Allen Warnungen zum Trotz begann die investigative Journalistin Beate Krafft-Schöning im Jahr 2008, zum arabisch-libanesischen »Miri-Clan« in Bremen zu recherchieren. Sie begleitete Prozesse gegen Mitglieder, las Polizeiakten und lernte zahlreiche »Miris« persönlich kennen. So bekam sie Einblicke in eine Lebenswelt, die von innen ganz anders aussieht, als sie draußen wahrgenommen wird, und konnte auch einen Eindruck davon gewinnen, welche fatalen Fehler im Umgang mit dieser Familie begangen werden.

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee, Recherche-Umfang
Contra: sehr einseitige Darstellung, die anderen sind Schul – Einstellung, Stil
Empfehlung: Nein
Sterne:1




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