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Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat / Gavin Extence

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Umschlag mit einem Buch drin. Dieses überraschte mich sehr, da ich kein Buch erwartete. Als Buchflüsterer für Buecher.de bekomme ich jedoch ab und an Bücher vorab zum Lesen. Dementsprechend überrascht ist man auch, wenn eins ohne Vorankündigung kommt. Dieses Buch hat mich aber sehr gefreut. Es war wieder ein Jugendbuch und ich habe schon eine Menge von diesem Buch gehört. Neugierig habe ich mich also ans Lesen gemacht. Herausgekommen ist eine Leseerfahrung mit gemischten Gefühlen. Da gerade auf Amazon aktuell viele Leute, die das Buch nicht in den Himmel loben, gleich nicht hilfreich bewertet werden, hoffe ich, dass ich euch meinen Standpunkt verständlich erklären kann, denn auch Bücher sind eine Frage des Geschmacks.

'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Alexander Morgen Woods wird am 23.9.1993 geboren. Damals ahnte noch niemand, dass Alex oder Lex, wie ihn seine Mutter nennt, in wenigen Jahren zu einer echten Berühmtheit wird. Eines Tages fällt nämlich ein Meteorit durch die Badezimmerdecke und trifft ihm am Kopf. Dieser Zusammenprall sorgt dafür, dass er Epilepsie bekommt, und irgendwie von seinen Schulkameraden gemobbt wird. Seine Mutter, die auf Grund ihrer Hellseherei, als moderne Hexe gilt, ist dabei nicht gerade hilfreich. Sein einziger Freund ist ein griesgrämiger, alter Mann mit Namen Mr. Peterson. Doch auch dieser wird nur durch Zufall sein Freund, denn eigentlich ist es als Strafe angedacht, nachdem seine Peiniger ihn verfolgt und dabei versehentlich mit Steinen das Gewächshaus von Mr. Peterson beschädigt haben. Doch leider denkt jeder, dass es Alex war. Dabei entsteht eine tiefe Freundschaft, die dazu führt, dass Alex 7 Jahre später vom Zoll aufgegriffen wird mit 113g Marihuana, einer Urne mit Asche und Bargeld.

Die Jahre dazwischen erfährt er Leser nun nach und nach.


'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist ein Buch, das auf fantasievolle Art und Weise das Thema „Sterbehilfe“ für Jugendliche, aber auch ältere Leser verständlicher macht. In meinen Augen ein wichtiges Thema, genauso wie die Entwicklung und Selbstverwirklichung, die ebenfalls aufgegriffen wird. Es ist jedoch diese fantasievolle Umsetzung, die mir bei der Umsetzung mehr als befremdlich vorkam, und zu meiner geteilten Meinung geführt hat.

Der Leser tritt der ungewöhnlichen Situation direkt am Zoll bei, als Alex im Alter von 17 Jahren erwischt wird, und es für etwas richtiges und normales hält, was er getan hat, aber niemand wirklich versteht, was er gemacht hat, wieso er so viele Drogen dabei hatte und andere Dinge.

Nach und nach erfährt der Leser, wie es zu genau dieser Situation gekommen ist oder besser gesagt, warum das Universum eben manchmal planlos ist. Dabei wird dem Leser Alex Woods als Charakter präsentiert, der alles andere als normal oder anders formuliert ungewöhnlich ist. Da wäre zum Bespiel seine Epilepsie, die er aber teilweise unterdrücken kann, die Schulsituation, wo er regelmäßig zum Mobbingopfer wird, sein Buchgeschmack und eben vieles mehr. Entweder mag man Alex oder wird niemals so wirklich warm mit ihm. Ich persönlich fand ihn von Anfang an sympathisch, weil er eben nicht alle Klischees aus anderen Jugendromanen erfüllt. Trotzdem kann ich auch nachvollziehen, warum viele Leser ihn nicht mögen werden.

ZITAT S. 16
Er hätte sagen müssen: Wenn ich da sitzen würde – das fiel mir sofort auf, weil ich beim Satzanfang den korrekten Konjunktiv bereits im Kopf hatte –, aber ich verbesserte ihn nicht. Die Leute mögen es nicht, wenn man sie auf derar- tige Fehler aufmerksam macht. Das war etwas, das mir Mr. Peterson immer wieder gesagt hatte. Er meinte, wenn ich mitten in einem Gespräch anfinge, die Grammatik meines Gesprächspartners zu korrigieren, würden alle denken, ich sei ein Oberklugscheißer.

Allerdings hätte der Autor es bei einer so besonderen Figur belassen sollen. Stattdessen übertreibt er es, indem Mr. Peterson selbst extrem zynisch dargestellt wird, und die Mutter mit ihren hellseherischen Fähigkeiten einfach nur deplatziert wirkt. Durch ihre Umsetzung wird der Geschichte etwas an Realität entzogen.

Vielleicht fallen diese außergewöhnlichen Figuren aber auch so stark ins Gewicht, da auch die Geschichte selbst voller solcher extravaganter Situationen steckt. Dadurch wird das eigentliche Thema, als die aktive Sterbehilfe, aber auch die Selbstverwirklichung, so nebensächlich. Neben wir zum Beispiel den Vorfall im Badezimmer. Wie oft werden Menschen von Meteoriten getroffen? Diese Wahrscheinlichkeit ist schon gering, und die Wahrscheinlichkeit den Vorfall zu überleben liegt bei eins zu einer Millionen. Und viele solcher ungewöhnlichen Vorfälle sind auf dem Weg von Alex Woods zu finden. In meinen Augen ist es einfach zu viel, obwohl all diese Details nicht schlecht recherchiert sind. Kombiniert werden diese Momente von Belanglosigkeiten, bei denen man das Gefühl hat, dass der Autor sein Zeil aus den Augen verloren hat, oder es nicht schafft aufzeigen, was ihm daran gerade so wichtig war. Nichtsdestotrotz sind es immer wieder spannende und witzige Momente, die dann wieder dafür sorgen, dass man einfach weiterlesen muss.

Während diese Abschnitte ausgefüllt mit mehr oder weniger Details sind, wird es zum Schluss, genau da, wo Details notwendig wären, einfach immer knapper. Dadurch wird noch etwas Tiefgang entzogen, aber man hat auch das Gefühl, dass wichtige Punkte ausgelassen wurden, um das Bild vollständig erscheinen zu lassen. Allerdings ist es dieser Abschnitt der dem Autoren trotzdem am Besten gelungen ist, denn er wirkt authentischer und echter, als der Rest davor. Er bietet eine Menge Fragestellungen, Diskussionsmaterial und Gedanken zum Nachdenken. Schließlich hat Sterbehilfe immer zwei Gesichter und eins davon wird hier schön dargestellt.

Diese Tatsache reicht in meinen Augen nicht, die vorherigen und später entstanden Fehler auszubessern. Das Buch ist nicht schlecht, wirkt aber auf mich einfach eher wie ein Rohdiamant, dem der richtige Schliff fehlt.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Gavin Extence
Titel: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Limes Verlag (3. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3809026336
ISBN-13: 978-3809026334
Originaltitel: Alex Woods VS The Universe
Preis: € 19.99
Genre: Jugendbuch
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.

Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.

Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman. (Quelle: Amazon.de)

'''Zitierter Klappentext'''
Eine Geschichte, die erzählt, wie besonders Freundschaft sein kann

Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee, Sterbehilfe, die letzten Seiten
Contra: zu viele ungewöhnliche Situationen / Figuren, unwichtige Details am Anfang, später zu kurz gehalten
Empfehlung: Ja
Sterne: 3


Kommentare

  1. Mh.. deine Rezension ist toll geschrieben. Aber das Buch flasht mich nun leider auch nicht mehr als vorher. Ich war schon skeptisch, wollte aber noch andere Meinungen abwarten. Tja, Rezensionen die so arg im Mittelfeld sind, finde ich immer wahnsinnig schwierig für mich persönlich einzuordnen. Zum Beispiel haben wir es bei uns in der Buchhandlung aber auch gar nicht bei Jugendbüchern, sondern bei Belletristik für Erwachsene stehen - schons schräg.
    Zu deinem Kommentar: Es passiert mir auch manchmal, dass mir ein Buch unterkommt, von dem ich denke, die Handlung hätte ich irgendwo schon einmal gelesen. Krass auffällig ist es bei Romanen von ein und demselben Autor. Da wurden dann lediglich Namen und Haarfarben ausgetauscht :D omg ! Ich kann mir hingegen eher Titel und Autorennamen merken, dafür rutschen die Inhalte teilweise komplett in die düstere Vergessenheit ab. Sobald eine Lektüre länger als drei Jahre her ist, habe ich arge Probleme mich an den konkreten Handlungsverlauf zu erinnern. Meistens fallen mir dann nur noch einzelne Szenen ein (auch nicht viele) und mein Empfinden, sprich ob es mir gefallen hatte oder nicht.
    Bei der Rebuy-Challenge bin ich auch weitergekommen. Ich konnte auch partout keine Komödie bei mir mit mehr als 300 Seiten finden. Das höchste der Gefühle lag bei 250 Seiten. Außerdem bin ich auch gar nicht so sehr der Fan dieses Genres. Ich habe mich für einen Roman entschieden, auf dessen Klappentext stand, er sei witzig und es sei eine Tragik-Komödie .. das hat Rebuy aber auch gereicht :)
    Ich bin seeeehr gespannt, wie es weitergeht
    Liebe Grüße

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