Test: Auna Linie-600-WH Standlautsprecher


Wer Musik liebt, der möchte diese auch vernünftig hören und genießen. Manche geben 10.000€ für eine einzelne Standbox aus. Doch hört man den Preis auch heraus? Wir haben euch in den letzten Wochen zwei Boxen aus dem Hause Auna vorgestellt, die preislich für den kleinen Geldbeutel gedacht sind. Zum einen die Auna Linie-300-BK und die größere Variante Auna Linie-500-WN. Besonders die 500er haben uns mit ihrem Klang überzeugen können. Lediglich die Verarbeitung und die Standhaftigkeit hätten minimal verbessert werden können. Kann dieses Klangerlebnis von den großen Auna-600-WH noch getoppt werden? Wir haben es für euch einmal unter die Lupe genommen, und wurden erneut von Auna überrascht. Inwiefern, werden wir euch nun verraten. 
 


PREISKLASSE

Die Auna Linie-600-WH gibt es zum Beispiel bei Amazon für 169,90€ (Stand 03/2014). Damit gehören sie ins preiswerte Preissegment.



HERSTELLER INFORMATIONEN

Top-Features

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weiße 3-Wege Standlautsprecher mit 140 Watt RMS Leistung

zwei 16,5cm (6,5")-Tieftöner und ein 16,5cm (6,5")-Mitteltöner

massive Dual-Bassreflex-Konstruktion für druckvolle Tieftonwiedergabe

hochwertiger Bi-Wiring Anschluss-Terminal mit Edelstahlplatte und vergoldeten Kontakten

elegantes Holzgehäuse mit Hochglanz-Frontblende und Standsockel mit schraubbaren Spikes



Eigenschaften

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Anschlüsse: 2 x Satz-Lautsprecherklemmen

2,5cm (1")-Silk-Dome Hochtöner

Leistung: max. 280 Watt

Impedanz: 8 Ohm

verzerrungsfreie Hochtonwiedergabe

abnehmbare Lautsprecherabdeckung

Bananenbuchsen



Lieferumfang

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Gerät

4 x Spikes

Bitte beachten Sie, dass dem Artikel keine Bedienungsanleitung beiliegt.



Abmessungen

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20 x 31,5cm (BxT)

Höhe: 108,5 - 111cm

Gewicht: ca. 17,5kg




FÜR EUCH GETESTET

Auna entwickelt sich in vielen Hifi-Zeitungen und Foren zu einem kleinen Geheimtipp. Hohe Performance zum kleinsten Preis lautet das Konzept des Berliner Unternehmens Electronic-Star, die mit Auna eine vorzeigbare Eigenmarke ins Leben gerufen haben. Mit ihren Produkten richten sie sich vor allen Dingen an junge Hifi-Einsteiger, die Musik lieben, aber noch nicht so viel Geld zur Verfügung haben, oder an Liebhaber, die auf der Suche nach einer preiswerten Zweitanlage sind.



Im Angebot hat Auna drei unterschiedlich große Standboxen. Linie-300, Linie-500 und Linie-600. Die von uns getesteten Linie-600 ist ein 3 Wege Standlautsprecher, der in den Farben Weiß und Schwarz erhältlich ist. Geliefert werden sie in zwei Kartons, die innen durch einen weiteren Karton, Styropor und einen Schutzüberzug sicher an ihr Ziel kommen. Trotzdem waren bei unseren beiden Exemplaren an den unteren Kanten minimale Spuren, wo die weiße Farbe minimal ab war. Zudem sollten die weißen Standlautsprecher vor dem Einsatz einmal vorsichtig mit einem Reinigungstuch gesäubert werden, denn bei unseren waren vereinzelte Stellen nicht strahlend weiß, sondern gräulich von Staub. Abgesehen davon kann die Verarbeitung wieder überzeugen. Man muss die Farbe Weiß mögen und hier hätte die Wallnuss-Holzoptik auch gerne umgesetzt werden können, aber das ist natürlich eine Frage des Geschmacks.




Vor dem Aufstellen müssen vorab die mitgelieferten Spikes in Gold-Optik und runder Spitze angebracht werden. Sie lassen sich einfach einschrauben und gleichen kleinere Unebenheiten im Boden aus. Vorteil dieser runden Spitze, sie schonen den Boden, während eine richtige Spitze für eine bessere Ankoppelung an den Boden sorgt. Mit den Spikes lassen sich die Boxen schnell sicher aufstellen. 

 

In das ansonsten solide gearbeitete Gehäuse sind zwei Tieftonchassis eingelassen, die von zwei rückwärtigen Bassreflexöffnungen unterstützt werden. Weiter oben befindet sich der Mitteltöner und eine 25mm Gewebekalotte. Beim Ausbau der Chassis zeigt sich, dass das Gewicht von einigen Versteifungen kommt, die bei dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind. Wer die Chassis nicht sehen möchte, kann sie hinter einer abnehmbaren Frontbespannung verbergen. Diese lässt sich leicht entfernen.




Kommen wir aber zum großen Kritikpunkt. Auna bewirbt, dass die Standlautsprecher über ein hochwertiges Bi-Wiring Anschluss-Terminal mit Edelstahlplatte und vergoldeten Kontakten verfügt. Abgesehen davon, dass nicht jeder Nutzer Bi-Wiring-Kabel zu Hause hat, und diese nicht mitgeliefert werden, hat uns der Blick hinter die Kulisse verraten, dass es sich nicht um einen Bi-Wiring Anschluss handelt. Mit Sicherheit schön anzusehen, aber wie auf dem Bild zu sehen ohne Funktion. Im Inneren sind jeweils die beiden Minus- und Pluspole gebrückt. Wer also auf die Idee kommt die Lautsprecher im Bi-Amping zu betreiben, was ja doch einige tun, kann sich schnell neue Verstärker kaufen. Wer sie im Bi-Wiring anschliesst, wird davon keinen Nutzen haben. Diese Lautsprecher können kein Bi-Wiring/Bi-Amping, da die Frequenzweiche nicht geteilt ist. Angeschlossen werden die Boxen also ganz normal mit Single-Wiring. Hierfür können Gabelschuhe, blanke Kabel oder Bananenstecker verwendet werden.



Nach der Begutachtung nun aber das Vergnügen der Hörprobe.



Für unseren Test haben wir einen Einstein Verstärker genutzt, der zwar bekanntlich einige Jahre auf dem Buckel hat, jedoch fast alle Boxen zu nehmen versteht. Der Wow-Effekt, den wir bei den Linie-300 und vor allen Dingen bei der Linie-500 hatten, bleibt hier jedoch irgendwie aus. Größer muss also nicht unbedingt besser sein. Während die anderen Boxen eher auf eine ausgeglichene Spielweise ausgelegt sind, wird hier deutlich, dass die Reise eher etwas tiefer in den Frequenzkeller geht. Die Stimmen klingen alle deutlich dumpfer und gehen teilweise dim Hintergrund unter. Zudem haben die Boxen Schwierigkeiten mit einigen Titeln zum Beispiel von Agnes Obel´s neuen Album Aventine. Hier sind deutliche Gehäuseresonanzen zu hören. Unsere Vermutung: Die Zierringe an den Chassis schwingen hier mit und erzeugen Verzerrungen. Diese Ringe lassen sich leicht entfernen und uns gefallen die Boxen ohne auch viel besser.

Filme oder Spiele auf der xBox One werden jedoch mit dem nötigen Wums versorgt und machen das Entertainment zu einem kinoähnlichen Erlebnis.



UNSER FAZIT

Mit Sicherheit hat Auna versucht mehr zu bieten und sich von der Linie-500 nicht nur optisch zu unterscheiden. Jedoch werden wir klanglich mit dem Lautsprecher nicht warm. Das ist aber weiter nicht schlimm, denn jeder hat einen anderen Hörgeschmack. Wer viel Rock, Hip-Hop oder ähnliches hört, wird sicher glücklich mit den großen Aunas. Wer es audiophiler mag, greift zu den kleineren 500ern.

UPDATE
Nachdem unser Bericht auf Amazon erschienen ist, hat Auna sofort reagiert, und ihre Produktbeschreibung angepasst, sodass keine Missverständnisse wegen dem Anschluss aufkommen können
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1 Kommentar:

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