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Die Tote ohne Namen / Patricia Cornwell

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Eigentlich hatte ich schon im letzten Jahr die Aufgabe das Buch zu lesen, aber es gibt Bücher, die fallen sogar mir so schwer, dass ich einen großen Bogen darum mache. Obwohl ich Kriminalromane liebe, und auch die Gerichtsmedizin wie zum Beispiel aus der Feder von Kathy Reichs, ist Patricia Cornwell eine Autorin, die mich schon bei zwei Büchern nicht überzeugen konnte, und leider habe ich damals ein kleines Buchpaket von ihr ersteigert, um es meinem Mann, der damals Fan von Reichs war. Nun stehen sie in meinem Regal und ich habe mich wirklich zwingen müssen, einen dritten Anlauf zu wagen, diese Autorin doch noch schätzen zu lernen. Mit etwas Abstand, so dachte ich, gelingt mir das am Besten... Leider ist es nicht der Fall.



'''o0o Worum geht es o0o'''
Es ist Heiligabend im New Yorker Central Park, als Passanten eine junge Frau mit kahl geschorenem Kopf entdecken. Sie ist angelehnt an einen Brunnen und wäre nicht die Tatsache, dass sie splitterfasernackt ist, hätte man sie für eine schlafende Frau halten können. Dr. Kay Scarpetta und ihren Kollegen ist jedoch klar, dass mehr hinter dieser Leiche steckt. Es ist eine versteckte Botschaft und trägt die Handschrift eines Täters, den Kay nur zu gerne hinter Gittern sehen würde. Temple Gault ist für den Tod der jungen Frau verantwortlich. Der Serienmörder hat schon einige Menschen auf dem Gewissen, und statt sich um Bedürftige oder die eigenen Lieben zu kümmern, muss das Team nun alles daran setzen, diesen Wahnsinnigen zu schnappen, bevor weitere Morde auf seine Kappe gehen. Doch die Suche ist gar nicht so leicht, denn Gault scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Alle Hinweise, sogar die Zeugenaussage eines Polizisten, bringen die Ermittler nicht weiter. Alles ändert sich jedoch, als in einem Restaurant mit Scarpettas Kreditkarte bezahlt wird. Angeblich hat ihr Mann dort gespeist, aber Kay ist Single. Obwohl sie dadurch wieder eine neue Spur zu Gault haben, werden ihnen immer neue Steine in den Weg gelegt, und bei einer weiteren Leiche entdeckt Kay eine Botschaft, die zeigt, dass sie in Lebensgefahr schwebt. Können sie Gault stoppen, bevor alles zu spät ist, und vor allen Dingen wer war die junge Frau am Brunnen.

'''o0o Meine Meinung o0o'''
Patricia Cornwell mag eine klasse Autorin sein, wie die Anzahl der erschienen, aber auch die Zahl der verkauften Bücher beweisen. Geschmäcker sind jedoch so verschieden und leider gehöre ich zu den Lesern, die mit ihren Werken weniger anfangen können. Nachdem ich nun schon zwei ihrer Werke gelesen habe, und keine wirkliche Bindung zu der Hauptfigur und den anderen dauerhaften Protagonisten aufbauen konnte, ist eine gewisse Skepsis schon vor dem Lesen vorhanden gewesen. Trotzdem habe ich versucht mit etwas Zeit und Abstand einen erneuten Versuch zu wagen, um nicht gleich mit Vorurteilen zu beginnen.

Sicheren Schritts ging er durch den hohen Schnee im Central Park, und es war spät, aber er wußte nicht genau, wie spät. (ZITAT S. 7 – Erster Satz)

Mit diesen Worten beginnt der sechste Fall von Dr. Kay Scarpetta, der eigentlich recht vielversprechend klingt. Das liegt zum einen an der Suche nach einem wahnsinnigen Serienmörder, aber auch der Tatsache, dass Weihnachten selbst erst wenige Wochen hinter uns liegt. Da wirkt in meinen Augen die Geschichte noch eine Spur authentischer.

Der Einstieg in das Buch beginnt wie immer hoffnungsvoll, denn der Ansatz und die ersten Ermittlungen sind wie immer spannend gestaltet. Eine unbekannte Leiche und die Tatsache, dass viele Namen schon bekannter waren, als bei meinem Quereinstieg haben noch einiges dazu beigetragen. Dadurch, dass ich schon viele Entwicklungen kannte, wirkten die Figuren jedoch noch sehr naiv und anfänglich, sodass ich auch hier langsam auf die ersten Probleme stieß. Es ist deutlich an den Beschreibungen zu erkennen, warum es mir auch in späteren Werken nie so richtig gelungen ist, mit den Figuren warm zu werden. In meinen Augen sind die Charaktere sehr blass beschrieben und es fehlt ein gewisser Tiefgang. In Kombination mit zahlreichen unnötigen Beschreibungen, verliert man irgendwie den Überblick für das Wesentliche und hat das Gefühl eine x-beliebige Person vor sich zu haben. Zwar ist es schön Figuren vor sich zu haben, die aus dem Leben gegriffen wirken, aber irgendwie sollte eine Romanfigur trotz Identifikationsfaktor auch etwas Besonderes an sich haben, und das hat sie leider nicht.

Dies ist jedoch nicht nur in diesem Bereich deutlich sichtbar, sondern generell bei vielen Beschreibungen. Details sind für einen Kriminalroman wichtig, und auch bei Kathy Reichs, die vergleichbar in der Gerichtsmedizin schreibt, gibt es auch langatmige Passagen. Hier jedoch hauptsächlich am Anfang und im Verlauf baut sich die Spannung auf. Hier ist die Spannung eher am Anfang präsent und verliert sich später durch zu zähflüssige Passagen und unnötige Details. In diesem Fall sind es nicht die Schilderungen von Kochtöpfen, sondern die liebe Liebe. Wie ich gerade bei einer anderen Krimireihe wieder feststellen durfte, können auch solche Nebenhandlungen fesselnd sein, wenn sie richtig umgesetzt werden. Leider gelingt es Patricia Cornwell nur bedingt.

Hinzu kommt ein Punkt, der mir bei diesem Werk zum ersten Mal deutlich wird. Die Autorin setzt bei ihren Werken immer sehr extrem und überdeutlich, wie auch der Klappentext verrät, auf die Idee, Protagonistin in Gefahr. Wie auch schon bei andren Bänden, ist Kay auch diesmal im Visier und gerät in Lebensgefahr. Manchmal ist dies nicht verkehrt und bedingte Gefahr durch Ermittlungen würden mich weniger stören, als die Tatsache, dass sie in diesem Fall wieder vordergründig in Gefahr gerät.

Es ist jedoch nicht alles schlecht, denn so spannend, wie der Einstieg, ist auch der gewählte Schluss. Spannung pur, soviel darf und werde ich euch verraten.

Alles in allem ist es jedoch ein Buch wie jedes andere von Patricia Cornwell, nett, aber mich kann es nicht vom Hocker hauen. Aus diesem Grund kann ich das Buch wieder nur Fans der Reihe empfehlen, die einfach die Entwicklungen nicht verpassen möchten.

'''o0o Noch ein paar allgemeine Daten, etwas zum Autoren o0o'''
Autor: Patricia Cornwell
Titel: Die Tote ohne Namen
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442476607
ISBN-13: 978-3442476602
Originaltitel: From Potter's Field
Preis: € 1 gebraucht
Genre: Krimi
Reihe: Dr. Kay Scarpetta
Lesedauer: 5 Tage

Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, arbeitete als Polizeireporterin in der Rechtsmedizin, bevor sie mit ihrem ersten bahnbrechenden Thriller um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta die Bestsellerlisten stürmte. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin war sie dann unter anderem als Leiterin der Abteilung für Angewandte Forensik an der National Forensic Academy der University of Tennessee tätig. Patricia Cornwells hochspannende und bis ins kleinste Detail recherchierte Bücher wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und erobern nach wie vor regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. (Quelle: amazon.de)

'''o0o Reihenfolge der Reihe o0o'''
(1990) Mord am Samstagmorgen / Ein Fall für Kay Scarpetta / Post mortem
(1991) Ein Mord für Kay Scarpetta / Flucht
(1992) Das fünfte Paar (Herzbube)
(1993) Vergebliche Entwarnung / Phantom
(1994) Das geheime ABC der Toten
(1995) Die Tote ohne Namen
(1996) Trübe Wasser sind kalt / Schuld
(1997) Der Keim des Verderbens / Verderben
(1998) Brandherd
(1999) Blinder Passagier
(2000) Das letzte Revier
(2003) Die Dämonen ruhen nicht
(2004) Staub
(2005) Defekt
(2007) Totenbuch
Book of the Dead
(2008) Scarpetta
(2009) Scarpetta Factor
(2010) Bastard
(2011) Blut
(2012) The bone bed


'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, Einstieg, Schluss
Contra: langatmige Passagen im Mittelteil, Figuren
Empfehlung: bedingt
Sterne: 3


Kommentare

  1. von Cornwell habe ich noch nie was gelesen. Zwar sind mir die Bücher schon oft aufgefallen, zum Lesen überzeugen konnten die mich aber nicht..

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