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Das Geheimnis der Jadefigur / Christel Mouchard

Lange habe ich überlegt, ob mich für dieses Buch entscheiden soll. Es gibt so viele tolle Bücher, die in diesem Frühjahr im Verlag Urachhaus erschienen sind, das mir die Entscheidung diesmal sehr schwer fiel. Irgendwas hat mich bei diesem Buch jedoch magisch angezogen und das war mit Sicherheit nicht die Tatsache, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, sondern eher das Geheimnis und das Nina noch mehr als nur die Antwort finden wird. Neugierig hab ich mich also ans Lesen gemacht.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Nina ist 15 Jahre alt und befindet sich auf ihrer ersten großen Reise. Genauer gesagt geht es für sie nach Indochina, wo ihr Vater vor einigen Jahren versucht hat eine Existenz aufzubauen. Nachdem ihm dies gelungen ist, und er augenscheinlich reich zu sein scheint, darf Nina nachkommen. Für Nina ein Segen, denn ihre Mutter ist verstorben und ihre Tante ein absoluter Drachen. Auf dem Schiff lernt sie Miss Melly kennen, eine angehende Englisch-Lehrerin, mit der sie sich die Kabine teilt. Als sich ihre Wege in Saigon trennen, ist es für Nina eine besonders schwere Trennung, denn nur wenige Minuten nachdem ihre Freundin das Schiff verlassen hat, erfährt sie, dass ihr Vater verstorben ist, und sie auf das nächste Schiff zurück zu ihrer Tante soll. Ohne wirklich lange zu überlegen, reift in Nina ein Plan, den sie auch sofort in die Tat umsetzt. Sie klaut Miss Melly ihren Koffer, und gibt sich als 21 jährige aus. Es kostet natürlich einige Übung, aber bis auf ein paar Aussetzer kauft ihr jeder das Alter ab. Vor Ort behauptet sie einfach, dass ihr Vater nie wahrhaben wollte, dass sie erwachsen geworden ist, und immer noch dachte, das sie 14 Jahre alt ist, denn das verwechselte er wirklich immer. Am Anfang läuft auch alles gut. Obwohl ihr Vater nicht reich zu sein scheint, und auch keine Villa besaß, reicht ihr das kleine Haus und das Erbe vollkommen aus, das sie zufällig in der Dunkelkammer findet. Nun heißt es für sie erwachsen auftreten, und sich in ihrem Alter den Lebensunterhalt mit Fotografie, also dem gleichen Beruf, wie ihr Vater, über Wasser zu halten. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Ihr Nachbar Wenji stellt ihr komische Fragen, und auch der befreundete Professor ihres Vaters stöbert gerne im Haus herum. Zudem hat sie regelmäßig Streit mit Tam, der Tochter des Kochs.Als sie jedoch nach einer Fieberattacke, die sie nur dank Tams Geistesgegenwart, wieder zu Kräften kommt, weiß sie, dass die anderen im Haus etwas suchen, zumal sie sogar einen Einbrecher in die Flucht schlägt. Dieses Ereignis schweißt sie und Tam zusammen, die schon am Anfang gemerkt hat, das Nina erst 15 Jahre alt ist. Gemeinsam versuchen sie das Geheimnis zu lösen, das irgendwas mit Jade und einer Figur zu tun haben muss. Es dauert nicht lange, bis sie die Zusammenhänge erkennen. Doch genau in diesem Augenblick taucht ihre Tante auf und tut alles, damit der Professor an sein Objekt kommt. Sie würde sogar Nina ins Heim stecken. Nina muss fliehen, und kann nur hoffen, dass sie alles noch rechtzeitig verhindern kann, denn das Objekt der Begierde kann eine Tragödie für das gesamte Land bedeuten.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Das Geheimnis der Jadefigur“ ist ein Buch über Freundschaft, Mut, Reife und die Entwicklung einer Jugendlichen in einer schweren Situation.

Das Buch beginnt an dem Punkt, wo Nina ihre Reise antritt. An Hand einiger, sparsamer Rückblenden oder Erinnerungen, erfährt der Leser, wieso sie auf dem Weg dorthin ist, ihr Alter, ihre Interessen und die Erlebnisse mit der grausamen Tante. Auf dem Schiff selbst lernt man Nina so kennen, wie in Wirklichkeit ist, chaotisch, kein Blatt vor den Mund nehmend, kindlich und manchmal noch sehr unreif. Ihre Lieblingssatz: „Hölle und Verwesung.“ fällt regelmäßig. Dementsprechend schön ist es zu sehen, wie sie reagiert und sich von Mädchen zur reifen Frau entwickelt, nur um nicht in ein Kinderheim zu müssen. Es kostet schon viel Stärke und Mut sich in eine ungewisse Situation zu stürzen. Gerade in diesem Alter. Der Autorin gelingt die Darstellung sehr gut. Lediglich als Erwachsener stellt man die Frage, warum niemand das Mädchen bzw. die junge Frau auf dem Schiff hinterfragt. Schließlich sollte die Kabine zu dem Zeitpunk unbesetzt sein.

Generell gelingt es Christel Mouchard hervorragend Nina als junges Mädchen in der Verkleidung einer Erwachsenen zu präsentieren. Ihre Gedanken, Ausrutscher und Gefühle sind greifbar. Gleiches gilt für Tam, die sich in einem doch recht männlichem Land nie unterdrücken lässt. Jeder Figur wurde individuelles Leben eingehaucht und man kann sofort entscheiden, wer sympathisch ist und wer nicht. Von den Figuren her kann man das Buch als wunderschönes Jugendbuch bezeichnen.

ZITAT S. 87
Im Wohnzimmer stand ein Mann. Er beugte sich über das Buffet und steckte die Nase in eine der Schubladen. Er war sehr dick, prustet und käute wieder eine Kuh.

Es sind aber nicht nur die Figuren, sondern auch das fremde Land und die frühere Zeit, die die Autorin mit wenigen Punkten sehr detailgetreu und anschaulich präsentiert. Man hat sofort das Gefühl zu wissen, wie es damals war. Kinder werden sich besonders wohl bei den Schilderungen fühlen, denn sie werden nicht mit zu vielen historischen Fakten überfordert und können trotzdem etwas lernen.

Neben den Beschreibungen geht es in dem Buch jedoch mehr um den Spannungsfaktor und um Freundschaft. Da schon im Klappentext sehr viel verraten wurde, sind gewisse Aspekte schon bekannt, obwohl die Geschichte noch gar nicht so weit ist. Gerade am Anfang könnte das einige Leser etwas langweilen, aber im Großen und Ganzen gelingt es der Autorin schnell, eine Grundspannung aufzubauen. Was gesucht wird, ist klar, obwohl im Buch selbst erst sehr spät der Vorhang für diese Antwort fällt. In dem Punkt hätte der Klappentext etwas weniger genau sein dürfen. Auf der anderen Seite überlegt man die gesamte Zeit, wo dieses Objekt ist, was es damit auf sich hat und wie wertvoll es in der Tag ist. Ich für meinen Fall habe die gesamte Zeit gegrübelt und auch wenn ich einige Vermutungen hatte, die sich sogar als richtig erwiesen, habe ich mich nie gelangweilt. Einfach weil die Geschichte selbst sehr schön konstruiert ist und auf Grund des Tempos eben spannend bleibt.

Nicht nur der abenteuerliche Aspekt bezüglich der Suche, sondern eben auch die Freundschaft der Mädchen, die Frage nach dem Tod ihres Vaters und die neuen Gefühle, die sie in Wenjis Nähe spürt, sind besonders für die jungen Leser sehr schön und fesselnd.

Ab und an fallen zwar die Rechtschreibfehler auf, wenn zum Beispiel am Ende, als Tam nach Hause geht „Müüde“ ist. Leider hab ich die Seite nicht mehr gefunden. Es sind Kleinigkeiten, die das Gesamtbild jedoch nicht schädigen.

Ich kann nur hoffen, dass es sich bei diesem Werk um ein Buch mit Fortsetzung in Bezug auf Tam, aber auch Nina und Wenji, handelt. Denn ich persönlich möchte, den weiteren Verlauf gerne in ein einem weiteren Abenteuer miterleben.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Christel Mouchard
Titel: Das Geheimnis der Jadefigur
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 1 (März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 382517834X
ISBN-13: 978-3825178345
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Preis: € 16,90
Genre: Jugendbuch / Abenteuer / Historisch
Lesedauer: 2 Tage

'''Autorenportrait'''
Christel Mouchard geboren 1954, arbeitete als Journalistin für eine historische Zeitschrift, bevor sie ins Verlagswesen wechselte. Sowohl in ihren Büchern für Erwachsene als auch in ihren Jugendromanen schildert sie das Leben mutiger, idealistischer, oft in fernen Kulturen lebender Frauen, die sich jenseits aller Normen für ihre Ziele einsetzten: Entdeckerinnen, abenteuerlustige Reisende, Frauen auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück oder dem der anderen. (Quelle: Urachhaus)

'''Zitierter Klappentext'''
Mit 15 in ein Waisenhaus? Oder zu der Schreckschraube von einer Tante? «Hölle und Verwesung!» – nicht die querköpfige Nina! Sie befindet sich auf der Überfahrt zu ihrem Vater nach Indochina, als sie erfährt, er sei plötzlich gestorben. Nun beschließt sie, in das Haus ihres Vaters zu ziehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ihren Koffer vertauscht sie gegen den einer Mitreisenden, denn eine Damengarderobe ist wichtig, wenn man 1912 als vollmündiges Fräulein durchgehen will. Nur leider rutscht ihr allzu oft ihr Lieblingsfluch über die Lippen! Die Erste, die ihre Maskerade durchschaut, die junge Annamitin Tam, wird glücklicherweise ihre treueste Freundin. Denn Nina landet mitten in der mörderischen Jagd auf eine geheimnisvolle Jadefigur, die sich im Haus ihres Vaters befindet … Und die verliebten Blicke des Chinesen Wenji – meinen sie die 21-Jährige oder die wirkliche Nina?

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''

Pro: Idee, Stil, Figuren, Entwicklung, Spannung
Contra: Rechtschreibfehler
Empfehlung:Ja
Sterne: 5


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