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Schattenmädchen / Laila el Omari

Heute habe ich ein historisches Jugendbuch für euch gelesen, welches ich bei Blog dein Buch entdeckt habe. Ich liebe Rätsel, ich liebe Teeplantagen und dementsprechend musste ich das Buch lesen. Gerade jetzt, wo ich viel liegen muss, bin ich über eine leichte Lektüre, die mich ablenkt, aber auch nicht zu sehr beansprucht, dankbar gewesen. Wie mir „Schattenmädchen“ gefallen hat, verrate ich euch nun.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
1895: Maya lebt zusammen mit ihren Geschwistern auf einer Teeplantage, die schon seit Jahren im Besitz der Familie ist. Eingeengt und doch glücklich, genießt Maya ihre Streifzüge auf der Plantage. Alles ändert sich als Adrian Frost für ein Jahr die Plantage besucht, auf der er als Kind schon gelebt hat, bevor es für ihn nach England ging. Mit ihm kommen die alten Tage wieder auf. Vor Jahren verschwand erst Mayas Tante spurlos und wenige Tage später Adrians Mutter. Niemand weiß näheres oder will das dunkle Geheimnis nicht preisgeben. Adrian ermittelt jedoch auf eigene Faust und möchte endlich wissen, was mit seiner Mutter geschehen ist, denn an eine Flucht oder einen Unfall glaubt er nicht wirklich. Unterstützt wird er von Maya, die sich von Anfang an zu ihm hingezogen fühlt, aber auch wissen möchte, was mit ihrer Tante passiert ist. Während ihrer Erkundungstouren wird Maya schnell klar, dass Adrian nichts mit ihrer älteren Schwester Irene hat, sondern sich genauso zu ihr hingezogen fühlt, wie sie sich zu ihm. Während sie sich näher kommen, scheint das Geheimnis um die beiden Frauen in weiter Ferne zu bleiben. Doch dann überschlagen sich die Dinge. Maya und Adrian finden eine Art Kellerverlies und ahnen, dass dies kein Ort für eine heimliche Geliebte war. Bevor sie jedoch die Wahrheit herausfinden, gibt es noch zahlreiche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, denn erst erfährt Maya die Wahrheit über Adrians Reise, dann kommen ihre Eltern dank der intriganten Großmutter hinter die geheime Liebe der beiden und zu allem Überfluss hält auch noch Ramon, ein einfacherer Arbeiter um die Hand von Mayas Schwester an. Als dann noch die Frau eine Teefabrikanten auftaucht, wird es für alle beteiligten erst richtig kompliziert und vor allen Dingen schmerzhaft.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Schattenmädchen“ ist kein klassischer, historischer Roman, wie man ihn auch im Jugend-Genre erwarten würde, sondern setzt zusätzlich auf Liebe und einen Hauch von Krimi. Von Anfang an lässt Laila El Omaris mit ihrem ersten historischen Jugendroman eine zauberhafte Kulisse entstehen, die nicht nur das Leben zur damaligen Zeit, sondern auch die fremde Welt Sri Lankas hautnah erleben lässt.

Bei ihren Charakteren setzt die Autorin auf kindliche, wilde, aber auch charmante und reife Charaktere, die eine leichte vorbildliche Funktion gegenüber dem jugendlichen Leser übernehmen. Immer wieder zeigen sie, dass Vernunft und Herz einen gemeinsamen Weg finden können, überstürzen nichts und geraten trotzdem immer wieder in Gefahren und Versuchungen, wie es für die Jugend jeder Generation normal ist. Während manche Figuren sofort ins Herz geschlossen werden, wie zum Beispiel Maya, ihre Geschwister und auch Adrian, wirken die Erwachsenen oftmals zu authentisch in ihrer Strenge, aber auch Tolleranz. Es ist schwer zu sagen, ob beides in der damaligen Zeit wirklich so vorhanden war.

Obwohl ich von Anfang an eine Verbindung zu den Figuren hatte, und auch die Beschreibung der damaligen Zeit faszinierend fand, konnte mich das Buch nicht von Anfang an überzeugen. Zu lange war in meinen Augen einfach unklar, was es mit den beiden Figuren, die verschwunden sind auf sich hatte oder was damals theoretisch passiert ist. Stattdessen legt die Autorin gerade zu Beginn vermehrt ihr Augenmerk auf die vielen Charaktere, die heimliche Beziehung zwischen Irene und einem Unbekannten und die Gefühlswelt von Maya. Erst im Verlauf oder besser gesagt mit der eigentliche Suche nach der Wahrheit und den klaren Linien, wer in wen verliebt ist, was nämlich schon von Anfang an zu erahnen war, beginnt das Buch interessant zu werden. Das ist besonders für mich überraschend, denn ich persönlich halte eigentlich nichts von überstürzten und pauschalisierten Liebesgeschichten, wo auf alles eine Lösung kommt. Zudem schafft es die Autorin eigentlich nicht eine prickelnde Stimmung aufkommen zu lassen. Und trotzdem hat mich ab diesem Punkt die Geschichte gefesselt, obwohl ich hin und wieder den Kopf geschüttelt habe und genau wusste, wie die Liebesabenteuer ausgehen würden, obwohl eine schon gesellschaftlich für die damalige Zeit eher verpönt war. Irgendwie war es stets die böse Großmutter, die einen an das Buch und die Geschichte gefesselt hat.

Während vorher das Gefühl entsteht, dass sich das Buch etwas in die Länge zieht und man gerade bezüglich der Geheimnisse auf der Stelle tritt, kommt auch hier irgendwann der Schluss. Leider etwas abrupt, schockierend und ungewöhnlich. Zum einen passt die Auflösung weniger zu einem Jugendbuch, zudem ist sie recht hart, wie die Realität aber nun einmal sein kann, und dann wiederum wirkt sie an den Haaren herbeigezogen, denn das warum jetzt ist zumindest für mich gar nicht so klar. Es entsteht bei mir das Gefühl als habe die Autorin plötzlich gemerkt, die Seiten werden knapp und ich muss endlich auf den Punkt kommen. Gerade diese eigentlich interessante Situation hätte noch mehr Seiten bedurft, denn im Grunde wird damit die gesamte Familie auf den Kopf gestellt. Man hätte es sanfter mich zahlreichen anderen Möglichkeiten umsetzen können oder zumindest die Emotionen und Folgen dieser Fakten mehr aufschlüsseln können, statt es noch abrupter zu beenden und dann mit einem Epilog noch einmal wenige Monate später eine Art kleine heile Welt vorzuzeigen.

Obwohl es einige Kritikpunkte in meinen Augen sind, habe ich das Buch, sagen wir die letzten 200 Seiten wirklich gerne gelesen und kaum aus der Hand legen können. Es fehlt dem Buch zwar der gewisse Tiefgang in so manchen Bereichen, aber die Grundidee zeigt, dass die Autorin mit etwas Übung auch im Jugend-Genre Fuß fassen kann. Alles in allem ist das Buch empfehlenswert, man sollte jedoch kein Genre-Highlight erwarten, sondern darauf gefasst sein, dass es Stärken und eben auch Schwächen hat, die dem einen mehr, dem anderen weniger auffallen.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Laila el Omari
Titel: Schattenmädchen
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Coppenrath, F; Auflage: 1 (Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649615274
ISBN-13: 978-3649615279
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 14,95€
Genre: historisches Jugendbuch
Lesedauer: 3 Tage

'''Autorenportrait'''
Geboren 1975 in Münster als Tochter eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter wuchs in Hamm auf. Nach dem Abitur studierte sie Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften in Münster und Bonn. Im Jahre 2001 begann sie, Romane zu schreiben. "Die englische Erbin" wurde 2006 dann zu ihrem Debütroman. Die Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bonn.

'''Zitierter Klappentext'''
Das Leben muss mehr zu bieten haben als langweilige Tanzveranstaltungen, die Vermählung mit einem wohlhabenden Teehändler und gelegentliche Ausflüge in die nächste Kleinstadt, da ist sich Maya sicher! Gut behütet und gelangweilt wächst die 16-Jährige auf den Teeplantagen Ceylons auf – bis im Frühjahr 1895 alles, was sie zu kennen glaubt, auseinanderzubrechen droht. Plötzlich kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das mit dem mysteriösen Verschwinden ihrer Tante vor vielen Jahren in Zusammenhang steht. Und auch ihre Großmutter sieht Maya mit einem Mal mit ganz anderen Augen. Als dann auch noch der charismatische und gut aussehende Engländer Adrian in ihre Leben tritt, steht Mayas Gefühlswelt endgültig kopf …

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Stil, Landschaft, Idee, Charaktere
Contra: manchmal langatmig und später zu abrupt im Schluss
Empfehlung: Ja
Sterne: 4


Kommentare

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