Garmin Dash Cam 20 im Test

Eine Kamera fürs Auto? Schon vor einiger Zeit durften wir aus dem Hause Rollei eine solche Dash-Cam testen, und eigentlich war sie nicht verkehrt. Gerade wenn man täglich viel mit dem Auto fährt, wie mein Mann als Bauleiter, kann eine solche Dash-Cam wirklich nützlich sein. In einer Unfallsituation kann so schnell bewiesen werden, wie er entstanden ist und wer vielleicht Schuld hatte. Oft ist man es nicht mal selbst, sondern ein anderer Fahrer passt einfach nicht auf, zieht rüber, verliert die Kontrolle oder fährt über rot. Ein Kind läuft auf die Straße, der Vordermann bremst. Es gibt so viele Szenarien. Diese Cams zeichnen ähnlich wie eine Black Box auf, und können somit später noch einmal in Ruhe angesehen werden, falls etwas unklar ist. Mein Mann hat sich seit diesem Test immer wieder eine solche Kamera gewünscht, und zum Geburtstag hat er nun ein Modell aus dem Hause Garmin erhalten.



'''PREIS'''
Die Garmin Dash Cam 20 gibt es aktuell bei Amazon für rund 190€. Teurer als das Modell von Rollei, sodass der Preis lieber online verglichen werden sollte.

''' TECHNISCHE UND HERSTELLER ANGABEN '''
Maße: 82 x 66 x 36 Millimeter (ohne Halterung)
Gewicht: 121 Gramm
Display: 2,3 Zoll, TFT-LCD
Videoauflösung: wahlweise Full-HD, HD und WVGA
4 GB MicroSD-Karte im Lieferumfang

Aufzeichnung von Videoaufnahmen und Fotos
Versieht alle Aufnahmen mit einem Stempel für Zeit und Positionsdetails dank GPS
Integriertes Mikrofon zur Aufzeichnung des Tons im Fahrzeug
Ereigniserkennungssensor zum automatischen Speichern der Aufnahme von Zusammenstössen und Ereignissen

''' FÜR EUCH GETESTET '''
Die Dash Cam kommt gut verpackt mit Saugnapfhalterung, USB Ladekabel, KFZ Ladekabel, Speicherkarte und Anleitung. Ihr seht, im Lieferumfang ist also alles enthalten, damit das Gerät sofort genutzt werden kann. Glücklicherweise gilt dies auch für den Akku, der vorgeladen ankommt.

''' Erster Einruck, erste Schritte, Installation'''
Der erste Eindruck kann nicht nur vom Umfang, sondern auch vom Design her überzeugen. Die Kamera ist schlicht schwarz, sieht aber modern und trotzdem zeitlos aus. Im Auto selbst fällt sie nicht störend auf. Generell wirkt das Gehäuse hochwertig und wurde fehlerfrei gearbeitet. Mittels Saugnapf und Kugelgelenk wird die Dash Cam an der Scheibe angebracht. Sie hält sicher und lässt sich aber auch wieder einfach entfernen. Dank der Drehbarkeit kann die Sicht genau eingestellt werden und auf Wunsch auch der Innenraum gefilmt werden. Die Platzierung ist auf Grund des kurzen Kabels, von rund 1,6m etwas eingeschränkt, aber meinem Mann reicht dies aus, und zur Not kann man auch ein Garmin oder Fremdkabel mit mehr Metern nachkaufen. Auf der Unterseite sind vier Tasten, die einen guten Druckpunkt haben. Und das Menü ist eigentlich selbsterklärend, sodass nicht mal Anfänger eine Anleitung benötigen würden. Diese ist aber dabei und erklärt alles idiotensicher, wie ich finde. Mit dem Starten des Motors geht die Aufnahme los und endet mit dem Ausschalten des Motors.

''' Die Speicherkapazität '''
Was nach der Installation und den ersten Minuten deutlich wird, ist die Tatsache, dass 4GB doch recht knapp sein könnten. Warum Garmin hier gespart hat, kann ich nicht nachvollziehen, denn mal ehrlich, Speicher kostet im Einkauf doch fast gar nichts mehr. Die mitgelieferte Variante reicht bei Full HD Aufnahmequalität rund eine Stunde. Es ist nicht weiter schlimm, weil sie ja nie wirklich voll ist, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich lieber 32GB zulegen. Das ist das Maximum und sorgt dafür, dass rund sechs Stunden in Full HD aufgenommen werden kann.

''' Vorsicht Blitzer '''
Bevor ich mich nun dem eigentlichen widme, möchte ich noch auf den Blitzerwarner eingehen, der hier integriert ist. Da dies ja eigentlich nicht erlaubt ist, werden Blitzer als Gefahrenquellen bezeichnet, und wer stets aktuelle Infos möchte, muss ein Abo abschließen. Es ist schon eine Funktion, die mein Mann bei seiner Navigationssoftware nie nutzt, und auch hier nicht benötigt. Einige werden sich aber sicherlich freuen.

''' Der Unfall kann kommen '''
Wie jedes Gerät nimmt auch dieses Modell alles in einer Endlosschleife von rund 4 Minuten auf. Ist die Speicherkarte voll, dann wird eben die älteste Aufnahme überschrieben. Deswegen reicht sie eigentlich aus, wer aber wirklich auf Nummer sicher gehen will, fährt mit einer größeren Speicherkarte sicherer.

Die Endlosschleife wird bei einem Ereignis unterbrochen. Durch einen integrierten „G-Sensor“ werden bestimmte Ereignisse registriert. Das heißt auf gut Deutsch, bei einer Vollbremsung, einer Erschütterung oder ähnliches. Diese Ereignisaufnahmen werden permanent gespeichert und wird nicht mehr automatisch überschrieben. Für den Fall, dass hier etwas relevantes passiert ist, kann man so gut alles später noch einmal anschauen. Der Sensor lässt sich im Übrigen auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Einige werden den Bewegungssensor vermissen, der die Aufnahme startet, wenn etwas im Sichtbereich passiert bzw. sich etwas bewegt, wie zum Beispiel ein Mensch oder ein Auto.

Ist dann etwas passiert, kann man das Video am eigenen Computer speichern und immer wieder analysieren. Am Mac etwas umständlich, denn die Videos werden im AVI-Format gespeichert und das funktioniert beim Mac nur mit einem extra Player, wie zum Beispiel VLC. Alternativ muss das Format geändert werden.

Hier zeigt sich dann ein klarer Unterschied zu günstigeren Cams. Das Bild ist schon als sehr gut zu bezeichnen. Kennzeichen, Straßenschilder, Rücklichter und Co sind richtig gut zu lesen, selbst wenn sie eher am Rand sind. Das integrierte Mikro ist ebenfalls sehr gut, denn es zeichnet die Geräusche klar und deutlich auf. Zwar hört man den Motor, aber es rauscht nichts zusätzlich. Dank des GPS sind alle Aufnahmen mit einen Zeitstempel und einer Position versehen.

''' FAZIT: '''
Die Kamera ist nicht billig, aber sie kann durch ein hochwertiges Gehäuse, eine hervorragende Bildqualität, die auch bei Nacht gutes Material liefern, ein schnelles GPS und ein intuitives Menü, sowie einen gute Sensor punkten. Alles was wichtig ist, ist also positiv. Die Speicherkarte könnte größer sein und das Kabel mit Sicherheit länger. Aber dies sind nur kleine Kritikpunkte, die das Gesamtbild nicht einschränken. Mein Mann fühlt sich mit dieser Kamera im Wagen sicherer und im Notfall kann sie echt nützlich sein. Zumal sie auch für einzelne Unfallfotos genutzt werden kann.
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Kommentare:

  1. Dash-Cams sind wirklich was tolles. Auch wenn es scheinbar in den Sternen steht, ob sowas vor Gericht verwertet werden kann, fühlt man sich sicherer.

    Ich selber habe mir selbst eine gebaut (Raspberry Pi+Kameramodul+Akku) Kostet zusammen knapp 80 Euro und macht wirklich gute Videos. Zugegeben, etwas basteln sollte man schon können ;)

    PS: Toller Blog, weiter so!

    Grüße
    Volker

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  2. Hallo Sarah!

    ich finde den Test denn du hier online gestellt hast, RICHTIG RICHTIG GUT!
    Kann sich gerne mal im Bereich der Testberichte abgeschaut werden, für andere Portale.
    Du hast hier die wichtigen Punkte der Dashcam gut aufgezeigt.

    Ich selbst beschäftige mich eher mit Camcordern :)

    Die Dashcam selbst, sehe ich mit Augen:
    klar, auf der einen Seite möchte man Sicher gehen, stört sich jedoch daran, dass auch andere einen Aufzeichnen könnten / bzw. das auch tun.

    Rechtlich:
    ist es auch problematisch. Erst vor kurzem gab es ja einen Richter, der es verboten hat, Dashcams im Auto zu benutzen.
    Bei dem Urteil habe ich mich als erstes gefragt, ob es auch verboten ist, Kameras auf öfffentlichen Plätzen aufzustellen? Überall werden wir doch, mit und ohne Wissen, aufgezeichnet.

    Wieso es jetzt gerade im meinem privaten Auto verboten sein soll, verstehe ich nicht.

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  3. Ich beschäftige mich mit Helmkameras. Rechtlich gibt es ähnliche Probleme wie mit dashcams. Hoffe das klärt sich irgendwann abschließend. Ansonsten aber noch danke für den Beitrag.

    Gruß

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