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Klammroth / Isa Grimm

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Bevor mein Zwerg auf die Welt gekommen ist, habe ich bei Amazon Vine nicht widerstehen können. Es wurden einige tolle Bücher eingestellt, aber nur bei diesem hatte ich ein schnelles Händchen. Nachdem spontan das Krankenhaus dazwischen kam, bin ich nun endlich in den Genuss des Lesens gekommen. Isa Grimm sagte mir als Autorin nichts, aber der Klappentext klang irgendwo interessant. Erst später weckten, die vielen positiven Meinungen noch mehr meine Lust auf die Geschichte. Nun habe ich das Buch ausgelesen, und ich freue mich, euch das Buch vorstellen zu dürfen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Anais muss zurück zum Ort ihrer Kindheit und Jugend, aber auch dem Ort, den sie am Liebsten nie wieder sehen möchte. Im Alter von 16 Jahren erlitt sie schwere Verbrennungen am Hinterkopf, als mehrere Schulbusse auf den Weg zu einem Ausflug im Tunnel von Klammroth explodiert sind. Nur wenige haben dieses Unglück überlebt und sie traf es von allen am Wenigsten. Kurz nach dem Unglück schickte ihr Vater, der damalige Schuldirektor, sie auf ein Internat, damit sie sich von dem Schock und den Anfeindungen, warum es ihr so gut geht, erholen konnte. Inzwischen sind Jahre vergangen, sie ist geschieden, hat eine 14 jährige Tochter namens Lily und muss nun zurück, denn ihre Stiefmutter ist verstorben und ihr Vater kann auf Grund seiner Demenz nichts mehr entscheiden. Da ihr plötzlicher Tod in den Flammen des Hauses merkwürdig ist, muss sich Anais auch der Polizei als Zeugin stellen. Zusammen mit ihrer Tochter tritt sie die Reise in ihre Kindheit an. Vor Ort stößt sie nicht nur auf die alten Anfeindungen, sondern bekommt von allen Seiten gesagt, dass ihre Stiefmutter, die damals nach dem Unglück eine Schmerzklinik vor Ort eröffnet hat, Experimente mit den Opfern durchgeführt hat. In Kombination mit ihrem merkwürdigen Tod, möchte auch Anais wissen, was passiert ist. Sie fängt an Fragen zu stellen und kommt mit einem ansässigen alten Mann in Kontakt, der ebenfalls in der Klinik lebt. Er deutet sehr verwirrende Dinge an, und als Anais diesen Dingen auf den Grund geht, verschwindet plötzlich ihre Tochter. Sie ahnt, dass mehr dahinter steckt, und fängt an noch mehr Fragen zu stellen. Dabei kommt sie einer Wahrheit auf den Grund, die sie über Jahre verdrängt hat.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Klammroth“ ist ein Buch, welches ich von Anfang an schwer einschätzen konnte. Worauf möchte die Autorin hinaus und in welche Richtung soll dieses Buch gehen. Horror, Thriller, Drama? Eins war mir jedoch klar, das Buch würde einige spannende Stunden Unterhaltung bieten. Die erste Euphorie hat sich jedoch bald gelegt, denn zu 100% konnte mich das Buch schon nach wenigen Seiten nicht überzeugen. Es lässt sich sehr leicht lesen und so habe ich es auch gerne zügig zu Ende gelesen. Allerdings gibt es einige Punkte, die mir negativ aufgestoßen sind, und die die guten Ansätze eher verdrängt haben.

Es beginnt schon mit Anais als Hauptfigur. Abgesehen von dem, Entschuldigung, etwas ungewöhnlichen Namen, hatte ich Schwierigkeiten mich in die Persönlichkeit hineinzuversetzen. Das lag nicht nur an ihrer extrem Art, sondern der Tatsache, dass ich sie recht blass beschrieben fand. Es wurden lediglich einige Extreme herausgepickt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es sich um eine Autorin handelt, sie nackt stundenlang vor Publikum Tierknochen säubert. Der Hintergrund, ihre Entwicklung die zu dieser Persönlichkeit geführt hat, fehlt jedoch. Verständlich ist die Verdrängung des Unfalls und die Zeit drumherum, aber einige Fakten, Vorgeschichten und Rückblenden auf die Zeit im Anschluss, wie zum Beispiel ihre Ehe, hätten mir persönlich einen besseren Zugang gewährt. Ohne diese Dinge ist es schwer eine solche Persönlichkeit zeitgleich als liebende, fürsorgliche Mutter wahrzunehmen. Es wirkt irgendwie sehr widersprüchlich, wenn man liest, dass sie erst einmal ihre Tabletten absetzen muss, um sich um ihre Tochter kümmern zu können. Aus dem Grund hätte ich mir mehr Entwicklungsinformationen gewünscht.

Während ich hier schon etwas enttäuscht war, wird an Hand von kurzen Erzählungen, Gedanken, die Zeit rund um ihren Vater, ihre Stiefmutter kurz erklärt. Aber auch hier fehlt irgendwie ein Hintergrund. Da taucht nach einem schweren Unglück eine wildfremde Frau auf, und setzt alle Hebel in Bewegung den Schuldirektor, der glücklicherweise Witwer ist, zu heiraten. Ihr seht, es wirkt oftmals etwas in den Raum geworfen oder sehr nach Zufall, und man versteht bis zum Schluss nicht die Hintergründe. Die Geschichte um Anais, ihre Freunde und die Zeit vor dem Unglück wird nur sporadisch angeschnitten, zeigt aber auch hier schon eine sehr extreme Anais, die man gerne noch näher kennenlernen würde, um die erwachsene Persönlichkeit besser verstehen zu können. Jedoch legt die Autorin darauf keinen Wert.

Nehmen wir nun einmal Abstand vom Hintergrund und den Protagonisten. So trifft man auf ein Buch, welches alle Voraussetzungen für ein gutes Drama hat. Den Hass und Neid, den die anderen Einwohner ihr auch nach Jahren entgegenbringen ist regelrecht greifbar und verständlich. Wer selbst schwer verletzt überlebt hat oder gar ein Familienmitglied damals verloren hat, der wird eben nie verstehen können, warum gerade sie so ein großes Glück hatte. Die Emotionen sind sehr gut beschrieben, verlieren aber auf Grund des gruseligen Faktors, der immer wieder eingeworfen wird, an Intensität. Das liegt nicht am Grusel selbst, denn die Frage nach dem Warum sorgt natürlich so oder so für Spannung. Das kann man problemlos gruselig gestalten. Jedoch mit fliegenden Müllsäcken, die nur in der Dunkelheit zu sehen sind, ist es doch etwas übertrieben. Ist hier eine böse Macht am Werk und tendiert es in Richtung Wolfgang Hohlbein? In meinen Augen nimmt es dem Buch das Gewisse etwas, da der eine Bereich den anderen etwas nimmt, der Gruselfaktor aber nur oberflächlich angerissen wird. Wäre die Autorin hier in die Tiefe gegangen, hätte vielleicht auf ein paar Ideen verzichtet, um andere auszubauen, dann hätte hier ein gruseliges, spannendes Buch mit viel Drama entstehen können. So bleibt es stellenweise leider oberflächlich.

Nichtsdestotrotz muss ich auch anstandslos zugeben, dass ich mehr wissen wollte und durch den flüssigen, leichten Stil das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte. Belohnt wird man durch einen Schluss, der sich für wenige Leser schon vorher offenbaren, aber die Mehrheit definitiv überraschen wird. Auf der einen Seite ziehe ich meinen Hut für die Auflösung, denn die Beweggründe und das was damals tatsächlich passierte, sind auf jeden Fall sehr interessant und erklären so einiges. Es ist schon faszinierend, was das menschliche Gehirn alles zu Stande bringt. Aber auch hier muss ich zugeben, dass mir der gruselige Beigeschmack stellenweise falsch vorkam. Aber hier sind Geschmäcker verschieden.

Alles in allem gefällt mir der Ansatz, der Stil und teilweise der Schluss. Spannung, die durch viele Punkte aufkommen könnte, geht leider auf Grund der vielen Ideen unter. Zudem empfand ich die Protagonisten einfach zu blass für eine solche Geschichte. Im Grunde habe ich mir von dem Klappentext mehr versprochen zumindest. Da ich mich aber gut unterhalten gefühlt habe, oder zumindest nie das Gefühl aufkam, ich müsse vorblättern oder einige Passagen überspringen, bekommt das Buch faire vier Sterne von mir, denn irgendwie hat das Buch trotz aller Kritikpunkte etwas.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Isa Grimm
Titel: Klammroth
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Paperback); Auflage: Aufl. 2014 (13. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785761074
ISBN-13: 978-3785761076
Preis: € 14,99
Genre: Drama / Horror
Lesedauer: 2 Tage

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