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Auf den Schwingen des Adlers / Ken Follett


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Vor einigen Tagen habe ich euch von meinem letzten Ken Follett berichtet. Es handelt sich hierbei um eine Jubiläums-Ausgabe, die zwei Thriller beinhaltete. Während mir der erste, kurze Thriller schon gar nicht zusagte, war ich im Bezug auf diesen, doch etwas skeptisch. Auf der einen Seite bin ich kein Fan von Politik-Thrillern und schon gar nicht, wenn sie in gewissen Regionen spielen. Aktuelle Geschehen interessieren mich, aber darüber in Büchern lesen, entspricht nicht meinem Geschmack. Trotzdem habe ich mich ans Lesen gemacht, denn die Tatsache, dass das Buch auf wahren Begebenheiten beruht, hat meine Neugierde dann doch geweckt.



'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Iran zur Zeit der Revolution 1978/1979. Die Firma EDS ist darauf spezialisiert Sozialversicherungssysteme aufzubauen und ist damit in den USA und anderen Ländern dieser Welt sehr erfolgreich. Unter der Leitung von Ross Perot, der die Firma ins Leben gerufen hat, gehört sie zu den Größten weltweit. Dementsprechend geben auch sie ihr Gebot ab, als der Iran 1978 auf die Idee kommt ein Sozialversicherungssystem einzuführen. EDS gewinnt die Ausschreibung und nimmt seine Arbeit im Iran auf. Am Anfang läuft auch noch alles gut, doch dann kommen plötzlich Unruhen auf und der Schah verlässt fluchtartig das Land. EDS erkennt die Situation und versucht sich langsam zurückzuziehen, zumindest, wenn es nach Perot geht. Seine Mitarbeiter wollen jedoch noch nicht aufgeben. Als jedoch von den höchsten Managern die Pässe ohne Grund einbehalten werden sollen, damit EDS nicht einfach das Land verlassen kann, muss die Rückkehr in die USA in einer Nacht und Nebelaktion geplant werden. Die Familien und normalen Angestellten können das Land problemlos verlassen, aber Paul und Bill wollen noch nicht gehen. Als sie gebeten werden als Zeugen auszusagen, und die Botschaft dies für eine Routinebefragung hält, gehen sie der Aufforderung nach. Doch niemand interessiert sich für ihre Aussagen. Übersetzungen werden nur lieblos festgehalten und am Ende werden beide ohne Grund verhaftet. Die Kaution auf rund 12 Mio. Dollar festgelegt, während ein Mörder sogar nur 20.000 Dollar Kaution vorgeschrieben bekommt. Am Anfang gehen alle noch von einem Missverständnis aus, aber schnell wird klar, dass die Regierung ihre ganze eigenen Gründe hat. Als nicht einmal politischer Druck hilft, entschließt sich Perot zu einem ungewöhnlichen Schritt. Er stellt einen Rettungstrupp zusammen. Angeführt wird es von einem wahren Profi, der nach dem Tod seiner Frau endlich wieder einen Sinn im Leben sieht. Vor Ort müssen sie jedoch erkennen, dass Paul und Bill in einer Art Festung festgehalten werden. Das Team „Adler“, wie sie sich schimpfen, hat nur eine Chance, denn ein Mob stürmt das Gefängnis. Bill und Paul können fliehen, aber es ist so gut wie unmöglich sie zur Zeit außer Landes zu bringen. Ohne Pässe oder Hilfsmittel müssen sie auf dem Landweg fliehen, und das birgt so manche Gefahr.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Nach einem kleinen Vorwort seitens Ken Follett, indem er kurz auf die namentlichen Änderungen und Umformulierung von Dialogen nimmt, aber erklärt, dass die Geschichte an sich auf wahren Begebenheiten beruht, geht es gleich mit der Geschichte los. Obwohl Thema und Örtlichkeiten nicht zu meinem bevorzugten Bereichen gehören, hat mich die Tatsache, dass es eine wahre Begebenheit sein soll, fasziniert. Das Namen zur Sicherheit geändert wurden und niemand mehr genaue Dialoge zu 100% wiedergeben kann, ist ebenfalls verständlich. Dementsprechend ehrlich empfand ich das Vorwort seitens Follett.

Eine solche Geschichte bietet viel spannendes Potential. Allerdings auch erschlagend viele Protagonisten. Zwar ist die Idee, diese gleich am Anfang zu benennen, und so für eine kleine Übersicht zu sorgen, gut gemeint, aber ich persönlich fühlte mich gänzlich erschlagen. Wer kein gutes Namensgedächtnis hat, ist schnell überfordert. Das liegt aber nicht nur an den vielen Namen, sondern der Tatsache, dass der Autor sich nicht auf ein oder zwei Perspektiven festlegt, sondern immer wieder eine andere Person auswählt. Ähnlich wie bei einer Dokumentation, bei der eben alle beteiligten Personen ihre Erlebnisse erzählen. Dies wird dann zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammengefügt. Es ergibt zwar einen Rundumblick, aber es ist so schwerer dem Geschehen zu folgen. Am Schwersten ist jedoch die Tatsache, dass es so fast unmöglich ist eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Zwar setzt Follett auf viele Details, aber sie bleiben trotzdem sehr blass und oftmals fragte ich mich, warum die handelnden Figuren sich für diesen Weg entschieden haben. Gerade bei einer solchen Handlung, sollten jedoch diese Punkte stets klar verständlich sein. Dies ist zumindest meine Meinung.

Nun liest man das Buch und geht eigentlich davon aus, dass dies ein anfängliches Problem ist. Zusammenhänge werden mit der Zeit deutlicher und die Rettungsaktion sollte theoretisch ans Buch fesseln, wie kein zweiter Aspekt. Irgendwann sind zudem nur noch wichtige Figuren beteiligt und es ist theoretisch nicht mehr ganz so verwirrend, komplex. Und ich muss auch zugeben, dass eine gewisse Grundspannung nicht geleugnet werden kann. Man fiebert mit den Menschen mit und möchte auch wissen, wie es ausgeht, obwohl es bei einem Tatsachenbuch auch eine klare Tendenz gibt. Ohne Überlebende, könnte es schließlich nicht erzählt werden. Während ich auf der einen Seite das Buch unbedingt weiter lesen musste, war es diesmal der Stil, der mir so gar nicht zugesagt hat. Ken Follett ist eigentlich ein Autor, der Leben einhaucht und mit seinem Stil ein Kopfkino entstehen lässt, wie kaum ein anderer. Deswegen liebe ich seine Werke. In diesem Fall wollte er jedoch augenscheinlich nicht zu viele Details nutzen, um eben ein unverfängliches, klares Bild zu vermitteln, wie es sich eben für eine wahre Geschichte gehört. Dadurch entsteht jedoch ein recht hölzerner Stil, der noch mehr an eine Dokumentation erinnert. Gerade Erinnerungen an die Anfänge oder andere Punkte werden immer wieder aufs Neue erwähnt und so schleicht sich an einigen Stellen eben etwas Routine ein. Hier hätten sicherlich 100 Seiten weniger oder eben anders genutzt deutlich mehr Sinn gemacht.

So ist mit Sicherheit ein schöner Thriller entstanden, den ich auch gerne bis zum Schluss gelesen habe, aber verglichen mit anderen Werken des Autors, ist es kein bahnbrechendes Highlight, sodass das Buch von mir nur 4 Sterne bekommt.

'''o0o NOCH EIN PAAR FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Ken Follett
Titel: Auf den Schwingen des Adlers
Taschenbuch: 552 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2013 (25. Februar 1986)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404107047
ISBN-13: 978-3404107049
Preis: € 8,99
Genre: Thriller
Lesedauer: 5 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee, Recherche
Contra: Stil, Doku-Szenen-WEchsel
Empfehlung: Ja
Sterne: 4



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