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Das Orakel von Oonagh / Flavia Bujor


Wenn man bei uns ins Musikzimmer schaut, haben wir dort eine große Wand voll mit Büchern stehen. Zwei Drittel habe ich davon noch nicht gelesen, und damit dieser Stapel nicht wächst, nehme ich an verschiedenen Abbau-Challenges teil. Bei einer Challenge gab es eine Zusatzaufgabe, bei der mir eine andere Leseratte ein Buch aus ihrem Regal aussuchen und ausleihen muss. Kurzer Hand habe ich meine Nichte gefragt, ob sie nicht ein Buch hat, welches mit O beginnt, denn dazu fehlt mir ein Titel. Sie hatte ein solches Buch, und mir dementsprechend ausgeliehen. Dieses Buch habe ich nun ausgelesen und möchte ich euch vorstellen. Es hat den Titel „Das Orakel von Oonagh“. Dabei handelt es sich um ein besonderes Kinderbuch, denn es ist nicht nur für Leser ab 12 Jahren, sondern wurde auch von einem Mädchen geschrieben, das damals selbst 12 Jahre alt war.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
2002 in Paris. Joa ist 14 Jahre alt und sterbenskrank. Niemand kann ihr helfen und da sie niemanden hat, vegetiert sie im Krankenhaus vor sich hin. Nicht verstehend, warum sie sterben muss.

An einem anderen Ort, in einer anderen Welt haben drei Mädchen Geburtstag. Sie werden alle 14 Jahre alt und mit dem heutigen Tag müssen sie die Wahrheit erfahren. Jade, die Tochter eines mächtigen Herzogs, erfährt, dass er nicht ihr Vater ist und wird nach ihrer Feier vom Hofe verjagt. Ambre hingegen wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie muss arbeiten und sich um ihre sterbende Mutter kümmern. Als sie an ihrem Geburtstag verstirbt, verrät sie ihr ebenfalls, dass sie nicht ihre leibliche Mutter ist. Opale ist ein verschlossenes Mädchen, das eiskalt ist. Sie wächst ebenfalls woanders auf. Die drei Mädchen bekommen lediglich einen Stein übergeben und den Hinweis, dass sie etwas mit einer Prophezeiung zu tun haben, und viele Feinde auf sie warten. Sie wissen nicht wohin sie müssen oder ähnliches. Erst die Steine zeigen ihnen einen kleinen Weg. Sie müssen in die Mär, die märchenhafte Seite dieser Welt. Diese ist jedoch abgeschirmt und sie wissen nicht, wie sie dort hineingelangen. Der Rat der 12 und ein geheimnisvoller Unbekannter versuchen jedoch alles, um ihr Vorankommen zu verhindern.

Zusammen machen sie sich auf den Weg, und jede kann durch ihre unterschiedliche Art etwas zum Vorankommen beitragen. Auf diese Weise gelangen sie in eine Stadt, wo jemand aus der Mär zu finden ist, der ihnen helfen kann. Gemeinsam entwickeln sie einen Plan, der ihnen auch halbwegs gelingt. Lediglich Opale wird bei diesem Vorhaben tödlich verletzt. Schwer verletzt, wie sie ist, kommt sie in die Mär und hat das Glück, dass der Tod dort im Streik ist. Sie kann somit nicht sterben, sondern wird wieder gesund.

Zur gleichen Zeit streift ein junger Mann durch die tiefen eines Waldes auf der Suche nach seinem Namen. Er ist ohne Gedächtnis und weiß nur, dass es einen folgenreichen Kampf gab, bei dem er verletzt wurde. Hilfe bekommt er von Elfohrys, einem menschenähnlichen Wesen, dass ihm vorschlägt, das Orakel von Oonagh zu befragen. Eine Reise voller Gefahren und Gegner, die ihm am Ende zeigt, wer er ist und was seine Aufgabe ist. Sie ist aber nicht unbedingt leichter, als der Weg vorher.

Mit dem gleichen Ziel sind auch die drei Mädchen unterwegs, die durch alle Gefahren inzwischen zu einer Einheit herangewachsen sind. Die Antwort des Orakels ist jedoch nicht ganz das, was sie sich erhofft haben. Kurz danach erfüllt sich erst die eine Sache, dann die andere. An Jade hängt nun der letzt Punkt, den das Orakel genannt hat. Eine wird die anderen beiden überreden zu sterben. Jade möchte diesen Part nicht übernehmen, doch weiß sie, dass die anderen beiden Aussagen schon erfüllt sind, und die große Schlacht rückt immer näher.


'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
Das Orakel von Oonagh“ ist ein Buch, das von einer 12jährigen Autorin verfasst wurde. Ein Aspekt, den ich erst im Nachhinein erfahren habe und gewisse Empfindungen beim Lesen mit einem Schlag erklärt hat. Es ist zusätzlich ein Aspekt, den man bei der Bewertung des Buches auch berücksichtigen muss. Am Ende bin ich auf der seinen Seite beeindruckt davon, dass ein junges Mädchen schon so viel Kreativität und Talent an den Tag legen kann, auf der anderen Seite gibt es natürlich einige Schwächen, die sich leider nicht leugnen lassen.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt schon etwas verwirrend, mit den verschiedenen Ausgangspunkten. Wer ist dieses Mädchen in Paris und was hat sie mit den drei Mädchen zu tun. Wer auf die Namen achtet, wird schon bald erkennen, worauf die junge Autorin hinaus möchte. Die Rahmenhandlung ist nämlich die eigentliche Geschichte. Ein Mädchen, dass im Sterben liegt, hat nur noch eins an das sie sich klammern kann – Hoffnung. Beim Träumen verschmelzen Wünsche, Hoffnungen und Erinnerungen, und auf diese Weise entsteht die Binnenhandlung. Nachdem dieser Punkt für mich immer offensichtlicher wurde, konnte ich mich mehr auf die Binnenhandlung konzentrieren. Inhaltlich wechseln die Perspektiven regelmäßig, sodass der Leser mal die Mädchen, mal den Namenlosen begleitet. Die Perspektiven sind klar getrennt und es ist unmöglich hier nicht zu wissen, wo man sich gerade befindet.

Wie in den meisten fantasievollen Geschichten befindet sich das magische Reich in Gefahr und es herrscht ein gewisses Ungleichgewicht. Damit wird eine spannende Kulisse geschaffen, die alleine für sich schon sicherlich fesselnd ist. Fragen wie: Was verbirgt sich hinter der Prophezeiung und wie hängen die Mädchen da mit drin. Zusätzlich fasziniert die Tatsache, welche Gedanken ein sterbendes Mädchen in ihre Träume einfließen lässt. Zum Beispiel die Tatsache, das der Tod plötzlich streikt, und niemand sterben kann. Solche Ideen sind auf der einen Seite faszinierend und passen sehr schön in ein kindgerechtes Fantasy-Abenteuer, sind aber eben auch sehr kindlich gehalten.

Generell zeigt das Buch sehr reife Ansätze, die eher auf eine ältere Autorin schließen lassen. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, wo am Stil oder anderen Passagen deutlich wird, dass der Reifeprozess noch nicht abgeschlossen ist. Besonders in der Wortwahl wird dies immer wieder deutlich. Zumindest hatte ich hier häufiger das Gefühl, weil sich die Autorin immer wieder in detaillierten Schilderungen verliert, ohne dabei etwas auszusagen. Gerade die Mädchen sind zwar unterschiedlich, aber stellenweise doch recht flach beschrieben. Hier werden lediglich Klischees aufgegriffen und für eine Zusammenführung genutzt.


ZITAT AUS „Das Orakel von Oonagh“ - Beispiel für detaillierte und unnötige Schilderungen
Sie erzählte, wie sie den Mond und die Sterne beobachtet und den Duft wilder Blumen eingeatmet habe, wie sie mit bloßen Füßen durch das frische Gras gelaufen und im klaren Wasser des Sees geschwommen sei. Sie erzählte auch, wie sehr sie die Sonne liebe, dass sie sich gern phantastische Geschichten ausdenke, anderen Menschen zuhöre und ihnen helfe und dass ein großzügiger, gebildeter Mann ihr Geschichten zu lesen gegeben habe, obwohl die doch eigentlich verboten seien.

+++++++++

Nichtsdestotrotz sind die Mehrheit der Ansätze einfach faszinierend. Nicht nur das Thema Tod, sondern auch innere und äußere Schönheit, Freundschaft zwischen drei unterschiedlichen Persönlichkeiten, wahre Liebe oder der Tatsache, dass man alles erreichen kann, wenn man nur daran glaubt und dafür kämpft. Das Buch vermittelt Werte und bietet viel Diskussionsbedarf. Dadurch nimmt man den Stil und seine Schwächen nicht mehr so als störend war. Gerade mit dem Wissen im Kopf, egal ob vorab oder später, dass dies von einem 12 jährigen Mädchen verfasst wurde, dann rückt es diese Tatsache sogar in den Hintergrund.

Schade ist jedoch, dass sie ihre Ideen oft nicht zu Ende denkt und das ist in meinen Augen die größte Schwäche, die mich persönlich auf die Dauer doch arg gestört hat. Wird der Autorin bewusst, dass sie nicht weiß, wie sie eine bestimmte Situation beenden oder auflösen soll, dann kommt eine banale Wendung, die alles richtet. Manche Wendungen haben weder Hand noch Fuß. Oftmals habe ich mich gefragt, warum dies oder jenes denn nun passiert. Doch statt einer logischen Aufklärung, wird dies einfach ausgelassen. Mag sein, dass ich nicht mehr diese kindliche Fantasie habe. Ich weiß noch all zu gut, wie wir in dem Alter uns fantasievolle Geschichten ausgedacht haben. Da ich jedoch unglaublich viele Kinder- und Jugendbücher lese, weiß ich, dass es anders gehen kann. Zum Beispiel wurden die Mädchen in den Bann eines anderen Mädchen gezogen, dass sich vom Hass völlig zerfressen war. Abgesehen davon, dass ich nie ganz nachvollziehen konnte, wie es ihr gelungen ist, in diesem Maße Feindseligkeit zu stiften, konnte ich auch die abrupte Beendigung nur mit Kopfschütteln nachvollziehen. Nur um ein kleines Beispiel zu benennen.

Alles in allem kann ich sagen, dass die Geschichte interessant, traurig und zugleich faszinierend ist. Das liegt zum einen am Alter der Autorin, aber auch an den vielen tollen Ideen. Wären nicht die vielen unerklärten Wendungen, ich hätte die stilistischen Mängel völlig ausgeblendet. Geschmäcker sind verschieden und ohne Talent hätte die Autorin ihr Werk weltweit in 24 Sprachen erscheinen lassen, denn übersetzt wurde es in 23 Sprachen laut Wikipedia. Auch mir hat das Buch streckenweise sehr gut gefallen, und daher wundert es mich doch schon, dass die Autorin, die ihr Werk 2001 schrieb, seitdem nichts weiteres veröffentlich hat.
Ich persönlich kann das Buch bedingt empfehlen und wer mit einer kindlichen Sprache leben kann, und nichts gegen unlogische Wendungen hat, der darf das Buch ruhigen Gewissens kaufen. Gerade junge Leser, die ebenfalls gerne schreiben, können zusätzlich eine kleine Inspiration durchleben. Mich, aber auch meine Nichte, die nicht viel Älter ist, als die Autorin damals, kann das Buch aber nicht vollends vom Hocker hauen, weswegen wir einstimmig 3 Sterne vergeben.

'''o0o FAKTEN RUND UM DAS BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Flavia Bujor
Titel: Das Orakel von Oonagh
Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
Verlag: List Hardcover; Auflage: 1 (1. Februar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 347177260X
ISBN-13: 978-3471772607
Preis: € 0,01
Genre: Fantasy
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Zum Schluss zusammengefasst o0o'''
Pro: Idee
Contra: kindlich, unlogische Wendungen, kindlicher Stil
Empfehlung: Jein
Sterne:3

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