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Test: Sherlock Holmes Crimes & Punishments PS4

Er ist wohl der berühmteste, männliche Detektiv auf diesem Planeten. Die Rede ist von Sherlock Holmes. Die Werke von Sir Arthur Conan Doyle sind genauso beliebt, wie die Filme, Serien oder Point & Click Adventure. Jetzt gibt es ein neues Abenteuer mit insgesamt sechs mehr oder weniger kniffligen Fällen, die nicht mehr ganz Point & Click sind.


STORY
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Holmes und ermittelt als Detektiv, wenn die Polizei nicht weiter weiß. Insgesamt sechs Fälle gibt es zu lösen. Jeder Fall bringt rund 2-3 Stunden Detektivarbeit mit sich. Diebstahl, spurloses Verschwinden oder Mord gehören dazu. Um euch ein kleines Beispiel zu geben, gehe ich kurz auf den ersten Fall ein. Dort müsst ihr den Mord an dem Walfischfänger Peter lösen, der mit seiner Harpune im Gartenhaus durchbohrt wurde. Da er nicht gerade sehr beliebt war, gibt es alleine mindestens drei Verdächtige Personen und viele Hinweise, die analysiert werden möchten. War es die Frau, die unter ihm gelitten hat, der nicht vorhandene Gärtner, ein früheres Crew-Mitglied, ein unbekannter Einbrecher?

GAMEPLAY
Wie es sich für einen echten Holmes gehört, müsst ihr die Fälle lösen. Dazu müsst ihr den Tatort untersuchen und die ersten Tatverdächtigen mit Fragen löchern. Manchmal ist es notwendig gewisse Beweise oder Fakten zu analysieren / zu präsentieren, damit die Verdächtigen auch reden, aber das wird im Verlauf des Dialoges deutlich.

Um den Tatort zu untersuchen, werden euch alle möglichen wichtigen Punkte angezeigt und können mehr oder weniger untersucht werden. Manchmal ist es notwendig einen besonderen Blickwinkel zu wählen, denn so seht ihr zum Beispiel Fußspuren oder ein Versteck unter einem Brett.

So wie ihr hierfür einen extra Spürsinn habt, ist es auch beim Erstelle von Profilen. Ihr nehmt die Leite unter die Lupe und wichtige Faktoren werden mittels blauen Lupenrand hervorgerufen. So könnt ihr als Holmes ein treffendes Charakterprofil erstellen.


Wie es sich gehört für ein solches Krimispiel, gilt es Beweise zu analysieren. Das geschieht in Form von Minispielen. Zum Beispiel müsst ihr die richtige Kombination bei Flüssigkeiten herausfinden. Sie sind nicht immer leicht, und könnten übersprungen werden, aber mal ehrlich, sie machen einen gewissen Reiz aus und sind alle lösbar. Manchmal eben nur sehr kniffelig. Uns haben sie allesamt riesigen Spaß gemacht und alle wurden eigenhändig, wenn auch im Teamwork gelöst. Strengt also eure grauen Zellen an, statt es wegzuklicken.


Zum Ende hin muss alles kombiniert werden. Es gibt kleinere Hilfestellungen, aber auch immer zwei verschiedene Gedanken, die Holmes zu einer solchen Kombination hat. Das hat zur Folge, dass je nach Entscheidung am Ende ein anderer Täter herauskommt. Ihr müsst dann entscheiden, ob er es ist und ob er Gnade oder die harte Strafe erhalten soll. Da es auf Grund der Tatsache eben viele Enden gibt, besteht am Ende die Möglichkeit die Endphase mit einem anderen Täter erneut durchzuspielen. Wer wissen will, ob er richtig liegt, der kann das Touchpad nutzen und bekommt den Täter präsentiert. Ebenfalls wird euch gesagt, ob ihr auch alle Hinweise gefunden habt. Alles nett gestaltet und gut überlegt, wie im echten Leben. Man fühlt sich wie ein Polizist oder Detektiv.


Leider fallen schon beim ersten Fall kleinere Logiklöcher auf, und das finden wir schade. Man muss schon sehr genau auf alles achten, damit man sie bemerkt. Zum Beispiel gibt es Bücher bei Holmes zu Hause, die sich mit Fingerabdrücken befassen. Warum werden aber keine von der Harpune genommen oder ein Abwischen angedeutet? Gleiches gilt auch für einen Verdächtigen. Es wird nicht darauf eingegangen, was er am Tatort zu suchen hatte, oder warum zumindest etwas von ihm dort lag. Kleinigkeiten, die es in mehreren Fällen gibt.

STEUERUNG
Es tut mir leid, aber die Steuerung ist nicht ideal umgesetzt für dieses Spiel. Deswegen gibt es auch einen extra Abschnitt hierzu. Mit Maus am PC vielleicht einfacherer, aber wenn man versucht einen Gegenstand mit dem Gamepad anzuvisieren, dann kommt es regelmäßig vor, dass es einen Zentimeter weiterspringt und eben etwas anderes anvisiert. Es ist nicht immer, aber manchmal eben nervig, wenn man zum Beispiel das dritte Mal in Folge einen schon bekannten Gegenstand anschaut, und den daneben nicht erfasst bekommt. Sowohl mein Mann, der durch Ego-Shooter und viele Kopfschüsse eigentlich sehr gut mit einer solchen Präzision-Anforderung klarkommt, als auch ich, die mehr als drei linke Hände hat. Es könnte besser umgesetzt sein.

LADEZEITEN
Gleiches gilt für die Ladezeiten. Wir spielen zum Beispiel gerade Diablo oder auch Destiny, und die Ladezeiten halten sich dort in Grenzen. Hier muss man regelmäßig zu anderen Orten reisen und jede dieser Reisen ist mit rund einer Minute Ladezeit verbunden. Die Zeit kann zwar genutzt werden, um seine Notizen durchzugehen, weitere Vorgehensweisen zu überlegen oder um gewisse Fakten zu kombinieren, aber die meiste Zeit starrt man auf Holmes, der Pfeife raucht oder liest. Wäre wenigstens der Fahrtweg, also ein Blick auf London ab und an vorhanden, wäre es ja noch amüsant, aber so, geht es schon im ersten Fall gewaltig auf die Nerven.


GRAFIK
Die Grafik ist beim Spiel ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite sind da die Charaktere, die einfach unglaublich detailliert dargestellt wurden. Sie wirken richtig realistisch und zeigen was in der heutigen Zeit mit einer Konsole möglich ist. Auf der anderen Seite wirken einige Hintergründe bei den Schauplätzen verwaschen und durch die Steuerung wirken Bewegungen grafisch sehr hölzern. Es geht besser, aber eben auch deutlich schlechter.

SOUND
Der Sound ist eine Frage des Geschmacks. Normale, dezente Hintergrundmusik. Dazu authentische Geräusche und sympathische Stimmen, die leider nicht Lippensynchron sind. Was stört ist die Tatsache, dass es lediglich eine Englische Synchronisation gibt. Zwar sind Deutsche Untertitel vorhanden, aber bei einem Spiel, wo eben auf Details geachtet werden muss, wo bestimmte Worte sehr wichtig sind, wäre doch eine Deutsche Sprache angenehmer. So konzentriert man sich zu sehr auf das Lesen und überliest gerne mal etwas. Zwar besteht die Möglichkeit, jeden Dialog nachzulesen, aber möchte man das? Deutsch hätte dem Spiel als Sprachausgabe jedenfalls nicht geschadet.

FAZIT
Sherlock Holmes hat mich Sicherheit einige Schwächen, wie oben erwähnt in der Steuerung, kleinere Logiklöcher oder bei den leider zu langen Ladezeiten. Es macht aber Spaß die Fälle zu lösen, die Minispiele zu absolvieren und den wahren Täter zu finden. Es ist kniffelig und beschäftigt manchmal eben wirklich drei Stunden für einen Fall, wenn man nichts übersehen möchte, aber genau das rockt. Die ersten 10 Minuten des Spiels mögen enttäuschen und man fragt sich, ob man weiterspielen möchte, aber es lohnt sich. Wer also gerne Rätsel löst und Kriminalfälle liebt, sollte das Spiel auf jeden Fall spielen.

Gameplay: 9 / 10
Steuerung: 97/ 10
Grafik: 7 / 10
Sound 7 / 10

75%

PRO vs CONTRA
+ spannende 6 Fälle mit jeweils rund 3 Stunden Spielzeit
+ Detaillierte Gesichter
+ manchmal kniffelige Minirätsel, die aber richtig viel Spaß machen
+ Analysemöglichkeiten


- Ungenaue Steuerung
- Grafik abseits der Menschen manchmal pixxelig oder matschig
- keine deutsche Synchro
- lange Ladezeiten



FAKTEN ZUM PRODUKT
Preis: 57,45€
Konsole: PS 4
Release: 2.10.14
Entwickler: Frogware
Publisher: Focus
Alter: 12
Multiplayer: Nein

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