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Unbändig / Courtney Collins



Sie haben Post. Diesmal wieder im wahrsten Sinne des Wortes, denn als ich kürzlich in den Briefkasten schaute, war da doch glatt wieder ein Buch von „Buecher.de“, welches ich als Buchflüsterer lesen sollte. Das Cover hat mich gleich angesprochen. Ein rötlicher Sternenhimmel und eine einsame Person mit Pferd hat schon etwas. Ob das Buch mit seinem Cover mithalten kann, verrate ich euch nun.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Jessie ist eine junge Frau Anfang des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen ist sie bei einem liebevollen Vater und einer herzensguten Vermieterin. Als beide kurz hintereinander sterben, hat sie nur noch eine depressive Mutter, die nichts dagegen hat, dass ihre kleine Tochter zu einem wandernden Zirkus geht. Dort ist sie glücklich, kann ihre Pferdenummern aufführen und bekommt bald einen kleinen Freund, der ihr zugelaufen ist. Als der Krieg ausbricht ändert sich das alles. Der Zirkus kann das Publikum nicht mehr locken und als es auch noch den tragischen Unfall mit ihrem Freund gibt, dauert es nicht mehr lange, bis der Zirkus sich auflöst. Jessie sieht ihre einzige Chance sich als Pferdediebin über Wasser zu halten. Somit dauert es nicht lange und sie landet im Gefängnis. Ihre Chance herauszukommen ist es für Fitz auf seiner Farm zu arbeiten. Obwohl er ihr von der ersten Sekunde unsympathisch ist, lässt sie sich nicht zwei mal bitten und gerät damit in seine Fänge. Anfangs sind es nur Schläge, dann zwingt er sie, ihn zu heiraten und für ihn Brandzeichen bei Pferden zu fälschen. Immer wieder droht er ihr alles zu verraten. Ihr einziger Lichtblick ist Jack Brown, den Fitz ebenfalls für seine Betrügereien einspannt und ihn erpresst. Jessie und Jack verlieben sich und als sie schwanger wird, erzählt sie Jack einfach, dass es sein Sohn ist, obwohl sie weiß, dass es von Fitz ist. Und so kommt es wie es kommen muss. Sie beschließt Fitz aus dem Weg zu räumen, um endlich frei zu sein, denn noch mehr Schläge und Vergewaltigungen erträgt sie nicht mehr. Ihr gelingt es, aber der Stress führt zu einer Frühgeburt. Ihre Tochter lebt nur kurze Zeit, bevor Jessie beschließt, dass sie eh nicht überleben kann und das kleine Fellmonster tötet. Nach den Taten heißt es Flucht oder lebenslanges Gefängnis. Jack und der Polizist versuchen herauszufinden, was im Haus passiert ist, und erfahren, dass Jessie noch lebt. Sie machen sich auf die Suche, denn Jack will wissen was mit seinem Kind passiert ist, und der Polizist hat ein dunkles Geheimnis, welches ihn mit Jessie verbindet.

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
„Unbändig“ ist das Abenteuerbuch einer Frau, die ums Überleben kämpft. Das Buch beginnt mit der Ermordung der kleinen Tochter, und wer selbst ein Kind hat, wird danach mit dem Buch zu kämpfen haben. Warum? Nicht nur die Tatsache, dass ein Baby nicht mal so lange leben darf, wie es die Natur vorgesehen hätte, sorgt dafür. Es ist vielmehr die Perspektive, denn alle Szenen, die der Leser an Jessies Seite durchleben darf, werden aus der Sichtweise des Babies erzählt. Dadurch ist nicht nur der Mord schockierend, sondern schockiert während des gesamten Buches. Glücklicherweise geht es nicht immer um „Meine Mutter“, sondern ab und an wird auch aus Perspektive von Jack oder dem Polizisten berichtet, sodass dem Mutterherz des Lesers ab und an Ruhe gegönnt wird. Auf jeden Fall ist es in meinen Augen eine ungewöhnliche Erzählweise.

Die drei Hauptcharaktere kommen jedoch dadurch schön hervor und werden lebendig. Allerdings habe ich mich nie in Jessie hineinversetzen können und das lag nicht an der nicht vorhandenen Sympathie. Jessie ist eine Figur, die oft auf merkwürdige Weise handelt. Das mag an der vergangenen Zeit liegen, aber auch an Logiklücken. Zum Beispiel wird sie schwanger und bei der Erklärung, warum sie auf Jack hofft, wird nur ein spätes, erstes Stell-Dich-Ein, einen Monat nach der letzten Periode genannt, wo sie es schon ahnte. Und im Verlauf kommen mir einige solcher Fragen auf. Nicht nur bei Jessie, sondern auch den anderen. Hinzu kommt, dass sie durch die Pferdediebstähle kein Engel war und auch die Tatsache, dass sie nicht mal nach ihrem kleinen Freund gesucht hat, als dieser den schweren Sturz hatte, tut ihr übriges.

Inhaltlich hätte ich mir persönlich auch etwas mehr erwartet. Abgesehen davon, dass ich davon ausgegangen bin, dass Jessie wirklich ums Überleben kämpfen muss, kommt in meinen Augen wenig Spannung auf. Immer wieder erfolgen Rückblenden oder Szenenwechsel zu anderen Figuren und lassen Jessie in einem naiven ungünstigen Moment allein zurück. Sie macht sich wenig Gedanken und das trifft leider in meinen Augen auch auf die Autorin zu, die wohl ein kleines Stück eigene Persönlichkeit hat einfließen lassen. Immer wieder werden Szenen und Ideen zwar abgeschlossen, aber so abrupt und enttäuschend, dass oft die Frage aufkam, warum wurde sie überhaupt ausgewählt. Zum Beispiel sind da die alten Leute, die sie mit sich nehmen, als sie vor ihrem abgebrannten Haus liegt. Warum sie dort lang gelaufen sind und ihre generelle Existenz sind genauso fraglich, wie der Tote, der nur wenige Meter unter dem Baby begraben wird. Warum muss ich die Lebensgeschichte eines Skeletts in den Bergen erfahren, wenn es als Abschreckung auch so schon deutlich ist. Das Buch wird dadurch arg in die Länge gezogen und da es wenig Spannung aufweist, ist das nicht gerade Vorteilhaft. Warum mangelt es dem Buch an Spannung. Nie muss Jessie etwas erreichen oder eine starke Frau sein. Klar, sie tötet ihren Mann, bietet ihm aus Angst aber nicht vorher die Stirn, und immer wieder sind es Leute, die sie auf ihren Weg unterstützen.

Wenn man dann wenigstens noch auf einen guten Schluss hofft, der ist zumindest, wenn er bis dato ähnlich empfunden hat wie ich, einfach enttäuscht. Kein Happy End, kein dramatischer und packender Tod ihrerseits oder ähnliches. Am Ende war ich sogar an dem Punkt, dass ich nicht mal wusste, was der Prolog eigentlich sollte. Immer wieder fragte ich mich, ob ich was überlesen hatte oder es einfach nur eine Einleitung zu ihrem Leben sein sollte, aber ich habe es nicht entdeckt.

Für mich war das Buch leider eine arge Enttäuschung. Angefangen vom Tod des Babies, was mich in dieser Umsetzung wirklich bis zum Schluss immer wieder schockiert hat, aber auch die mangelnde Spannung, die Charaktere bis zum alles andere als glorreichen Schluss. Man kann es lesen und lernt einiges über die damalige Zeit im Outback, aber verpassen tut ihr in meinen Augen nichts.

'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
'''Buchfakten'''
Autor: Courtney Collins
Titel: Unbändig
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Droemer TB (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426304066
ISBN-13: 978-3426304068
Originaltitel: The Burial
Preis: € 14,99
Genre:
Gelesen in:

''' Zum Schluss zusammengefasst '''
Pro: Idee, Cover,
Contra: Perspektive, mangelnde Spannung, Schluss, unnötige Ideeb
Empfehlung: Nein
Sterne: 2

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