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Hilfe, ich falle / Jennifer Belle

Kennt ihr den Moment, wenn man ein Buch in die Hand nimmt, denkt das könnte gefallen und einsteckt? So erging es mir mit diesem Buch. Es stand bei meinem Hausarzt im Regal und wurde von mir ertauscht. Leichte, heitere Kost versprach ich mir. Das Buch hält aber nicht die Erwartungen, die ich hatte. Nichtsdestotrotz möchte ich es euch vorstellen, für den Fall, dass es genau euren Geschmack dann doch trifft. Daher sage ich gleich vorweg, es wird etwas mehr verraten, aber anders könnte ich das Buch bzw. Meinung einfach nicht verdeutlichen.


'''o0o WORUM GEHT ES IM BUCH? o0o'''
Bennington ist eine junge Frau, die ans Collage geht, Schauspielerin werden will, in New York lebt, getrennte Eltern hat, und gerade aus ihrer Wohnung auszieht. Ihr Mitbewohner hat mal wieder geklaut, und mit so etwas möchte sie nichts zu tun haben. Während der Ferien kann sie bei ihrer Freundin wohnen, aber zu ihrer Mutter zurück will sie nicht. Und mal ehrlich, eine Nacht im leeren Pool eines Hotels reicht vollkommen. Kurzer Hand antwortet sie auf eine Anzeige in einer Zeitung. Gesucht wird eine Hostess und das ist doch eigentlich okay, sofern man klarstellt, dass es nur Begleitabende sind und kein Sex. Doch schon beim Vorstellungsgespräch zieht sich Bennington nur zu gerne aus, und sagt auch nicht nein, als sie gleich zu einem alten Kunden geschickt wird, der sie besteigt. So hat sie bald 5 oder 6 Kunden an einem Abend, verdient manchmal 1000 Dollar an einem Tag und gönnt sich die unterschiedlichsten Sachen. Das sie ab und an zu einer verrückten Therapeutin rennt, aus einer WG abhaut und wieder bei ihrer Mutter einzieht ist nebensächlich. Als sie jedoch von ihrer Chefin gefeuert wird, muss sie eine andere Möglichkeit finden, denn an so viel Geld gewöhnt man sich. Kurzer Hand heuert sie in einem bekannten Bordell an. Doch kann ein solcher Job glücklich machen? Erst mit Adam merkt sie was Liebe und Glück ist, aber sie kann ihm nichts von ihrem Job erzählen. Wer möchte schon eine Hure heiraten?

'''o0o MEINE LESEEINDRÜCKE o0o'''
„Hilfe, ich falle“ ist ein Roman, bei dem ich eigentlich ein klares Bild hatte. Der mehr oder weniger lustige Alltag einer Hostess, die mit ihrer jugendlichen Art kein Blatt vor den Mund nimmt, erheiternd ehrlich ist und mit einer süßen Liebesgeschichte verbunden ist. Ja, genau das habe ich eben erwartet.

Stattdessen treffe ich auf eine Protagonistin, die mir von Anfang an gänzlich unsympathisch ist. Eigentlich gar nicht von Anfang an, das ist gelogen. Zu Beginn ist sie eine niedliche Studentin, die bei ihrem Mitbewohner auszieht, einen Tag auf der Straße lebt und dann fürs Studium und die eigene Wohnung Geld benötigt. Warum also nicht als Hostess arbeiten. Wenn man gut aussieht, leicht verdientes Geld und es gibt genügend Services, die Sex in der Tat ausschließen. Bis hierhin war mir Bennington echt sympathisch. Ausgehen, aber kein Sex, ausziehen weil jemand klaut, nicht zu den Eltern zurück.

Wie kann es also sein, dass sie mir zwei, drei Seiten schon so negativ aufgefallen ist. Da wäre zum einen die Tatsache, dass im Verlauf eben viel mehr Details deutlich werden. Eine Bennington wird präsentiert, die schon als Kind unmögliches getan hat, um Liebe zu bekommen. Sie lädt Penner bei sich zum Frühstücken ein, schläft mit einem Erwachsenen aus dem Park oder übernachtet sogar im Park, wo sie Obdachlose vor einer Vergewaltigung beschützen. In Kombination mit der Tatsache, dass sie dann von „Nein, Sex möchte ich nicht“ sofort zu ihrem ersten Freier übergeht, ist schockierend. Es kann schnell übergehen, aber ein etwas runderer Übergang hätte besser gepasst.

Auch sonst präsentiert sich Bennington eher als merkwürdige Persönlichkeit. Zum Beispiel läuft sie zu einer Therapeutin, die sie immer zum Heulen bringt und schikaniert, um für weine kurze Sitzung 20 Dollar zu berappen. Nun gut, es zeigt ein alltägliches Bild von Amerika.

Nachdem ihr vielleicht versteht, warum ich die Figur nicht sympathisch finde, möchte ich auf den Inhalt des Buches weiter eingehen. Im Grunde geht es von Anfang an nicht um Hostess, denn diese begleiten in der Tat. Vielmehr geht es in der Tat um die Arbeit einer Prostituierten. Sie spielt aller Welt was vor und es zeichnet sich der typische Kreislauf ab. Einmal Hure immer Hure, weil es eben für viele leicht verdientes Geld ist. Wenn man liest, dass sie an einem Tag fünf oder sechs Leute begleitet hat und mal eben 900 Dollar verdient hat, dann ist das schon eine Menge. Auf der anderen Seite wird aber von der Autorin auch deutlich gezeigt, dass es nicht immer nur Spaß ist. Es gibt Krankheiten wie Filzläuse, perverse Kunden, Ärger mit der Polizei, Diebstahl und vieles mehr. Das Leben ist nicht leicht, aber wird eben auf Grund der Protagonistin leider zu oft verharmlost. Ganz nach dem Motto mir macht es Spaß, mir passiert schon nichts.

Zeitgleich wird dadurch das Drama am Ende, die Tatsache, dass ihre große Liebe sie entdeckt, sogar recht realistisch. Hätte man anders lügen können?

Eigentlich ist das Buch nicht verkehrt und zeigt eben die Welt der Prostitution, aber die Art und Weise gefällt mir nicht. Ich habe schon so manchen Tatsachenroman oder Schicksalsbericht gelesen, und verglichen mit diesem Buch kann man sagen wie Tag und Nacht.

Wie oben erwähnt habe ich mehr erzählt, als ich eigentlich machen würde, einfach damit ihr selbst beurteilen könnt, ob euch das Buch reizt oder nicht.. Vieles ist schließlich nicht erzählt, sodass euch eine Menge zum Entdecken bleibt. Trotzdem ist das Buch für mich eine Enttäuschung gewesen und dementsprechend fällt die Bewertung aus.


'''o0o ALLGEMEINE FAKTEN ZUM BUCH o0o'''
Autor: Jennifer Belle
Titel:  Hilfe, ich falle
Gebundene Ausgabe
Verlag: - 1996 (1996)
Sprache: Deutsch
ASIN: B003BHO06O
Preis: € 1,00
Genre: Liebe, Sex, Humor
Gelesen in: 5 Tagen

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