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Der Fall Moriarty / Anthony Horowitz


Heute darf ich euch dank eines Rezensionsexemplares ein Buch vorstellen, welches für Fans des Klassikers „Sherlock Holmes“ von Interesse sein könnte. Zwar ist der begehrte Detektiv diesmal im Hintergrund, aber wer den Schreibstil und die Ideen von Doyle liebt, sollte sich das Buch, oder auch den ersten Band von Horowitz ansehen. Nun möchte ich euch aber das Buch vorstellen.


===OPTK===
Das Buch ist anders als die Mehrheit. Extrem schlicht und in Leinen, so wie die echten Klassiker. Im Laden hätte ich es aber übersehen

===FIGUREN===
Devereux – Aktueller Bösewicht
Frederick Chase – Ich – Erzähler und Watson Part
Inspector Athelney Jones – Der neue Ermittler und Holmes Part
Professor Moriarty – Gegenspieler von Holmes
Holmes – Verschwundener Meisterdetektiv
Watson – Helfer von Holmes

===INHALTLICHE FAKTEN===
Ort: Schweiz, London
Zeit: 1891
Perspektive: Ich – Perspektive von Chase
Alter der Figuren: geschätzt 30-45

===AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL===
»Sie waren gezwungen, Ihre Kabine zu teilen ...« »Woher wissen Sie das?« »Ihre Zähne und Ihre Fingernägel beweisen, dass Sie nicht rauchen. Aber ich kann immer noch riechen, dass
Sie sich längere Zeit in einem Raum voller Tabakrauch aufhalten mussten. ...« ( Zitat S.8 / 9)

===EIGENE INHALTSANGABE===
1891: Am Reichenbachfall in der Schweiz kommt es zu einem tragischen Unfall bei dem nicht nur der Erzfeind Moriarty, sondern auch der allseits beliebte Sherlock Holmes ein tragisches Ende findet. Athelney Jones und auch Frederick Chase sind beide auf ihre Art und Weise mit dem Fall beschäftigt und beschließen ihn kurzer Hand zusammen zu lösen. Warum soll ein amerikanischer Detektiv nicht meinem Polizisten von Scotland Yard zusammenarbeiten. Dazu bei trägt die Tatsache, dass Jones schon mehrfach mit Holmes zusammengearbeitet und durch seine bescheidenen Auftritte alle Fälle, Analysen, Fakten, Theorien des Meisters studiert hat, und nun fast auf einem Level mit ihm steht. Chase hingegen ist mit den amerikanischen Verbrecher Devereux und seinen Handlangern vertraut, die kurz vorher nach London gekommen sind. Gemeinsam mit Chase nehmen sie sich den Fall an, denn Moriarty hatte vor sich mit dem in Amerika gesuchten Devereux zusammen zu tun. Wie sich herausstellt, hat dieser schon London in seiner Hand. Jeder Gangster macht was er will. Als sich Chase versucht als Moriarty auszugeben, fliegt er auf, aber Jones kann dem Boten folgen. Dort stoßen sie auf einen Mitspieler von Devereux, der jedoch noch in der gleichen Nacht bestialisch ermordet wird. Sie stoßen dabei auf ein dunkles Geheimnis, und Jones überlebt nur knapp einen Anschlag, als er versucht herauszufinden, wer Devereux ist, und auch danach sind beide in Lebensgefahr. Zudem wissen sie einfach nicht, wer der geheimnisvolle Mann und sein Freund mit dem flinken Messer sind. Können die beiden Fall noch wenden und halbwegs heil aus der Situation herauskommen?

===MEINE LESEEINDRÜCKE===
Der Fall Moriarty“ ist der zweite Roman aus der Feder von Anthony Horowitz, der sich mit dem wohl berühmtesten Detektiv aller Zeiten befasst. Sherlock Holmes erlebt derzeit einen Aufwind, und dementsprechend wundert es nicht, dass sich Autoren an ähnlichen Meisterwerken versuchen. Horowitz ist sein Versuch in meinen Augen geglückt, obwohl Holmes in diesem Fall nur eine Gastrolle übernimmt.

Während echte Fans schon in den Genuss des ersten Werkes „Das Geheimnis des weißen Bandes“ gekommen sind, ist dies mein erste Fall, den ich gemeinsam mit Horowitz angetreten bin. Der Einstieg des Buches hat mich anfänglich etwas abgeschreckt. Faktisch werden die Ereignisse von Holmes zusammengefasst und das von einer mit gänzlich unbekannten Person, die sich Frederick Chase nennt. Eine gut dargestellte Person, die auch im Verlauf des Buches, als Ich-Perspektive seinen Einblicke verrät. In meinen Augen verfügt er jedoch über wenige Ermittler-Fähigkeiten und es stellt sich mir immer die Frage, wie er in seinem Beruf nur so weit kommen konnte. Abhilfe leistet hier der englische Inspektor, der den Platz von Holmes erstklassig ersetzt. Seine Fähigkeiten sind brillant, wie seine Theorien, seine Auffassungsgabe und die Theorie von der Wahrheit belegen.

Für einige Leser wird es gut 50 Seiten benötigen, bis sie sich vollends auf den Holmes.Ersatz eingelassen haben, aber in meinen Augen lohnt sich die anfängliche Durststrecke. Im Anschluss wartet eine durchweg spannende Geschichte, die Doyles sicherlich mit einem gewissen Stolz vom Himmel gucken lassen. Es ist alles da, was einen guten Holmes ausmacht. Nicht nur seine Fähigkeiten, die wirklich erstklassig umgesetzt wurden, sondern eben auch das Drumherum. Die Schauplätze sind düster, stellen das alte London authentisch dar und sind oft keine Orte, wo ich im Tageslicht sein möchte. Die Morde bizarr, beängstigend. Die Ereignisse immer überraschend, rasant und spannendend. Kopfkino pur lässt sich über viele Passagen sagen.

Wer nun Angst hat, dass auf eine veraltete Sprache, die 1891 modern war, gesetzt wird, muss keine Angst haben. Horowitz setzt auf moderne Worte, die trotzdem passend sind.

Soweit alles gut, wäre da nicht der Schluss des Werkes. Die Auflösung ist in sich logisch, erklärt wirklich alles perfekt und lässt zumindest für meinen Geschmack, keine Fragen offen. Was mich stört ist einfach der Ansatz. Als Hobby-Detektiv grübelt man natürlich mit. Wer sind die unbekannten Figuren, wo versucht der Autor zu verschleiern. Ehrlich gesagt auf das Ende bin ich nicht gekommen, und das ist doch eigentlich positiv. Es ist aber mitten in dieser grüblerischen Lesearbeit, wo der Autor wie mit einem Faustschlag einfach den Leser stoppt. Man wartet auf weitere Hinweise, doch das Buch stoppt. Was dann kommt ist überraschend, aber konsequent logisch, aber ehrlich gesagt mir persönlich zu ausgefallen und herzlos. Es ist schwer dies in Worte zu fassen, ohne zu viel zu verraten. Es ist eigentlich gut, aber mich hat es wegen der inhaltlichen Dinge enttäuscht. Wer nun wissen will, was ich meine..

SPOILER
Chase ist Moriarty und er erschießt eiskalt Jones, und erklärt danach sachlich und im Stil, wie er am Anfang die Fakten um Holmes erzählt hat, was in London bzw. seit seinem vorgetäuschten Tod passiert ist. Wie er Jones für sich benutzt hat. Warum Holmes seinen Tod vorgetäuscht hat, bleibt außen vor.

SPOILER ENDE

Alles in allem ist das Buch spannend, und einmal angefangen, kann man es nur schwerlich aus der Hand legen. Allerdings finde ich den Schluss nicht dem Meister würdig, wenn auch viele Punkte dafür sprechen. Mein Herz war nicht glücklich mit dem Ausgang. Es ist aber nur ein persönliches Empfinden. Inhaltlich ist alles korrekt.


Abgesehen davon finde ich es schade, dass sich die weiße Schrift auf dem Buch nach nur drei Tagen Lesen vom Material löst. 

===BUCHFAKTEN===
Autor: Anthony Horowitz
Titel: Der Fall Moriarty
Gebundene Ausgabe: 341 Seiten
Kapitel: 22
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (28. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458176128
ISBN-13: 978-3458176121
Originaltitel: Moriarty
Preis: € 19,95
Genre: Krimi
Gelesen in: 3 Tagen

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.
 

Kommentare

  1. Hey Sarah,

    das Buch klingt sehr interessant und ich glaube es könnte mir ein paar tolle Lesestunden bescheren. Muss ich auf meine Liste schreiben von Büchern, die dringend noch gelesen werden sollten. :)

    Lieben Gruß,
    Ruby

    AntwortenLöschen

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