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Ich sehe was, was niemand sieht / Tim O'Rourke

Vor einiger Zeit bekam ich vom Chicken House Verlag wieder ein neues Buch vorgestellt. Obwohl ich Bücher mit Visionen und ähnlichen Dingen, eigentlich nicht mag, klang das Buch inhaltlich sehr vielversprechend, und dementsprechend musste ich es unbedingt lesen.  Einmal angefangen konnte ich in der Tat nicht mehr aufhören. Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag gelesen. Aufhören ist hier unmöglich. Neugierig, dann begleitet mich in die Welt von Charley.

'''o0o OPTK o0o'''
Schlicht. Eine Kombination aus Schwarz / Weiß. Das Highlight ist aber der Titel der nach oben geschrieben ist und keiner wird. Im Laden wäre es mir nicht aufgefallen, aber ich mag diese Schlichtheit.

'''o0o FIGUREN o0o'''
Charley – 17 Jahre, sieht Visionen, lebt bei ihrem Vater, ihre beste Freundin ist verstorben
Tom – Neu bei der Kripo, Anfang 20 und glaubt an Charley
Kerry – Opfer, das Charley den Täter zeigen will

'''o0o INHALTLICHE FAKTEN o0o'''
Ort: England
Zeit: 2010er
Perspektive:  Ich Perspektive Abwechselnd Tom und Charley
Alter der Figuren: 17-25

'''o0o AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL o0o'''
Ich hatte den Namen NATHALIE nicht mehr auf meinem Handydisplay gesehen, seit man sie tot geborgen hatte. Wie also konnte sie mich jetzt anrufen? Jemand musste ihr Handy gefunden haben. Vielleicht hatte es ein Bahnarbeiter auf den Gleisen entdeckt und rief nun jeden auf ihrer Kontaktliste an? (Zitat S.9 – Stil Bespiel)

'''o0o WORUM GEHT ES? o0o'''
Charley ist mit den Nerven am Ende. Nicht nur die Tatsache, dass sie seit Jahren immer wieder Visionen von Menschen hat, die mit Blitzen in ihrem Kopf erscheinen, nein auch der einzige Mensch, der ihr glaubt, ist gerade von einem Zug überfahren worden. Als sie wenige Tage später wieder einen solchen Visions-Anfall hat, und ein Mädchen sieht, dass von einem Mann zu den Gleisen gezerrt wird, behauptet ihr Vater einfach, dass sie den Tod von Nathalie verarbeitet. Als sie jedoch diesmal wieder herausfinden möchte, ob sie nur fantasiert oder ob nicht doch mehr dahintersteckt, muss sie von einem Polizisten erfahren, dass ihre Vision ins Schwarze getroffen hat. Kerry, das Mädchen, dass sie gesehen hat, wurde auf den Gleisen von einem Zug überfahren. Mit Charleys Vision kommt zumindest für den jungen Ermittler Tom etwas Licht ins Dunkel. Er überprüft Dinge wie den Klingelton oder die Tatsache, dass Kerry weißen Autolack unter den Nägeln haben soll. Bald ist schon klar, dass mehr dahintersteckt und ein Serienmörder Menschen auf die Gleise legt und es wie Selbstmord oder Unfälle aussehen lässt. Doch wer steckt dahinter? Tom fängt an zu ermitteln und auch Charley kann einfach nicht aufhören, zumal sie immer wieder Nachrichten von der Toten bekommt und sie möchte, dass Charley den Täter findet. Als sie einer solchen Spur folgt, gerät Charley in tödliche Gefahr, denn sie lüftet das Geheimnis um den Serienmörder.

'''o0o WIE HAT ES MIR GEFALLEN? o0o'''
„Ich sehe was, was niemand sieht“ ist ein außergewöhnlicher Thriller, der mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Es ist selten, dass ich ein Buch am Stück durchlese, weil es mich so fesselt. Allerdings ist nicht alles super umgesetzt, sodass es auch einige Kritikpunkte gibt.

Mit Charley und Tom ist dem Autor ein tolles Figuren-Duo gelungen, dass sehr lebendig und authentisch ist. Intelligent, sympathisch und mit einem gewissen Charme. Während Charley durch ihre Visionen etwas aus der Rolle fällt, ist Tom hingegen manchmal etwas hitzig, wenn es um seinen Job geht. Er handelt lieber erst, statt manchmal etwas mehr über Dinge nachzudenken oder gar eigene Nachforschungen anzustellen. Trotzdem ist es schön den beiden Figuren, die abwechselnd in der Ich-Perspektive, die Geschichte erzählen, zu folgen. Auch die Trennung der Perspektiven ist dem Autor sehr gut gelungen. Es entsteht durch die Namen am Kapitelanfang nie eine Verwirrung.

Inhaltlich baut der Autor dadurch eine gewisse Spannung auf, denn manchmal verlässt man einen spannenden Ort oder eine Szene, und muss dann etwas warten, um mehr zu erfahren. Die Idee von einem Serienmörder, der Mädchen auf die Schienen legt und es wie einen Selbstmord oder Unfall aussehen lässt, ist sehr interessant, und hatte ich in der Form noch nicht. Die Beweggründe haben mich jedenfalls so gefesselt, dass ich eben weiter lesen musste. Allerdings sind diese Visionen immer so gestaltet, dass es zwar spannend bleibt, aber manchmal eben auch das Gefühl entsteht, sie kommen, wenn der Autor bei den sonstigen Ermittlungen auf der Stelle tritt. Auch fand ich es etwas unlogisch, dass ein so planender Mörder, wie die Auflösung am Schluss zeigt, den einen oder anderen Fehler begeht und zum Beispiel die Handys der Mädchen behält und sie sogar benutzt.  Okay, nur so kann er Charley in die Falle locken, aber warum jetzt?! Das habe ich bis zum Schluss nicht verstehen können. Schließlich hat es nicht erst mit der Polizei und Kerry begonnen, sondern schon vorher. Außerdem empfand ich es dann doch etwas unlogisch, dass manche Tote wirklich Kontakt aufnehmen, aber sie nicht warnen vor der Falle, sondern es irgendwie unterstützen. Nun gut, vielleicht wollen sie so den Täter aus der Reserve locken, aber es wirkt dadurch für mich etwas wirr.

Nichtsdestotrotz ist das Buch einfach unglaublich spannend, und auf Grund des Täters, der wirklich schlau ist, weiß man nicht wie es ausgeht. Es ist auf jeden Fall ein außergewöhnlicher Ausgang, den ich aber nicht verraten möchte.

Unterstützt wird das Buch durch einen sehr jugendlichen Stil, verschiedene Stilmittel und die jugendlichen Ideen, wie zum Beispiel aktuelle PS3 Games oder Musiktitel. Es ist also sehr peppig und modern. Manchmal wären aber manche Informationen oder Szenen gar nicht nötig, sondern ziehen das Buch etwas in die Länge.


Alles in allem hat mir das Buch aber gefallen. Trotz der Längen und der Tatsache, dass es erst auf den letzten 60 Seiten wirklich Schlag auf Schlag spannend ist, hat mich das Buch bis zum Schluss gepackt. Man möchte einfach den Täter und die Hintergründe kennen. 100 Seiten bevor das Buch zu Ende ist, hatte ich schon einen sehr guten Verdacht, wo mich dann das Motiv zumindest überraschen konnte. Neugierig, dann lest es selbst. Ich finde es lohnt sich.

'''o0o BUCHFAKTEN o0o'''
Autor: Tim O'Rourke
Titel:  Ich sehe was, was niemand sieht
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Chicken House (26. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551520747
ISBN-13: 978-3551520746
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 14,99
Genre: Thriller. Jugend, Liebe
Gelesen in: 3 Stunden

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Es war mir eine Freude das Buch zu lesen. Rezension stellt meine eigene Meinung dar.

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