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Das Licht zwischen den Meeren / M. L. Stedmen

»Die Sache ist ernst, Izzy. Der Mann ist tot.«
»Und das Baby lebt. Hab doch ein Herz, Tom.«
Etwas an ihrem Tonfall rührte ihn an. Und so hielt er inne und dachte über ihre Bitte nach, anstatt ihr zu widersprechen. Vielleicht brauchte sie ja ein wenig Zeit mit dem Baby. Vielleicht war er ihr das schuldig. Schweigen entstand, und Isabel drehte sich, ein wortloses Flehen in den Augen, zu ihm um. (Zitat S. 15)

 
Heute möchte ich euch wieder einmal ein Buch vorstellen, welches ich von meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Sie liebt Bücher, die in Australien spielen und dementsprechend musste sie das Buch lesen. Sie war völlig begeistert und so habe ich mich auch recht schnell ans Lesen gemacht. Wenn ihr also ebenfalls für Australien einen Faible habt, dann begleitet mich an die Küste von Australien auf einen einsamen Leuchtturm.

== OPTK ==
Bei meiner Ausgabe ist ein Leuchtturm mitten an einer Küste. Oben schaut ein Mädchen, welches blond ist, nach unten und wirkt irgendwie traurig. Ich mag das Cover total leiden.

== FIGUREN ==
Izzy – Wünscht sich sehnlichst eine Familie, hatte 3 Fehlgeburten
Tom – Izzys Ehemann, Leuchtturmwärter und ein Held des 1. Weltkrieges
Lucy – Findelkind, das mit einem toten Mann an den Leuchtturm angespült wird
Hannah – Mutter, ihr Mann musste mit der Tochter vor einem Mob fliehen und kam nie zurück

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Australien
Zeit: 1920
Perspektive: 3 Person
Alter der Figuren: 20-30 Jahre


== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Als Tom aus dem Krieg zurückkehrt, ist er nachdenklicher geworden. Er zieht sich als Leuchtturmwärter zurück und erst als er Izzy kennenlernt taut er etwas auf. Izzy und er heiraten recht schnell und bald ist auch der erste Nachwuchs unterwegs. Doch das Leben auf dem vom Meer umgebenen Leuchtturm fordert ihren Tribut. Sie verliert ihr ungeborenes Kind und in den nächsten Jahren folgt Baby Nummer zwei und Nummer drei. Für Izzy, die sich nichts sehnlichster wünscht als eine Familie, ist das besonders schlimm. Sie hat keinen Lebensmut mehr, bis eines Tages ein Boot angespült wird. An Bord ist ein toter Mann und ein Baby. Aus Verzweiflung bittet sie Tom nichts zu melden und da er ihre Not erkennt, tut er ihr den Gefallen, obwohl er weiß, dass die Mutter oder andere Verwandte vielleicht nach dem kleinen Mädchen suchen. Aus einem Tag, den er es später melden wird, wird die Lüge Lucy, die zu früh geborene Tochter der Beiden. So wächst Lucy heran und erst als sie schon größer ist und sie an Land gehen, erfährt Tom, dass es eine Mutter gibt. Hannah war mit einem Deutschen verheiratet und als dieser von einem wütenden Mob Australier gejagt wird, musste er mit dem kleinen Mädchen aufs Meer fliehen. Tom erkennt das gebrochene Herz der jungen Frau und schreibt ihr einen Brief, dass ihre Tochter lebt. Damit beginnt die Suche für Hannah und irgendwann fliegt das Geheimnis auf. Tom wird verhaftet und ihm droht die Todesstrafe, wenn Izzy nicht aussagt, doch die ist viel zu verletzt von seinem Verrat mit dem Brief.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Das Licht zwischen den Meeren“ ist kein Buch, welches mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Es ist vielmehr ein Buch, welches sich mit jeder Seite immer mehr in das Herz des Leser schleicht und das ist in meinen Augen Gold wert.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem Prolog, wie Tom und Izzy auf ihrer kleinen Leuchtturm-Insel das Boot mit dem Baby entdecken. Eine Information auf der die Geschichte beruht und die im Klappentext angekündigt wird. Doch danach springt das Buch in die Vergangenheit und baut über Seiten die Verbindung zu den Hauptfiguren auf bis eben dieser Moment kommt, der im Prolog beschrieben wurde. Erst war es dieser Sprung der mich störte. Was interessiert mich die Geschichte von Tom und Izzy. Doch dann wird einem klar, dass die eigentliche Geschichte ohne dieses Wissen nicht funktionieren könnte. Man schließt Tom und Izzy sofort ins Herz, leidet mit jeder Fehlgeburt mehr mit ihr. Und obwohl ich selbst keine hatte, kann ich ihren Wunsch gut nachvollziehen. Die Frage, wie hätte man selbst reagiert, wird unterschiedlich ausfallen. Aber ich glaube in der damaligen Zeit, hätte jede Frau, die so etwas durchmachen musste, ähnlich reagiert.

Die harmonische Beziehung und die kleine glückliche Familie wird so greifbar dargestellt und trotzdem sind die Schuldgefühle seitens Tom immer präsent, sodass man mit ihm leidet, während Izzy so glücklich erscheint. Es ist ein Buch voller Emotionen, die mit der Entdeckung der leiblichen Mutter noch eine Spur tiefer gehen. Der Konflikt und der Wunsch der Mutter die Wahrheit zu sagen und auf der anderen Seite die eigene Familie und die Frau zu verraten sind ein schwerer innerer Konflikt, der sehr gut dargestellt wird.

Auch die Momente als Lucy zu ihrer leiblichen Mutter kommt sind so lebendig vom ersten Widerstand bis zum ersten Einknicken. Es ist ein so bewegendes Buch, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen. Und die ganze Zeit fragt man sich, für wen man nun hoffen soll auf ein kleines Happy End. Als Mutter kann ich nur sagen, dass ich es beiden irgendwo gegönnt hätte und vielleicht sogar einen Mittelweg gegangen wäre, sodass Lucy mit ihren Ersatzeltern in der Nähe aufwächst.

Wie das Buch aber ausgeht, kann ich euch nicht verraten, dass müsst ihr einfach selbst lesen. Es ist auf jeden Fall ein authentischer Schluss, der mich noch mehr von der Autorin überzeugt hat. Das liegt daran, dass ich zwar traurig war und berührt, aber den Schluss logisch und alles andere als kitschig fand. Das ist bei solchen Werken leider nicht immer gegeben.

Nachdem ich das Buch nun aber so gelobt habe, möchte ich kleine Kritikpunkte nicht untergehen lassen. Wie oben gesagt, finde ich die Emotionen greifbar, aber und das störte mich schon etwas, ist die Tatsache, dass der Mittelteil, also von dem Zeitpunkt des Auffindens bis zum Gefängnis nur in Bruchstücken erzählt wird. Immer wird nur auf die Liebe und Schuldgefühle seitens Tom eingegangen. Sprich, die Autorin nutz kleinere unzusammenhängende Szenen für ihre Beschreibung. An sich nicht schlecht, aber manchmal wünscht man sich einfach eine ausführlichere Zeit des Heranwachsens und der wachsenden Bindung. Ehe man sich versieht ist Lucy plötzlich schon groß. Zwar reicht diese Idee aus, um all das zu vermitteln, was das Buch lesenswert macht, aber diese familiäre Zeit hätte die Emotionen im späteren Verlauf noch etwas dramatischer dargestellt.

Abgesehen davon ist das Buch wirklich sehr schön, und ich habe es nach gut 100 Seiten nicht mehr aus der Hand legen können. Am Besten macht ihr euch von dem Buch selbst einen Eindruck. Ich für meinen Teil kann genau verstehen, warum meine Mutter mir das Buch wärmstens empfohlen hat.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: M. L. Stedmen
Titel:  Das Licht zwischen den Meeren
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442384001
ISBN-13: 978-3442384006
Originaltitel: The Light Between Oceans
Preis: € 9,99
Genre: Drama, Familie, Krimi
Gelesen in:3 Tagen

Kommentare

  1. Mir gefiel dieses Buch auch sehr, sehr gut und kann es nur weiterempfehlen!
    Liebe Grüße
    Martina

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