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Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt / Andrea Schacht

"Streck dein Bein aus, Princess!""Kann ich nicht.""Gott, das alte Lied schon wieder. Ausstrecken!"Ich schniefte."Heulsuse."Es war mir egal."Jämmerliche Elitezicke!""Ich sterbe!""Quatsch. Jetzt streck dein Bein aus."(Zitat S.80 – Zeigt Kyrias Wesen)



In letzter Zeit muss ich sagen, lese ich gerne mal eine Dystopie. Nachdem ich gerade die Bestimmung im Kino gesehen habe, musste ich mir einfach mal wieder ein Buch aus diesem Genre zu Gemüte führen. Vor vier Tagen habe ich nun das Buch, welches ich mir ausgesucht hatte, beendet. Und erst jetzt konnte ich mich an die Rezension setzen. Das liegt aber nicht daran, dass ich so wenig Zeit hatte, sondern daran, dass ich einfach nicht wusste, wie ich das Buch bewerten sollte. Es hatte mir gefallen, aber irgendwie eben auch nicht. Aber nun genug der einleitenden Worte begleitet mich nach NuYu in die Welt von Reb & Kyria.

== OPTK ==
Dasa Cover gefällt mir eigentlich sehr gut. Wobei ich sagen muss, dass die Variante des gebundenen Buches besser gefallen hat. Das Taschenbuch ist in rosa, hat eine gesprungene Sanduhr drauf und ein irgendwie trauriges Mädchen. Bei der gebundenen Ausgabe ist es ein langer Weg durch einen Wald und ein Dorf im Hintergrund.

== FIGUREN ==
Kyria – 18 Jahre, reiche Mutter, hat einen Gendefekt, zickig
Bonnie – Ihre Erzieherin und beste Freundin in NuYu
Reb – Ohne ID, hilft Kyria bei der Flucht
Hazel – Kyrias Freundin außerhalb von NuYu
Cam – Hilft dem Untergrund

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Erde, Nuyu
Zeit: Zukunft
Perspektive: Ich Perspektive Kyria
Alter der Figuren: 18

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Kyria wächst mit ihrer Mutter und ihrer befreundeten Erzieherin in Nuyu auf. Pandemie ist Nuyu das, was die Menschen als wohlhabende Region nennen. Sie haben ID's, die ihre Krankengeschichte gespeichert haben, aber auch alle anderen Informationen, Geld oder die Möglichkeit in ihre Wohnungen zu kommen. Es ist im Grunde eine totale Überwachung, die als reine Sicherheitsmaßnahme getarnt ist. Außerhalb von Nuyu, gibt es viele andere Sektoren, die noch genauso leben, wie es vor der Pandemie der Fall war. In dieser Welt wächst Kyria ohne Vater auf. Er starb vor ihrer Geburt an einem schlimmen Gendefekt, den er ihr vererbt hat. Das heißt Kyria wird früher oder später genauso qualvoll sterben wie er.

Es ist Kyrias 18 Geburtstag, als sich ihr Leben grundlegend ändert. Vor wenigen Minuten war sie noch das privilegierte Mädchen und nun soll sie in den Tempel, obwohl sie wahrscheinlich eh nicht mehr lange zu leben hat. Aber ablehnen kann sie einfach nicht und dann wird sie auch noch von Hornissen gestochen. Im Krankenhaus trifft sie auf Reb, einen der Menschen ohne ID, den sie aber schon einmal im Fernsehen gesehen hat. Sie sorgt dafür, dass er behandelt wird. Und er ist es, der sie aufmuntert, als sie zufällig von ihrer Freundin Bonnie hört, dass sie bald sterben wird, weil die Krankheit bei ihr ausgebrochen ist. Kyria weiß was das heißt. Untersuchungen, volle Überwachung und das möchte sie nicht. Sie will ihre letzten Tage in Ruhe verbringen und kommt auf die Idee, ihre alte Freundin Hazel zu besuchen, die sie von früher kennt und die in den Reservaten außerhalb von NuYu lebt. In Reb findet sie einen Verbündeten, zumal gerade durch einen Totalausfall überall Chaos herrscht. Zusammen mit Reb macht sie sich auf den Weg und muss erkennen, dass die heile Welt,die ihr von den hohen Tieren in NuYu vorgespielt wird, gar nicht so heil ist. Zum Beispiel muss sie erkennen, dass bestimmte Epidemien in den No-ID Regionen nicht von Unsauberkeit kommen, sondern von der Regierung dort platziert werden. Auch schafft es Reb ihr deutlich zu zeigen, dass ihre Symptome ganz harmloser Natur sind. Zusammen kommen sie mit Hilfe des Untergrunds sowohl zu Rebs Vater, als auch zu Hazel. Beide sind somit am Ziel angekommen, aber vor Ort muss Kyria eine Menge Dinge erfahren, die ihr Leben auf den Kopf stellt und zudem die Frage aufkommen lässt, was wirklich hinter allem steckt, denn Kyrias einziger Gendefekt sind fehlende Weißheitszähne.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Kyria & Reb“ ist eine klassische Dystopie und eigentlich genau mein Genre. Etwas Zukunft, etwas Chaos und eine interessante Liebesgeschichte. Doch in diesem Fall kann ich den positiven Meinungen vieler anderer Leser einfach nicht zustimmen. Ich habe das Buch ausgelesen und vier Tage lang darüber gegrübelt, wie ich das Buch bewerte. Ich hatte gerade erst „Die Bestimmung“ im Kino gesehen und war hin und weg. Dieser Effekt fehlte bei dem Buch gänzlich. Zwar möchte ich genau wie die Hauptfigur die Hintergründe erfahren und werde somit auch weiterlesen, aber auch nur weil ich es hasse, wenn ein Buch nicht abgeschlossen ist. Auch wenn viele begeistert sind, möchte ich euch meine Kritikpunkte nicht vorenthalten und hoffe, dass ihr sie nachvollziehen könnt.

Die Geschichte beginnt mit Kyrias Geburtstag und zeigt im Groben und Ganzen, die aktuelle Situation der Welt nach der Pandemie. Sich in diese Welt zu versetzen ist überraschend einfach, weil die Autorin hier ein sehr gutes, klares Bild schafft. Die Unterschiede, die Überwachung und die Reservate sind für mich verständlich gewesen. Erst später wird deutlich, dass das anfängliche Bild lückenhaft ist, weil vieles erst später im Verlauf erzählt wird. Aber gerade bei einer Dystopie sollte die Umgebung von Anfang an vollständig sein.

Ähnlich wie die Geschichte von Kyria, die  aus der Ich-Perspektive vermittelt wird. Für mich gehört zu einer Ich-Perspektive, dass ich mich direkt in die Figur hineinversetze, sie nachempfinden kann. Das ist bei Kyria aber einfach nicht gegeben. Ihre Angst vor dem Tod, den Wunsch ihre Freundin zu sehen und vieles kann ich schon nachvollziehen, aber in diesem Fall schafft Andrea Schacht einfach keine Bindung entstehen zu lassen. Im Gegenteil ich war stellenweise von ihr einfach nur genervt. Obwohl ich weiß, dass sie immer wie eine Prinzessin behandelt wurde, was ihre Art vielleicht rechtfertigen würde, empfand ich sie nur als unerträglich. Kyria ist verwöhnt, zickig und total wehleidig. Zum Beispiel jammert sie über ihren baldigen Tod, weil ihre Beine schmerzen, und Reb muss ihr erklären, dass es einfach nur Muskelkater ist, weil sie zum ersten Mal viel gelaufen ist. Sie ist so naiv und das ändert sich leider bis zum Schluss des Buches nicht. Naiv und zickig. Ich empfand es daher so anstrengend, zumal Reb, zwar ein interessanter Charakter ist, aber auch so übertrieben klischeehaft. Und stellenweise dachte ich schon, das er genau wie Kyria ist, nämlich ebenfalls launisch und zickig. Die Nebenfiguren sind ebenfalls kein Highlight, sondern eben nur blasse Randfiguren, die sich aber mal von der nervigen Art unterscheiden. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass die Figuren schlecht sind. Stellenweise war ich extrem genervt, wenn Kyria wieder gejammert oder sich wiederholt hat, aber es gab auch Momente, wo ich dachte, sie könnten im Verlauf sympathischer werden.

Kommen wir nun zum Inhalt. Der basiert, wie die meisten Bücher auf Spannung und Liebesgeschichte.

Die Liebesgeschichte ist ein Klassiker, der eigentlich schön schnulzig sein kann und mir daher gefällt. Happy End für zwei total Menschen aus unterschiedlichen Welten. Nur muss man ehrlich sagen, dass es bei einer solchen Umsetzung funken muss, und das schafft Andrea Schacht nicht. Schon beim ersten Treffen weiß jeder Leser, dass die beiden sich verlieben. Es wird gestänkert, gezickt, sie gehen getrennte Wege und merken dann, dass sie den anderen lieben. In diesem Fall immer die gleichen Sprüche, was sogar die Figuren selbst zugeben, keine Highlights in der Umsetzung, ein paar Eifersuchtsszenen und das war es schon. Eine prickelnde Liebesgeschichte, wo man die Funken sprühen sieht, ist diese Umsetzung definitiv nicht. Allein die Szene, wo er in den Laden geht und Kondome holt.

Bleibt also die Spannung, und die ist stellenweise vorhanden. Allen voran die Frage: Was steckt hinter dem Lügengerüst um ihren Gendefekt. Klar gibt es Momente, wo sie fliehen, oder fast auffliegen oder etwas verhindern müssen, wo ich sage, das ist spannend. Unterbrochen wird aber alles durch langatmige Dialoge oder Erklärungen, Wiederholungen und die Tatsache, das Kyria immer so viel jammert. Außerdem stört mich der ständige Zufall. Klar gibt es Zufälle, aber muss jede Information ein neuer Zufall sein? Jeder hilft ihr gerne die Wahrheit aufzudecken, fordert dafür nichts und ist glücklich ihr etwas helfen zu können. Wie gebratene Tauben, die einfach in den Mund fliegen. Ein paar Hindernisse hätten dann doch nicht geschadet.

Alles in allem ist das Buch sicherlich nicht verkehrt. Es lässt sich sehr leicht lesen und der Stil der Autorin ist modern und verständlich. Nur nützt das nichts, wenn der Inhalt einfach stellenweise nicht überzeugen kann. Sie schafft es zum Beispiel nicht Emotionen klar zu vermitteln, Spannung aufgebaut zu lassen oder die Bindung zu den Charakteren zu erschaffen. Klar möchte ich irgendwo wissen, wie es weiter geht, aber das ist für mich kein Grund zu sagen, das Buch war genial. Empfehlen kann ich das Buch trotzdem, denn ich habe nicht abgebrochen und es gab nette Momente.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Andrea Schacht
Titel:   Kyria & Reb - Bis ans Ende der Wel
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (2. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802597400
ISBN-13: 978-380259740
Preis: € 9,99
Genre:  Dystopie
Gelesen in: 4

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