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Loving / Katrin Bongard

Gemurmel setzt ein. Ich sehe an die Tafel. Die meisten der Bücher habe ich schon gelesen. Und meine Eindrücke auf eine Internetseite zu schreiben, hört sich auch nach einer einfachen Sache an.
Im Kurs verständigen sich schon die ersten Paare, doch Frau Bolder bittet um Ruhe und stellt drei Weckgläser auf den Tisch. In jedem Glas befinden sich Zettel, in einem Blaue, im nächsten Rote, im dritten Weiße. Themen und Partner werden ausgelost. Mir wird etwas mulmig. Ich bin kein guter Teamarbeiter.
»Möchte eine oder einer von euch ziehen?«
Alle sehen auf ihre Tische. Egal, was hier herauskommt, niemand möchte dafür verantwortlich sein. (Zitat S. 19 – Für den Stil und wie alles beginnt)


Als ich dieses Buch gesehen habe, dachte ich nur, das Cover ist so was von dämlich. Ein Paar, welches sich fast  küsst, selbst aber im Schatten ist, weil die Sonne fast untergeht. An sich nicht schlecht, aber ganz ehrlich ich fand, es sieht billig aus. Hätte ich es im Laden gesehen, wäre ich weitergegangen. Zumal der Titel auch nicht gerade toll klingt. Allerdings habe ich es in einer Verlagsmail entdeckt und da ich ein großer Jane Austen Fan bin, war mir klar, muss ich lesen.

== FIGUREN ==
Luca – sportlich, sexiest Schüler
Ella – Bücherwurm, Jungfrau, unsportlich, Bloggerin
Zoe – Beste Freundin von Ella
Sven – DJ
Melanie – Svens Schwester und Freundin von Luca
Alex – Blogger(in) aus Leipzig

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Berlin
Zeit: 2013
Perspektive: Ich-Perspektive
Alter der Figuren: 17

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Ella ist eine typische Buchbloggerin. Dicke Brille, liest super viel, geht nicht auf Partys und einen Freund hat sie auch nicht. Dafür spioniert sie für Zoe immer wieder Jungs aus, in die ihre beste Freundin verliebt ist. Diesmal ist es der Schulschönling Luca, der eigentlich mit Zoes Zweitbester Freundin Melanie zusammen ist. Obwohl es Ella nicht richtig findet, will sie ihrer Freundin helfen, und bekommt im gemeinsamen Deutsch-Kurs die Möglichkeit. Immer ein Junge und ein Mädchen sollen zusammen eine berühmte Liebesgeschichte analysieren und auf einer Website präsentieren. Ella bekommt ihr Lieblingsbuch „Stolz und Vorurteil“ zugeteilt und als Partner leider Gottes Luca. Am Anfang ist sie wenig begeistert, doch zum Glück sind erst einmal Ferien, und die haben es in sich. Ella bekommt nämlich eine Lasic-OP zum 17. Geburtstag und als die Schule beginnt, braucht sie keine Brille mehr. Im Gegenteil, sie ist wie ein neuer Mensch, feiert plötzlich ihren Geburtstag und fängt an zu Joggen. Nur das Lesen will sie nie aufgeben. Das Projekt mit Luca läuft langsam an, und schon beim ersten Treffen muss Ella erkennen, dass er nicht umsonst so begehrt ist. Er ist nicht nur sportlich, sondern auch unheimlich klug und ehe sich Ella versieht ist sie in ihn verliebt. Und auch Luca scheint in sie verliebt zu sein, doch dann wäre da Melanie, seine Freundin, und die Tatsache, dass sie eigentlich keinen Freund möchte, der alle Mädchen wegen einer anderen abserviert. Doch gegen Gefühle kommt sie nicht an, und so bahnt sich eine zarte Liebesgeschichte an, die nach ihrem Besuch auf der Leipziger Buchmesse ein jähes Ende findet, denn als sie zurück kommt, extra früher für Luca, hat er kein Interesse mehr an ihr und hängt wieder mit Melanie zusammen. Ob er sie nur verarscht hat, oder ob es an Alex liegt, den sie in Leipzig besucht hat? Ella versteht die Welt nicht mehr und befindet sich plötzlich im gleichen Chaos wie ihre Roman-Figuren.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Kennt ihr den Moment, wenn ihr ein Buch aufschlagt, anfangt zu lesen und denkt „Oh nein, schon wieder 50 Seiten näher am Ende“? Es gibt manchmal Bücher, die sind so locker und schön geschrieben, obwohl sie eigentlich vorhersehbar und voller Klischees sind, dass man anfängt sie zu lesen und die Vorstellung aufzuhören einen traurig stimmt, bevor das Ende überhaupt greifbar ist. So ist es mir mit diesem Buch ergangen, und deswegen ist es mein persönliches Highlight des Monats.

Der Einstieg in das Buch, aber auch der Verlauf sind eigentlich wirklich nur voller Vorhersehbarkeit und Klischees. Nehmen wir zum Beispiel die Figuren. Ella ist das typische Mauerblümchen, das nur wegen ihrer Brille eins geworden ist. Sie ist Buchbloggerin mit dicken Brillengläsern, mag keine Partys und dann kommt eine simple Laser-OP, auf die ich später noch eingehen möchte, und plötzlich nimmt jeder sie wahr. Völliger Blödsinn in meinen Augen, ich habe auch eine Brille, aber deswegen nehmen mich die Leute trotzdem genauso wahr, aber obwohl ich es total doof finde, stört es nicht. Auf der anderen Seite ist da Luca, der Schönling, der begehrte Junge den alle Mädchen toll finden. Auch er erfüllt alle Klischees, sportlich, attraktiv und intelligent. Aber es passt eben zu dem Buch und dem leichten Stil, sodass es völlig beim Lesen untergeht und mal ehrlich, trotz der Klischees, schließt man beide in ihr Herz.

Was mich ehrlich gesagt mehr störte, war die Umsetzung der Lasic. Sie wird so kinderleicht dargestellt und ist es in Wirklichkeit gar nicht. Ich selbst bin stark Kurzsichtig und würde es so gerne machen lassen, aber meine Augen verändern sich immer. Die Autorin geht auf Probleme oder ähnliches gar nicht ein, alles geht innerhalb von wenigen Tagen. Bei meiner Freundin wurden einige Untersuchungen gemacht, bevor der Termin gemacht wurde, und soweit ich informiert bin, werden erst Personen ab 18 Jahren operiert, weil sich vorher noch alles am Auge ändern kann.

Das ist aber auch einer der wenigen Kritikpunkte, die ich finden konnte. Die Geschichte selbst ist durch einen leichten Beigeschmack von Jane Austen einfach nur schön zu lesen und es ist eine moderne Jugendliebesgeschichte, die Spaß macht. Und ganz ehrlich gesagt, als Jugendliche hätte ich mich noch viel besser unterhalten gefühlt, da ich mich an der Laser OP und andere Kleinigkeiten nicht gestört hätte. Es ist einfach, wie soll ich sagen, eine Geschichte, die ablenkt und an einem seitentechnisch vorbeifliegt. Ich finde, dass die Autorin die erste Liebe und auch das Thema Buchblogger sehr schön vorstellt und in einigen Punkten motiviert.

Zum Beispiel fange ich auch gerade mit Joggen an, und habe schon nach 300m keine Puste mehr. Es stimmt aber, wenn man am Ball bleibt und täglich trainiert, es irgendwann besser wird. Bei mir in langsamen Schritten, aber zu sehen, wie fit Ella nach einem Monat ist, motiviert mich bei jedem Schritt.

Zudem empfinde ich es klasse, dass sie dieses alberne Sternsystem bei uns Bloggern kritisiert. Mir fällt es jedes Mal so schwer ein Buch mit Sternen zu bewerten. Auch ich möchte lieber darüber diskutieren und erfahren, wie anderen das Buch gefallen hat, denn eine Bewertung passt nicht immer.

Schön finde ich vor allen Dingen die Gedanken und Emotionen von Ella. Sie sind manchmal rational und manchmal so vollkommen bauchgesteuert und von Gefühlen gelenkt, dass es einfach nur völlig realistisch ist. Zumindest, dürften einige Leser sich wiedererkennen. Hier ist aber dann auch wieder ein Kritikpunkt. Katrin Bongard setzt einige Zeit lang auf das Thema Lucas Ex-Freundinnen. Hier finde ich, dass sie den Abschnitt nicht so glücklich auflöst.

Fazit: Alles in allem ist es aber eines der schönes Liebesgeschichten im Jugendbuchformat, die ich in den letzte Monaten gelesen habe. Zwar werden nur Klischees aufgegriffen und nicht alles ist wirklich perfekt umgesetzt, aber das Leben ist auch nicht perfekt, und in diesem Fall siegt der Wunsch, dass das Buch bitte nie aufhören soll. Und weil ich dieses Gefühl hatte bekommt von mir die Geschichte eine klare Kaufempfehlung und ist mein Mailight.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Katrin Bongard
Titel:  Loving
Broschiert: 296 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503489
ISBN-13: 978-3841503480
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 9,99
Genre: Liebe, Jugend
Gelesen in: 2 Tage


* Buchsponsoring by Oetinger

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