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Haus der Erinnerungen / Barbara Wood

„Victor Townsend war ein nichtswürdiger Mensch. Manche sagen, er hätte sich der Schwarzen Kunst verschrieben. Andere behaupten, er hätte mit dem Satan selbst in Verbindung gestanden. Nichts in der Welt wird mich dazu bringen, über die unsäglichen Scheußlichkeiten zu sprechen, die dieser Teufel begangen hat. Solange Victor Townsend lebte, machte er den Menschen in diese Haus das Leben zur Hölle.“( Zitat S. 89 – Zeigt Stil, und die Figur von Victor in der Gegenwart)


Na, wenn das nicht neugierig macht. In einem meiner vielen Buchpakete habe ich vor Jahren Barbara Wood für mich entdeckt. Ich finde ihre geheimnisvollen Werke sehr interessant, und daher habe ich nicht lange überlegt, und mir dieses Buch bei meinem Arzt ertauscht. Dafür habe ich ein Werk aus meinem SUB abgegeben, das dort so lange lag und auf das ich wirklich, wirklich keine Lust hatte. Ob sich der Tausch für mich gelohnt hat, verrate ich euch jetzt aber mal ganz schnelle.

== FIGUREN ==
Andrea – lebt in den USA, hat sich von ihrem Freund getrennt, kennt die Großeltern nicht
Jennifer – Verheiratet mit John
John – Spieler, verheiratet mit Jennifer
Victor – Johns Bruder, Arzt, schwarzes Schaf der Familie
Harriet – Victors Lieblingsschwester, verliebt in jemanden, den ihr Vater nicht akzeptiert

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England
Zeit: Gegenwart (schätze 1980) und Vergangenheit (1900)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Andrea fliegt für ihre Mutter Ruth in dessen Heimat England. Für sie ist das Kennenlernen ihrer Verwandten, für ihre kranke Mutter sozusagen der Besuch ihres sterbenden Vaters. Am Anfang möchte Andrea nur schnell wieder zurück in die USA, denn bei ihrer Großmutter im Haus ist es total kalt, sie hat keinen richtigen Bezug zu den ihr fremden Verwandten und sie fühlt sich in dem Haus gänzlich unwohl. Verstärkt wird das Gefühl durch die Tatsache, dass immer wieder die Uhr stehen bleibt und sie in dieser Zeit andere Menschen sieht. Erst später erkennt sie, dass diese Personen der Vater von ihrem Großvater ist, als sie zufällig ein altes Foto von ihm entdeckt. Immer wieder taucht sie nun in die Vergangenheit von damals ein und muss erleben, was damals wirklich passiert ist, und das nichts von dem stimmt, was alle über den verstorbenen Victor denken.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Barbara Wood ist eine Autorin, die wirklich tolle Mystery-Bücher schreibt. Egal in welcher Zeit, die Werke spielen, man fühlt sich wohl, und möchte wissen, welches Geheimnis nun hinter der Geschichte steckt. Es sind Überraschungen, die Lust auf das nächste Buch machen. Ich hab schon so viele Bücher von ihr gelesen und hatte dementsprechend große Hoffnungen in das vielversprechende „Haus der Erinnerungen“

Ich muss jedoch ehrlich zugeben, dass es das erste Buch der Autorin ist, was mich, wenn mich meine Erinnerungen nicht trüben, nicht wirklich gefallen hat. Es beginnt schon mit dem Einstieg in das Buch. Andrea ist eine Persönlichkeit, die mir einfach nicht gefallen wollte. Sie fährt für ihre Mutter nach England, was ich liebenswert finde, aber wie sie ihren Partner abserviert hat, wie sie sich in England verhält. Ich fand es für mich sehr schwer eine Bindung zu ihr aufzubauen. Sie wirkt so kühl und distanziert.

Abgesehen davon, empfand ich die Umsetzung eher unglücklich gewählt. Einerseits werdet ihr Andrea in der aktuellen Zeit begleiten, wie sie in dem Haus lebt, mit der Großmutter spricht, ihren Großvater besucht und ständig Kopfschmerzen hat, nichts essen kann, sodass man schon denkt sie wird vergiftet, weil sie dem Geheimnis zu nahe kommt. Auf der anderen Seite sieht sie die damalige Zeit im Zeitraffer. Das heißt, sie erlebt bestimmte, wichtige Szenen als unbeteiligter Geist, wie ich es jetzt einmal nenne. Diese Szenen und die Vergangenheit ist wunderbar plastisch, gefühlvoll und beängstigend, dass ich sie perfekt beschrieben finde. Nur hätte ich mich eben gefreut, wenn Andrea sie nicht mittels Visionen, sondern zum Beispiel an Hand von geheimen Briefen, einem plötzlich auftauchenden Sohn von Victor oder ähnliches erfahren hätte. Zumal ich nicht nachvollziehen kann, warum sie, aber sonst nie jemand auch nur annähernd eine solche Erfahrung gemacht hat. Okay, sie ist unvoreingenommen, aber gibt es nicht auch andere Personen, wie Freunde, Gäste, kleinere Verwandte, die unvoreingenommen sind und das Haus betreten. Außerdem finde ich es albern, dass sie nicht versucht klarzustellen, was damals wirklich passierte.

Klar, bin ich total gefesselt gewesen und wollte mehr von dem Geheimnis wissen. Aber das Buch besteht nun einmal nicht nur aus der Vergangenheit.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Barbara Wood
Titel: Das Haus der Erinnerungen
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 15 (11. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596109744
ISBN-13: 978-3596109746
Preis: € 8,99
Genre: Historisch, Familie, Drama
Gelesen in: 3 Tagen

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