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Draußen im Moor / Sandra Greaves

Heute habe ich mal wieder für die jüngeren Leser eine kleine Buchempfehlung. Und zwar handelt es sich um ein spannendes und echt gruseliges Jugendbuch mit Horror Elementen wie von Hitchcock persönlich. Neugierig geworden auf das Buch? Dann guckt einfach mal, ob es nicht etwas für eure Sommerferien ist. 


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Sandra Greaves
Titel:  Draußen im Moor
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Chicken House (2. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551520690
ISBN-13: 978-3551520692
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 14 Jahre
Preis: € 13,99
Genre: Horror, Grusel, Jugend
Gelesen in: 2 Tagen

== DAS COVER ==
Ich persönlich finde das Cover einfach genial. Ein altes Haus, ein verwitterter Baum, alles total düster gehalten. Da kommt Gänsehaut-Feeling und Gruselstimmung auf.

== FIGUREN ==
Matt – Eltern getrennt, mag den neuen der Mutter nicht, Stadtkind
Tilda – In Matts Alter, kümmert sich um den Haushalt nach dem Tod ihrer Mutter
Jack – Onkel von Matt und Farmer mit Leib und Seele
Kitty – Kleine Schwester von Tilda

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: Darthmoor, England
Zeit: 2010er Gegenwart
Perspektive: Ich-Perspektive von Kitty, Matt und Tilda im Wechsel
Alter der Figuren: 5-14

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Matt hat die Schnauze voll. Sein Vater ist irgendwo mit dem Schiff unterwegs, der neue seiner Mutter ist einfach nur ein Idiot und all seine Freunde sind verreist. Zu Hause hält er es jedenfalls nicht aus und reist einfach zu seinem Onkel auf dessen Bauernhof auf dem er schon seit Jahren nicht gewesen ist. Das die Begrüßung von Jack und den beiden Cousinen Tilda und Kitty nicht herzlich ist, kann er gar nicht verstehen. Erst nach und nach erfährt Matt, warum ihn und insbesondere seine Mutter alle aus dem Haus hassen. Wegen ihrer Gier musste schon so viel gutes Weideland verkauft werden und sie war nicht mal bei der Beerdigung ihrer eigenen Schwester. Klar, dass alle davon ausgehen, dass Matt genauso ist. Trotzdem macht Matt das Beste aus der Situation. Obwohl Tilda keine Lust hat, muss sie ihm die Gegend zeigen und so kommen sie in den alten Wald ganz in der Nähe. Nach einem kleinen Streich und Zank, bei dem sich Tilda den Fuß verletzt, finden beide eine Kiste mit einem Vogelschädel drin. Das der alte Helfer Gabe sie vor den Vögeln und dem Anfang von etwas Bösem, einem Fluch und dem Teufel gewarnt hat, vergessen beide. Sie streiten sich und erst als sie merken, dass wirklich etwas im Busch ist, beginnen beide an einem Strang zu ziehen.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Draußen im Moor“ ist ein Buch über Wut, Freundschaft, Hass und Trennung. Es ist ein außergewöhnliches Buch, welches leider nicht vollends überzeugen kann. Weder mich als „älteren Leser“ noch meine Nicht, als Zielgruppe. Warum das der Fall ist, versuche ich euch einfach mal zu erklären.

Erzählt wird das Buch aus den verschiedenen Perspektiven und zwar aus den Sichtweisen von Tilda, Matt und Kitty. Diese Perspektiv-Wechsel sollen veranschaulichen, was die verschiedenen Figuren denken und in den Situationen empfinden. Leider kommt in meinen Augen dadurch eine gewisse Unruhe ins Lesen. Zwar ist deutlich, wer gerade erzählt, aber während des Lesens kommen immer wieder Momente, wo man doch denkt, eine andere beteiligte Figur erzählt dies. Nun gut, das ist immer eine Frage des Geschmacks. Was mir vielleicht die Sache etwas erschwerte, war die Tatsache, dass die Figuren etwas blass geschildert wurden. Zwar werden am Rande Fakten, wie Tod, Trennung oder der neue Partner erwähnt, aber ganz ehrlich es ist schwer eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Ich hatte das Gefühl reingeworfen zu werden und bis zum Ende bin ich nicht mit den Figuren warm geworden. Zwar konnte ich manche Ansätze verstehen, aber die Hauptfiguren wirkten so, kindlich, stur und bockig, während die jüngste, also Kitty hingegen schon so reif wirkte. Manchmal sehr realistisch, aber mir hat es nicht geholfen. Zumal die Geschichte eben sehr verworren ist.

Die Geschichte selbst befasst sich mit einer alten Legende und einer Art Fluch, der schon vor Jahren einmal den Hof der Familie heimgesucht hat. Am Anfang glaubt niemand daran, aber mit der Zeit passiert eben so viel, dass die beiden großen Kinder, um die es diesmal geht, eben erkennen, dass der Fluch erneut hervorgerufen wurde. Hervorgerufen durch Wut und Streit. An sich eine schöne Lektion zu zeigen, dass Wut und Streitigkeiten nicht sein müssen, wenn man einfach mal innerlich loslässt, oder mit der anderen Person sachlich redet. Die Autorin zeigt deutlich, wie leicht Streit durch Handlungen, äußere Einflüsse und eigene Gedanken beeinflusst wird. Von dem Aspekt super interessant umgesetzt und gerade für die jüngere Generation, aber auch uns Großen eine kleine gedankliche Anregung.

Neben Streitigkeiten wird auch die Thematik Freundschaft, Familie in Kombination mit Trennung und Tod behandelt. Authentisch wird gezeigt, wie manche Kinder nach dem Tod des Elternteils weiterleben und kämpfen, während andere, deren Eltern sich nur Trennen völlig hängen lassen und in Selbstmitleid aufgehen. Das Drumherum hat die Autorin also im Grunde schön, verständlich und greifbar geschildert.

Was mir, aber auch meiner Nichte nicht sonderlich gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Autorin nur sehr wage an die Sache herangeht. Immer nur kleine Bruchstücke, der Fluch selbst ist ein Geheimnis und erst ganz zum Schluss wird darüber überhaupt wirklich offen geredet. Ob damit versucht wird die Spannung bis zum Schluss aufzubauen, kann ich nicht sagen, denn von uns empfand es keiner als spannend. Das Hauptproblem war jedoch einfach der Punkt, dass weder meine Nichte noch ich, wirklich nachvollziehen konnten, war der Fluch selbst. Ich will nicht zu viel verraten, aber für mich klang das alles zum Ende des Buches sehr künstlich und an den Haaren herbeigezogen. Die Entstehung selbst, aber auch den Verlauf, wobei ich ehrlich sagen muss, dass dies noch der glaubwürdigste Teil war. Die Neuauflage oder Rückkehr vom Fluch und dem Teufel gehen jedoch in meinen Augen so gar nicht.

Ich habe das Buch aus der Hand gelegt und dachte mir nur „Ah ja, war das alles und vor allen Dingen was zur Hölle war es?“. Sicherlich keine gute Grundvoraussetzung, weswegen ich das Buch eben meiner Nichte gegeben habe. Auch sie war am Ende eher verwirrt und hatte einige Fragen, die sich beim Lesen nie aufgeklärt haben. Im Ansatz gut, aber es mangelt in unseren Augen an der Umsetzung.

* Rezensionsexemplar

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