Direkt zum Hauptbereich

Strandperlen / Tanja Janz

„Ich bin schwul.“
Insa Bergmann zog die Augenbrauen zusammen und presste sich ihr Handy
fester ans Ohr. Dann gluckste sie. „Jetzt hab ich doch tatsächlich verstanden, dass
du schwul bist. Was hast du gerade gesagt?“
„Ich bin schwul.“ Äh? Ich habe schon wieder schwul verstanden.“ Insa starrte irritiert durch die
Windschutzscheibe ihres Autos auf ein Kind mit Pudelmütze, das sich beim Überqueren der Straße genüsslich den Finger in die Nase steckte. Nein, das konnte gar nicht sein.(Zitat Kapitel 2 erste Sätze – Zeigt den Humor)


Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches in den letzten Tagen verschlungen habe, weil es einfach unterhaltsam und leicht zu lesen ist. Durch Zufall und Glück wurde ich ausgewählt dieses Buch zu rezensieren und freue mich darüber richtig dolle. Wie mir „Strandperlen“ gefallen hat, verrate ich euch nun.

== BUCHFAKTEN ==
Autor: Tanja Janz
Titel:  Strandperlen
Broschiert: 299 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (11. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956491815
ISBN-13: 978-3956491818
Preis: € 9,99
Genre: Humor, Liebe, Sommer
Gelesen in: 3 Tagen

== DAS COVER ==
Ein Campingwagen und im Hintergrund das Meer, ein Leuchtturm und blauer Himmel. Ja, mir gefällt das Cover, denn es hat etwas sommerliches und beruhigendes.

== FIGUREN ==
Lilo – Alt-Hippie, mit Rheuma in den Gelenken, muss nach Ibiza ziehen
Insa – Archäologin, arbeitet im Imbiss ihrer Eltern, will eine neue Herausforderung
Stephanie – Anwaltsfrau, wird betrogen, ihr Sohn ist hochbegabt
Joris – Maler, der auf dem Campingplatz hilft
Bjarne – nerviger Surfer
Andreas – Ex von Stephanie und Anwalt
Tigges – Reicher Bruder von Andreas

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: St. Peter-Ording
Zeit: 2010er
Perspektive: Wechselnd zwischen den Figuren
Alter der Figuren: Anfang 30 geschätzt.


== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
Lilo ist ein Alt-Hippie und lebt seit Jahren in St. Peter-Ording. Dort betreibt sie einen kleinen, aber feinen Campingplatz. Doch das Alter macht sich so langsam bemerkbar, und obwohl sie es nicht will, muss sie zum Arzt. Dieser rät ihr wärmere Gefilde und so zieht sie kurzer Hand nach Ibiza. Ihren Campingplatz samt Pachtvertrag verschenkt sie an ihre Nichten.

Insa ist praktisch veranlagt und trotzdem hat sie Archäologie studiert und ist über jede neue Absage traurig. Welcher Vegetarier möchte schon im Schnellimbiss der Eltern versauern. Außerdem hat sie erfahren, dass ihr Ex-Freund schwul geworden ist. Als sie den Brief von Lilos Anwalt erhält, fährt sie sofort hin, und ergreift die Chance für den Neuanfang.

Unterstützt wird sie von ihrer Cousine Stephanie, die ebenfalls einen Neuanfang benötigt. Während sie am Herd steht und das Familienunternehmen unter einen Hut bringt, sieht sie ihren Mann fast gar nicht. Ihr Sohn ist hochbegabt und mehr als anstrengend und dann muss sie ihren Mann auch noch durch Zufall im Flagranti mit seiner Sekretärin erwischen, obwohl er am Telefon gesagt hat, dass er keine Zeit fürs Mittagessen hat, wegen geschäftlicher Termine. Kurzer Hand nimmt auch sie die Einladung vom Anwalt an und flieht in die Strandperle.

Gemeinsam müssen die Cousinen nun alles tun, damit der Campingplatz im neuen Glanze erstrahlt und sie ihren Lebensunterhalt in der Tat damit verdienen können. Doch so manches steinige Hindernis liegt ihnen im Weg. Ob sie es schaffen?

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
Wie ihr schon an meiner Inhaltsangabe erkennen könnt, handelt es sich um eine wirklich triviale Lektüre, die sich am Strand, in der Bahn oder einfach im Garten beim Entspannen anbietet.

Viel nachdenken oder gar eine spannende Lektüre bekommt man nicht geliefert. Die Geschichte ist mehr als vorhersehbar, basiert auf vielen Klischees, alten Ideen und ist trotzdem locker zu lesen, sodass es zumindest mir viel Spaß gemacht hat. Angefangen konnte ich nur schwerlich aufhören. Das hat mehrere Gründe, die im kleinen Detail liegen.

Der Stil der Autorin ist zwar sehr Adjektiv belastet, aber er schafft es mich nach St. Peter-Ording zu versetzen, Schauplätze wiederzuerkennen und er lässt sich vor allen Dingen flüssig lesen. Kein wortgewandtes und brillantes Highlight, aber immerhin auch keine verschachtelten Sätze, unnötige Wiederholungen oder gar Fremdworte, die man nachschlagen müsste.

Die Figuren ist in Ordnung und passen zu der Geschichte. Sehr voller Klischees, aber bei einem solchen Roman erwarte ich nichts anderes. Insa ist zum Beispiel die starke Persönlichkeit, die nur eine Herausforderung benötigt, und Stephanie ist wiederum total ängstlich und lernt sich neu kennen. Sie sind klar verständlich, bleiben ihrer Linie treu, aber ehrlich gesagt nerven sie manchmal schon, zumindest Stephanie mit ihrer etwas wehleidigen Art.

Inhaltlich ist alles so trivial wie möglich und am Anfang stört es weniger, dass die Autorin recht lieblos agiert. Kreativität muss nicht vorhanden sein und manche Zufälle dürfen gerne passieren. Es ist aber schon sehr recht grenzwertig und Kopfschüttler sind vorprogrammiert. Zum Beispiel überlegen weder Insa noch Stephanie auch nur eine Sekunde oder schauen sich die Strandperle an, sondern greifen sofort innerhalb weniger Sekunden zu. Sie reisen eigentlich nur für einen oder zwei Tage hin, und statt noch einmal von zu Hause alles nötige zu holen, bleiben sie dort. Woher habe sie so viele Klamotten, alle nötigen Unterlagen, wer kündigt zum Beispiel Insas alte Wohnung und übernimmt die Miete. Ihr seht, genaues lesen oder hinterfragen ist nicht erwünscht oder wirft nur Kopfschüttler auf. Neben den Campingplatz, dem neuen Job, einer Trennung, geht es um das Zusammenfinden einer getrennten Familiensituation, das meistern von Herausforderungen, aber auch um die Liebe.

Ab und an mag ich solche Umsetzungen und somit habe ich das Buch sehr fix gelesen, obwohl sofort klar war, wie das Buch enden wird. Die Frage war nur, wer mit wem und vor allen Dingen wie. Und hier hat die Autorin leider Gottes den Vogel abgeschossen. War das Buch bis zu einem gewissen Grad amüsant, unterhaltsam und mir sogar fast 5 Sterne wert, schafft sie es von einer Minute auf die andere mein Lächeln vom Gesicht verschwinden zu lassen, und das Buch fast zu hassen. Wie man so einen Ausgang abliefern kann, werde ich wohl nie verstehen.

Warum, möchte ich euch näher erklären. Oft verrennen sich Autoren in Ideen, und es wirkt dann sehr konstruiert oder Autoren merken, dass die Seiten plötzlich zu Ende sind. Hier trifft beides wohl zu. Statt einer spannenden und lustigen Auflösung der Probleme, im Ansatz sogar vorhanden, bricht die Autorin ihr Werk einfach ab. Abbrechen im Sinne von drei Monate später. Genauer gesagt drei Monate später treffen wir alle auf der Hochzeit von Insas Ex. Alle Probleme haben sich wohlwollend ohne viele Erklärungen in Luft aufgelöst. Paare haben sich gefunden und Insa ist von ihrem Traummann sogar schon im 3. Monat schwanger. Sicherlich nicht verkehrt, aber der Weg dahin oder zumindest ein Teil, hätte mich als Leser doch stark interessiert. Mich hat schon lange kein Schluss mehr so enttäuscht, wie hier. Zumindest nicht, wenn das Buch vorher gefallen hat.

Ohne diesen Schluss oder sagen wir eine bessere Umsetzung, hätte ich die vorher erwähnten Kopfschüttler einfach übersehen, aber dadurch fallen sie einfach noch viel mehr auf. Das enttäuscht und ist für mich nur liebe drei Sterne wert.

*Buchsponsoring vom Mira Verlag :)

Kommentare

  1. Hey Sarah,

    das klingt nach einem insgesamt ganz guten Buch, allerdings bin ich jemand der einen guten Abschluss braucht. Am liebsten ja ein glückliches Ende, aber auch ein trauriges Ende kann überzeugen wenn es gut umgesetzt wurde. Ein Ende ohne großartige Hinführungen ist nichts für mich. ^^°

    Liebe Grüße,
    Ruby

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Anregungen, Fragen, Kritik oder gar Lob? Immer her damit. Alle Fragen werden hier beantwortet. Kommentare werden nach Sichtung freigeschaltet. Alle Links sind No-Follow. Alle Kommentare von sogenannten Testseiten, die sich auf ein Produkt spezialisiert haben, werden automatisch gelöscht. Spart sie euch also.

Beliebteste Artikel des Monat

Mary Kay Cosmetic - Meine Erfahrungen

Kennt ihr Mary Kay? Ich muss zugeben, dass ich davon schon mal was gehört hatte, aber ich bin nicht so der Fan von Produkten, die man auf Partys kaufen kann. Tupperware okay, aber bei Kosmetik, muss nicht sein. Nennt mich da ruhig altmodisch. Durch Zufall habe ich dann eine Kosmetikerin vor Ort kennengelernt, die für ein Vorher-Nachher-Shooting inklusive einem Foto Personen gesucht hat. Ich bin kein Schminkprofi und dachte mir, warum nicht einfach mal hin und ein paar Tipps abgucken, vielleicht eine kleine Beratung bekommen. Genutzt wurden nur Produkte aus dem Hause Mary Kay, und das Ergebnis konnte sich in der Tat sehen lassen. Ich habe mich echt einmal hübsch gefühlt, und so habe ich den Katalog samt Beratungstermin für die Produkte mit nach Hause genommen.

BERATUNG /  MARY KAY PARTY Ob ihr euch nun allene beraten lasst, oder gleich eine kleine Party veranstaltet, ist euch überlassen. Ich habe mich erst einmal alleine beraten lassen, und im Anschluss noch ein Party veranstaltet. Dort …

Nikon Coolpix L27 im Test

Vor einiger Zeit habe ich euch die Nikon Coolpix S6400 vorgestellt. Anfangs war ich von dieser Kamera begeistert. Endlich wieder eine SD-Karte, Touchscreen und schnelle Bilder. Auch die Qualität konnte am Anfang überzeugen. Doch die Zeit zeigt, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt. Insbesondere der Akku ist ein großer Störfaktor. Regelmäßig geht die Kamera ohne Vorwarnung aus, weil der Akku trotz halbvoller Anzeige, plötzlich leer ist. Viele Bilder werden unscharf, weil sich doch leider nicht alles so fokussieren lässt, wie man es sich wünscht. Meist benötigt man 2-3 Bilder, damit wirklich ein gutes dabei ist. Erst im Alltag, wenn man eben mal schnell ein Bild machen möchte, merkt man dies. Der Frustfaktor in der letzten Zeit war enorm, sodass eine Vielzahl der Fotos und Videos über die iPhone 4s Kamera gemacht wurden. Dementsprechend bin ich froh, dass ich euch nun eine neue Kamera vorstellen kann. Es handelt sich ebenfalls um eine Nikon Coolpix, und zwar die L27. Sie ist sei F…

Storio Max 7 Zoll Tablet im Test

Ganz ehrlich, ich kann nicht nachvollziehen warum Unternehmen so mit Kinderwünschen, und Geldbeuteln von uns Eltern spielen. Es gab ja schon zu meiner Zeit oft Spielzeug, wo meine Eltern gesagt haben, das ist raus geworfenes Geld, aber so langsam begreife ich erst, warum. Wir durfte über ein Testprogramm den Storio Max 7 Zoll testen, und es tut mir leid, aber auch dieses VTech Produkt kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen, damit es bei euren Kindern unterm Weihnachtsbaum liegt, dafür müsste es stabiler laufen.

PREIS 140€
GELDGIER, PECH ODER WO LIEGT DAS PROBLEM Bevor ich auf den Storio eingehe, möchte ich auf andere technische Geräte kurz eingehen. Man nehme die früheren GameBoys, den Nintendo DS oder ähnliche Produkte. Wenig Lernspiele, aber Fehlerquote, Pleiten, Pech und Pannen minimal. Selbst beim Clempad, wo wir schon dachten durch den ständigen Reboot gar nicht so toll, hat ein Kind mehr Spaß. Wir hatten 2014 schon den Storio 3S für meinen Sohn, der ebenfalls wenig Probleme hatt…