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Die Insel der tausend Quellen / Sarah Lark

Heute möchte ich euch wieder eine historische Famliensaga auf einer Zuckerrohrplantage vorstellen. Nachdem ich „Im Land der Orangenblüten“ faszinierend fand, habe ich mich erneut an dieses Buch gewagt. Ich war neugierig, wie dieses Werk im Vergleich umgesetzt wurde, und wollte dem Buch ehrlich gesagt eine zweite, eingestimmte Chance geben. Nun begleitet mich nach Jamaika des 18. Jahrhunderts und schaut selbst, ob das Buch vielleicht etwas für euren nächsten Leseabend ist. 


== BUCHFAKTEN ==
Autor: Sarah Lark
Titel:  Die Insel der tausend Quellen
Taschenbuch: 720 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2013 (21. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340416816X
ISBN-13: 978-3404168163
Preis: € 16,99
Genre: Familiensaga, Plantage, historisch, Liebe
Gelesen in: 5 Tagen

== DAS COVER ==
Ein unendlich langer Steg, im Hintergrund eine Insel, Meer und oben eine Karte von Jamaika. Mir gefällt das Cover sehr gut. Es ist zeitlos, passt zum Buch und hat etwas beruhigendes. Wobei ich persönlich eine traumhafte, aber einfache Hütte am Strand eventuell sogar mit einem angedeutetem Paar mir sogar noch besser gefallen hätte. Aber so passt es mit dem langen Steg besser zu den anderen Werken, die ähnlich aufgebaut sind.

== FIGUREN ==
Nora – tapferes Mädchen aus England
Elias – Plantagenbesitzer, Noras Rettung um nach Jamaika zu kommen
Simon – Noras erste Liebe
Doug – Stiefsohn von Nora und verliebt in sie
Akwasi -Sklave und verliebt in Nora
Máanu – Zofe von Nora und verliebt in Akwasi

== INHALTLICHE FAKTEN ==
Ort: England, Jamaika
Zeit: 1732-1739
Perspektive: Diverse Sichtweise der oben genannten Personen

== AUSGEWÄHLTES ZITAT ZUM STIL ==
Als Nora endlich freie Sicht auf das Podium in der Mitte des Platzes hatte. Erschrak sie. Gebunden an den Baum, der dem Reverend während des Gottesdienstes Schatten spendete, hing Akwasi. Man hatte ihm die Hände gefesselt und gerade so an einen Zweig gebunden, dass seine Füße eben noch Halt am Boden fanden. (Zitat S. 205 – Behandlung der Sklaven)

== WORUM GEHT ES IN EIGENEN WORTEN ==
England 1732: Für Nora bricht die Welt zusammen, als sie ihren geliebten Simon in ihren Armen sterben sieht. Obwohl ihre Liebe unter keinem guten Stern stand, schließlich kann eine wohlhabende Kaufmannstochter keinen ärmlichen Lord, der als Schreiber arbeitet, zusammen sein, ist sie für ihn von zu Hause geflohen, nur um einige Zeit später erkennen zu müssen, dass er nicht wie angenommen nur erkältet ist, sondern unter Schwindsucht leidet. Aus der Traum vom gemeinsamen Leben auf Jamaika. Nach seinem Tod trauert sie lange, obwohl ihr Vater versucht sie in die Gesellschaft wieder einzuführen. Als sie dann Elias, einen Plantagenbesitzer, kennenlernt, ist sie bereit ihn zu heiraten, um ihren Traum und somit Simon ein Stück näher zu sein. Vor Ort merkt sie jedoch, dass sie sich das Leben gänzlich anders vorgestellt hat. Die Situation und der Umgang mit den Sklaven passt ihr gar nicht und auch Elias weckt in ihr nicht die Gefühle wie Simon. Alles ändert sich als ihr Stiefsohn unvermittelt vor der Tür steht. Doug ist etwas Besonderes und beide verlieben sich. Doch auch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Nicht nur ihre Ehe mit seinem Vater, ist ihnen im Weg, sondern auch Akwasi und Máanu von denen sie jedoch nichts ahnen, denn Akwasi liebt sie ebenfalls und Máanu liebt Akwasi. Es ist nur eine Frage der  Zeit bis sich die Dinge überschlagen und die Sache nicht besser wird, als Nora Elias Geheimnis herausfindet.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Insel der tausend Quellen“ ist mein erstes Werk der Autorin und hat leider keinen so guten Start hingelegt, wie ich es mir erhofft hatte. Während mich die Liebesgeschichte zwischen Nora und Simon gefesselt hat, verlor ich ehrlich gesagt mit dessen Tod das Interesse an dem Buch, und habe sogar kurze Zeit später abgebrochen. Nachdem ich jedoch „Im Land der Orangenblüten“ gelesen habe, war ich begeistert von einer solchen Plantagen-Geschichte und habe das Buch erneut angefangen. Ob es an der Grundstimmung lag, oder ich mehr Lust auf das Buch hatte, kann ich nicht sagen. Diesmal konnte ich es jedoch nicht aus der Hand legen.

Überraschend war für mich vor allen Dingen die Tatsache, dass das Buch nicht wie angenommen, ich habe es geschenkt bekommen, in Neuseeland spielt, sondern in Jamaika. Schließlich ist die Autorin für ihre tollen Neuseeland-Sagas bekannt. Das hat aber nicht mit meinem ersten Abbruch zu tun, sondern ist ein Punkt, der einfach beim Lesen des Klappentextes schon auffiel.

Der Einstieg in das Buch hat mir beide Male gefallen. Nora wird als liebevolle, bodenständige und starke Persönlichkeit dargestellt, die man einfach mögen muss. Zwar erfüllt sie damit die vorgegebenen Klischees für eine solche Lektüre, aber sie ist trotzdem eine Persönlichkeit, die mir gefällt und mit der ich mich bis zum Schluss identifizieren kann. Die gleiche Sympathie konnte ich für Simon empfinden, und vielleicht habe ich deswegen abgebrochen, denn was kann jetzt noch tolles kommen. Klar erfüllt auch der Rest die altbekannten Klischees. Gerade das Traumprinzen-Image von Doug und die Tatsache, dass Nora für ihn jegliche Prinzipien über Bord wirft, dürfte so manchen Leser stören. Sie sind sehr Klischee belastet, aber für mich gehört es dazu. Thematisch setzt die Autorin ebenfalls nicht auf Neuland, sondern auf altbewährtes. Mädchen muss kämpfen, Mädchen verliebt sich unglücklich, Mädchen und ihre Liebe erleben einen schweren Schicksalsschlag und / oder werden getrennt, und am Ende wartet ein Happy End. Im Großen und Ganzen trifft dies auch auf diesen Roman zu. Wichtig sind aber nicht diese Ideen, denn genau das erwarten die Leser schließlich, sondern wie diese umgesetzt werden.

Und genau das macht Sarah Lark in meinen Augen erstklassig. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, wenn auch vorrangig aus Noras Sichtweise. Ihr gelingt es auf diese Weise Emotionen und Gedanken klar zu vermitteln und den Leser an an der jeweiligen Situation teilhaben. Dafür verwendet sie einen differenzierten Stil, der zu keiner Zeit langatmig erscheint. Sie schafft es mit einer guten Anzahl von Worten alles farbenfroh zu gestalten. Für einige Leser könnten es gerne ein paar Seiten weniger sein, ich persönlich empfand aber keine Seite als überflüssig.

Die Situation mit den Sklaven, der Alltag auf der Plantage und wie die Strafen damals ausgesehen haben, empfand ich faszinierend und gleichfalls schockierend. Zwar weiß jeder, wie die Sklaven gehalten wurden, aber Sarah Lark schafft es in meinen Augen weitere Einblicke zu gewähren, die sogar an einer Stelle zu einem herzhaften Lacher geführt haben, und zwar als ein Backra seine gerechte Strafe bekommen hat. Ich für meinen Teil wurde gut informiert, konnte tiefe Einblicke bekommen, sodass ich persönlich der Meinung bin, dass die Autorin abseits von Neuseeland ebenfalls gute Arbeit leistet. Man muss der Geschichte nur ihre Zeit und ihren Lauf lassen. 

Trotzdem ist und bleibt auch dieses Buch auf seichte Unterhaltung ausgelegt. Das schafft die Autorin und deswegen werde ich sicherlich weitere Werke von ihr lesen werden. Es ist aber definitiv nichts für jedermann. Solltet ihr nach meiner Beschreibung neugierig sein, dann solltet ihr das Buch unbedingt lesen. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen und ans Herz legen.

Kommentare

  1. Ich habe es gelesen...ich liebe einfach Romane, die in fremden weiten Ländern spielen, und auch schon Band 2 "Die Insel der roten mangroven" wo es auch nach Hispaniola geht.
    Liebe Grüße
    Martina

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