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Wie Tim am Strand ein Mädchen fand / P.Biegel

All das machte Tim traurig. Er mochte das Meer wirklich sehr. Nur wollte er eben nicht aufs Meer, sondern nur ans Meer. Als er zwölf war, meinte seine Mutter, er sei jetzt alt genug, um sich selbst zu versorgen. »Junge«, sagte sie. »Ich habe als Wäscherin auf einem Ozeanriesen angeheuert. Halte das Haus sauber, bis wir zurück sind.« Und auch sie stach in See.Jetzt wohnte Tim alleine in dem Haus, das er sauber halten sollte. Es lag weit oben an der felsigen Küste bei Plymouth, mit Aussicht auf das weite Meer.  (Zitat S. 8)

Na, wenn euch das nicht neugierig gemacht hat, dann weiß ich auch nicht. Meinen Sohn hat es jedenfalls so neugierig gemacht, dass ich ihm jeden Abend eins der halbwegs kurzen Kapitel vorlesen darf. Falls ihr auch mehr über Tim erfahren wollt, dann begleitet mich in seine Abenteuer.


'''ooo BUCHFAKTEN ooo'''
Autor: Paul Biegel
Titel:  Wie Tim am Strand ein Mädchen fand
Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 1 (26. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825179494
ISBN-13: 978-3825179496
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
Originaltitel: Juttertje Tim
Preis: € 15,90
Genre: Kinderbuch, Magie, Märchen
Gelesen in: 2 Stunden

'''ooo AUTORENPORTRAIT ooo'''
Paul Biegel (* 25. März 1925 in Bussum, Provinz Nordholland, Niederlande; † 21. Oktober 2006 in Laren, Niederlande) war ein niederländischer Kinderbuchautor. (Quelle: Wikipedia.de)

'''ooo DIE WICHTIGSTEN FIGUREN IM ÜBERBLICK ooo'''
Tim – 12 Jahre, will kein Seefahrer sein, ist allein zu Haus, schwer von Begriff

'''ooo INHALTLICHE FAKTEN ooo'''
Ort: Plymouth
Zeit: Irgendwann in einer magischen Vergangenheit
Perspektive: Dritte Person
Alter der Figuren: 12

'''ooo INHALT IN EIGENEN WORTEN ooo'''
Das Buch besteht aus vier recht kurzen Geschichten, die ich euch gerne einzeln vorstellen möchte. Es beginnt mit dem Abenteuer, dass Tim alleine zu Hause ist, weil er mit 12 Jahren alt genug ist und nicht zur See fahren will. Kaum sind seine Eltern weg entdeckt er ein altes Fernrohr mit dem er in die Vergangenheit blicken kann. Bevor er es jedoch richtig ausprobieren kann, komm sein wütender Piraten-Onkel und will bewirtet werden solange der Rest der Familie nicht da ist. Tim lehnt sich gegen viele seiner Forderungen auf und als er erfährt, dass sein Onkel hilflose Damen verkauft, muss er unbedingt etwas unternehmen. Nachdem er dieses Abenteuer überstanden hat, findet er am Stand eine Meerjungfrau, die vor ihren Artgenossen geflüchtet ist, nachdem sie die Menschenschiffe nicht ins Verderben leiten wollte. Die Meermenschen planen einen großen Angriff und Tim ist klar, dass er etwas unternehmen muss. Er warnt den Kapitän, der als nächstes auslaufen will, und obwohl er sich selbst von der Meerjungfrau überzeugen kann, fährt er aufs Meer hinaus und beschwört damit die Wut aller Meerjungfrauen auf Tim herauf. Auch dieses Abenteuer überlebt der kleine Junge, und so ist es kein Wunder, dass er beim nächsten Mal einen Babysitter bekommt. Doch diesmal muss sich die Babysitterin, eine alte Frau, die Tim immer mit Schule und Lernen nervt gegen böse Menschen zur Wehr setzen, die es warum auch immer auf Tims neuesten Fund, eine Galionsfigur abgesehen haben. Sie scheuen vor nichts zurück und diesmal wird es echt gefährlich. Im letzten Abenteuer geht es um ein Waisenmädchen, dass Tim bei sich aufnimmt, und das klaut wie ein Rabe, oder ist es vielleicht doch der Rabe, der zu ihr gehört? Bevor Tim es aufklären kann, werden beide verhaftet und sollen verurteilt werden.  Wie die Geschichten jedes Mal verlaufen müsst ihr aber selbst lesen.

'''ooo MEINE LESEEINDRÜCKE ooo'''
„Wie Tim am Strand ein Mädchen fand“ ist ein typisches Buch aus der Feder von Paul Biegel. Obwohl er schon vor fast 10 Jahren verstorben ist, sind seine Werke für Kinder noch immer wunderbar. Das vorliegende Buch besticht, wie alle seine Werke, die ich kenne, durch zauberhafte Zeichnungen, die nicht nur die Fantasie anregen, die Geschichte untermalen, sondern auch uns großen Vorlesern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, weil es so viel zu entdecken gibt.

Die Geschichte selbst hat mich erst einmal negativ überrascht, weil das Buch nicht aus einer langen Geschichte, sondern im Grunde aus vier einzelnen Geschichten bestand. Die Geschichten sind jedoch so was von cool, wenn man den Worten von meinem Sohn glauben darf, dass Kinder gar nicht genug davon bekommen können. Und als Mutter muss ich selbst zugeben, dass die Geschichten einen gewissen Reiz ausüben und vor allen Dingen lehrreich und magisch sind.

In der ersten Geschichte geht es zum Beispiel darum etwas richtig zu machen. Obwohl der erwachsene Onkel im Dinge befiehlt, setzt sich Jack immer wieder durch, um das, was seine Eltern für richtig halten, auch umgesetzt wird. Manchmal muss man sich gegen Dinge, die andere Erwachsene möchten durchsetzen, auch wenn diese einen drohen oder ähnliches. Regeln sind schließlich da, um eingehalten zu werden, sofern sie einen bestimmten Grund haben.

Ähnlich ist es in der zweiten Geschichte. Dort setzt sich eine Person gegenüber einer Gruppe durch, um das richtige zu machen. Obwohl diese von der Gruppe attackiert und bedroht wird, bleibt sie bei der Meinung, die sie für richtig hält. Das beweist Mut und zeigt den Kindern, dass man nicht mit der Masse schwimmen sollte, sondern sich auch gegen eine Gruppe auflehnen sollte, wenn diese etwas falsches macht. Es ist nicht immer leicht und dabei stark zu bleiben, nicht einzuknicken und andere auf den Fehler aufmerksam zu machen, zeugt von Stärke.

In der dritten Geschichte geht es um das logische Denken, und das man manchmal mit Tricks arbeiten muss. Hier setzen sich zwei eher hilflose Menschen gegen größere und mächtigere Personen durch, in dem sie ihre Intelligenz nutzen. Denn mit Köpfchen erreicht man meist mehr als durch Gewalt oder Lautstärke. Obwohl die alte Dame in dem Märchen und Tim körperlich keine Chance hatten, haben sie trotzdem gesiegt, und auch das ist eine wichtige Lektion fürs Leben.

In der letzten Geschichte geht es um Fakten. Manchmal sieht etwas ganz anders aus, als es in Wirklichkeit ist. Nun kann man den erstbesten Schluss ziehen oder nach dem Motto handeln „Unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist“.  Die Geschichte zeigt deutlich, dass nicht immer alles so ist, wie man auf den ersten Blick denkt, und das ist für Kinder eine wichtige Lektion. Oft ist es besser, erst einmal zu schauen, alle Fakten zu sondieren und sich selbst von der Situation ein Bild zu machen. So können Streitigkeiten, Kriege und andere Dinge vermieden werden.

Ihr seht, alle Geschichten sind mehr oder weniger lehrreich und bieten viele Diskussionsmöglichkeiten, damit die jungen Leser etwas fürs Leben mitnehmen. Durch die Spannung, die in allen Geschichten konstant aufgebaut wird, sind die Kids immer gerne bei der Sache, und können gar nicht aufhören zu zuhören oder zu lesen. Dadurch das die Kapitel recht kurz sind, eignet sich das Buch ideal zum Vorlesen und durch den leichten Text, fällt es zumindest mir leicht die Geschichte noch etwas mit Kleinigkeiten zu untermalen, sodass mein Sohn entweder ängstlich guckt oder sich halb schlapp lacht. Reden wir im Anschluss über den kleinen Abschnitt, versteht er genau worum es geht und darauf kommt es bei einem Kinderbuch in meinen Augen an.

Fazit: Biegel macht alles richtig, und das Buch ist einfach nur ein wunderschönes Kinderbuch, das ich jedem empfehlen kann. Es ist leicht zu lesen, lehrreich in vielen Lebenslagen, spannend, die Hauptfigur ist ideal zum identifizieren, und wenn die Kinder sagen: Bitte mehr, sagt das alles aus. Die fünf Sterne kommen diesmal von meinem Großen, denn er ist begeistert und da er die Zielgruppe ist, durfte er die Sterne vergeben, und vergibt somit einen mehr als Mama. Auch mir gefällt das Buch sehr gut, aber der Wow-Effekt, den ich für fünf Sterne eben haben muss, der fehlte mir hier. Im Grunde ein schönes, neues Märchen, das jung und alt lesen können.

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